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Grundbausteine der Co- Abhängigkeit


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Hier findest Du, die aus eigenen Erfahrungen notwendigen Grundbausteine, die es ermöglichen, ein selbstbestimmtes Leben als Angehöriger oder als Erwachsenes Kind eines Alkoholikers zu führen.

1. Vorwort, Erkenntnis, und der Tiefpunkt
2. Professionelle Unterstützung
3. Eigene Bedürfnisse und Selbstliebe
4. Ehrlichkeit und Offenheit
5. Erfahrungsaustausch mit Gleichgesinnten
6. Soziale Kontakte
7. Suchtmittelfreies Umfeld oder Abgrenzung

Erkenntnis und der Tiefpunkt

Der Weg aus der Abhängigkeit setzt i.d.R. auch einen Tiefpunkt (Kapitulation) voraus, aus dem man die Erkenntnis erwirbt, dass man selbst erkrankt ist, den süchtigen Partner oder Elternteil nicht retten kann.
Weiterhin ist die Erkenntnis nötig, dass der Fokus der eigenen Gedanken und Gefühle auf den Anderen gestellt ist, sich das Verhalten nur drauf beschränkt, sich in den Hintergrund zu stellen und Verantwortung für den Süchtigen zu übernehmen bis hin zur vollständigen Selbstaufgabe.
Die Erkenntnis, dass der süchtige Partner/ Elternteil nur ein Auslöser für die eigenen kranken Anteile ist und nicht Schuld daran ist, dass es einem schlecht geht. Jeder Mensch kann selbst entscheiden, wie er mit seinem Leben umgeht und befindet sich nicht in einer Opferrolle. Der Co-Abhängige lässt nur so viel mit sich machen, so viel er zulässt.
Die Anerkennung, nicht selbstbestimmt zu handeln, sondern sich aufgegeben zu haben, lässt den Einzelnen handlungsunfähig sein.

Professionelle Unterstützung

Das Aufsuchen eines Arztes und/oder Psychotherapeuten kann hilfreich sein wenn der Leidensdruck zu stark wird und die körperlichen Symptome überhand nehmen.
Hierbei sollte es nicht darum gehen, für den Alkoholsüchtigen Hilfe zu suchen, sondern für sich selbst.
Das Thema des Gesprächs sollte sein, die eigenen *abhängigen* Symptome offen und ehrlich anzusprechen, die körperlichen Symptome zu benennen und weitere Maßnahmen wie Psychotherapie oder Reha-Maßnahmen durchzusprechen. Dazu können das Aufsuchen einer Lebensberatung, virtuelle oder reale Suchtberatung und eventuell Frauenhäuser erforderlich sein.
In Falle von körperlicher Gewalt und Gefahr für Kinder sollten öffentliche Stellen in Anspruch genommen werden (Polizei, Anwälte, Frauenhäuser, Jugendamt)
Ein wichtiger Schritt, um sich selbst wieder in den Mittelpunkt zu stellen, ein suchtfreies Leben mit Unterstützung zu erlangen.

Eigene Bedürfnisse und Selbstliebe

Die eigenen Bedürfnisse müssen wieder in den Mittelpunkt des eigenen Denkens und Fühlens gerückt werden.
Dazu bedarf es einer Verhaltensänderung im Denken und Handeln:

Eigene Bedürfnisse/ Gefühle sind wichtig und richtig.
Sich nicht mehr zurücknehmen für den Süchtigen.
Verhaltensweisen reflektieren und akzeptieren, daß wir ein eigenes Problem haben.
Unangenehme Gefühle aushalten zu lernen, diese nicht zu verdecken durch Helfertätigkeiten.
Sich Schwächen eingestehen, nicht perfekt sein zu müssen, jeden retten zu müssen.
Akzeptanz, dass unser Wohlgefühl nicht vom anderen (speziell Zustand des Süchtigen) abhängt.
Wieder die Verantwortung für sich selbst übernehmen, nicht dem Süchtigen die Schuld geben.
Das eigene Wertgefühl steigern.
Sich selbst als wichtig betrachten, ein Leben in gesundem Egoismus zu führen.

Sich selbst wieder lieben zu lernen, hilft dabei, die eigenen Bedürfnisse so vorrangig zu behandeln, um einen Weg gehen zu können, der einem gut tut.

Ehrlichkeit und Offenheit

Dies sollte bereits in der ersten Phase der Erkenntnis geschehen, dass man sich ehrlich und offen eingesteht, selbst erkrankt zu sein. Dies dann dem Arzt und seinem Umfeld zu erklären, hilft dabei, sich nicht mehr hinter einem Helfersyndrom zu verstecken, die Sucht des Partners und die eigene Abhängigkeit zu verschleiern, und damit den oft Leidensweg zu verlängern.
Sich selbst und der Familie, Nachbarn etc. einzugestehen, dass der Einzelne an der Co-Abhängigkeit erkrankt ist, ist ein erster Schritt, den Ernst der Erkrankung zu erkennen und sich Hintertüren zu verschließen, die zu weiterem Selbstbetrug führen.
Dazu gehört an oberster Stelle, keine Androhungen von Maßnahmen auszusprechen, die nicht auch durchgeführt werden!
Durch das Bedürfnis des Co-Abhängigen, durch seine *Leidensfähigkeit* aufgrund der Sucht des Partners/ Elternteils von Außen Anerkennung zu bekommen, kann hier durch Offenheit entgegengewirkt werden, und die Bereitschaft gefördert werden, aus dem Umfeld Hilfe zu holen, um sich nicht weiterhin *aufzuopfern*. Dies führt dann zu weiteren Schritten, sich aus der Sucht zu lösen.
Durch die Offenheit und Ehrlichkeit dem süchtigen Partner/Elternteil gegenüber, dass die Sucht eine Belastung ist, sich derjenige Hilfe für sich suchen wird und an sich arbeiten wird, gibt der Co-Abhängige die Verantwortung für seine Verhaltensweisen an den Süchtigen zurück. Und dies führt dann zur Übernahme der Selbstverantwortung.
Durch Offenheit und Ehrlichkeit der eigenen Krankheit gegenüber gebe ich mir Raum, mich nicht mehr von anderen Dingen, wie das Helferbedürfnis, der Opferrolle, dem Schuldgefühl ablenken zu lassen, an mir selbst arbeiten zu müssen. Damit ist der erste Schritt in ein selbstbestimmtes Leben getan.

Erfahrungsaustausch mit Gleichgesinnten

Um sich der ganzen Problematik zu stellen sollte der Austausch mit Personen geschehen, die sich ihrer Co-Abhängigkeit bewusst sind und ernsthaft gewillt sind, die erkrankten Verhaltens- und Denkmuster zu verändern.
Die alten Muster des *sich-auf-opfern-müssen*, *sich-selbst-aufgeben-zu-müssen*, dem alkoholabhängigen Partner/ Elternteil alles abnehmen zu müssen, weil er ja krank ist, sind oft so tief verwurzelt, oft schon vorhanden, bevor ein Partner ins Leben tritt( speziell bei erwachsenen Kindern), dass ein regelmäßiger Austausch stattfinden sollte, um sich seiner Denk- und Handlungsmuster bewusst zu werden.
Es gibt dort verschiedenen Möglichkeiten, die ein Co-Abhängiger wählen kann.
Zum einen gibt es Anlaufstellen für Angehörige bei Gesundheitsämtern, Beratungsstellen und für uns hier das Forum, indem sich jede *Gruppe*, entweder Angehöriger oder Erwachsenes Kind, in den jeweiligen Bereichen austauschen kann und sollte.
Oberste Priorität</b> sollte bei dem Austausch sein, sich seiner eigenen Erkrankung bewusst zu sein, sich mit den eigenen *ungesunden* Mustern auseinander zusetzen, den Rat der anderen Erfahrenden anzusehen, sich diesen für sich zu nutze machen und dann in das eigene Verhalten einzubauen, Änderungen vorzunehmen. Immer im Hinblick auf das eigenen Verhalten und nicht auf das , des süchtigen Partners oder Elternteils.
Man muß sich darüber im Klaren sein, dass es dabei zu unangenehmen Erkenntnissen kommen kann, die ein schnelles und konsequentes Verändern des eigenen Verhaltens mit sich bringen kann /muß, und Alternativmöglichkeiten gesucht werden müssen, um sein erkranktes abhängiges Verhalten zu ändern.
Und sich aus der Co-Abhängigkeit lösen zu können, bedeutet unter anderem auch, sich auch unangenehmen Ratschlägen zu stellen, die Konsequenzen seines eigenen krankhaften Verhaltens zu tragen.

Soziale Kontakte

Als Co-Abhängiger lebt mal nur zu oft völlig zurückgezogen, aus Scham vor der Erkrankung des Partners/ Elternteils. Dies führt im Laufe der Zeit zur Isolation und zur weiteren Überforderung.
Dies gilt es, zu verändern, seine Bedürfnisse nach sozialen Kontakten wie Sportaktivitäten, Hobbies, neue Freunde wieder in den Vordergrund zu stellen (Steigerung des Selbstwertgefühls).
Dies ist insofern wichtig, um sich und seine Bedürfnisse in den Vordergrund zu stellen, um wieder zu erlernen, ein selbstbestimmtes eigenständiges Leben zu führen.

Suchtmittelfreies Umfeld oder Abgrenzung

In den meisten Fällen bei einer Co-Abhängigkeit benötigt der Erkrankte Abstand, in Form einer räumlichen Trennung, um die eigenen Bedürfnisse wieder erkennen und in den Vordergrund stellen zu können.
Schwerpunkt</b> hierbei sollte nicht in der Fokussierung liegen, dem alkoholabhängigem Partner/ Elternteil mit dem Auszug zu helfen, sondern sich selbst den nötigen Abstand zu gewähren, um an einem neuen Denk- und Verhaltensmuster zu arbeiten.
Eine Trennung ist für die meisten Betroffenen sehr schmerzhaft, in dem Gefühl, den Partner /Elternteil im Stich zu lassen. Dabei sollte aber bedacht werden, daß der Co-Abhängige sich die Zeit nehmen muß, zu gesunden, wie der Alkoholsüchtige auch.
Dazu gehört dann, ähnlich wie beim Alkoholiker, das Suchtmittel *Partner/Elternteil* zu meiden, sich auch geistig davon zu lösen. Dies beinhaltet kein Kontakt, Umgang nur im entferntesten Umfang( bei den Eltern, Vater, Mutter..z.b), keine Sms, Telefonate, etc...
Bei der Entscheidung, keine räumliche Trennung zu vollziehen, ist eine gute innere Abgrenzung erforderlich, nicht für den Süchtigen die Verantwortung für sein Tun und Handeln zu übernehmen.
Ein persönliches eigenes Umfeld, soziale Kontakte müssen gut aufrecht erhalten werden, um stabil an sich arbeiten zu können, nicht zu kontrollieren, sich Freiräume zu schaffen.