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Alkoholentgiftung und dann?

Bei alkoholkranken Menschen ist es oft eine lebensentscheidende Frage, dass sie sich ihrer Suchterkrankung stellen und dann wieder ein selbstbestimmtes Leben führen können.

Der erste Schritt ist natürlich die Einsicht in die eigene Suchterkrankung und der Wunsch, ein dauerhaftes alkoholfreies Leben führen zu wollen.

Die Alkoholentgiftung, die immer mit einem Arzt abgesprochen werden sollte, ist ja nur der Anfang. Danach beginnt die Arbeit an sich selbst, denn auch der Geist muss alkoholfrei werden.

Eine reine Entgiftung des Körpers vom Alkohol reicht in den allermeisten Fällen nicht aus. Man sollte sich auch nicht an Ausnahmen orientieren, die es einfach so geschafft haben, den Alkohol wegzulassen und nun alkoholfrei leben.

Solche Beispiele werden oft von Betroffenen herangezogen, die ihr Leben nicht wirklich ändern wollen.

Lebensveränderungen sind ja nicht immer einfach, vor allem wenn es um

  • eventuelle weiter trinkende Freunde
  • neue Freizeitinteressen
  • manchmal auch eine Berufsveränderung
  • eventuell ein Wohnungswechsel

oder andere gravierende Einschnitte in das bisherige Leben geht.

Was kommt nach der Alkoholentgiftung?

Wenn der körperliche Entzug abgeschlossen ist, gibt es viele Hilfsangebote, wo man lernen kann, wie das neue, dann selbstbestimmte Leben aussehen kann.

  • stationäre Alkoholtherapie
  • ambulante Alkoholtherapie
  • Tageskliniken
  • Gespräche mit Psychologen
  • Selbsthilfegruppen
  • Selbsthilfewohngemeinschaften
  • Nachsorgeeinrichtungen

Das Angebot ist vielfältig. Da aber jeder Mensch ein individuelles Leben hat, sind auch viele verschiedene Hilfsangebote nötig.

Gerade der Unterschied zwischen einer stationären oder ambulanten Maßnahme ist sehr wichtig.

Stationäre Hilfsangebote

Im stationären Bereich bedeutet es, woanders zu wohnen und sein bisheriges Leben ganz aufzugeben. Viele Internetseiten bieten hilfreiche Informationen, wo es um stationäre Einrichtungen, wie eine REHA oder Langzeittherapie geht.

Für de Entscheidung, welche Einrichtung die Richtige ist, sollten man sich über folgende Dinge Gedanken machen:

  • bin ich sozial noch integriert und möchte eher eine Einrichtung in Wohnortsnähe?
  • ist es für sinnvoll, aus dem bisherigen Alltag herauszukommen?
  • wie komme ich mit fremden Menschen klar?
  • welche Bewertungen haben diese stationären Einrichtungen?
  • wie sind die Erfahrungen anderer Therapieteilnehmer?

Der letztgenannte Punkt sollte aber unter dem Aspekt betrachtet werden, ob jemand nun ein alkoholfreies Leben führt oder wieder rückfällig geworden ist.

Ambulante Hilfsangebote

Eine ambulante Maßnahme bedeutet, dass man weiter zu Hause wohnt in seinem bisherigen Umfeld und neben dieser Maßnahme sich auch weiter um alle alltäglichen Dinge kümmern muss.

Das ist nicht immer leicht und oft auch sehr schwierig.

Hier spielt natürlich auch eine Rolle, wie weit jemand noch sozial integriert ist, einer Arbeit nachgehen muss oder auch Familie hat, die ihn unterstützen kann.

Frage an sich selbst für eine eventuelle ambulante Hilfsmaßnahme wären:

  • kann ich mich auf die Hilfe einlassen und trotzdem das Alltagsleben schaffen?
  • ist mein Umfeld alkoholfrei oder werde ich zum wieder trinken verleitet?
  • habe ich Hilfe durch Familie oder Freunde?
  • traue ich mir zu, außerhalb der Maßnahme alkoholfrei zu bleiben?

Die Rückfallquote von alkoholkranken Menschen ist sehr hoch, aber mit der richtigen Hilfe kann man es schaffen, wieder ein alkoholfreies Leben führen zu können. Ein Rückfall sollte nicht verharmlost werden, denn er kann auch den Tod bedeuten. Ein Alkohol-Rückfall schleicht sich oft schon vor dem ersten Glas ein, wenn sich die Gedanken wieder dahingehend verändern, dass der Alkoholkonsum wieder als Alternative gesehen wird.

Hilfen gibt es viele, aber man muss auch bereit sein, die richtige Hilfe für sich zu finden und diese auch dann annehmen können.