Startseite - PortalHilfsangebote der SuchthilfeSelbsthilfeforumInformationen zur Suchthilfe

Erfahrungsberichte zu Therapieeinrichtungen

1. Erfahrungsbericht

Als ich für mich keinen Ausweg mehr wusste, gab es nur noch die Möglichkeit, mit meiner Alkoholkrankheit zu stellen. Viele Jahre habe ich selbst versucht, ein alkoholfreies Leben irgendwie hinzubekommen, aber es nie von langer Dauer. Immer wieder kam ich in Situationen, wo ich dem Risiko ausgesetzt war, auf Alkohol zu treffen und konnte dann oft nicht nein sagen.

Nach einem schlimmen Absturz wurde ich wegen einer Alkoholvergiftung in ein Krankenhaus eingeliefert.

Dort machte man mich darauf aufmerksam, wenn ich weiter trinken würde, würden sich meiner Leberweite nicht verbessern und sogar noch schlimmer werden. Mir wurde eine Therapie angeraten, die auch gern machen wollte. So konnte es ja nicht weiter gehen und sah in einer Therapiemaßnahme die Hoffnung, meine Alkoholkrankheit bekämpfen zu können.

Heute bin ich über ein Jahr trocken. Die Therapie war das Beste, was mir passieren konnte. Ich kann nur jeden raten, jede Hilfe, die ihr bekommt anzunehmen. Eine Therapie ist keine Heilung, aber man kann lernen, wie ein alkoholfreies Leben möglich ist.

Die Zeit in der Therapieeinrichtung ist sicher keine verlorene Zeit, wenn man bedenkt, wie viele Jahre man ja irgendwie durch oder an den Alkohol verschenkt hat. Alles ist besser, auch wenn es viel Zeit braucht, sich auf eine Therapie einlassen zu können.

2. Erfahrungsbericht

Bisher hatte ich immer geglaubt, ich kann mir nur selbst helfen, wenn ich meinen Alkoholkonsum in den Griff bekommen möchte. Ich habe mir lange eingeredet, ich kann ja meinen Alkoholkonsum kontrollieren, denn ich muss mich ja nicht jeden Tag sinnlos betrinken. Darüber sind leider viele Jahre vergangen, wo ich mir selbst was vorgemacht habe und es nie geschafft habe. Kaum eine Woche verging, wo ich nicht wieder einen Rückfall hatte. Obwohl ich es mir immer wieder vorgenommen habe, ich schaffte es nicht, kontrolliert zu trinken oder auch mal gar nichts zu trinken.

In der Therapie habe ich gelernt, dass Alkoholismus eine Krankheit ist. Viele Dinge musste ich erst verstehen lernen. Ganz wichtig war für mich die Erkenntnis, dass ich es alleine durch meinen Willen nicht schaffe. Mein Leben drehte sich nur noch darum, wo ich was trinken kann und wie ich den nächsten Tag dann überstehen kann, ohne aufzufallen. Die Therapie hat mir in vielen Dingen geholfen, die auch auch meinem sonstigen Leben einarbeiten kann. Ich wurde durch die Therapie mit Grundlagen vertraut gemacht, die mir heute helfen, ein Leben ohne Alkoholkonsum führen zu können.

3. Erfahrungsbericht

Eine Maßnahme in einer Therapieeinrichtung kam für mich gedanklich gar nicht in Frage. Ich sah mich nie als Alkoholikerin und war immer der Meinung, mein regelmäßiger Alkoholkonsum ist nur eine Phase, die irgendwann vorbei gehen wird und ich dann auch einen normalen Konsum erreichen könnte. In meinem Umfeld oder meiner Familie gab es viele Menschen, die auch relativ viel tranken und auch irgendwann mal wieder ein normales Leben führen konnten. Bei mir ging es aber leider viele Jahre immer weiter sozial abwärts. Ich bekam nicht mehr auf die Reihe und trank dann noch mehr, um meine Probleme zu verdrängen.

Irgendwann vertraute ich mich einer guten Freundin an, die ich lange nicht mehr gesehen hatte. Sie hörte mir zu, ohne mir Vorwürfe zu machen, wie ich sonst immer erlebt habe. Dann nahm sie mich mit in eine Suchtberatungsstelle, die sie kannte, weil auch ihr Bruder eine massive Alkoholkrankheit hatte. Dort konnte ich das erste Mal offen über meine Gefühle sprechen. Ich fühlte mich verstanden und meine Ängste wegen einer Therapie wurden auch ernst genommen. Nach vielen Gesprächen in dieser Suchtberatungsstelle entschloss ich mich, in eine Therapieeinrichtung zu gegeben. Ich verbrachte dort sechs Monate und habe es bis heute nicht bereut. Ich habe neue Freunde, führe aber nur ein völlig alkoholfreies Leben und bin glücklich.

4. Erfahrungsbericht

Therapieeinrichtungen haben für viele Betroffene von Suchtkrankheiten den Nachteil, dass sie sich zum einem ihre Krankheit stellen müssen, sich aber selbst noch gar nicht eingestehen können oder wollen, dass sie alkoholkrank sind. Ich habe es selbst bei meiner Therapie erfahren müssen, dass viele Mitpatienten alles versuchen, um sich irgendwie daraus zu reden, nicht das böse Wort Alkoholiker in den Mund nehmen zu müssen. Für mich selbst war es ein wichtiger Schritt, mir meine Alkoholkrankheit einzugestehen und sie auch als Krankheit zu verstehen. Ich bin bisher immer von einem fehlenden Willen ausgegangen und auch während der Therapie habe in Gesprächen oft gehört, dass es nur an einer fehlenden Willensstärke liegt, wenn man nicht aufhören kann zu trinken.

Eine Therapie halte ich für jeden alkoholkranken Menschen für sehr wichtig, denn dort habe ich die Grundlagen lernen dürfen, was eine Alkoholabhängigkeit ist und wie ich diese Abhängigkeit zum Stillstand bringen kann.

Was ich aber für genauso wichtig halte, das Therapieprogramm als Hilfe anzunehmen und dieses nicht immer in Frage zu stellen. Gespräche mit uneinsichtigen Patienten während der Therapie haben mich manchmal ganz schön runter gezogen.

5. Erfahrungsbericht

Therapieerfahrung einer Familie

Mein Mann war vor ein paar Jahren für über acht Monate in einer Therapieeinrichtung für alkoholkranke Menschen. Ich habe mich natürlich sehr darüber gefreut, dass er endlich Hilfe suchte, denn unsere kleine Familie litt schon sehr unter seinem regelmäßigen Alkoholkonsum. Wir haben ja noch eine Tochter, die damals gerade in die Schule. Um die Erziehung und überhaupt um alles musste ich mich alleine kümmern.

Während des Therapieaufenthaltes war es für uns wie eine Befreiung. Ich schwankte oft in den Gedanken, ob es ohne ihm nicht besser wäre, denn die Angst vor einem Rückfall würde ja auch nach der Therapie immer noch vorhanden sein. So alleine zu Hause war das Leben für mich einfach schön und ich brauchte keine Angst zu haben, ob er wieder betrunken nach Hause kommt.

Ich teilte meinem Mann auch meine Gefühle und Ängste mit, während er noch in der Therapieeinrichtung war.

Er schluckte zwar, aber es schien nun für ihm auch ein Ziel zu geben, endlich mit dem Alkohol aufzuhören. Irgendwie müssen ihm meine Worte und Ängste zur Einsicht bewegt haben, denn er absolvierte die Therapie erfolgreich. Seit dem trinkt er keinen Tropfen mehr und wir führen eine glückliche Ehe.

6. Erfahrungsbericht

Ich kann sagen, dass mir die Therapieeinrichtung sehr geholfen hat und ich eine erfolgreiche Therapie absolviert habe. Am Anfang war ich ja auch ein wenig misstrauisch, weil ich dachte, da werden nur völlig am Boden liegende Alkoholiker behandelt, um sie wieder für ein normales Leben fit zu machen. Als ich mich aber mit meiner Psychologin darüber unterhalten habe, haben wird dann alle notwendigen behördlichen Anträge gestellt und uns gemeinsam um einen Therapieplatz gekümmert. Mir war es eigentlich egal, wo die Therapie stattfinden sollte. Ich wollte einfach nur aus meinem bisherigen Leben raus und Ruhe vor dem Alkohol haben. Durch meinen beruflichen Stress war ich auch gar nicht richtig in der Lage, mich auf die Gesprächsstunden mit meiner Psychologin zu konzentrieren. Ich hatte immer andere Dinge im Kopf, die mein berufliches und auch privates Leben betrafen.

Ich war zwar schon ein paar Wochen trocken, aber das Thema Rückfall war immer noch präsent. Daher erhoffte ich mir von einer Therapie, dort Ruhe zu finden, um den Grundstein für eine dauerhafte Trockenheit legen zu können.

Ich bin froh, eine Therapieeinrichtung gefunden zu haben, wo mir das auch gelang. Alle haben sich gut um mich gekümmert und das Beste, bis heute haben ich keinen Alkohol mehr getrunken. Das sind jetzt schon zwei Jahre.

7. Erfahrungsbericht

Heutzutage ist das Wort Therapie nicht mehr ganz negativ behaftet. Es gibt viele Menschen, die sich wegen irgendeiner Krankheit einer Therapie unterziehen oder einen Therapeuten aufzusuchen. Da muss man sich auch nicht schämen. Sich helfen lassen ist auch keine Schande.

Als ich vor ca. 15 Jahren eine Therapiemaßnahme in Anspruch nahm, weil mich mein damaliger Arbeitgeber irgendwie dazu aufforderte, lagen die Dinge noch ganz anders.

Wenn jemand eine psychische Erkrankung hatte, wurde er ganz schnell schlecht angesehen und man traute diesen Menschen nicht. Ging es dazu noch um eine Alkoholerkrankung, war man bei vielen Menschen gleich ganz unten durch.

Dennoch veränderte die Therapie, die damals über einen Zeitraum von 18 Monaten machte, mein ganzes Leben. Nicht nur, dass ich es endlich schaffte, nach vielen Jahren der Trinkerei, ein alkoholfreies Leben zu erreichen, ich zog in eine neue Stadt, suchte mir neue Arbeit und auch mein Privatleben wurde durch eine Hochzeit mit meiner Frau besser. Rundherum verdanke ich der Therapie mein heutiges Leben. Ich gehe auch weiter offen mit meiner Alkoholerkrankung um, denn ich möchte nie wieder dort hin, wo ich mal gewesen bin. Einen Rückfall sollte man nie ausschließen, aber es liegt in meiner Hand.

8. Erfahrungsbericht

Therapie ist kein Urlaub

Ich hatte viele Erfahrungen während der Therapie machen können. Es gab gute Erfahrungen, aber auch schlechte Erfahrungen, die aber im Grunde genommen nichts mit der Therapieeinrichtung zu tun hatten. Es waren eher die anderen Patienten, die mit mir zusammen zur Therapie waren.

Viele von ihnen sahen die Therapie als Erholung, wenn nicht sogar als Urlaub an. An allen wurde gemeckert, obwohl sie den Sinn dahinter nicht mal verstanden hatten. Das betraf vor allem die Kontaktpause, weil sie nicht ihre Kumpels zu Besuch empfangen durften und die in ihren Augen sinnlosen Ergotherapien.

Ich hatte das Glück, mich mit zwei anderen Frauen anzufreunden, die diese Therapie als einmalige Chance ansahen, etwas aus ihrem Leben machen zu können. Wir waren irgendwie auf einer Wellenlänge und verbrachten auch fast den ganzen Tag zusammen, sofern es die Therapieaktivitäten zu ließen. Heute haben wir immer noch Kontakt, denn wir alle drei hatten unsere Chance, die uns diese Therapie bot, ernst genommen und unser Leben verändern können. Auch heute reden wir noch viele Stunden, bei einer Tasse Kaffee, über die schöne Zeit während dieser Therapie. Unser Leben hat sich nur zum Guten gewandelt und diese Therapieeinrichtung hatte einen sehr großen Anteil daran.

Sicher kann eine Therapie nur helfen, denn das Leben verändert jeder für sich alleine. Das ist meine wichtigste Erkenntnis aus der Therapie.

9. Erfahrungsbericht

Welche Therapie hilft mir?

Diese Frage, war die ein zigste Frage, die sich mir bei meinen Überlegungen zu einer möglichen Therapie stellte. Mir ging es nicht darum, dort eine schöne Zeit verbringen zu können, sondern ich wollte Hilfe, weil ich einfach am Ende war und nicht mehr wusste, wie es weiter gehen soll. Jeden Tag trank ich sehr viel Alkohol und sonst war mein ganzes Leben ein Scherbenhaufen. Ich hatte sehr viele Entgiftungen in verschiedenen Krankenhäusern über mich ergehen lassen und dort selten etwas Gutes über Therapieeinrichtungen gehört. Viele Patienten auf den Entgiftungsstationen sprachen von vergeudeter Zeit und sie wollten nie wieder eine Therapie machen. Heute weiß ich, dass diese eher schlechten Erfahrungen oft darauf beruhen, wenn es Menschen nicht geschafft haben, nüchtern zu bleiben und nun die Schuld woanders suchen.

Ich hatte mich nochmal an meine Ärztin gewandt, damit sie mir helfen sollte. Sie kannte mich seit vielen Jahren und hatte immer wieder versucht, mich von einer Therapie zu überzeugen. Diesmal wollte ich mich nicht quer stellen und jede nur erdenkliche Hilfe annehmen. Ich unterbrach meine Ärztin auch sofort im ersten Satz, als sie wieder auf die Möglichkeit einer Therapie einging. Ich fragte nur, was ich tun muss, um in eine Therapieeinrichtung aufgenommen werden zu können. Meine Ärztin sah mich an und erkannte in meinen Augen wohl, dass es mir diesmal ernst war.

Zwei Wochen später begann ich meine Therapie im südlichen Bayern, die es mir ermöglichte, bis zum heutigen Tag keinen Alkohol mehr trinken zu müssen.

10. Erfahrungsbericht

Ohne Therapie hätte ich es nicht geschafft. Das ist mir heute klar, auch wenn ich mich damals immer gehen eine solche Therapieeinrichtung gewehrt hatte. Mein Arbeitgeber, meine Familie und sogar ein paar meiner Freunde wollten mich über zu so einer Therapie überreden, die mir helfen könnte, endlich vom Alkohol wegzukommen. Ich selbst wollte ja auch etwas gegen meinen überhöhten Alkoholkonsum machen, aber ganz darauf verzichten, davor hatte ich Angst. Ich dachte immer daran, nie wieder etwas trinken können und so auf jeden Spaß im Leben verzichten zu müssen.

Als sich dann auch die Versuche, mich zu einer Therapie zu überzeugen, weniger wurden, fand ich auch für mich keine Ausreden mehr. In diesen Gesprächen konnte ich immer gut argumentieren, warum ich keine Therapie nötig hätte. Dadurch überzeugte ich mich aber nur immer selbst, um diesen doch notwendigen Schritt nicht machen zu müssen.

Als ich mich eines Tages wieder mal nicht wohl fühlte und zu meiner Ärztin ging, um mich krankschreiben zu lassen, musste ich im Wartezimmer lange warten. Ich überlegte meine Situation und schämte mich, wenn ich mit einer Krankschreibung bei meinen Kollegen auftauchen würde, denn alle wussten doch, was mit mir los war.

Als ich aufgerufen wurde, ging ich in das Behandlungszimmer und erzählte unter Tränen von meinem Alkoholproblem. Die Ärztin wusste auch es so, aber hörte geduldig zu. Dann war ich bereit für eine Therapie, die ich auch ohne Bedingungen für mich in Anspruch nahm. Ich muss heute noch weinen, wenn ich an diese Zeit denke.

11. Erfahrungsbericht

Therapie für Quartalstrinker

Als ich mich über mögliche Therapieformen informiert habe, waren die meisten Therapiemaßnahmen so aufgebaut, dass sie eher von kurzer Dauer waren. Sie sollten ein paar Wochen gehen und dann wäre man wieder auf sich alleine gestellt. Ich wollte mich ja für etwas mehr Zeit einer Therapie anschließen, weil ich es ja als Quartalstrinker auch so immer hinbekommen habe, ein paar Wochen keinen Alkohol zu trinken. Für mich war eine Therapie damals nur dafür da, mir einen geschützten Rahmen zu bieten, wo ich mal einen längeren Zeitraum ohne zu trinken verbringen könnte.

Da mich mein Arzt aber immer wieder darauf ansprach, wollte ich mir selbst eine Therapieeinrichtung suchen, die meinen Vorstellungen entsprach und wo ich diese Therapie dann auch mindestens 6 Monate machen konnte.

Leider klappte das nicht und so kam es dazu, dass ich eine Therapie von insgesamt 8 Wochen an der Nordsee machte. Zu meinem Erstaunen war das ganze Konzept aber nicht so aufgebaut, wie ich dachte. Ich bemerkte schnell, dass es nicht darum ging, jemanden über einen gewissen Zeitraum wegzusperren, dass er nicht an Alkohol kommt.

Das ganze Therapieprogramm war so gedacht, Informationen zu erlangen, um nach der Therapie ein alkoholfreies Leben weiter führen zu können. Ich fühlte mich sehr wohl dort in der Therapieeinrichtung und saugte auch alle Infos gierig in mir auf. Nach den acht Wochen, wieder zu Hause, war auch alles gar nicht mehr so schlimm. Bei einer Therapie konnte ich lernen, mir selbst zu vertrauen und mir zu helfen, damit ich nicht mehr trinken brauche.

12. Erfahrungsbericht

Unter Druck zur Therapie

Mein ganzes Leben, seit frühester Jugend hatte ich immer Alkohol getrunken und auch wenn es mit manchmal Schwierigkeiten bereitete, ich wollte nur selten etwas daran ändern. Sicher gab es Probleme, weil mir der Alkoholkonsum immer wichtiger war, als all die anderen Dinge, die ein Leben so ausmachen. Ich hatte aber noch Arbeit und so sah ich auch keine großen Probleme darin, wenn ich trank.

Da mein Umfeld, vor allem meine Familie, das ganz anders sahen, wurde mir an einem Abend klar gemacht, als ich wiedermal von einer Feier betrunken nach Hause kam. Meine Frau stand mit ihren Koffern im Flur und sagte nur kurz, ich ziehe zu meiner Mutter, bis du eine Therapie gemacht hast und trocken bist. Ich war überrascht und ließ sie einfach gehe.

Am nächsten Tag wurde mir erst richtig bewusst, was am Abend davor vorgefallen war. Trotz meines Katers war mir klar, jetzt muss ich etwas tun, wenn ich nicht alles verlieren möchte. Obwohl ich keine Lust auf eine Therapie hatte, ging ich sofort zum einem Hausarzt und beantragte mit ihm eine Therapiemaßnahme. Er kannte mich schon lange und war dennoch überrascht, dass ich nun Hilfe haben möchte.

Die Therapie entwickelte sich, wieder meines Erwartens, doch sehr positiv. Ich lernte mein Leben zu begreifen und das ich an einer Krankheit litt, nämlich der Alkoholkrankheit. Meine Sichtweise auf mein Trinkverhalten änderte sich dadurch grundlegend.

Meine Frau besuchte mich nicht ein einzigstes Mal in Therapieeinrichtung, aber ich wurde zu Hause mit offenen Armen empfangen, als ich die Therapie bis zum Ende durch hielt.

Den Ausdruck ihrer Augen werde ich nie vergessen, falls ich doch mal Zweifel an meinem nun nüchternen Leben haben sollte.

13. Erfahrungsbericht

Therapie brachte Wende im Leben

Das kann ich auch heute noch so unterschreiben. Eine Langzeittherapie brachte die Wende in meinem Leben. Früher hatte ich nur Partys im Kopf und zog mit meinen Freunden um die Häuser. Mir war irgendwie egal, was aus meinem Leben werden sollte. Ein Tag ohne Alkohol schien ein schlechter Tag zu sein. Meine Kumpels sahen es ähnlich, auch wenn ich heute sagen wurde, ich trank oft entschieden mehr als sie.

Irgendwann entfremdete man sich auch und jeder ging seinen Lebenszielen nach. Ich suchte neue Freunde und trank einfach weiter, egal was da noch kommen mag. Mein Leben ging sozial dadurch auch immer mehr abwärts. Ich wurde arbeitslos und es bestand auch die Gefahr, dass ich meine Wohnung verlieren könnte.

Irgendwie dachte ich nun immer mehr darüber nach, wie es weiter gehen soll. Obwohl ich der festen Überzeugung war, ich könne einfach aufhören zu trinken, wenn ich denn wirklich wollte, ließ ich mich von einem Arzt zu einer Therapie überreden. Vielleicht bekam ich ja da Hilfe, wie ich mein Leben in den Griff bekommen könnte, ohne ganz auf den Alkohol verzichten zu müssen.

Das Therapieprogramm stellte sich aber als das genaue Gegenteil heraus. Es ging darum, für sich zu verstehen, dass Alkohol eine Droge ist, die Abhängigkeiten erzeugt. So hatte ich es bisher nicht gesehen und hörte immer sehr aufmerksam zu, wenn es um dieses Thema ging. Als ich verstand, dass ich krank bin, wusste ich auch, was ich zu tun hatte.

Heute geht es mir sehr gut, auch wenn das Leben nicht immer ohne Sorgen ist. Ohne Alkohol gehe ich aber Probleme an und verschiebe sie nicht auf später.

Der Alkohol hatte mich in eine Art Scheinwelt versetzt, die mich zwar irgendwie zufrieden machte, aber eben auch auf dem Weg, der für mich hätte den Tod bedeuten können.

14. Erfahrungsbericht

Hohe Erwartungen an eine Therapie.

Da ich bisher nur immer zu einem Arzt gegangen bin, wenn ich durch mein Alkoholkonsum gesundheitliche Probleme bekam, wusste ich auch nicht viel, was eine Therapieeinrichtung mit einen macht, wenn man sich dort zu einer Behandlung begibt. Mein Arzt hat mich immer krank geschrieben und mir auch manchmal Medikamente verschrieben, wenn es mir besonders schlecht ging. Mehr wollte ich ja auch nicht. Obwohl er mich öfter darauf ansprach, meinen Alkoholkonsum zu reduzieren oder mich einer Therapie zu unterziehen, hatte ich keine Lust darauf, mein Leben zu verändern und andere Hilfe zu suchen.

Mit der Zeit ging es aber immer weiter abwärts. Ich verlor auch meine Arbeit, weil ich unzuverlässig wurde. Ich isolierte mich auch fast komplett und kam nur noch unter Leute, wenn ich wieder Alkohol zum trinken brauchte.

Eines Tages wachte ich in einem Krankenhaus auf, weil ich Kreislaufprobleme hatte und jemand den Notarzt rief. Dort machte man mir klar, dass ich mit dem Alkohol aufhören muss, wenn ich noch lange weiter leben wollte.

Die anschließende Therapie war von mir mit hohen Erwartungen verbunden. Ich wollte behandelt und geheilt werden, denn ich war ja nach Aussage des Arztes krank. Die Therapieeinrichtung veränderte aber meine Denkweise. Mir wurde klar, dass ich mir nur selbst helfen kann. Dieser Leitsatz wurde auch immer wieder von den Selbsthilfegruppen, die uns am Abend besuchten, vermittelt. Da ich Angst vor einem erneuten Zusammenbruch hatte, ließ ich mich auch darauf ein. Mit der Zeit verinnerlichte sich auch dieser Gedanke.

Seit der Therapie gehe ich mehrmals die Woche in eine Selbsthilfegruppe, wo weiter lerne und mein neu gefundenes Leben festigen kann.

15. Erfahrungsbericht

Therapieeinrichtungen helfen immer

Bei Menschen mit einer Suchterkrankung sollte aus meinen Therapieerfahrungen heraus, immer die Hilfe einer Therapieeinrichtung in Anspruch genommen werden. Oft wird zwar der zeitliche Faktor als Argument genommen, dass man dann sehr lange aus seinem gewohnten Leben herausgerissen wird, aber das ist aus meiner Erfahrung heraus, gerade das Positive. Der Alkohol nimmt ja einen Großteil der Gedanken und vor allem des Tagesgeschehens ein und da kann es ja nir richtig sein, sich auf sich selbst besinnen zu können und die äußeren Lebensumstände auch mal außen vor lassen zu können.

Ich selbst habe früher eigentlich nur immer Abends etwas getrunken, um den Tag ausklingen zu lassen und mich bei einem Glas Wein entspannen zu können. Meist sind daraus aber ein paar mehr Gläser geworden. Im beruflichen Leben war ich nicht so auffällig, auch wenn es natürlich bekannt war, dass ich gerne mal was trank. Im Privatleben hatte der Alkohol aber schon einen größeren Einfluss. Ich lies schon so manche Verabredung sausen, wenn ich wusste, dort kann ich nichts trinken.

Als ich in die Therapieeinrichtung kam, dachte ich erst, ich sei mit meinem kleinen Alkoholkonsum hier nicht richtig, denn es gab auch richtige Alkoholiker, denen man es auch sofort ansah. Ich hatte aber gleich ein Gespräch mit einem Arzt und so wurde mir auch schnell klar gemacht, dass ich mich auf dem besten Weg befinde, auch so zu enden.

Während der Therapie fand ich es sehr gut, von äußeren Lebensumständen abgeschnitten zu sein, die mich ja auch oft belasteten.

Sehr hilfreich waren auch die Gespräche mit den anderen Patienten. Sie alle freuten sich, wie ich auch, auf ein Leben, wo sich nicht mehr alles um den Alkohol dreht.

16. Erfahrungsbericht

Therapieeinrichtungen mit Kindern

Als Mutter war ich immer von der Sorge getragen, nicht genug für meine Kinder machen zu können, wenn ich mich in eine Therapieeinrichtung begeben würde. Auch wenn ich viel Alkohol trank, bekam ich ja irgendwie alles noch gebacken. Ich ging arbeiten, machte den Haushalt und kümmerte mich um meine Kinder. Ich dachte immer, sie bekommen meinen Alkoholkonsum nicht so mit und alles wäre in Ordnung.

Durch ein Beratungsgespräch merkte ich aber schnell, dass Kinder schon die Verhaltensveränderungen der Eltern mitbekommen, wenn man Alkohol getrunken hat oder eben nicht. Da sie es sich aber nicht erklären können, weil sie es noch nicht verstehen, wie Alkohol einen Menschen verändert, sind sie verunsichert.

Durch eine Therapie in einer Mutter Kind Kur schaffte ich den Absprung vom Alkohol und führe seit dem ein Leben ohne Alkohol. Mein Mann unterstützt mich dabei und hat mir zu Liebe auch auf sein Bier, dass er vielleicht einmal die Woche getrunken hat, verzichtet. Dank der Therapieeinrichtung, wo auch Kinder gern gesehen sind, können wir nun ein schönes Leben führen. Der Alkohol soll nie wieder einen Platz in unserem Leben bekommen. Ohne ihn leben wir viel besser und vor allem auch zufriedener.