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Ich bin Co- abhängig

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit

Moderator: Moderatoren

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Thelma

Beitrag von Thelma » 26.01.2009, 08:00

Liebes Lämmchen,
dieser Leistungsdruck kommt mir sehr bekannt vor.
Ich bin jetzt seit zwei Monaten hier im Forum.
Als ich meinen Thread eröffnete und die ersten Antworten kamen, dachte ich:
so, jetzt schnell alles umsetzen, was dir hier geraten wird, denn sie machen sich schließlich die Mühe, MIR zu antworten, also los jetzt...

SIE...schon wieder den Fokus auf andere, es anderen rechtmachen wollen, andere nicht enttäuschen wollen.
Wieder ne Ausgeburt mangelndem Selbstwertgefühls.

Das heisst nicht, dass ich Verhaltensweisen kultivieren , oder in Selbstmitleid baden will.
Aber neue Erkenntnisse brauchen halt auch Zeit, verinnerlicht zu werden.
Dann merke ich plötzlich:
Hoppla,jetzt hast du dich irgendwie anders verhalten. Und zwar so, dass es dir gut dabei ging.
Und dann machts Klick und ich bin einen Schritt weiter.
Ich meine auch immer:
So, jetzt hast du neue Erkenntnisse, auf gehts, pack mas mit der Umsetzung.
Geht meistens in die Hose.

Dieser Perfektionismus macht nur unzufrieden.

Wenn ich mich zu sehr unter Druck sezte, meine dies und jenes zu müssen, hilft meistens ein Selbstgespräch im Sinne von:
"Du musst gar nichts. Tief durchatmen. Was ist zu tun, was kannst du lassen? Was willst du tun? Etc"
Wie eine innere Mama.

So und jetzt gehe ich laufen,
liebe Grüße und viel Spass beim Frühstücken,
Thelma

Morgenrot
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Beitrag von Morgenrot » 27.01.2009, 13:24

Hallo ihr lieben,

Danke Thelma, für deinen Beitrag.

Es ist schwer, sich wieder in den Vordergrund zu stellen, nach all den Jahren, in denen man nur funktioniert hat.
Natürlich kommen auch Ängste, was werde ich entdecken, wenn ich bei mir genau hinschaue.
Aber es macht auch Spaß, wieder Dinge an sich zu entdecken, die man lange verloren geglaubt hat.

lg Lämmchen

Morgenrot
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Beitrag von Morgenrot » 31.01.2009, 11:05

Hallo ihr lieben,

ich habe mir in den letzten Tagen Gedanken darüber gemacht, ob es einen Unterschied gibt zwischen: Abfinden und annehmen.

Möchte euch meine Gedanken dazu hierlassen.

Ja, ich bin der Meinung, das es da einen Unterschied gibt.

Für mich klingt abfinden, irgendwie nach Zwang. ich muß mich in etwas ergeben, was ich nicht ändern kann.
Aber mit dem abfinden ändert sich für mich noch lange nichts, ich verbleibe in meiner Rolle, auch in der Opferrolle, wenn ich mich nur abfinde.
Dieses abfinden ist ein passiver Vorgang, und entspringt oft aus der Angst vor Veränderungen. Wenn ich mich mit etwas abfinde, hab ich aber lange noch nicht den Kampf für oder gegen etwas aufgegeben, er ist immer noch in mir.
Das abfinden bringt mich schneller wieder zu dem Punkt, wo ich denke: Ich arme, warum ich, usw.

Annehmen klingt viel besser. Annehmen kann man ein Geschenk, ein Kompliment, auch das kann schwer sein, und man muß es lernen.

Mit dem annehmen kann ich aber diese Kämpfe beenden, und für mich abschließen, und loslassen.
ich kann meine Auflehnung gegen Dinge beenden, auf die ich sowieso keinen Einfluß habe.
Der Gelassenheitsspruch umfaßt in meinen Augen sehr viel davon.

ich will probieren, die Dinge mit denen ich mich abgefunden habe, annehmen zu können, und damit in vielen Bereichen aktiv zu werden.
Die Zeit die ich dazu brauche, werde ich mir nehmen, weil es ein gutes Gefühl ist, etwas zum Abschluß gebracht zu haben.

lg Lämmchen

Pandora
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Beitrag von Pandora » 31.01.2009, 11:35

hallo lämmchen,,

ich sehe das ganz genauso.
abfinden und annnehmen sind 2 verschiedene dinge.
ich für mich lerne das annehmen,es heisst für mich ich kann nichts daran ändern,es ist so wie es ist und dann gelingt mir das annehmen ganz gut.eben wirklich dieses in sich drin annehmen.
hat allerdings lange lange gedauert,bis ich das auch so konnte,doch für mich hat es sich gelohnt.
es ist nicht immer ein abschluss aber ein akzeptieren.

glg kathrin

Morgenrot
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Beitrag von Morgenrot » 02.02.2009, 22:07

Hallo Kathrin,
hat allerdings lange lange gedauert,bis ich das auch so konnte,
Ich glaube, das dies ein Prozess ist, der uns immer begleitzen wird. Manchmal wird es besser gelingen und es wird auch Situationen geben, in denen es uns sehr schwer fallen wird.

Aber wir müssen ja nicht alles auf einmal schaffen. Nehmen wir uns die Zeit, die wir brauchen.

lg Lämmchen

Morgenrot
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Beitrag von Morgenrot » 14.02.2009, 11:59

Hallo ihr lieben,

Bei mir hat sich in den letzten Tagen viel getan.

Mir gehts es gut, und ich fühle eine Stärke in mir, die ich bisher nicht gekannt habe.
An meiner äußeren Situation hat sich nicht viel geändert, meine jetzt im Bezug auf meinen Mann.

Etwas ganz wichtiges ist aber doch geschehen: Ich bin Oma einer Enkeltochter geworden. :lol: :lol:

Dann war ich bei einer Wohnungsbaugesellschaft, und habe mich nach kleinen Wohnungen erkundigt. Ist zwar zur Zeit eine Flaute, aber ich bleibe da am Ball.

Durch meine reale SHG tun sich neue Kontakte auf, unter anderem mit einem berenteten Kollegen, den ich über unsere Leiterin wieder gefunden habe.
Am Donnerstag haben wir einen schönen Tag zusammen verbracht. Bin im Moment am staunen, welche Möglichkeiten sich durch Offenheit ergeben.
Ich brauche mich nicht mehr zu verstecken, weil mein Mann trinkt. Die Zeit ist zu Ende.

Als ich im Forum ankam, hätte ich mir das nie träumen lassen, das ich mal so etwas schreiben kann.

Ich weiß das es wieder Tiefpunkte geben wird, aber dieses Wissen soll mich nicht mehr daran hindern, zu geniessen, wenn es mir gut.
Es darf mir gut gehen. Nur ich alleine kann dafür sorgen, das es so ist.
Andere haben es nie für mich übernommen, und werden es auch nicht.

Ich will nicht mehr dahin zurück, das es mir gut gehen kann, wenn andere mit mir zufrieden sind.
Ich weiß, das ich noch einen weiten Weg vor mir habe. Aber nur ich kann für mich etwas ändern.

lg Lämmchen

Weitsicht

Beitrag von Weitsicht » 14.02.2009, 12:23


Etwas ganz wichtiges ist aber doch geschehen: Ich bin Oma einer Enkeltochter geworden.
Hallo Lämmchen,

wir haben uns zwar noch nicht ausgetauscht, aber bei solch einem Anlass, dass Du Oma geworden bist, möchte ich Dir herzlich gratulieren. Das muss etwas ganz Tolles sein, mir wird ganz warm ums Herz, wenn ich nur daran denke. Ist ja auch ein Geschenk worauf wir keinen Einfluss haben. So ein Baby anzusehen, im Arm halten zu dürfen, ist ein Wunder für mich.

Und als Oma darfst Du nur geniessen, denn die Verantwortung für das kleine "Menschlein" bleibt bei den Eltern.
Ich weiß das es wieder Tiefpunkte geben wird, aber dieses Wissen soll mich nicht mehr daran hindern, zu geniessen, wenn es mir gut.
Es darf mir gut gehen. Nur ich alleine kann dafür sorgen, das es so ist.
Andere haben es nie für mich übernommen, und werden es auch nicht.
So ist es Lämmchen, ist eine weise Aussage, ich weiss mittlerweile, dass am Ende des Tunnels "Licht" ist, egal was auf mich zukommen mag.

Alles Liebe und viel Spass mit Deiner Enkeltochter wünscht Weitsicht

PS Dein Gedicht hat mir gut gefallen, schreibst Du weiterhin?

Morgenrot
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Beitrag von Morgenrot » 16.02.2009, 00:43

Hallo Weitsicht,

danke dir, für deine Glückwünsche. :lol: :lol: Du hast recht, es ist ein tolles Gefühl, so ein kleines Wunder im Arm zu halten.
wir haben uns zwar noch nicht ausgetauscht,
Das liegt daran, das ich lange Zeit nur im geschlossenen Bereich geschrieben habe. Das will ich jetzt ändern, und auch hier wieder mehr schreiben.

Beim Gedichte schreiben kommt es bei mir sehr auf die jeweilige Tagesform an. Manchmal geht gar nicht, und dann wieder kommt es einfach so, aus mir heraus.
dass am Ende des Tunnels "Licht" ist, egal was auf mich zukommen mag.
Weißt du, wie kostbar diese Erkenntnis ist, lass und das Licht nicht aus den Augen verlieren.

Ich werde mich an meinen freien Tagen einmal bei dir einlesen, dann kann ich dir auch besser antworten.

lg Lämmchen

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