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Vater mit Kindern

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit

Moderator: Moderatoren

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Tihaso
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Beitrag von Tihaso » 28.08.2008, 15:28

Hallöchen PapaMUC..
ich freue mich, dass du dich gemeldet hast...
Und frenzy11 bringt es auf den Punkt..

LG Tihaso

fertig_mit_kind
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Beitrag von fertig_mit_kind » 09.09.2008, 08:52

Hallo, PapaMuc,
müsstest ja ca Übermorgen zurückkommen.
Etwas, was mir auf dem Herzen liegt: musstest Du dem Familiengericht auch irgendwie vorlegen, wie Du gedenkst in Zukunft in beruflicher Sicht weiter zu machen, wie Du die Betreuung Deiner Rasselbande sicherstellen willst/ kannst ?
Ich bin derzeit immer noch gefangen in diesem Schichtarbeitssystem, das eigentlich einzige, was mich derzeit von den großen Schritten fernhält.
Nun, ich hoffe zumindest, dass Euer Urlaub das tief-gelbe vom Ei ist/ war (auch wenn mein Kleiner gerade das nicht mag :-) )
Gruß
fmk

PapaMUC
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Beitrag von PapaMUC » 16.09.2008, 06:48

Hallo,

hier wieder ein Update von mir.

Der Urlaub mit den Kindern war ganz toll, zuerst waren wir 1 Woche in Deutschland und haben kleinere Ausflüge gemacht und dann noch 9 Tage in einem Ferienhaus in Spanien in der Nähe von Barcelona. Wir waren in einer kleinen Ferienanlage, die Kinder haben schnell Freunde gefunden, wir waren am Meer, am Pool, ich habe eine Schnitzeljagd für sie gemacht, wir haben einen Freund von mir in Barcelona besucht... Es hätte immer so weitergehen können.

Aber dann mußten wir ja wieder zurück und der Alltag hatte mich gleich wieder:

2 Schreiben der Anwältin meiner Frau an das Familiengericht, die ich in Kopie erhalten habe, die voll von Halb- und Unwahrheiten waren. Ich war so entsetzt, was ich da gelesen habe:

- Ich würde mich beschweren, daß die Kinder ein Instrument lernen, da mir das zu teuer wäre (ich fördere die Kinder in jeglicher Weise, was Kunst und Kultur betrifft)

- Ich hätte meinen Sohn während der WM 2006 zu einigen Fußballspielen mitgenommen und wäre dann häufig erst nach Mitternacht angetrunken nach Hause gekommen, obwohl am nächsten Tag Schule war. (Einmal war meine Frau mit den beiden älteren Kindern dabei, hatten wir gemeinsam so beschlossen, einmal wurde ich mit meinem Sohn von einem Freund eingeladen. Sofort nach Spielende sind wir nach Hause gefahren, natürlich nicht angetrunken...)

- Wenn ich jährlich mit den Kindern im Skiurlaub bin, an dem meine Frau nie mitfahren wollte, dann geht es nicht um das Skifahren, sondern es steht der Alkohol im Vordergrund. (Ich fahre von morgens bis abends Ski, dann noch Sauna, Essen und normalerweise sind wir dann um 22.00 im Bett, da wir einfach k.o. sind)

- erst seit die Trennung beschlossen wurde, unternehme ich Ausflüge mit den Kindern (ich bin seit Jahren fast jedes Wochenende mit den Kindern unterwegs gewesen und sei es nur ein kleine Fahrradtour, ein Spaziergang im Wald, Museen, ein Kindermusical, Schlittenfahren.....)

etc.

Das geht immer so weiter, das hat mich richtig umgehauen. Sie versucht weniger, sich selbst positiv darzustellen, sondern mehr, mich abzuwerten, grausam.....

Nun, dann war da noch die Stellungnahme vom Jugendamt, die dazu tendierte, das die Kinder eher bei mir sein sollten:

"Aus sozialpädagogischer Sicht spricht nichts gegen einen Lebensmittelpunkt der Kinder beim Vater. Sollte der künftige Lebensmittelpunkt der Kinder bei der Mutter sein, müssten aus unserer Sicht regelmäßige Roundtables laut Kooperationsvereinbarung zur Koordination interdisziplinärer Hilfen für Kinder und Eltern mit Alkoholproblemen stattfinden. In den Round Tables arbeiten außer den Eltern und dem Jugendamt unterstützende Kooperationspartner wie Therapeuten, suchtherapeutische Einrichtungen und evtl. Einrichtungen, die die Kinder betreuen, mit. Sie dienen dazu, die Mutter so zu stabilisieren, dass keine Gefährdung für die Kinder entsteht."

Und dann leider der Hammer. Die Familienrichterin hat entschieden, daß die Kinder bei der Mutter sein sollen, da sie keine Gefährdung sieht. Auf die Stellungnahme des Jugendamtes wurde gar nicht eingegangen, keine Auflagen, nichts....

Meine Anwältin sagte mir, daß es kein gutes Urteil ist, da auf das Thema Alkohol, Jugendamt-Stellungnahme etc. gar nicht eingegangen wird. Ich muß mir nun überlegen, ob ich Berufung einlegen möchte, dann geht das eine Instanz höher und wird dann nicht mehr von einem Richter, sondern von 3 Richtern entschieden.

Richtig hilflos macht mich aber einfach die Tatsache, daß ich versuche, fair zu bleiben, die Wahrheit zu sagen und Fakten darzustellen. Meine Frau leugnet einfach die negativen Punkte (z.B. Anzahl der Rückfälle) und erfindet Negatives über mich. Wenn ich Fakten vorlege, wie z.B. die Anzahl/Dauer meiner Geschäftsreisen, die ich per Kalender und Spesenabrechnung nachweisen kann, dann sagt sie einfach, die wären eben gefälscht. Ich möchte aber nicht genauso agieren und lügen, fühle mich dadurch aber stark im Nachteil.

Ich bin mir oft nicht sicher, ob meine Frau bewußt lügt oder ob sie das wirklich glaubt, was sie sagt. Ich habe fast den Eindruck wir sind in 2 verschiedenen Realitäten unterwegs. Zum Glück habe ich Freunde und Familie, mit denen ich ganz offen diskutieren kann, die geben mir dann schon immer wieder die Rückmeldung, wie sie die Realität sehen. Hätte ich das nicht, würde ich schon immer wieder ins Zweifeln kommen.

Ich muß mir nun in den nächsten 2 Tagen überlegen, ob ich Berufung einlegen soll. Das kostet wieder viel Geld und Nerven. Dazu will ich mich nochmal mit dem Jugendamt und meiner Schwester besprechen.

Ich lasse euch wissen, wie es weitergeht.

Grüße,

PapaMUC

Ette
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Beitrag von Ette » 16.09.2008, 06:58

Guten Morgen PapaMUC,

ja, ich kann mir vorstellen, dass das ein Schlag ins Kontor war. Mir wurde bei meiner Scheidung vorgeworfen, ich würde lose Männerbekanntschaften suchen und mein Kind mit zu Orgien nehmen, weil mir das Sorgerecht aberkannt werden sollte. Ich kenne das Gefühl, ohnmächtiger Wut oder wütender Ohnmacht, weil nichts stimmt, von dem, was einem vorgeworfen wird.

Die Entscheidung, ob du dagegen angegen willst, wird sicherlich nicht einfach sein. Lies mal im Forum von den erwachsenen Kindern. Vielleicht hilft dir dies bei deiner Entscheidung, wie du weiter vorgehen willst.

LG
Ette

Feuervogel

Beitrag von Feuervogel » 16.09.2008, 08:24

Guten Morgen, PapaMUC,
das ist eine verd.... Situation.
Du bist ehrlich und versuchst fair zu sein und vor allem für deine Kinder das Beste zu finden. Die Gegenseite verbiegt die Tatsachen....
Leider scheint die Familienrichterin eine von der Sorte zu sein, für die die Kinder immer noch zur Mutter gehören, solange nicht "Mord und Totschlag" geschieht. :evil:
Ich kann dir nur sagen, daß ich solche "Grabenkämpfe" kenne, aus Alleinerziehenden-Foren. Da ist mit Sicherheit nicht immer Alk im Spiel, sondern verletzte Eitelkeit, Hass, Rachsucht, etc.
Ich finde du machst das richtig so, wie du es bisher gemacht hast. Bleibe ehrlich und vor allem mit dem Jugendamt und anderen wichtigen Stellen im Gespräch.
Ich habe das jetzt grad erlebt, bei einer Freundin. Ihr Ex hat mit so krummen Sachen versucht, das Sorgerecht für die jüngere Tochter zu bekommen, nur um ihr einen reinzuwürgen. Sie hat sofort das Gespräch mit dem Jugendamt gesucht, war immer offen, ehrlich und fair. Glücklicherweise waren die vom Jugendamt nicht auf den Kopf gefallen, haben schnell gemerkt, was für ein "Spielchen" ihr Ex trieb. Das Ende vom Lied ist, daß sie vermutlich sogar das alleinige Sorgerecht für BEIDE Kinder bekommt (die bei ihr leben), obwohl das eigentlich gar nicht von ihr beabsichtigt war, bisher hatten sie das gemeinsame Sorgerecht und die Kinder regelmäßig (d.h. die ältere will inzwischen nicht mehr) beim Vater zu Besuch...
Also, ich drücke dir die Daumen, daß es bei dir ebenso gut ausgeht...!
Liebe Grüße
Kristina

frenzy11
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Beitrag von frenzy11 » 16.09.2008, 14:08

Hallo PapaMUC,

bisher hast Du alles richtig gemacht. Weiter so. Mein Votum ist: Kämpfe. Kämpfe für das Wohl deiner Kinder. Bleib so, wie Du bist, denn diejenige die lügt, wird irgendwann fallen.

Ich wünsche Dir viel Kraft. Du bist ein Löwe. Zeig deine Zähne und lächel dabei.

LG Frenzy

Papi
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Beitrag von Papi » 16.09.2008, 15:13

Hallo PapaMUC,

erstmal ein "herzliches Willkommen" nach Deinem Urlaub. Dass ich Deine Beiträge sehr genau mitverfolge kannst Du Dir ja sicher vorstellen.

Genau das ist mein absolutes Horrorszenario. Ich versuche zu fühlen, wie es den Kindern gehen muss. Sche***, da bekomme ich richtig Wut im Bauch.

Versuch jetzt dringend Beweise für ihre Alkoholsucht zu sammeln. Deine Frau ist gerade dabei, alles zu zerstören. Wichtig sind jetzt nur die Kinder. Ein Einsehen hat sie nicht, von Umkehr kann keine Rede sein. Also wird sie wieder trinken. Dann muß das JA hin.

PapaMUC ich fühle mit Dir. Du weißt, dass hier einige sind, die in der gleichen Situation sind und zumindest moralisch (anders können wir leider nicht) voll hinter Dir stehen.

Drücke Dir alle Daumen!! Du brauchst jetzt ganz viel Kraft.

Papi

fertig_mit_kind
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Beitrag von fertig_mit_kind » 16.09.2008, 16:26

Tut mir Leid für euch, daß es JETZT so gelaufen ist. Vom Gefühl her würde ich dazu tendieren, weiterzumachen (Berufung), weiss aber natürlich nicht, was mit den Kosten da auf Dich zukommt. Solange es geht, würde ich aber dranbleiben, dann zeigt es zumindest mal Dein Interesse. Auch dass sie sich nur negativ über dich äussert, statt mal in irgend etwas Einsicht zu haben (immerhin steht ja schon mehr als ein Rückfall schriftlich im Raum) kann nicht auf Dauer ignoriert werden. Auch wenn es jetzt weh tut, ich wünsche Dir, dass Deine Kids weiter zu Dir stehen, irgendwann melden auch die sich zu Wort.
Bring ihnen vorsichtshalber schon mal den Notruf bei.
Viel Kraft, fmk

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