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Das Puplikum schaut zu.......doch der Applaus bleibt aus

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit

Moderator: Moderatoren

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Kernkraft
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Das Puplikum schaut zu.......doch der Applaus bleibt aus

Beitrag von Kernkraft » 17.07.2008, 10:24

.....und er glaubt im Ernst, dass noch keiner in der Nachbarschaft irgend etwas bemerkt hat. Wenn ich Wein kaufe, dann geschieht das ganz offen. Die Flasche landet in meinem Einkaufskorb neben Zucker, Butter, Öl, Erbsen.
Wenn er Wein kauft, landet der Wein ganz unten in der Tasche, dann wird getarnt mit Oliven, Müsli, Putzmittel, Futter für die Tiere......
Und das Leergut wird heimlich entsorgt.

Ich lebe eigenständig und werde nicht zu ihm ziehen. Weil ich ihn liebe, lass ich ihn allein. Als er mich eroberte war er trocken......drei Wochen!!! Das war sehr schön.

Nun kam der Rückzug und der erneute Verfall, denn wie ich erfahren habe trinkt er schon sehr lange Jahre. Er braucht eine Therapie.....sonst gar nichts.

Mein Proplem ist, ihn mit seinen Tieren sich selbst zu überlassen. Manchmal fehlt Wasser im Trinknapf. Wenn ich die Tiere einfach mitnehme, dann ist das wohl Diebstahl. Außerdem ist ein Tier sehr krank und könnte bei mir versterben.....aus Altersschwäche. In diesem Punkt bin ich ratlos. Hab schon im Tierheim angerufen. Dort sagte man mir, dass die Tiere sofort weitervermittelt werden.

Ich kann mir keine Tierpension leisten.......und mein Urlaub ist jetzt auch vorbei.

Soviel erst mal zum Anfang, danke für´s lesen

summerdream
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Beitrag von summerdream » 17.07.2008, 10:30

hallo kernkraft

herzlich willkommen hier!

ich hab mir erlaubt dich in den bereich der co-abhängigen zu verschieben, ich denke hier wirst du mehr reaktionen erhalten :wink:

liebe grüße -Summer-

Lilly12

Beitrag von Lilly12 » 17.07.2008, 13:05

Erdling hat geschrieben:
Die meisten Suchtkranken brauchen nach dem Ausstieg aus der Sucht eine Therapie. Allerdings muss der Süchtige diese Form der Hilfe auch wollen und annehmen, sonst hat die Therapie keinen Sinn.
Hallo Kernkraft, Hallo Erdling

Ich weiß nicht, ob die meisten eine Therapie brauchen ? Ich hatte jedenfalls keine und viele hier auch nicht. Aber zumindest eine SHG ist wichtig, und wir hier sind ja eine.
Und eine Thera kann man auch später noch machen, wenn man merkt, das man sie braucht. Aber ich denke, das klärt man am besten mit der Suchtberatung und den entsprechenden Stellen, denn die kennen sich damit ja wohl aus.

Am den Anfang gehört allerdings was ganz anderes !
Nämlich, nie mehr trinken zu WOLLEN. Nicht für die Familie, nicht, weil man aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr "darf", sondern weil man wirklich nicht mehr will, seinen Tiefpunkt erreicht hat, andere "Gründe" taugen nämich nix und führen höchstens zu Trinkpausen.

Dann muß eine professionelle Entgiftung durchgeführt werden, am besten im KH, das dient auch zur Annahme der eigenen Krankheit, bzw. kann dabei sehr förderlich sein.

Dann sucht man sich ne gute SHG, weil auch Austausch nötig ist. Und man kann natürlich auch über eine Thera nachdenken, der eine braucht sie, der andere evtl. nicht.

Denn man kann auch 5 Theras machen und dabei NICHTS lernen, wenn die innere Bereitschaft nicht da ist. Eine Thera ist auch kein Garant für Trockenheit, das sollte man nie denken.

Also erstmal Schritt 1 und 2 machen, ehe Schritt 3 evtl. folgt.
So jedenfalls meine Meinung....

LG
Lilly

Karsten
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Beitrag von Karsten » 17.07.2008, 13:18

Hallo,

ich habe auch keine Therapie gemacht, weil ich eher der Praxistyp bin, der geschaut, wie leben Menschen nüchtern und wie kann ich das von ihnen lernen.

Hinzu kommt, das auch keine Therapie eine Garantie ist und niemand da vor allem geheilt entlassen wird.
Alle Hilfsangebote, ob sie nun aus der Schulmedizin oder aus der Selbsthilfe kommen, können nur helfen, wenn der oder die Betroffene die Hilfe auch zuläßt.

Alkoholismus ist eine lebenslange Krankheit und kein Hilfsangebot kann den Betroffenen die Eigenverantwortung für das eigene Leben abnehmen.

Wir lesen es hier auch oft genug, dass Hilfe leider nicht ankommt, weil viele Menschen einfach ihren Gedanken, die sie oft über Jahre hinweg immer wieder in der Sucht gehalten haben, mehr vertrauen, als mal darüber nachzudenken, das es andere Menschen vielleicht besser wissen.

Gruß
Karsten
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das Thema gesund abnehmen und Alkohol in Lebensmittel
Putzmittel
Zuletzt geändert von Karsten am 08.06.2009, 09:05, insgesamt 2-mal geändert.

Karsten
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Beitrag von Karsten » 17.07.2008, 13:43

Hallo Erdling,

brauchst Dich doch nicht entschuldigen. :lol:

Eine Diskussion lebt von unterschiedlichen Sichtweisen. :lol:

Gruß
Karsten

Kernkraft
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Beitrag von Kernkraft » 17.07.2008, 16:16

....ich bin absoluter Neuling, mit Therpie meinte ich alles was zur Trockenheit führt. Da gehört auch Entgiftung für mich dazu.
Und wenn ich nun sage, dass er gerade einen kalten Entzug durchführt, dann weis ich sehr wohl das dies lebensgefährlich ist. Aber er will es so und ich darf mir währenddessen Sorgen machen....Sche*** noch mal!

Ich arbeite im medizinischen Bereich, was alles noch viel lustiger macht. Ich wohne aber nicht so nah, dass ich nun ständig aufpassen könnte, was wohl nur zu meinem Besten ist.

Einen Zoo hat er nicht, aber das beantwortet nicht meine Frage......und was macht es für einen Unterschied ob es Hamster, Vögel oder Meerschweinchen sind? Pferde, Hunde, Katzen, ....
Wasser brauchen sie wenigstens.

Bis jetzt fand ich die besten Antworten auf meine Fragen, durch sehr viel lesen hier im Forum.

Na ja durch den kalten Entzug ist er wenigstens wieder ansprechbar. Es ist der zweite innerhalb eines Monates. Abwarten ist schlimm....auf und ab. Es soll Alkoholiker geben, die es geschafft haben.

Kernkraft
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Beitrag von Kernkraft » 17.07.2008, 16:18

....die Hoffnung stirbt zuletzt

Kernkraft
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Beitrag von Kernkraft » 17.07.2008, 18:00

....ich wußte gar nicht, dass coabhängigkeit eine Krankheit ist. ich suche mir schon seit Jahren Männer aus, die immer irgendwie nicht in der Lage sind eine Beziehung ganz und gar einzugehen. Vielleicht leide ich ja gerne. Hab es aber immer wieder geschafft mich zu lösen...unter furchtbaren Schmerzen im Herzen.

Ein Alkoholiker war noch nicht dabei, jedenfalls aus seiner Sicht. Wenn ein Mensch meint, dass ein bis vier Bierchen am Abend keine Abhängigkeit darstellen, dann ist das wohl so. Allerdings holte er sein Bier nicht heimlich. Er geht ganz offen damit um. Nun allerdings macht er sich Gedanken und forscht selbst nach ob, oder ob nicht. Das ist gut so.

Der andere ist noch nicht soweit. Kalter Entzug, heimlich, da peinlich....also gebe ich noch nichts zu, schon gar nicht bei einem Arzt.

Dieser Weg ist noch sehr steinig. Mit einem alkholabhängigen alt werden......mein größter Traum natürlich. Erobert wurde ich als er trocken war und das war eine schöne Zeit, leider hänge ich dran.

Wie es weitergeht weis ich nicht. Ich bleibe auf Abstand....das ist mir wichtig. Was man aufbauen kann oder zerstören bleibt abzuwarten.

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