Startseite - PortalHilfsangebote der SuchthilfeSelbsthilfeforumInformationen zur Suchthilfe

Endlich wieder Hoffnung

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit

Moderator: Moderatoren

Antworten
Hartmut
Moderator
Moderator
Beiträge: 15125
Registriert: 13.02.2007, 22:21

Re: Endlich wieder Hoffnung

Beitrag von Hartmut » 03.12.2018, 11:35

Hallo Marie,

nun weiß ich nicht warum es hinkt. Mein Vertrauen zu einer trockenen Alkoholikerin wäre nicht so hoch, da ich immer davon ausgehen kann (könnte) das Sie wieder trinkt.

Gruß Hartmut

Speranza
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 1210
Registriert: 27.09.2011, 15:18
Geschlecht: Weiblich
Alkoholiker/in oder Angehörige/EKA: Angehörige

Re: Endlich wieder Hoffnung

Beitrag von Speranza » 03.12.2018, 12:22

Hallo Hartmut!

Es hinkt deshalb weil ich einem trockenen Alkoholiker nicht direkt in den Bereich "vertrauensunwürdig" schieben würde. Unter "trocken" verstehe ich jetzt jemanden der an sich und seiner Sucht gearbeitet hat, wenn jemand gerade von der Entgiftung kommt käme das für mich nicht in Frage. Bis vor einiger Zeit war ich da schon noch anderer Ansicht das Wort "Alkoholiker" rief direkt eine Abwehrhandlung in mir hervor. Das hat aber eher mit meiner negativen Erfahrung die ich gemacht habe zu tun und auch ich musste an mir arbeiten.
Mein Vertrauen zu einer trockenen Alkoholikerin wäre nicht so hoch, da ich immer davon ausgehen kann (könnte) das Sie wieder trinkt.
Heisst das jetzt dass du auch dir selbst nicht vertrauen würdest? Klar hat ein trockener Alkoholiker ein höheres Risiko rückfällig zu werden da die Krankheit ja nicht heilbar ist. Aber es kommt doch auch darauf an wie er mit sich und seiner Sucht umgeht.

LG Marie

Hartmut
Moderator
Moderator
Beiträge: 15125
Registriert: 13.02.2007, 22:21

Re: Endlich wieder Hoffnung

Beitrag von Hartmut » 03.12.2018, 16:38

Hallo Marie,
Heisst das jetzt dass du auch dir selbst nicht vertrauen würdest? Klar hat ein trockener Alkoholiker ein höheres Risiko rückfällig zu werden da die Krankheit ja nicht heilbar ist
Gerade weil es sich um eine unheilbare Krankheit handelt, die einen Kranken wieder so in Beschlag nehmen kann, das sie ausbrechen kann, ist Vertrauen eher ein Wunschdenken.

Ich bin meinen Weg aus der Sucht recht kompromisslos gegangen aber mit den Jahren sind da oder da, im Gegensatz zum Anfang auch Abweichungen dabei. Beispiele. Ein Alkoholfreies Umfeld. Wenn früher in einem Café, Bistro oder Speiselokal jemand neben mir gesessen hat und Alkohol trank, hatte ich es unterbunden. Heute nicht.
Weitere Beispiele. Weihnachtsmärkte hatte ich gemieden und heute gehe ich auch mal hin. Sowie Geburtstage. Natürlich verlasse ich solche Treffen, wenn es zu einem Sauffest ausartet oder es schon im Vorfeld bekannt ist, dann bleibt es ein Tabu.

Nun habe ich in den Jahren eine Stabilität erreicht und denke ich kann damit umgehen. Kann ich das jedoch immer? Nach Statistiken nicht.
Wie kann man sich da selbst vertrauen wenn eine Krankheit Vertrauen ausschließt?

Mal wieder etwas quer gedacht 😊

Gruß Hartmut

Speranza
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 1210
Registriert: 27.09.2011, 15:18
Geschlecht: Weiblich
Alkoholiker/in oder Angehörige/EKA: Angehörige

Re: Endlich wieder Hoffnung

Beitrag von Speranza » 03.12.2018, 20:41

Hallo Hartmut!
Nun habe ich in den Jahren eine Stabilität erreicht und denke ich kann damit umgehen. Kann ich das jedoch immer? Nach Statistiken nicht.
Wie kann man sich da selbst vertrauen wenn eine Krankheit Vertrauen ausschließt?
Hast du damit nicht schon sehr viel erreicht, Stabilität erreicht man auch indem man lernt sich einzuschätzen, das hat meiner Meinung nach auch mit Vertrauen zu sich selbst zu tun.

Natürlich sind die Statistiken nicht gerade ermutigend aber es muss doch guttun der Statistik ein Schnippchen zu schlagen. In die Zukunft blicken kann niemand aber versuchen die Zukunft positiv zu beeinflussen ist durchaus möglich.

LG Marie

Antworten