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Eine Zukunft für mich?

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit

Moderator: Moderatoren

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topas
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Eine Zukunft für mich?

Beitrag von topas » 30.01.2012, 16:10

hallo
ich möchte mich gern hier im forum austauschen. Ich bin coabhängig und mein mann ist alkoholiker.
Ich lese hier seit vielen monaten hier mit und vor 2 monaten habe ich mich angemeldet un bin jetzt freigeschaltet...
Mein mann ist spiegeltrinker und in den 10 jahren seit wir zusammen sind habe ich ihn noch nie nüchtern gesehen.
Aber er streitet ab das er trinker ist. Ausreden brauche ich nicht zu wiederholen. Das sind die selben wie in all den anderen beiträgen.
Ich versuche mich jetzt auf mich zu konzentrieren aber ab und an verfalle ich in das typische coverhaltenz.b. Kontrolliere und suche leere flaschen... Dann ärgere ich mich über mich und hasse ihn.
Ich habe schon meine sachen sortiert und wichtiges bei meinen eltern deponiert.
Papiere immer bei mir und war bei einer anwältin zur rechtsberatung.
Habe im internet nach wohnungen gesehen, aber der letzte schritt eine wohnung zu mieten und auszuziehen fehlt noch.
Und es liegt nicht daran weil ich ihn noch liebe. Das ist mir immer klarer geworden.
Liebe empfinde ich nicht mehr für ihn.
Gemeinsamme kinder haben wir auch nicht also was hält menschen wie mich noch? Ich weiß ich muß hier raus. Denn mit ihm werde ich nie ein glückliches leben habe.

Gruß
topas

Sultanine
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Beitrag von Sultanine » 31.01.2012, 10:39

Hallo topas,

fühl dich einfach mal gedrückt. Kommt mir alles so bekannt vor. :roll: Ich wünsche dir viel Kraft, mach weiter so!

Liebe Grüsse
Sultanine

topas
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Beiträge: 260
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Beitrag von topas » 31.01.2012, 11:10

Danke Sultanine.

Am schlimmsten war die jahrelange Einsamkeit...
Ich habe mich einfach geschämt. Freunde habe ich schon lange nicht mehr. Die familie wußte auch nichts. Als ich im sommer mal wieder in der retungsstelle aufgeschlagen bin wußte ich, das habe ich nicht verdient und das kann er nicht wert sein.
Langsam baue ich mir soziale kontakte auf, was mir sehr schwer fällt.
Ich dachte immer es interessiert keinen so lange ich nach außen hin funktioniere.
Seine familie ignoriert es...
Natürlich in seinen Elternhaus wurde und wird immer noch getrunken. Ich weiger mich dort mit hinzu fahren. Es widert mich an...
Ich versuche einfach etwas gutes für mich zu tun und nicht daran zu denken.
Ich träume von einer kleinen Wohnung für mich und meinen süßen kleinen hund.
Irgendwann bin ich hoffentlich so weit diesen schritt zu gehen.

Er hat mir immer eingeredet, ich mußte dankbar sein was er alles für mich tut. und ich war dankbar.
Langsam dämmerte es mir aber, das das nicht wirklich viel ist.
Wenn ich wochenende von arbeit kamm sah die wohnung aus wie ein schweinestall. Auf meine frage antwortete er, er sei müde und außerdem dachte er ich wolle das machen! Hallo?
Jetzt habe ich mir eine liste gemacht wer wann was im haushalt macht. Um MIR selbst zu beweisen und mir klar zu machen es gibt nichts wofür ich ihn dankbar sein muß.
Ist das auch schon wieder Co?
Ich denke ich versuche mir einfach noch mehr gründe zu geben um endlich zu gehen.

Gruß
Topas

Sultanine
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Beitrag von Sultanine » 31.01.2012, 11:43

topas hat geschrieben:Danke Sultanine.
Gern geschehen ;)
topas hat geschrieben:Am schlimmsten war die jahrelange Einsamkeit...
Ich habe mich einfach geschämt. Freunde habe ich schon lange nicht mehr. Die familie wußte auch nichts. Langsam baue ich mir soziale kontakte auf, was mir sehr schwer fällt.
Ich dachte immer es interessiert keinen so lange ich nach außen hin funktioniere.
Seine familie ignoriert es...
Natürlich in seinen Elternhaus wurde und wird immer noch getrunken. Ich weiger mich dort mit hinzu fahren. Es widert mich an...
Ich versuche einfach etwas gutes für mich zu tun und nicht daran zu denken.


Das kenne ich. Ich habe meine eigenen sozialen Kontakte immer mehr eingeschränkt. Klar war da auch das finanzielle, nie genug Geld zu haben, eine meiner beliebtesten Ausreden. Für jeden Sch**ß war Geld da, aber niemals für mich, um es mir gutgehen zu lassen oder die Kontakte zu pflegen. Jetzt versuche ich alte Kontakte neu zu beleben bzw. mir neue aufzubauen. Er ist dann eifersüchtig, telefoniert mir hinterher, wann ich nach Hause komme, etc, aber darauf gehe ich nicht mehr ein, er sagt mir ja auch nicht, wann er von seinen Sauftouren wieder zurück ist.
Auch in seinem Elternhaus wird gern und viel gesoffen, den Kontakt zu seiner Familie beschränke ich aber schon seit Jahren nur noch auf das absolute Minimum, das hat andere Gründe, obwohl ich auch da manchmal denke, dass er sowohl mich als auch seine Eltern soweit manipuliert hat, dass es soweit kam.

topas hat geschrieben:Ich träume von einer kleinen Wohnung für mich und meinen süßen kleinen hund.
Irgendwann bin ich hoffentlich so weit diesen schritt zu gehen.
Das wirst du, ganz bestimmt. Ich kenne diese Träume und werde Schritt für Schritt versuchen, sie real werden zu lassen. Immer einen Fuss vor den anderen, auch wenn es schwer fällt.
topas hat geschrieben:Er hat mir immer eingeredet, ich mußte dankbar sein was er alles für mich tut.
Da hat mich am meisten getroffen, als ein guter Freund mir vor knapp 14 Tagen sagte, er könne es nicht fassen, wie sich mein XY mir gegenüber verhält, so als müsse ich dankbar sein, dass ich hier wohnen darf. Gut, es ist sein Haus, aber ohne mich (und meine Krankheit) hätte er es schon längst verloren, da er seit Jahren arbeitslos ist und auch keinerlei Bezüge von irgedwoher bekommt, mit Ausnahme der Zahlungen seiner Eltern, die immer dann einspringen, wenn es mal wieder droht alles zu scheitern. Dafürnimmt er auch gerne noch heute Ohrfeigen etc.seiner Mutter entgegen. (sagt er wenigstens)

topas hat geschrieben:und ich war dankbar.
Langsam dämmerte es mir aber, das das nicht wirklich viel ist.
Wenn ich wochenende von arbeit kamm sah die wohnung aus wie ein schweinestall. Auf meine frage antwortete er, er sei müde und außerdem dachte er ich wolle das machen! Hallo?
Jetzt habe ich mir eine liste gemacht wer wann was im haushalt macht. Um MIR selbst zu beweisen und mir klar zu machen es gibt nichts wofür ich ihn dankbar sein muß.
Ist das auch schon wieder Co?
Ich denke ich versuche mir einfach noch mehr gründe zu geben um endlich zu gehen.
Bei uns sieht es teilweise immer noch so aus. Ich halte mich zurück, mache mir meinen Platz schön (das WZ) um den Rest lasse ich ihn sich kümmern, schliesslich gehe ich arbeiten und er nicht und wenn man die "übliche" Rollenverteilung zu Hilfe nimmt, ergibt sich für mich, dass er wenigstens seinen Dreck, den er gemacht hat, selber wieder wegräumt. Das ist meist in der Küche der Fall, da ich so gut wie nicht koche. Allerdings raste ich dann manchaml regelrecht aus, wenn ich erst mal einen Topf spülen muss, um überhaupt damit anfangen zu können, wenn ich mal koche. Ist falsch, ich weiss, aber so ganz kann ich es noch nicht verhindern und er muss ja auch was tun im Haushalt, wenn ich schon einkaufe (mache ich aber auch gerne und er kann das Geld fürs Brot nicht in Alk umwandeln), Wäsche wasche, Kind zur Schule bringe, etc.

topas hat geschrieben:Gruß
Topas
Dir auch einen lieben Gruss und viel Kraft dalass.

Sultanine

topas
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Beitrag von topas » 31.01.2012, 11:59

mein mann hat messiveranlagung!
Ich habe mal versucht alles liegen zu lasse als er mal wieder keinen job hatte. Ich konnte mich teilweise nur noch in gängen durch die wohnung bewegen...
Wenn ich den müll nicht runtebringe wirds echt unangenehm.
Und wenn ich nicht sauber mache und seine mutter schlägt hier auf heißt es sie muß bei uns putzen und ich bin eine S. das ihr goldjunge zu hause ist und ich zeitweise bis zu 60 stunden in der Woche gearbeitet habe war völlig uninteressant.
Aber wenn er hundehaare von meiner maus findet regt er sich auf...
Ich kann auch in solch einen dreck nicht leben
Müßte ich auch nicht wenn ich endlich in die gänge kommen würde.
Langsam habe ich aber das gefühl ich schwimme mich frei.
Ich denke auch nicht mehr ich tue mir das an weil ich ihn noch liebe. Das gefühl ist weg. Zu oft bin ich enttäuscht worden. Zu oft belügt, angeschrien, geschlagen und gedemütigt worden.
Das kann keine liebe sein. Das ist krank.
Ich habe das gefühl langsam aufzuwachen... Und mit einmal reibe ich meine augen und sehe klarer was mit mir und um mich herum passiert...

Liebe Grüße
Topas

Sultanine
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Beitrag von Sultanine » 31.01.2012, 12:17

Es ist erschreckend, wie sehr sich das alles gleicht. Ich sehe mich, als ob du mir einen Spiegel vorhälts. Es wird Zeit, etwas zu tun, für uns.

Liebe Grüsse
Sultanine

Speranza
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Beitrag von Speranza » 31.01.2012, 12:46

Hallo topas!

Die Geschichten gleichen sich und man kann wenn man liest viel Vertrautes entdecken.
Er hat mir immer eingeredet, ich mußte dankbar sein was er alles für mich tut. und ich war dankbar.
Langsam dämmerte es mir aber, das das nicht wirklich viel ist.
Wenn ich wochenende von arbeit kamm sah die wohnung aus wie ein schweinestall. Auf meine frage antwortete er, er sei müde und außerdem dachte er ich wolle das machen! Hallo?
Na klar das kenne ich auch und es hat mich besonders wütend gemacht. Ich habe dann immer gesagt du brauchst nichts für mich zu tun wenn du etwas tust dann halte es mir nicht vor.

Haushalt war auch ein ewiges Streitthema ich wollte doch nur dass er seinen Dreck wegmachte aber er war ja immer der Meinung dass der Haushalt mein Ding ist :twisted:
Jetzt habe ich mir eine liste gemacht wer wann was im haushalt macht. Um MIR selbst zu beweisen und mir klar zu machen es gibt nichts wofür ich ihn dankbar sein muß.
Ist das auch schon wieder Co?
Ja das ist es denn du musst dir nichts beweisen nur weil er dir Vorwürfe macht. Schon gar nicht musst du ihm für irgendetwas dankbar sein, das ist Manipulation seinerseits.

Aus meiner Erfahrung heraus solltest du nur das machen was du für richtig hältst was er denkt oder sagt ist nicht mehr dein Ding.

Liebe Grüsse
Speranza

Melinak
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Beitrag von Melinak » 31.01.2012, 13:07

liebe topas
Ich träume von einer kleinen Wohnung für mich und meinen süßen kleinen hund.
Irgendwann bin ich hoffentlich so weit diesen schritt zu gehen.
halte daran fest. träume geben einem kraft und lassen einem das dann realisieren. wenn das dein traum ist, dann versuche alles dafür mögliche zu tun das der sich realisiert. da geht es lang .

sicher ist das erzählen von dem was gewesen ist am anfang eine erleichterung. hier kannst du deine situation wiedergeben. vergiss dich dabei selbst nicht zu sehen. das find ich eben immer sehr wichtig. den traum vor augen zu haben. denn im grunde ist es das worum es geht. um dich und dein leben, deinen traum unabhängig und frei von ihm, seinen vorhaltungen, versprechungen, usw......zu realisieren

ich grüße dich
melanie

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