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Mein leben heute

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit

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Melinak
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Mein leben heute

Beitrag von Melinak » 19.03.2012, 12:53

hallo

ich eröffne nun einen neuen tread für mich. mein erleben, mein tag das leben das ich lebe inzwischen. was ich mir erarbeitet habe , wie es mir heute geht nach meiner ganzen aufarbeitungszeit. es soll das wiedergeben was ich heut erlebe, wie ich es erlebe drei jahre nach eröffnung meines ersten treads hier im forum.das ich was bewegt habe in mir und sich einiges geändert hat in meinem leben und mir mut machen soll zu lesen das ich inzwischen recht frei und unabhängig lebe.

es geht mir hier nicht um diskussionen. mir geht es hier um erleben. mich erleben und das erleben von mir mit anderen. ein austausch von erfahrungen fern ab von du musst dich ändern. denn geändert hab ich vieles die letzten drei jahre und heute steh ich da und kann mich selbst so annehmen wie ich bin. es soll mir hier dienlich sein zur selbstrefflektion die mir immer wichtig ist um bei mir zu bleiben.

melanie

Melinak
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Beitrag von Melinak » 19.03.2012, 13:43

so nun beginne ich damit zu berichten das ich in der letzten zeit sehr angespannt bin. das ich durch die finanzielle situation momentan sehr in sorge bin. ich froh bin zur beratung zu gehen und doch ein sehr unangenehmes gefühl in mir steckt was mich zeitweise auch belastet.

träume kommen hoch. ich träumte heut nacht wie folgt in den letzten wochen von einem umzug in eine WG mit meinem ex mann. ich wache morgens auf und bin wie gerädert fühle mich unwohl und bin schlecht gelaunt.

ich schliesse nicht aus das die finanzielle missere damit zusammen hängt, da ich schlussendlich ja auch durch die trennung und die vielen schulden die da übrig geblieben sind für mich heute immernoch am kämpfen bin. unterhalt bekomm ich nur ein drittel von dem was mir zustaht.ich ertappe mich häufig sehr wütend auf meinen ex mann zu werden wenn ich daran denke und damit konfrontiert werde. 10 jahre nach trennung hänge ich zumindest finanziell immernoch mit drin obwohl mir dieser mensch einen fünfstelligen betrag schuldet.alles versoffen.das mich das doppelt trifft weils auch die kinder trifft macht mich sauer.sauer deshalb weil dieser mensch inzwischen in einer beziehung lebt und dort finanziell gestützt wird und sogar inzwischen in urlaube fährt und sich nicht mal weihnachten oder geburtstage den kindern was zusteuert. ich versteh das nicht. es lässt mich nicht kalt.es ärgert mich so viel verantwortungslosigkeit

dann kommen mir die gedanken zu egoismus wieder hoch. egoismus ist ne feine sache. sich aber nicht seiner verantwortung zu stellen und einfach so seinem suff nachgehen mit der neuen co leben zu führen grenzt bei mir schon an unverschämtheit.

alkoholismus als krankheit dann wiederum zu sehen um die schuldfrage dann wieder zu relativieren schaff ich nicht.ich steh da und fühl mich ausgenutzt, gnadenlos ausgenutzt.da bekomm ich die kurve nicht. es ist und bleibt ein übel, da kann ichs noch versuchen iregndwie schön reden zu wollen und ihm da was ab zu nehmen das gelingt mir nicht. nicht mal mit all dem wissen über alkoholismus. wie soll ein angehöriger blos damit umgehen wenn er seine ganze existenz ruhiniert bekommen hat und nun dasteht, versucht was zu ändern und selbst nicht raus kommen kann weils unmöglich ist.

soll ichs so lassen? ich möchte mich beruhigen und schaffe mir nun das was mir zusteht. ich will frei sein von dem ganzen.

wer einen alkoholiker als partner hatte und mit ihm kinder, der hat hinterher noch jahre damit klar zu kommen. mit der ganzen situation.

auch die kinder momentan wieder in gesprächen mit mir über ihr gefühl zum vater. mien grosser brach in der schule in tränen aus weil er an einer prüfung vom vater hätte erzählen sollen auf englisch. gut hat ers gemacht es dann hinterher mit den lehren zu besprechen und zu sagen das ihm das alles sehr belastet.auch der kleine kommt immer wieder. ich erzähle ihnen was los ist und versuche dabei meine wut auf ihn nicht all zu sehr rüber zu bringen. doch merken die sehr schnell das ich sauer bin. auch solche gspräche können mich belasten. es ist wie ein strudel der mal mehr mal weniger ihn wieder mit ins leben rein bringt.gerade jetzt wo ich ihn selbst nicht mehr begegne und abstand zu ihm habe macht mich das wieder ziemlich mürbe und verletzbar und ich spüre diese hilflosikeit in mir. es hört nie auf hab ichs gefühl.selbst wenn ich auf mich achte und schaue und mich frei fühle es kommt doch ab und an wieder zu mir zurück wie ein bummerang den ich nicht haben will.

melanie

silberkralle
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Beitrag von silberkralle » 19.03.2012, 14:16

glück auf melanie
Melinak hat geschrieben: es kommt doch ab und an wieder zu mir zurück wie ein bummerang den ich nicht haben will.
wenn n bummerang fortgeworfen wird kommt er immer wieder zurück. die einzige möglichkeit so n ding loszuwerden is: liegenlassen und weggehen.

schöne zeit

:D
matthias

Melinak
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Beitrag von Melinak » 19.03.2012, 17:08

lieber matthias,
wenn n bummerang fortgeworfen wird kommt er immer wieder zurück. die einzige möglichkeit so n ding loszuwerden is: liegenlassen und weggehen.
bedeutet für mich das liegen lassen also nicht mehr mit den kindern reden, ihnen nicht mehr zuhören und weggehen?sie allein zu lassen mit ihrem schmerz?

weisst du wenns NUR MICH ALLEIN betreffen würde dann würd ich das ganze einfach ignorieren. wär mir persönlich auch egal. die kinder sind nun noch keine erwachsenen menschen mit 12,14 und 17 möchte ich einfach so mit ihren problemen allein stehen lassen. wären die schon wesendlich äter dann wärs nicht mehr meine aufgabe als mutter mich darum zu kümmern.aber so kann ichs echt nicht verantworten mich da dann um gespräche und unangenehme fragen zu drücken.

ich denke nie von mir aus selbst an den vater der kinder. ihn vergesse ich im alltag inzwischen vollkommen. nur eben wenns an mich ran getragen wird ist er wieder da.

es ist so wie es ist ich weiss auch das mich das so schnell emmozional nicht loslassen wird. handeln tu ich so wie es mir gut tut, doch bei den kindern ist das thema am schmerzlichsten für mich.

ich war sehr froh das der grosse sich selbst bei den lehrern ausgesprochen hatte und mich da aussen vor lassen hatte. ich bekam von ihm nur die info. er will auch wie ich nicht drüber reden sagt er es tut ihm einfach zu dolle weh. doch hab ich gedanken dazu wie lange der junge das für sich behalten will was in ihm los ist, denn ich weiss etwas zu verdrängen und weg zu schieben kann einem später wie der blitz treffen. da es mein kind ist und ich dieses kind auch sehr liebe ist meine sorge da. doch irgendwie scheint er ja sich hilfe wo anderst geholt zu haben, bei der lehrerin. das ist entlastend für mich.



die schulden nicht mehr weiter ab zu zahlen?

bei den schulden siehts anderst aus. ich geh in die inso. da werd ich so handeln. meine beraterin hat mir allerdings im gespräch auch schon auf den kopf hin gesagt mein verhalten wäre auch hier das einer süchtigen. wo sie recht hat hat sie recht. ich habe so vieles aufgehoben, weggeschoben. oder wiederum da verantwortung übernommen wo ich sie nicht hatte, seins gezahlt um ruhe zu haben.dann zudem hab ich mich beim ausgen total zurückgehalten und zurückgehalten. wenn dann mal wieder ne zeit gab wo es gut aussah hab ich dann zugeschlagen und gezahlt. den gläubigern gegenüber war ich brav und artig und hab immer fein bezahlt. bezaht habe ich aber leider immer nur den anwalt, die versicherung aber nicht die schuld an sich.so kommt eins zum anderen. ich steig nun da aus.ich kann nicht mehr zahlen und ich hab inzwischen erkannt, durch die beratung, das ich ein recht habe auf mein einkommen und lernen kann mit dem was ich habe aus zu kommen.

der bummerang der immer wieder kommt bedeutet für mich einfach auch ein trigger. trigger die ich in situationen habe wie die wenn ich mit den kindern spreche oder wenn ich eben das mit den finanzen gerade mache.

ich lerne gerade mich nicht verrückt zu machen, zwischendurch gelingt mir das schon gut. da kommen dann solche träume nachts.


wenn ich neue leute kennen lerne. ich will ja überhaupt nicht darüber reden. aber allein schon die aussage ich bin alleinerziehend erinnert mich daran das ich mal verheiratet war.dann kommen die fragen und ich merke förmlich das ich ausweiche und keine antworten geben mag.ich mag nicht.

trotzdem komm ich häufig dann gar nicht drum rum zu erzählen, denn es ist ja auch teil meiner geschichte.ignorieren ist ja auch nicht gesund unds in mich rein fressen.

ich hatte schon zeiten da konnt ich erzählen da pieksete mich das nicht an. da hab ich mit ihm keinen kontakt gehabt und konnt das mit den finanzen auch iregendwie wegschieben innerlich. jetzt platzt wohl wieder ne innere bombe.

bei allem was ich hier immer wieder lese mit öffnung annäherung an die person zeigt sich meine erfahrung jeh weiter weg der mann ist, jeh weniger ich von ihm höre um so besser geht es mir. nur kann ich meinem umfeld momentan dieses nicht verübeln mit mir über diesen mann zu reden. gespräche kann ich kurz halten. den kindern ne schulter zum anlehnen bieten und schauen das wenn sie jemanden intensiver zum reden brauchen sich an den sozialarbeiter sich zu wenden.

ich hoffe wenn die inso am laufen ist das ich dann innerlich zur ruhe komme.unter umständen schafft die grad mächtig wieder die alten dinge auf zu schütteln.aufrütteln und schütteln ist ja auch nicht schlecht so kommt wieder mal neues rein und altes geht raus. ich lerne fleissig weiter.

gruß
melanie

Melinak
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Beitrag von Melinak » 19.03.2012, 17:25

ahh ich hab noch was dazu.

in therapie sagte mir die therapeutin ich solle mich öffnen und kontakte zulassen die mir wichtig sind. den zur mutter, zum vater, eventuell der kinder wegen den zum vater der kinder. da schöne momente zu leben wären eine bereicherung. durch das mauern würd ich mir den rest meines lebens diese schönen momente mit diesen menschen verhindern.

ich bin mir genau an dieser aussage immernoch nicht sicher ob das unter umständen nicht eher besser ist da mauern hoch zu ziehen und auf diese schönen momente zu verzichten wenn die mich triggern und mich wieder die trauer spüren lassen wie schöns doch wäre wenn die sucht nicht wäre.

hier sitze ich mächtig im zwiespalt mit meiner inneren zerrissenheit die ich habe.

meine mutter kommt grad auch wieder mehr auf mich zu. da november, dezember durch weihnachten jannuar märz dies jahr april also ostern ja irgendwie immer anlass sind hier rein zu schneien und den kindern was zu schenken. wenn ostern vorbei ist kehrt da auch wieder ruhe ein. ostern hat sie vorgeschlagen zusammen was kochen. da weihnachten schon sehr schön war hab ich zugesagt. es sind schöne momente mit den eltern. wenn da dieser schmerz nicht hinter der ecke stehen würde. es ist so verdammt schwierig.

im moment würd ich zum mond ziehen, mir dort ein haus bauen und dort oben für mich allein leben wollen.
gruß
melanie

co-la
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Beitrag von co-la » 20.03.2012, 03:25

Hallo Melinak

Schön dass der Kontakt zu deiner mutter (wieder) da ist. Du hattest in meinem Thread geschrieben dass du zur Trennung keine Hilfe von deinen Eltern hattest. Hut ab was du schon Geschaft hast.

Vielleicht hilft zu wissen dass du mit deinen gedanken nicht allein bist. Mich hat gerade der Albtraum aufgeweckt meinen Traum von Familie verloren zu haben. In meinem Bekanntenkreis gab es hauptsaechlich "intakte" familien. Geblieben ist der kontakt zu denen die ein "Schicksal" mit sich tragen. Die anderen sind meist so "sprachlos" dass sich der kontakt erledigt.

Bis zum Mond wollte ich noch nie nur auf eine Insel vorzugsweise in der Südsee mit passender Yacht dazu. Auf den Mond wünsch ich meine Frau dann könnte ich mit den Kinder an der Zukunft bauen und irgendwann würden die Erinnerungen verblassen.
Nur die Realität sieht so aus wie du sie beschreibst und vom großen Traum bleiben ganz kleine traeumchen. Ich drueck dir die Daumen für deine inso.

Melinak
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Beitrag von Melinak » 20.03.2012, 07:06

lieber co_la

was ich geschafft habe zu schauen was ist mein anteil und was ist der anteil der anderen. das jedem sein päckchen zu zu teilen. das hat mir sehr viel last abgenommen. dennoch ist es nicht schön zu erleben wie sich diese menschen ihrer sucht hingeben

was ich geschafft habe das ich mir sagen kann lass sie saufen ist ihr recht.

was ich geschafft habe ist das ich mich nicht mehr schuldig fühle.

was ich geschafft habe ist mein eigenes leben auf zu bauen und unabhängig von deren handlungen, aussagen und erwartungen an mich mein leben zu leben und mich von ihnen nicht mehr leiten lasse.

auch hab ich geschafft mein mitleid das ich hatte an zu schauen und mir zu sagen damit tu ich mir keinen gefallen , das bringt mich dazu zu handeln. handeln im sinne von helfen wollen. nein auch das hab ich geschafft es nicht mehr zu tun und dazu nein zu sagen wenn ich nicht will.

das das gesammte um mich rum nicht das ist was im allgemeinen als intakte familie gild und ich damit ab und an auch meine schwierigkeiten habe es an zu nehmen.wenn ich die anderen familien anschaue und erzählt bekomme wie harmonisch es ist und wie da einer für den anderen da ist und sich gegenseitig hilfe gibt dann kommen mir schon noch traurige gefühle hoch. der wunsch ist glaube ich ein berechtigter. die akzeptanz es nicht zu haben eine möglichkeit das dann zu leben. die trauer zu spüren und auch zuzulassen und dazu zu stehen das hab ich auch gelernt.weils einfach auch traurig ist und man sich das nicht schönreden kann.es ist traurig.

den kontakt zur mutter auf zu bauen und zu zu lassen war mein inneres bedürfnis. ich hab da auch sehr aufgepasst warum ich das will. nicht weil sie mir leid tut. auch nicht weil ich ihr helfen will. das ist nicht der grund. nicht weil eine coabhängikeit besteht. der grund icst das es die mutter ist, eine frau die ich liebe und annehme wie sie ist auch mit ihrer alkoholsucht.das ich sie respektiere. das ich handlungsfähig bin und gehen kann wenn ich in mir spüre jetzt kommt der co vorbei und lässt mich was tun was ich nicht will. auch das kann ich wieder, weil ich mich wahrnehmen kann und auch nach mir schauen kann das der kontakt mir gut tut und nicht schadet.es ist ein ganz leichtes mich annähern und öffnen weil es mir wichtig ist.

die pause dazwischen und klarstellung der positionen , wo ich stehe,was ich leisten kann wer ich bin den wir vor ein zwei jahren hatten hat einiges auch bei ihr bewirkt. sie fordert nicht mehr.irgendwie hat es diesen bums damals gebraucht das die eltern erkannten das sie es mit einer erwachsenen person zu tun haben die eigenständig denkt und lebt und nicht dafür da ist ihr leben zu organisieren.

es hat sich viel verändert danke dir für den hinweis.

das es bei dir im moment noch sehr schwer sein muss kann ich nach vollziehen. ich stand nach der trennung unter schock. aber es ging weiter, mein leben. ich denke es ging viel besser weiter. wär ich geblieben ich weiss nicht wo ich jetzt stünde.das will ich mir nicht vorstellen das wär mir zu grausam. das eben auch meine träumerei. ein verarbeiten. ich freu mich ja jetzt wie es ist, selbst wenns so schwierig ist momentan gehts mir im alltag recht gut. ich möchte einfach wieder schauen das ich mehr auf mich achte und spüre gerade zwar die anspannung komm aber sehr schwer in die entspannung rein. da mir wieder mehr zuwendung geben.ruhe geben und nicht das weglaufen praktizieren.

gruß
melanie

Melinak
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Beitrag von Melinak » 20.03.2012, 07:11

hallo
es ist ein ganz leichtes mich annähern und öffnen weil es mir wichtig ist.
der satz ist mal wieder super und fällt mir auf.denn der sinn ist anderst wie er zu lesen ist.schreiben ist manchmal echt nicht einfach. es ist nicht leicht mich an zu nähern. es ist ein annähern das ganz vorsichtig sanft und leicht ist.

melanie

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