Startseite - PortalHilfsangebote der SuchthilfeSelbsthilfeforumInformationen zur Suchthilfe

jammern und wehklagen

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit

Moderator: Moderatoren

Melinak
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 5164
Registriert: 10.12.2008, 17:48

jammern und wehklagen

Beitrag von Melinak » 03.04.2012, 14:13

hallo zusammen,

nun beim jammern fällt mir auf, das ich viele jahre nicht gejammert habe sondern ertragen hatte. erst als mir bewusst wurde, was ich tat fing ich an zu begreifen. mein jammern darüber was das mich begreifen und mein leid das ich hatte auszusprechen hat mir unendlich gut getan.

mal hin zu sitzen und zu weinen und zu jammern um dann mich wieder aufzurichten und zu sagen, aus dem leid will ich raus, da will ich nie mehr hin.

mal los zu werden WAS ich alles ERTRAGEN hatte zu erzählen war ein ganz wichtiger part in meiner aufarbeitung. dabei SICH zu sehen und bei sich zu bleiben wiederum eine erkenntnis die ich später erst bekam.aller anfang ist schwer und jede/r der hier her kommt und anfängt zu schreiben beginnt erstmal zu erzählen das ist schritt eins. das das erstmal gut tut ist doch toll. den zweiten schritt, sich zu erkennen kann keiner hier erwarten.denn nach eins kommt zwei und nicht anderstrum.

ich persönlich begreife erstmals das jammern und wehklagen auch ein wichtiger part im leben eines menschen ist und genauso seine berechtigung wie freude und zuversicht.

denn wie oft kommen wir in den bereich rein "jammer nicht, mach weiter" und nehmen uns in der ganzen situation nicht mehr selber wahr. ich selbst spring dafon ab so zu denken. wenns mir schlecht geht jammer ich. tut mir was gut freu ich mich. so finde ich zu meiner mitte und kann mich wieder als mensch mit der gesammtheit meiner ganzen emmozionalität und eigenschaften die ich habe auch annehmen und akzeptieren.

gruß
melanie

Hartmut
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 14468
Registriert: 13.02.2007, 22:21

Beitrag von Hartmut » 03.04.2012, 15:26

Hallo melanie

bezieht sich der Thread Titel nur auf die CO Krankheit?
nun beim jammern fällt mir auf, das ich viele jahre nicht gejammert habe sondern ertragen hatte.
hast dich nie darüber beklagt das dein EX sauft bei anderen ? Oder hast dich nie entschuldigt, das er besoffen etwas gemacht hatte um dich damit wi9eder ins rechte Bild zu stellen?

Was ist den Jammern für dich ?

Gruß Hartmut

Melinak
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 5164
Registriert: 10.12.2008, 17:48

Beitrag von Melinak » 03.04.2012, 16:05

lieber hartmut,
hast dich nie darüber beklagt das dein EX sauft bei anderen ? Oder hast dich nie entschuldigt, das er besoffen etwas gemacht hatte um dich damit wi9eder ins rechte Bild zu stellen?
ichhab mich bei anderen nie beklagt das er säuft wärend der zeit wo ich noch mit ihm zusammen war. eher noch ihn in schutz genommen ( er trink manchmal zu viel wei er sehr hart arbeiten muss)wenn mich andere darauf angesprochen hatten. entschuldigt hab ich mich für sein verhalten nicht, da stand ich dann schon da und sagte das alkohol wohl dafür verantwortlich ist.ihn selbst hae ich vorgeworfen das er säuft und auch für sein für mich dummes verhalten verantwortlich gemacht wenn er mal wieder lautstark auf andere los ist und fast anfing zu prügeln bin ich dazwischen geganagn und hab ich raus gezogen ihn aber dann auch gesagt was ich von seiner sauferei halte.
Was ist den Jammern für dich ?
oben im ersten beitrag steht ja drin was ich unter jammern verstehe.:wink:

gruß
melanie

Hartmut
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 14468
Registriert: 13.02.2007, 22:21

Beitrag von Hartmut » 03.04.2012, 16:21

Hallo melanie

ich bin ein einfacher Mensch , der mit weniger Worte besser zurechtkommt wie in den vielen , hinter der man(N) und Frau sich so schön verstecken oder immer wieder anders interpretieren kann :-)

Deswegen habe ich nicht verstanden was Jammer bei dir ist. Jammern bedeutet für mich mein Herzleid nach außen zu tragen . Nur welches Maß ist nun der Sucht geschuldet und welches dem normal gesunden menschlichen Verhaltens?

Gruß Hartmut

Melinak
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 5164
Registriert: 10.12.2008, 17:48

Beitrag von Melinak » 03.04.2012, 17:03

lieber hartmut,
ich bin ein wortgewannter mensch. benutze gern und viele worte, die weder den hintergrund habe mich zu verstecken sonderen eher den des mich verständigen könnens.

klartext nun für die die einfache worte sprechen.auch das kann ich:

jammern bedeutet für mich das was ich an schmerzen in mir trage dem daneren mit zu teilen.

gruß
melanie

Speranza
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 1208
Registriert: 27.09.2011, 15:18
Geschlecht: Weiblich
Alkoholiker/in oder Angehörige/EKA: Angehörige

Beitrag von Speranza » 03.04.2012, 18:23

Hallo Melanie!

Das Wort "Jammern" kommt bei mir eher negativ an, ich selber jammere auch nicht. Ich beklage einen Zustand den ich unerträglich finde oder ich weine darüber aber nicht immer über den gleichen Zustand und meistens ohne andere Menschen miteinzubeziehen. Wenn man es mir ansieht dass ich Kummer habe und ich werde darauf angesprochen bin ich aber recht offen, versuche aber sachlich zu bleiben.

Unter jammern würde ich jemanden verstehen der zwar immer wieder lauthals sein Leid schildert aber trotzdem nichts ändern möchte und versucht mich als Klagemauer zu benutzen. Bei mir kommt das so an dass er mein Mitleid erregen möchte damit ich etwas für ihn tun soll.

Wenn ich das Gefühl habe es kann mir kein anderer helfen versuche ich mein Problem alleine zu lösen.

Ich kann trotzdem sehr gut zuhören wenn jemand Kummer hat und es mir erzählen möchte, manchmal tut es auch gut einfach nur sein Herz auszuschütten.

Liebe Grüsse
Speranza

Melinak
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 5164
Registriert: 10.12.2008, 17:48

Beitrag von Melinak » 03.04.2012, 19:23

liebe speranza,

was du schreibst ist deine ureigene bewertung des wortes jammerns.

in der gramatik steht jammern unter sein leid klagen, laut seuftzen stöhnen oder seiner unzufriedenheit über jemanden oder eine situation kund tun. unter gehobenen jammern find ich dann jemandens mitleid erregen oder jemanden im innersten leid tun.

mir tut es wirklich gut mir diese worte dann mal ohne bewertungen an zu schauen. denn dann bemerke ich in vielen worten meine unbewusste haltung zu einem wort, ausdruck um daran dann für mich und meiner emmozionalität oder wie hier das jammern ohne negativ bewertung dann auch aus leben zu können. da jammern auch eines dieser negativ besetzen worte sind hab ich mir angewöhnt diese bewertung weg zu lassen und zum beispiel wenns mir danach ist auch mal zu jammern.

:wink:

ich bin selbst ja kein mensch der nichts unternimmt um diesen zustand zu ändern.

da jammern durch mitleid eregen ja auch gut tun kann bleiben häufig menschen im jammern fest hängen weil sie merken sie bekommen aufmerksamkeit. nur wie lange wenns immer das gleiche ist? sicher nicht ewig und spätestens dann, wenn keiner mehr zuhört kann der,der jammert erkennen, das er was an seiner situation ändern kann. wenn er allein damit bleibt weil ihm andere nicht mehr zuhören und sagen du jammerst immer das gleiche unternimm was dagegen. :wink:

gruß
melanie

Speranza
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 1208
Registriert: 27.09.2011, 15:18
Geschlecht: Weiblich
Alkoholiker/in oder Angehörige/EKA: Angehörige

Beitrag von Speranza » 03.04.2012, 19:46

Hallo Melanie!
was du schreibst ist deine ureigene bewertung des wortes jammerns.
Ja natürlich ist das meine ureigene Bewertung ich schreibe wie das Wort "jammern" bei mir ankommt und was es bei mir auslöst :wink:
Es geht doch um meine eigene Ansicht oder Bewertung?

Was ein anderer mit dem Wort "Jammern" anfängt oder wie er es auslegt ist nicht mein Ding ich gestehe es ihm ja zu anders darüber zu denken.

Ich möchte dieses Wort auch nicht analysieren oder dahinterschauen denn es gibt genug andere Worte die ich statt "jammern" benutzen kann.

Liebe Grüsse
Speranza

Antworten