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jammern und wehklagen

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit

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Melinak
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Beitrag von Melinak » 03.04.2012, 21:06

hallo speranza,

nun ja im grunde stimmt das sehr wohl.ich lass dir deins.

nur wunder ich mich nicht mehr warum manche leute explodieren wenn sie bestimmte worte hören wo andere ruhig bleiben können und sich denken was ist da los. es geht um austausch und um bewusst sein. genau das sind die bewussten kommunikationsmissverständnisse die passieren können und warums immer wieder um missverständnisse kommen kann.

jeder wie er will, mir ists persönlich lieber ich schau das genauer an um auch verständnis dafür zu bekommen.es geht dabei weniger um analyse sondern ein verstehen meiner reaktion bei bestimmten worten das ich dann wiederum empfänglich werde für veränderungen die mir das leben erleichtern können.

denn ich hüpf heut schon lange nimmer so an die decke wie früher wenn schlüsselworte mich erreichen die ich negativ bewertet habe und vom gegenüber so nicht geäussert wurden weil er mir was mitteilte. mir half es.das gehört für mich in den bereich achtsamkeit und mich um meine dinge kümmern um mein leben zu erleichtern. ich merke es wirkt schon sehr gut und die arbeit lohnt sich für mich, ich werde ruhiger in mir drin.

das ist auch lediglich eine mitteilung an dich wie ich damit umgehe und was mich bewegt. was du mitnimmst ist und bleibt dir überlassen.

gruß
melanie

Speranza
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Beitrag von Speranza » 03.04.2012, 22:43

Hallo Melanie!
das ist auch lediglich eine mitteilung an dich wie ich damit umgehe und was mich bewegt. was du mitnimmst ist und bleibt dir überlassen.
Das trifft es auf den Punkt ich teile auch lediglich etwas mit und lerne gewisse Antworten nicht als Angriff auf meine Person zu bewerten.

Da ich ein eher ruhiger Mensch bin gelingt mir das relativ schnell. Ich hinterfrage höchstens warum mich ein Wort oder ein Satz aufregt, manchmal kann ich es mir erklären, manchmal nicht aber das ist auch mein eigenes Problem.

Liebe Grüsse
Speranza

Melinak
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Beitrag von Melinak » 04.04.2012, 11:27

hallo zusammen,

heut in einer unterhaltung mit einem betroffenen krebskranken ist mir was grundsätzliches aufgefallen, warum mich das thema jammern und wehklagen beschäftigt hat. da ich selbst ja vor drei jahren krebkrank war bin ich sehr erstaunt über die ruhe die dieser mensch ausstrahlt.ich selbst erinner mich an diese zeit zurück da hatte ich eine angst und panikstörung entwickelt.

nun gibt es im austausch darüber für mich sehr wohl die erkenntnis das ich viel sensibler bin, das ich vielleicht auch dadurch das ich drei kinder habe sehr darunter litt, das die kinder eventuell ohne mich leben müssten, wenn der krebs gestreäut hätte. im austausch über dieses thema habe ich bemerkt das jeder mensch unterschiedlich wahrnimmt und fühlt und dinge verarbeitet und ich konnte erleben das es mir weiter geholfen hatte. was er wirklich spürt weiss ich nicht. ich fand es allerdings faszinierend das wir da uns auch sehr gut austauschen konnten und er viel verständnis hatte für meine situation. er erllebt es ja jetzt noch extremer wie ich.

was ich damals frech fand waren aussagen von anderen, die nie krank waren zu behaupten, jammer nicht ist doch nichts passiert mach weiter wie erwartet.das konnt ich nicht nachvollzieren da provozierte mich solche aussage sehr. ich stand da und dachte mir: wenn du es selbst nie erlebt hast, dann gib nicht solche kommentare ab. denn erst wenn du es erlebt hast können wir darüber miteinander in den austausch gehen. dann kann ich das vielleicht von dir auch annehmen.

im übertragenen sinne seh ich das hier genauso. wer etwas nie selbst erlebt hatte der kann theoretisch dafon erzählen. wer es erlebt hat, kann sein erleben weiter geben. dennoch geht jeder mensch wiederum anderst mit situationen um. wichtig ist, das jeder mensch das recht hat das was er erlebt, wie er es erlebt wieder zu geben, weils einfach gut tut.

dafür verständnis auf zu bringen, zB jammern auch zu der aufarbeitung einer situation dazugehören kann, find ich sehr wichtig. ich weiss heute das ich diese sensibilität habe und das ich hier wiederum mehr darauf acht geben möchte das ich das bewusstsein darüber nicht verliere.

gruß
melanie

Diandra
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Beitrag von Diandra » 04.04.2012, 12:55

Hallo Melinak,

was ich damals frech fand waren aussagen von anderen, die nie krank waren zu behaupten, jammer nicht ist doch nichts passiert mach weiter wie erwartet.das konnt ich nicht nachvollzieren da provozierte mich solche aussage sehr. ich stand da und dachte mir: wenn du es selbst nie erlebt hast, dann gib nicht solche kommentare ab. denn erst wenn du es erlebt hast können wir darüber miteinander in den austausch gehen. dann kann ich das vielleicht von dir auch annehmen.
Frech war das ganz sicher nicht. Gestehe den Menschen zu, dass sie beim Thema Krebs recht hilflos sind. Man beschäftigt sich damit nicht, weil man davor Angst hat. Und man will darüber eigentlich nicht reden. Viele werden dann eben auch burschikos. Ehrlicher wäre natürlich sie würden sagen, ich bin damit überfordert und will über dieses Thema auch nicht reden.

Und mal hierzu:
lieber hartmut,
ich bin ein wortgewannter mensch. benutze gern und viele worte, die weder den hintergrund habe mich zu verstecken sonderen eher den des mich verständigen könnens.

klartext nun für die die einfache worte sprechen.auch das kann ich:

jammern bedeutet für mich das was ich an schmerzen in mir trage dem daneren mit zu teilen.
Mit all zu vielen gebrauchten Wörtern kann man jemanden auch "erschlagen". Man liest einfach nicht weiter, weil derjenige nicht auf den Punkt kommt. Das hat auch nichts mit wortgewandt zu tun. Wenn ich einen Roman lesen möchte, dann besorge ich mir ein Buch.

Und zum jammern:

Es ist wenig hilfreich, wenn die Quintessenz eines Dialoges zum Thema Jammern damit endet, das meins meins ist und Deins deins. Wenn wir damit anfangen dies jedesmal dann einzubringen, wenn wir nicht weiterkommen, dann hat sich die Selbsthilfe hier erledigt. Das ist kein Weiterkommen - das ist ein stagnieren.

Grüßle
Diandra

Speranza
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Beitrag von Speranza » 04.04.2012, 13:16

Hallo Melanie!
was ich damals frech fand waren aussagen von anderen, die nie krank waren zu behaupten, jammer nicht ist doch nichts passiert mach weiter wie erwartet.das konnt ich nicht nachvollzieren da provozierte mich solche aussage sehr. ich stand da und dachte mir: wenn du es selbst nie erlebt hast, dann gib nicht solche kommentare ab. denn erst wenn du es erlebt hast können wir darüber miteinander in den austausch gehen. dann kann ich das vielleicht von dir auch annehmen.
Ich würde es nicht als frech sondern als unsensibel oder hilflose Reaktion einordnen.

Aber wenn ich jemandem vorjammere der das noch nie erlebt hat muss ich mit solchen Reaktionen rechnen da er ja nicht in meiner Lage steckt und es nicht nachvollziehen kann.

Rein theoretisch müsste ich mir jetzt Leute suchen die das auch so erlebt haben und mich mit denen austauschen. Aber selbst da reagieren die Leute sehr verschieden, sagen vielleicht auch "Jammern bringt dich nicht weiter".

Um eben solche Reaktionen die mich ärgern oder sogar runterziehen verkneife ich mir das Jammern denn meine Erkrankung ist alleine meins und niemand kann sie mir abnehmen.

Liebe Grüsse
Speranza

Melinak
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Beitrag von Melinak » 04.04.2012, 13:44

liebe diarana,

.
Mit all zu vielen gebrauchten Wörtern kann man jemanden auch "erschlagen". Man liest einfach nicht weiter, weil derjenige nicht auf den Punkt kommt. Das hat auch nichts mit wortgewandt zu tun. Wenn ich einen Roman lesen möchte, dann besorge ich mir ein Buch.
nun ich möchte gern mit vielen worten darauf eingenen . wenn du nicht lesen magst, lieber ein buch kaufen magst ist das deins. es gibt tatsächlich andere menschen die lesen gerne. auffällig sind für MICH formulierungen mit man aussagen die versuchen zu suggerieren das alle das so sehen wie du.
Frech war das ganz sicher nicht. Gestehe den Menschen zu, dass sie beim Thema Krebs recht hilflos sind. Man beschäftigt sich damit nicht, weil man davor Angst hat. Und man will darüber eigentlich nicht reden. Viele werden dann eben auch burschikos. Ehrlicher wäre natürlich sie würden sagen, ich bin damit überfordert und will über dieses Thema auch nicht reden.
auch hier fällt MIR auf, man will nicht reden. wer ist man?

es war ein beispiel das ich aufschreibe um meine erkenntnisse und gedanken weiter zu führen.

retorisch formuliert :wenn MAN damit nicht klar kommt, darf MAN sich gern anderen themen und anderen austausch widmen in der form die EINEM zusagt.

und nun sag ichs dir dirrekt. wenn DU mit MEINEN themen nicht klar kommst dann lese sie doch nicht, ich zwing dich hier nicht mit ein zu bringen.

Es ist wenig hilfreich, wenn die Quintessenz eines Dialoges zum Thema Jammern damit endet, das meins meins ist und Deins deins. Wenn wir damit anfangen dies jedesmal dann einzubringen, wenn wir nicht weiterkommen, dann hat sich die Selbsthilfe hier erledigt. Das ist kein Weiterkommen - das ist ein stagnieren.
was verstehst du denn unter selbsthilfe denn dann wenn eigenes sich einbringen und mitteilen nicht form der selbsthilfe ist?

ich habe weder den eindruck von mir das ich nicht in der lage wäre mich ein zu bringen, noch den eindruck von mir das nur meins gild. erkenntnisse die mir hilfreich sind im umgangmit meinem leben brauch ich nicht zu hinterfragen, das steh ich dazu, da kommen von mir dann auch klare ansagen so mach ichs, so hilft mirs und punkt.

allerdinngs dränge zwinge ich mich hier keinem auf mir hier zu schreiben, keinem auf mich und meine ideen zu lesen, nichts in dieser richtung geht mich was an, wenn ich mich mitteile.wenn der tread hier ins leere laufen würde dann würde er ins leere laufen. doch es tauschen sich hier die menschen aus, also ist es kein stagnieren.

wie gesagt wenn dich persönlich meine gedanken nicht weiter bringen dann such den austausch wo anderst. da bleib ich bei mir da ist meins meins und punkt. das ändere ich nicht aufrgund des wunsches andere forenteilnehmer die da meinen da müsste ich was dran ändern um deren bedürfnisse wie zum beispiel kurz gefassten sätzen zu entsprechen. das ist meine persönlichkeit das bin ich.

was mir auffällt heir geht es wieder mal nicht um das thema an sich sondern nur darum mir mit zu teilen wie ich was zu tun habe, weil hartmut mir dazu was geschrieben und ich ihm geantwortet habe. warum springst du auf den zug auf? was bringt DICH das PERSÖNLICH weiter mir mit zu teilen das du lieber bücher liesst? mich bringt das kein stück weiter das ich das weiss.

in dem sinne wünsche ich mir einen austausch über das thema Jammern und wehklagen und solltest du dazu noch ideen haben bleibt es dir überlassen hier weiter in den austausch zu gehen. zum anderen thema würde ich dich höflich darum bitten zu schweigen, das es sicher nicht von interesse ist, was du von mir oder meiner art und weise des schreibens hällst.

gruß
melanie

dranbleiben
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Beitrag von dranbleiben » 04.04.2012, 13:57

Hallo liebe Melanie und alle Mitleser/Innen,

ich ertapp mich, dass ich manchmal in mich reinjammer - für mich - zuhause - und auch jetzt aktuell merk ich, dass mein Jammerpegel in mir steigt - und ich für mich Sorge treffen will - mir ein/mein Ventil zu suchen, meinen Jammer rauszubringen


Bin immer wieder empfänglich für den Jammer von ANDEREN - um selbst nicht jammern zu müssen oder meinen Jammer wegzudrücken -

Jammer - für mich auch eine Gefühlsmischung aus Angst - Verzweiflung - Hilflosigkeit - Oberhand meines inneren KINDES ???

Ich werd mal in mich gehn - meinen Jammer aktiv rauslassen - für mich -

Wie geh ich mit dem DauerJammern von meinem GEGENÜBER um ??? Permanentes Abgrenzen ist für mich sehr anstrengend -

Liebe Melanie, dieser Thread passt gerade zu meiner Hier u Jetzt Situation - danke für die Anregung - durch deinen Beitrag/die Beiträge, bei mir zu schauen - und aufzuräumen und mich freizujammern -

In diesem Sinne frohe Ostern ;-)))
Die WinterSonne

Melinak
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Beitrag von Melinak » 04.04.2012, 15:30

hallo zusammen,

"jammer nicht" scheit mir wohl eher der ausdruck von hilflosigkeit des mir gegenübers zu sein. aber auch die grenze des anderen die aufzeigen soll jetzt ist genug für mich. oder seht ihr das anders?

ich kann dann in dem fall dafon ausgehen das wenn mir jemand sagt "jammer doch nicht so" das der mir gegenüber eben nicht in der lage ist mir dabei weiter zu hören zu wollen oder zu können.seh ich das richtig?

gruß
melanie

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