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Weg aus dem Jammertal

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit
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Aiko
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Beitrag von Aiko » 13.07.2013, 21:43

Hallo girasol,

eigentlich ist es ein Witz, dass ICH IHM Geld leihen musste. Denn schließlich war ICH schwanger, habe ICH die Geburt und die Stillzeit gemeistert und ICH war schlimm krank im letzten Jahr und konnte aus all diesen Gründen nicht so viel arbeiten. Das ist doch irgendwie verkehrte Welt.

Zum Geld zurück legen:
Da bekommt der Spruch "Seine Schäfchen ins Trockene bringen" eine ganz neue Bedeutung! :lol:

girasole
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Beitrag von girasole » 14.07.2013, 20:24

Aiko hat geschrieben: Da bekommt der Spruch "Seine Schäfchen ins Trockene bringen" eine ganz neue Bedeutung! :lol:
Hehe, stimmt 8)

Wie, und trotz allem hast DU IHM Geld leihen "müssen"? Das hätte original mein XY sein können :roll:
Ich habe ihm nie was geliehen, aber er hat auch wie Deiner finanziell nichts auf die Reihe bekommen... Und wirst Du es schaffen, ihm das abzuschlagen, wenn er wieder fragt?
Der finanzielle Bereich war der einzige bei uns, wo ich mich nicht über den Tisch habe ziehen lassen.
Wahrsch. weil ich während des Studiums so bitterarm war, das prägt. Ich habe immer Angst, ins Hintertreffen zu geraten. Das war in dem Fall gut für mich.

Aiko
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Beitrag von Aiko » 05.01.2014, 11:06

Hallo Ihr Lieben,

hiie mal wieder eine Meldung von mir. Ich bin ja sonst im geschlossenen Bereich unterwegs und schreibe auch meistnicht so ganz viel, weil mein Alltag das einfach nicht zulässt.
Wir leben hier noch immer zu Dritt, allerdings haben mir die letzten Monate gezeigt, dass Änderungen sich so wie es jetzt ist, nur im Schneckentempo vollziehen.

Im nächsten Termin unserer Paarberatung (der letzte liegt wegen Krankheit etc. schon viele, viele Wochen zurück) wird es darum gehen wie wir unser Leben zukünftig gestalten. Ich möchte, dass er auszieht. Ähnlich wie Paddy spreche ich dabei nicht von Trennung, nur von räumlicher Trennung. Vor einem kompletten Schnitt habe ich noch zu große Angst.
Ich habe auch Angst vor dieser räumlichen Trennung, auf vielerlei Ebenen: Emotional, finanziell, Kräfte-mäßig, organisatorisch. Aber momentan denke ich auch, dass es, sollte es eine Chance für uns als Familie geben, dies die einzige ist. Denn so, wie es ist, kann es nicht bleiben. Da muss Bewegung rein.

Liebe Grüße an Euch alle, Aiko

girasole
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Beitrag von girasole » 05.01.2014, 16:35

Hallo Aiko,

schön, DIch zu lesen!
Sprecht ihr in der Paarberatung auch offeniv über die Sucht?
Ex und ich hatten damals auch eine gemacht. Ich sprach ganz deutlich über seine SUcht. Der Berater, ein älterer, irgendwie "weise" wirkender Mann sagte darauf: "Ganz egal wie, es wird ein sehr dornenreicher Weg".
Das sagte er insgesamt 2 Mal und immer schaute er dabei mich an.
Ich empfand das fast wie eine "geheime Botschaft" und es war mit ein Grund, warum ich mich trennte.
(Da ich selbst in der BEratung tätig bin, weiß ich, wie oft die Klienten nicht "hören wollen" und doch sooo gut daran täten!! Das habe ich in dem Fall mal umgedreht und mich als die beratungsresistente Klientin gesehen- und dann wollte ich mal nicht resistent sein, sondern dem Berater schlicht und einfach mal glauben. Schließlich ist er ja der Profi)
Hätte ich die SUcht nicht thematisiert und das Hauptproblem: "wie geht die ZUkunft weiter", sprich hätte ich es nicht gleich direkt auf den Punkt gebracht, hätten wir sicher noch lange rumeiern können dort.....
So war es nach nur dieser einen SItzung beendet. und hat mir dennoch sehr geholfen!

Ich wünsche DIr viel Kraft und Frieden!
Liebe Grüße
Girasole

PS: Meine chronische KRankheit brach erst aus, als ich mit Ex-XY zusammen war und wurde dann immer schlimmer.
Nach der Trennung nun geht es schrittweise besser.
Ich persönlich glaube fest, dass jede KRankheit besser wird, wenn man gut für sich sorgt!! 8)

Aiko
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Beitrag von Aiko » 05.01.2014, 18:00

Liebe girasole,

schön, Dich hier zu lesen, danke!

Ja die Sucht war von Anfang Thema. Ich habe sie für mich sogar als Hauptthema angegeben in der ersten Stunde.

Die Beraterin hat nach einer der ersten Stunden (3,4) mal gesagt, dass sie ab jetzt nur noch moderiert und nicht großartig berät, da XY (noch) nicht bereit für Veränderungen wäre.

Die chronische Erkrankung habe ich schon länger, nur die Diagnose habe ich erst kurz nach der Geburt unserer Tochter bekommen, weil ich da wieder einen schlimmeren Schub hatte. Das hängt auf jeden Fall mit Stress zusammen, sehe ich auch so.

Liebe Grüße, Aiko

Paddy
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Beitrag von Paddy » 08.01.2014, 14:48

Liebe Aiko, ein frohes neues Jahr wünsche ich Dir erst einmal und hoffe, dass es Dir auch wirklich positive Veränderung bringt. Ich habe eines hier gelernt im Forum. Wenn Du etwas verändern willst dann nur indem Du es schaffst hart und konsequent zu sein.
Mit gutem Willen und Hoffnung drehst Dich nur im Kreise und nichts passiert ausser dass man selber und der Partner immer tiefer sinken. Der Therapeut hat recht. Wie auch immer Du Dich entscheidest wird der Weg dornig sein und bringt viel schmerzen mit sich. Du kannst nur wählen, ob Du jetzt einen Trennungsschmerz auf Dich nimmst oder später die ganze Palette mit dem Alkoholismus. Die kannst Du ja hier nachlesen. Eigentlich ist das auch schon alles, was Du Dir vor Augen halten musst. Ich denke, dass Du mit Deiner Entscheidung , dass er ausziehen soll eine gute Wahl getroffen hast. Ich habe es ja auch so gemacht, dass ich eine räumliche Trennung gefordert hatte. Damit war ein klares NEIN zum Alkohol in MEINEM Leben ausgesprochen. Und vor allem auch in dem Leben meiner Kinder. Von da an durfte er nie mehr meine Wohnung mit einer Fahne betreten. Da war ich konsequent, bis heute. Da bin ich auch sehr stolz drauf. Wenn Dein Mann auf die Kinder aufpassen soll, dann lass es ihn auch nur ohne Alkohol tun. Daher rate ich Dir in dringenden Fällen, wo Du jemanden zuverlässiges brauchst dieses mit eine Babysitter oder Freunden zu organisieren. Das ist nicht schwer und du sparst Dir viel Ärger. Viele andere Mütter schaffen das auch so. Mir haben meine Kinder die Kraft gegeben das durchzuziehen. Ich wollte ihnen solch ein Leben nicht zumuten, Und das sehe ich bis heute so,d ass es die richtige Entscheidung war. Ich kann mir vorstellen, dass sogar dein Mann dann die Ernsthaftigkeit erkennt und vielleicht doch noch die Biege kriegt. Meiner steckte schon zu lange und zu tief drin und hat keine eigenen Willen etwas zu ändern. Da muss erst schlimmeres kommen. So sehe ich das. Aber das ist mir heute egal. Sein Bier. Wie man es so schön sagt.

girasole
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Beitrag von girasole » 08.01.2014, 15:21

Paddy hat geschrieben: Der Therapeut hat recht. Wie auch immer Du Dich entscheidest wird der Weg dornig sein und bringt viel schmerzen mit sich.
Hallo Paddy, das war mein Berater, der bezog sich damals aufs das Zusammenbleiben von XY und mir. Das würde, egal in welcher Form, ein dornenreicher Weg sein.

LG
Girasole

Aiko
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Beitrag von Aiko » 09.01.2014, 22:53

Liebe Paddy, vielen Dank für Deinen Besuch hier.

über diesen Satz bin ich beim mehrmaligen Lesen Deines Beitrags immer gestolpert:
Wenn Du etwas verändern willst dann nur indem Du es schaffst hart und konsequent zu sein.
Damit fühle ich mich ganz und gar nicht wohl. Ich bin ein konsequenter Mensch und ich bin auch oft hart – vor allem zu mir selbst. Und ehrlich gesagt: Ich möchte nicht mehr so hart und konsequent sein. Das klingt sehr anstregend und ist es auch.
Es geht hier um mich, nicht um XY – und mit mir möchte ich weich sein, voller Verständnis und Mitgefühl.

Gerade in dieser Konstellation mit einem alkoholkranken Menschen – hier bin ich die Strukturgebende, die Vernünftige, die die vermeintlich immer alles richtig macht - die Streberin. Will ich nicht mehr. Ich will mir Raum schaffen, in dem ich es mir auch erlaube Fehler zu machen. Zugebe, dass ich nicht immer alles besser kann. Das ich Hilfe brauche. (An-)Nehmen lernen.

Das XY nicht auf die Kleine aufpassen darf wenn er getrunken hat, das ist für mich selbstverständlich, da brauche ich keine Härte oder extra Konsequenz, das ergibt sich von selbst.

Ich habe jetzt verstanden, dass ICH wirklich NICHT helfen kann. Es ist SEIN Weg. Das heißt nicht, dass ich zunächst nicht auch immer wieder in alte Muster zurückfalle. Das ist ok. Ich sehe auch meine Entwicklung als Prozess und versuche da geduldig mit mir zu sein. Ob das Ganze mit Trennung endet, weiß ich noch nicht. Im Moment ist das nicht mein Weg, hier geht es erstmal nur um räumliche Trennung, darum unsere festgefahrene Struktur in Bewegung zu bringen. Und weil ich Ruhe will, mich auf mich selbst besinnen. Vielleicht macht er das dann ja auch. Vielleicht auch nicht. Das liegt nicht in meiner Hand.

Natürlich habe ich da Ängste, kann ja auch sein, dass es für ihn dann viel bequemer ist, mehr Freiheit zu haben. Vielleicht trennt ER sich von MIR. Ich nehme das in Kauf, ich halte diese Angst aus weil ich Veränderung will. Für mich.

Alles Liebe, Aiko

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