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Weg aus dem Jammertal

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit

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girasole
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Beitrag von girasole » 06.08.2014, 22:44

Hey aiko

das find ich ja super, dass du feministin bist :)
Ich kenn mich da viel zu wenig aus, um mich als eine zu bezeichnen. Finde es aber interessant und habe gar nichts dagegen!

Na dann passt das Buch ja um so besser zu dir ;)

Meine ausgabe ist von 2012, erschienen ist es ja 1991... ich nehme an, die kernaussage ist zeitlos und wird sich nicht sehr verändert haben.

lg
girasole

Aiko
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Beitrag von Aiko » 13.08.2014, 18:37

Hallo!

Ich bereite gedanklich meine neue Situation vor, plane die Wohnung neu, das macht mir richtig Spaß. Dennoch quälen mich in den letzten Tagen altbekannte Angstgefühle, – ist eben doch ein großer Umbruch gerade.

Liebe Grüße, Aiko

girasole
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Beitrag von girasole » 13.08.2014, 23:13

Liebe aiko,

das ist wirklich wahr. Ein großer Umbruch! Und das geht meist mit einigen Emotionen einher. Die sind auch völlig am platze! Angst, Trauer, Unsicherheit, Wut, aber auch Aufregung, Freude, stolz... all das und noch viel mehr kann kommen und darf auch sein.
Lass sie zu, nur versinke nicht darin.

ich wünsche dir ganz viel kraft und mut!!
Du weißt, dass es sich lohnt.

Ganz liebe grüße girasole

Aiko
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Beitrag von Aiko » 20.11.2014, 09:44

Hallo,

hier mal wieder eine Meldung aus der Versenkung (dem geschlossenen Bereich ;) ).

XY ist ausgezogen und mittlerweile habe ich mich getrennt weil es einfach nichts mehr bringt – außer Schäden für alle Beteiligten.

Er eiert weiterhin rum, trinkt wieder (wie er meint) "kontrolliert" und suhlt sich in Selbstmitleid.

Ich richte mir und unserer Tochter ein neues Leben ein, bastele an den Veränderungen in unserer Wohnung rum (ich habe teilweise renoviert, – brauchte dringend frischen Wind) und versuche meinen Weg zu finden.

Die Trennung ist noch recht frisch, war und ist sehr schmerzhaft für mich, aber doch eindeutig die bessere Wahl um nicht zu sagen: Die einzige Wahl. Kapitulation ist Hingabe an das Leben.

Wir haben natürlich wegen des Kindes stetig Kontakt, das macht es nicht einfacher. Auf der anderen Seite werden dadurch auch aufkommende Zweifel von mir wieder verwischt, da ich die Realität auch immer wieder zu sehen bekomme.

Er hat sich für seine große Liebe den Alkohol entschieden, ich habe mich für das Leben entschieden. Das passt halt nicht zusammen.

Liebe Grüße, Aiko

Aiko
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Beitrag von Aiko » 17.04.2015, 10:41

Hachja, das liest sich ja schön.

Tadaa! Hier bin ich wieder! Nicht so schön.

Der Einfachheit und der Vollständigkeit halber kopiere ich mal etwas hier hinein, dass ich in portugalbabys Fädchen schrieb:
Aiko hat geschrieben:Liebe pb,

hachja ... wenn man den letzten Eintrag meines Fädchens im offenen liest, liest es sich wirklich gut.

Ich habe mich getrennt als es so richtig eskalierte und plötzlich eine andere Frau im Spiel war. Das war einfach nur irre schmerzhaft und für mich der absolute Crash.

Wir standen aber leider die ganze Zeit im Kontakt weil unser Kind noch sehr klein ist, und dann war auch noch Weihnachtszeit etc.
Wir haben uns dann wieder angenähert, was anfangs auch wirklich schön für alle Beteiligten war, und oft was zu Dritt mit Kind gemacht und so. Er trank weiter, aber ich habe davon nichts mitbekommen (also ich wusste es, aber es hat mich nicht direkt betroffen, da er nur trank wenn ich nicht dabei war und er hatte auch nie eine Fahne oder so) und da ich und unser Kind davon nicht betroffen waren konnte ich es weitestgehend ausblenden. Immer ein bisschen weniger allerdings. Auch deshalb weil er stetig immer mehr und wieder häufiger trank.

Ich mein, er hat nie wirklich sehr viel getrunken. Hatte so alle paar Wochen mal einen richtigen Absturz mit Filmriss, Frequenz stieg, dann wieder wochenlange Abstinenz (?) oder vielleicht auch nur sehr, sehr selten mal ein Bier. Dann wieder häufger mal eines, dann Absturz, Reue, weniger trinken etc. Immer der gleiche Kreislauf. Allerdings wurden die trinkfreien Phasen auch länger. Alles wirklich ein ewiges Auf und Ab. Dann wieder Verzweiflung über seine eigene Sucht, dann wieder infrage Stellen des Problems .... immer wieder immer wieder.

Jetzt ist in den letzten Tagen klar geworden, dass er nicht wie angekündigt diese Therapie machen wird und wieder ziemlich regelmäßig konsumiert. Die meisten Leute würden mich wahrscheinlich auslachen weil 1,2 Bier am Abend ja "normal" sind. Ich weiß aber, dass er süchtig trinkt mit ganz viel Selbstkontrolle aber lange ein niedriges Level halten kann. Abgestürzt is er (verhältnismäßig) schon lange nicht mehr.

Und ich? Ja, ich bin abgestürzt. Wieder rein in die Nähe. Aber jetzt ist es mir wieder zuviel geworden. Ich mag mich nicht mehr hinhalten lassen. Und ich mag diesen ganzen Mist nicht mehr haben. Hab auch keinerlei Vertrauen mehr habe ich gemerkt.

Aiko

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Beitrag von Aiko » 17.04.2015, 10:48

So. Und nun steh ich hier wieder.

Und versuche nun den Fokus auf mich und mein Kind zu richten. Wir waren zwar nicht wieder offiziell zusammen, aber irgendwie waren wir es ja doch. Und nun trenne ich mich erneut. Abe rnicht, weil er was Schlimmes gemacht hat. Sondern weil ich mich nicht an einen Menschen verschenken möchte, der mich immer wieder belügt, sich ohne Worte zurückzieht, den Weg der Selbsterkenntnis nur sehr, sehr zögerlich beschreitet. Und weil ich lernen will loszulassen. Mich ins Unbekannte fallen zu lassen. Aufrichtig zu sein. Weil ich lernen möchte zu lieben ohne kontrollieren zu wollen. Ich habe die Macht mich zu verändern, ansonsten habe ich keine Macht. Nicht über einen XY, nicht über den Lauf des Lebens.

Es ist nicht die Sonne die untergeht, es ist die Erde die sich dreht.

Ich spüre das jetzt. Das ist ein Anfang.

Aiko

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Beitrag von Aiko » 12.01.2018, 09:24

Hallo, es ist viel Zeit vergangen. Viel Zeit, in der sich viel getan hat und auch wenig. Ganz wie man es nimmt.
2015 begann mein XY zum ersten Mal so richtig ernsthaft den Versuch eines trockenen Lebens. Genau zu dem Zeitpunkt, an dem ich bereit war, wirklich loszulassen weil auch noch das letzte Fünkchen Hoffnung geschwunden war.

Ich sah es mir an, mit Abstand, aber mit der Zeit unternahmen wir wieder häufiger etwas zu Dritt. Alles rein platonisch, aber es gab auch keinen anderen Mann in meinem Leben und ich wollte dem ganzen noch – sehr vorsichtig – eine Chance geben. 2016 dann der Rückfall, ich war darauf gefasst. Dennoch waren die damit einhergehenden Lügen und der schauerliche Umgang mit unserem gemeinsamen Kind sehr schlimm und enttäuschend für mich. Ich ließ mich in der Zeit auch 2x beim Jugendamt beraten, weil ich Sorge um das Kindeswohl hatte.
Seitdem aber ist XY trocken, 19 Monate nun schon. Ich hatte es ihm nicht mehr zugetraut.
Aber außer der Trockenheit hat sich für mich nicht viel geändert. Mir fehlte nach wie vor das Gefühl, dass er Verantwortung übernimmt. Finanziell war ich weiterhin z.B. alleine für unser Kind zuständig. Ich gab ihm Zeit, verfolgte es mit Abstand, neben der Elternschaft verband uns Freundschaft, allerdings hab ich auch die immer wieder in Frage gestellt aufgrund der Vorkommnisse.

Für ihn fühlte es sich wohl anders an. Er meint, alles getan zu haben, um die Beziehung zu retten und dass wir wieder eine richtige Familie werden können. Sicherlich hat er für sich riesige Schritte gemacht. Aber er war z.B. auch gar nicht koninuierlich in Therapie, den Entzug hat er beide Mal kalt gemacht, für sich allein.
Irgendwann gab es eine Situation in deren Verlauf ich deutlich sagte, dass ich keine Chance mehr für uns sehe.Aber er hatte es scheinbar „nicht gehört“ oder „anders aufgefasst“, eine zweites Gespräch dazu gabe es auch noch, an das er sich angeblich gar nicht mehr erinnern kann.
Auf seine Initiative haben wir dann einen Beratungstermin in Anspruch genommen und erst da hat er verstanden, dass wir getrennt sind (wir führen seit 2,5 Jahren keine erotische oder Liebes-Beziehung mehr) und ist seitdem psychisch völlig fertig.

Ich muss schon sagen, Coabhängigkeit kann ein harter Brocken sein. Wir Co’s verhalten uns auch nicht besser als unsere alkoholkranken Partner.
Die letzten Wochen haben mich gleich richtig mit durchgewirbelt. Ängste, Panik, viel zu viel MitLEID, und – ja, auch Zweifel an der Entscheidung, aber nur ganz kurz.

Ich versuche neue Wege zu gehen.

Ich darf es mir erlauben neue Wege zu gehen. Es darf mir gut gehen. Das sind meine Mantren.

Ich habe sogar versucht mich auf einen anderen Mann einzulassen. Nur um fest zu stellen, dass ich nach wie vor Probleme habe, meine Gefühle wahrzunehmen und vor allem einzuordnen und zu definieren.

So, und nun denke ich, es könnte hilfreich sein hier wieder öfter mal rein zu schauen.

Viele Grüße an Euch, Aiko

cielo72
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Beitrag von cielo72 » 12.01.2018, 11:26

Liebe Aiko,

schön wieder von Dir zu lesen und deine Worte machen Hoffnung auf neue Wege.

Du hattest Dich oft in meinem Tagebuch eingebracht, daher freue ich mich, dass Du wieder "zurück" bist.

Liebe Grüße

Christine

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