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Weg aus dem Jammertal

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit
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Aiko
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Beitrag von Aiko » 18.01.2018, 10:16

Gleich habe ich einen Termin bei der Sozialberaterin der Schule. Die Kleine ist zum Glück schon wieder viel vertrauensvoller unterwegs die letzten Tage. Kinder sind solche Überlebenskünstler!

Was ich bei allen Hilfen, die ich mir im Lauf der Zeit schon geholt habe, bemerkt habe, ist, das doch recht viele Berater nicht so einen tiefen Einblick in Suchtproblematiken haben. Selbst in unserer damaligen Paarberatung hatte ich imemr wieder das Gefühl mit meinen Wahrnehmungen nicht so recht ernst genommen zu werden und das die Beraterin sich immer wieder von XY Reden hat Einlullen lassen.
Das gleiche zum Thema Gewalt: Ich habe es als sehr schwerwiegend empfunden, wie extrem laut XY manchmal rumgebrüllt hat (auch das Kind angebrüllt) und dass er in Rage im Lauf der Zeit auch ein paar Dinge von mir kaputt gemacht hat (Schränkchen zertreten, defekten Drucker zerschlagen, Beule in Metallschränkchen, Trethocker zerstört ...). Aber selbst im Jugendamt hieß es immer: So lange keine körperliche Gewalt gegen Personen angewandt wird, ist es noch akzeptierbar (keine direkte Kindeswohlgefährung). Das fand und finde ich sehr erschreckend! Man beginnt dann selbst schnell wieder das zu relativieren. :(

Liebe Grüße, Aiko

cielo72
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Beitrag von cielo72 » 18.01.2018, 11:59

Hallo Aiko,

das was Du beschreibst, habe ich leider auch vom Jugendamt, der begleitenden Gespräche der Familienhilfe erfahren.

Erst als sich mein Ex-Ehemann "vor Wut schreiend,.." bei der Familienhilfe geäußert hatte, konnte diese reagieren bzw. endlich wahrnehmen wie er tatsächlich ist.

Auch bei dem Umgang mit meiner großen Tochter hatte ich unendlich viele Probleme, bzw. es wurde alles schön geredet und sogar dahingehend geäußert, dass ich dem Kind seinen Papa wegnehmen wollte.
Zum Glück ging die ganze Sache dann vor Gericht und die kompetente Dame, welcher meiner Tochter zur Seite gestellt wurde, durschaute die Persönlichkeit von meinem Ex-Ehemann genau.

Du machst es gut, suchst Dir überall Hilfe und ich kann deine Erleichterung nur zu gut verstehen.

Viel Glück bei deinem Gespräch und alles Liebe für Dich

Sunshine_33
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Beitrag von Sunshine_33 » 18.01.2018, 12:18

Aber selbst im Jugendamt hieß es immer: So lange keine körperliche Gewalt gegen Personen angewandt wird, ist es noch akzeptierbar (keine direkte Kindeswohlgefährung). Das fand und finde ich sehr erschreckend! Man beginnt dann selbst schnell wieder das zu relativieren.
So ist es leider Aiko, diese Erfahrung mußten leider schon viele machen.
Das Jugendamt kann und wird nicht eher vorgehen, ehe eine direkte Kindeswohlgefährdung vorliegt.
Sprich, der Gewalttäter muss wohl erst das Kind windelweich hauen :evil:
Von daher kann man sich leider vom Jugendamt nicht allzu viel erwarten, ich finde das sehe bedauerlich.
Ich kenne leider einige Menschen, denen genau das passiert ist, was ihr beide beschreibt, Aiko und cielo.
Die Kleine ist zum Glück schon wieder viel vertrauensvoller unterwegs die letzten Tage. Kinder sind solche Überlebenskünstler!
Ja, das sind sie. Ich kann es kaum anders sagen.
Aber nur zu Überleben, das kann es ja auch nicht sein.
Jedem Kind sollte auch eine SCHÖNE KINDHEIT ermöglicht werden.
Und das ist nun mal mit einem aktiven Trinker an der Seite nicht möglich.
Ich habe es als sehr schwerwiegend empfunden, wie extrem laut XY manchmal rumgebrüllt hat (auch das Kind angebrüllt) und dass er in Rage im Lauf der Zeit auch ein paar Dinge von mir kaputt gemacht hat (Schränkchen zertreten, defekten Drucker zerschlagen, Beule in Metallschränkchen, Trethocker zerstört ...)
Das hätte ich sein können :oops:
Die einzige Ausnahme ist, das ich nie mein Kind angebrüllt habe.
Körperlich gewalttätig bin ich allerdings auch nicht geworden.
Aber ich habe Türen kaputt getreten, Sachen zerschmissen und meinen Partner angebrüllt und beschimpft und mit Vorhaltungen gequält, die so nicht stimmten.
Habe alles so gedreht, wie ich das haben und sehen wollte und wenn das nicht lief, bin ich verbal aggressiv geworden.
Gewollt habe ich das alles nicht, es ist immer unter Alkoholeinfluss geschehen.
Der Alk hatte mich sozusagen wirklich fest im Griff, nicht nur körperlich. :?
Trocken ist mir sowas nie wieder passiert.
Da musste ich nie wieder so aggressiv sein, oder gar was kaputtschmeissen.
Und ich habe in den letzten 15 Jahren niemanden mehr angebrüllt, oder ich habe es vergessen...
Nee Quatsch :wink: , hab ich wirklich nicht.

LG Sunshine

Aurora
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Beitrag von Aurora » 13.02.2018, 09:51

Liebe Aiko,

was ist denn bei dem Termin bei der Sozialberatung heraus gekommen?

Konntest du zur Ruhe kommen?

Heute ist, wenn ich mich nicht irre, Fasching. Vorhin habe ich ein Foto meiner drei Enkel geschickt bekommen, alle drei in bester Verkleidung :lol: . Ich hoffe, deine Kleine hat eben solchen Spaß.

Liebe Grüße
Aurora

Aiko
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Re: Weg aus dem Jammertal

Beitrag von Aiko » 01.10.2018, 09:19

Hallo Ihr Lieben. Aurora, entschuldige, dass ich Dir nicht geantwortet habe. Die letzten Monate waren einfach ziemlich anstrengend für mich und mein Kind und ich habe viel Energie gegeben um meine Tochter aufzufangen und ihr schöne Momente und vor allem viel Sicherheit zu schenken. Ich gehe regelmäßig zu einer Beratung in einem Institut, dass auch Kindertherapie anbietet und fühle mich da sehr gut aufgehoben. Der Berater ist toll. Er hat immer das Kind im Blick und genauso auch mich. Das fühlt sich sehr gut an und ist wirklich hilfreich und rückenstärkend.

XY kam irgendwann aus der Klinik, strauchelte in die Tagesklinik, bis er akut suizidgefährdet war (ich fand einen Abschiedsbrief), wurde wieder eingewiesen, kam vor ein paar Monaten wieder raus, hat keine Therapie, nichts hat sich geändert und hat nun wieder angefangen zu trinken (inkl. Medikamente). Ein ewiges Auf und Ab und meine Tochter wartet darauf, dass er wieder gesund wird. :(

Wir hatten auch viele schöne Tage, waren 2 x zusammen im Urlaub, haben in den Sommerferien viel gemeinsam unternommen und waren mit Freunden unterwegs. Da war auch viel Fröhlichkeit und Freude dabei. Meine Tochter hat sich arrangiert mit der Situation, sie fragt kaum noch nach Papa, aber sie vermisst ihn sehr. Zuletzt hatten wir eine Regel, dass sie jedes zweite Wochenende für einen Tag bei ihm sein konnte, mit Übernachtung. Das hat sich mit der erneuten Trinkerei ja nun erledigt. Heute werde ich mit ihr reden, zum Ferienbeginn, damit sie nicht gleich wieder alle Sorgen mit in die Schule trägt. Ihr erstes Schuljahr verlief anstrengend für sie und sie hatte Konzentrationsprobleme aufgrund der Ereignisse. :( Es tut mir in der Seele weh und ist eine schwere Last auf meinem Herzen.

Liebe GRüße, Aiko

lütte69
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Re: Weg aus dem Jammertal

Beitrag von lütte69 » 01.10.2018, 12:05

Hallo liebe Aiko,

schön, mal wieder von Dir zu hören. Es tut mir leid zu hören, dass Dein XY die Sucht nicht überwinden kann. Gut, dass Du Dir Hilfe gesucht hast.

sonnige Grüße
Lütte

Aiko
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Re: Weg aus dem Jammertal

Beitrag von Aiko » 01.10.2018, 20:11

Nachtrag: Oben meinte ich mit „wir“ natürlich meine Tochter und mich. Es klingt missverständlich.

Liebe Lütte, danke für Deinen Kommentar. Hilfe hab ich schon lange, aber dies ist jetzt speziell für meine Tochter.

Schlaft gut! Wir fahren Morgen für eine Woche in den Urlaub. :)

Aurora
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Re: Weg aus dem Jammertal

Beitrag von Aurora » 02.10.2018, 08:41

Liebe Aiko,

ich freue mich auch, wieder von dir zu hören. Hui, und nun geht die Kleine schon zur Schule, meene Jüte. Wo ist bloß die Zeit hin :shock: . Das war mir jetzt gar nicht bewusst.

Ich wünsche dir und deiner Tochter einen schönen Urlaub!

Liebe Grüße
Aurora

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