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Kann man/ ich zur CO erzogen werden?

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit

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Sunshine_33
sehr aktiver Teilnehmer
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Re: Kann man/ ich zur CO erzogen werden?

Beitrag von Sunshine_33 » 04.05.2019, 09:47

Ich war gestern bei meinem Lebensgefährten und wir haben ruhig geredet und neue Verabredungen getroffen. Ich sage offen und fest, was ich machen möchte und er akzeptiert es, wenn ich bei mir sein möchte. Er zieht nicht, da ich sonst sofort gehe. Ich komme zu ihm, wenn es entspannt ist und wir geniessen schöne Stunden. Dennoch gehe ich nach einigen Stunden, bevor es wieder "eng" wird. So hat er seinen Freiraum, Verantwortung für sein Leben zu übernehmen.

Auch habe ich deutlich sagen können, dass ich mich in seinem Haus nicht wohl fühle, weil er aus Bequemlichkeit zuwenig aufräumt und putzt. Er möchte dass jetzt ändern, damit ich mich wieder wohl fühle. So komme ich zu ihm, er putzt, ich koche, wie essen und sprechen und nach einer Weile eines positiven Treffens gehen wir zurzeit wieder eigene Wege. Vielleicht klappt es so. Es fühlt sich gut an.
Liebe Freewell,
das hört sich ja alles ganz nett an, aber ich schreibe Dir ganz ehrlich, was ich dazu denke.
Es wird nicht funktionieren. Auch wenn man es sich noch so sehr wünscht. :wink:
Es spricht einfach zu viel dagegen.
Mal dazu einige Punkte:
Mit einen nassen Alkoholiker kann man keine Verabredungen treffen, bzw. kann man das schon :wink: , sollte dann aber auch wissen, das der andere sie nicht einhalten kann und wird.
Die Suchterkrankung lässt sowas nämlich gar nicht zu.
Entspannte Zeiten mit einem nassen Alkoholiker?
Ich bin ja selbst Alkoholikerin und kann Dir sagen, das ein Alkoholiker nur entspannt ist, wenn er genug Alk im Blut hat.
Und dabei bleibt es nicht, denn der Kontrollverlust ist ja typisch für unsere Krankheit.
Es wird also regelmäßig weiter gesoffen und von Entspannung kann dann sicher keine Rede mehr sein.
Und ohne Alk im Blut sind wir ebenfalls nicht entspannt !
Denn die Sucht arbeitet dann erbarmungslos in uns und wir denken nur noch dran, wann wir wieder saufen können.
So läuft die Sache nun mal, und ist ja auch bekannt, DAS es so läuft.
Auch Du wirst da alles schon so miterlebt haben, nicht wahr?
So hat er seinen Freiraum, Verantwortung für sein Leben zu übernehmen.
Auch nett gedacht, aber weit von der Realität entfernt.
Ein nasser Alkoholiker hat gar nicht mehr die Fähigkeit dazu, Verantwortung für sein Leben zu übernehmen.
Er wird immer versuchen, die anderen aufzudrücken.
Die Welt ist immer schlecht für ihn, egal was ist. Der Alkie ist immer das "Opfer der Umstände"!
Ist natürlich Blödsinn, kann und will der Alkie aber nicht so sehen.
Denn wenn der wirklich Verantwortung für sein Leben übernehmen wollte, müsste er erstmal trocken werden.
So läuft die Nummer....und nicht anders.
Auch wenn Du es Dir vielleicht anders wünscht.
So komme ich zu ihm, er putzt, ich koche, wie essen und sprechen und nach einer Weile eines positiven Treffens gehen wir zurzeit wieder eigene Wege.
Ja genau :wink:
Und im Himmel is Jahrmarkt 8)
Sorry Freewell, aber ich glaube keine Minute dran, das das funzt. Nicht mit einem nassen Alkie mit den Charaktereigenschaften von Deinem Säufer da.
Entschuldige bitte, das ich die DInge so krass beim Namen nenne, aber so bin ich nun mal.
Ich mag da nichts schönen und Dir gut zureden, das es vielleicht klappen könnte.

Du verschwendest gerade weiter Deine wertvolle Lebenszeit. Aber es ist ja Deine, Du darfst das.
Du lässt Dich so weiter von einem nassen Alkie nach Herzenslust be-und ausnutzen. Auch das darfst Du.
Es ist ja Dein Leben.
Groß rumjammern braucht man dann aber auch nicht, denn es ist ja die freie Entscheidung vom Einzelnen gewesen.
Sorry das ich auch das so schreibe, aber mich nervt halt Rumjammerei, wenn Dinge relativ einfach abänderbar sind.
Hier ist niemand der Leibeigene von einem anderen Menschen, CO-Abhängigkeit hin-oder her.

Du möchtest Dich noch nicht trennen, sondern auch Deine CO-Abhängigkeit noch ne Weile ausleben. Darum redest Du Dir Sachen schön.
Denn ansonsten müsstest Du ja eine Entscheidung treffen und handeln.
Theoretisch weisst Du das auch alles längst selbst... ich muss Dir das eigentlich also gar nicht alles schreiben.

Ich wünsche Dir den Mut zu Entscheidungen. Noch ist der nicht da.
Du bist auch nicht der erste CO, der hier noch ne Runde drehen muss oder will.
Dann ist das eben so, ich kann das auch nicht ändern. Aber zureden und schreiben "das wird schon", dazu bin ich auch nicht bereit.
Mir tut es nur in der Seele weh, wenn jemand so sinnlos seine Lebenszeit opfert.
Denn die gibt Dir niemand zurück !

LG Sunshine

Sunshine_33
sehr aktiver Teilnehmer
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Re: Kann man/ ich zur CO erzogen werden?

Beitrag von Sunshine_33 » 04.05.2019, 09:52

Und bitte das mit der "Rumjammerei" nicht persönlich nehmen, das ist von mir allgemein gemeint gewesen.

LG Sunshine

FreeWell
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Re: Kann man/ ich zur CO erzogen werden?

Beitrag von FreeWell » 04.05.2019, 14:11

Liebe Sunshine,

wow, wow ! Danke !! Vielleicht ist es der Vorteil dieses Forums, dass man sich nicht persönlich kennt und gegenüber sitzt und man diese offenen Worte so formulieren kann ! Nur das hilft und verändert und bringt zum Nachdenken ! Also, "rumjammern" tun wir alle irgendwo, sollte hier wirklich niemand als persönlichen Angriff nehmen :-) !

Es ist für mich als CO so unglaublich wertvoll diesen Beitrag von "der anderen Seite" zu erhalten. Aber ... zurück zum Thema, ob man zur CO erzogen werden kann: Wird man zum Alk erzogen ? Was ich durch deinen Beitrag gelernt habe ist, dass das CO-Verhalten ebenso ein Suchtverhalten ist, wie das der Alk's ! Also fröhnen wir hier im Forum alle einer Sucht, nur ist sie verschiedenen gelagert und ausgeprägt. Müssen wir uns also fragen, ob ein Suchtverhalten allgemein anerzogen werden kann oder ob das in den Genen liegt ?

Was ist Sucht ? Laut Definition ist Sucht "krankhafte Abhängigkeit von einem bestimmten Genuss- oder Rauschmittel". Also eine krankhafte Flucht vor der Wirklichkeit, vor Verantwortung oder vielleicht auch eine Bewusstseinserweiterung auf der Suche nach Lösungen ?
Eine andere Definition für Sucht ist "übersteigertes Verlangen nach etwas, einem bestimmten Tun". Das würde dann zum Verhalten der CO's passen. Das übersteigerte Helfersyndrom, über welches die CO ihren Wert definiert.

Nun, Sucht kommt von "suchen". Das ist wiederum beschrieben mit "sich bemühen, jemanden, etwas Verlorenes, Verstecktes zu finden". Was wollen wir alle gemeinsam suchen, finden, erkennen, wiederfinden ? Krankhaft heißt in unserer Gesellschaft , dass die Suche nach "etwas Verstecktem" übersteigert ist. So übersteigert, dass man nicht mehr arbeitsfähig ist (also gesellschaftlich angepasst ist) und dass die Suche zum Lebensinhalt wird, der keine gesellschaftlichen erwarteten Aktivitäten (arbeiten, putzen, waschen, aufräumen) mehr zulässt, weil es augenscheinlich unwichtig wird. Das krankhafte an unserer gemeinsamen Sucht ist also der Strudel, der Sog des schwarzen Loches, was uns nicht mehr los lässt. Wir bewältigen also alle unsere Sucht, unser Suchen nach etwas Verstecktem, nur, wenn wir immer wieder Abstand zu unserer Suche nehmen. Das kann ein regelmäßiger Job sein, regelmäßiger Sport oder auch Therapie-Gespräche. Wenn man es nicht mehr schafft, diesen Abstand, diese Pause, vom suchen zu nehmen, dann wird es krankhaft bzw. gesellschaftlich nicht akzeptabel.

Nun, zurück zur Frage: Werden wir zu Suchenden erzogen oder liegt es in der Natur, den Genen, des Menschen, ein Suchender zu sein ? Wo gibt es die Messlatte wann die Suche nach etwas Verstecktem gesellschaftlich nicht mehr akzeptabel ist und wann nicht ? Solange man unauffällig sucht, nennen wir es nicht krankhaft, also normal. Sucht man etwas länger, intensiver und verliert sich in der Suche, dann nennen wir es krankhaft. Aber kann man überhaupt zur Suche erzogen werden ? Sind wir nicht alle Suchende nach dem Sinn des Lebens ? Wird nicht eher durch unsere Erziehung die Suche unterbunden mit Formeln wie "das tut man nicht" oder "das macht man so" ? Sind die "verstärkt Suchenden" vielleicht nur einfach die stillen Rebellen gegen die gesellschaftlichen Bandagen, nicht suchen zu dürfen, sondern "angepasst" ein Leben zu führen, in dem man sich selbst fremd ist oder sich im Laufe der Erziehung immer mehr entfremdet ? Was würde passieren, wenn es Erziehung nach unseren Normen und Schulsystemen nicht gäbe ? Wenn es nur eine Religion, einen Glauben, gäbe und jeder genug zu essen hätte? Ob dann Suchende immer noch "unangepasst" wären ? Oder ist es vielleicht sogar so, dass wir Suchenden uns frecherweise manchmal oder auch öfters die "Freiheit" nehmen, mit oder ohne Alkohol als Hilfsmittel weiter zu suchen, obwohl es von der Gesellschaft erwartet wird, dass wir angepasst und brav ohne Fragen zu stellen einer stumpfsinnigen Arbeit nachgehen, die uns keine Chance zum Nachdenken oder Suchen gibt ?
das hört sich ja alles ganz nett an, aber ich schreibe Dir ganz ehrlich, was ich dazu denke.
Es wird nicht funktionieren. Auch wenn man es sich noch so sehr wünscht.
Liebe Sunshine, ich glaube dir das, aber das hört sich so endgültig an.
Mit einen nassen Alkoholiker kann man keine Verabredungen treffen, bzw. kann man das schon :wink: , sollte dann aber auch wissen, das der andere sie nicht einhalten kann und wird.
Die Suchterkrankung lässt sowas nämlich gar nicht zu.
Entspannte Zeiten mit einem nassen Alkoholiker?
Ich bin ja selbst Alkoholikerin und kann Dir sagen, das ein Alkoholiker nur entspannt ist, wenn er genug Alk im Blut hat.
Und dabei bleibt es nicht, denn der Kontrollverlust ist ja typisch für unsere Krankheit.
Es wird also regelmäßig weiter gesoffen und von Entspannung kann dann sicher keine Rede mehr sein.
Und ohne Alk im Blut sind wir ebenfalls nicht entspannt !
Denn die Sucht arbeitet dann erbarmungslos in uns und wir denken nur noch dran, wann wir wieder saufen können.
So läuft die Sache nun mal, und ist ja auch bekannt, DAS es so läuft.
Liebe Sunshine, du sagst, du bist Alkoholikerin. Bist du zurzeit trocken ? Hast du dennoch den Drang zu trinken ? Ist er immer da ? Ich versuche, zu verstehen. Mein Partner sagt, dass er etwas verstanden hat und der Alkohol soweit weg ist, wie nur was. Sagt er sowas nur ? Oder ist das nur ein Selbstbetrug ? In unserer Selbsthilfegruppe sagen trockene Alkoholiker aus, dass jeder Alk, wenn er Glück hat, einen Punkt erreicht, wo er endgültig umkehrt und nicht mehr trinkt. Man sagt dort wohl auch, dass mein Partner diesen Punkt noch lange nicht erreicht hat. Aber vielleicht doch ? Er reagiert anders, er verhält sich anders und wenn wir Konflikte haben oder er mit den Nachbarn Konflikte hat, dann hat er früher sofort gesoffen. Heute entzieht er sich der Situation und geht in den Garten und pflegt seine Blumen. Manchmal buddelt er dafür auch Büsche aus und woanders wieder ein. Damit verausgabt er sich dann und verarbeitet Wut, Schmerz und anderes.
Ein nasser Alkoholiker hat gar nicht mehr die Fähigkeit dazu, Verantwortung für sein Leben zu übernehmen.
Er wird immer versuchen, die anderen aufzudrücken.
Okay, ein nasser Alkoholiker nicht, aber er trinkt zumindest seit Mitte Januar nicht mehr. Das ist nicht lange, das stimmt. Aber es wäre ja furchtbar, wenn ein Alk NIE MEHR Verantwortung für sein Leben übernehmen könnte ... braucht er immer einen Babysitter ? Ganz ehrlich, vielleicht träume ich meinen CO-Traum, aber ich glaube, dass das Leben Veränderungen zulässt. Ich glaube, dass man einen Punkt erreichen kann, wo man den Weg, eine Gewohnheit zu reagieren, verändern kann. Ich glaube, dass es eine Möglichkeit gibt, auch wenn das Suchtverhalten anerzogen wäre oder genetisch vorbestimmt ist, dann ist es doch nur eine Option so zu handeln. Wir haben doch immer noch den freien Willen, uns anders zu entscheiden.

Klar wird es sicher ein steiniger Weg, genetische Disposition bzw. jahrelang trainiertes, anerzogenes Suchtverhalten zu verändern, abzulegen. Aber ich halte es für möglich. Was sagen die anderen im Forum dazu ?
Du verschwendest gerade weiter Deine wertvolle Lebenszeit. Aber es ist ja Deine, Du darfst das.
Du lässt Dich so weiter von einem nassen Alkie nach Herzenslust be- und ausnutzen. Auch das darfst Du.
Es ist ja Dein Leben.
Groß rumjammern braucht man dann aber auch nicht, denn es ist ja die freie Entscheidung vom Einzelnen gewesen.
Sorry das ich auch das so schreibe, aber mich nervt halt Rumjammerei, wenn Dinge relativ einfach abänderbar sind.
Hier ist niemand der Leibeigene von einem anderen Menschen, CO-Abhängigkeit hin-oder her.
Liebe Sunshine, wenn ich dich also richtig verstehe, dann sagst du, dass ich mich radikal von meinem Partner trennen soll, ihn nie mehr kontaktieren und mein Leben woanders fortsetzen soll. Ja, gut, dass sagen mir einige Freunde auch. Und das mag auch richtig sein und auch die einfachste Lösung. Aber wenn nun meine CO-Abhängigkeit anerzogen ist, dann würde ich doch woanders einen ähnlichen Menschen suchen und mein Schema weiterleben ? Ich war nach der Trennung von meinem Ex-Mann bewusst 16 Jahre alleinerziehend, um nicht wieder "den gleichen Fehler zu machen". Aber aus heutiger Sicht hat meine Co-Abhängigkeit nur "geschlafen" oder ich habe sie als überfürsorgliche alleinerziehende Mutter ausgelebt. Das Weglaufen hat also nicht geholfen. Auch ich muss mein Verhalten ändern. Meine Erziehung kann ich ändern, meine Gene nicht. Wieviele Chancen habe ich also, dass ich mein CO-Verhalten je loswerde ?
Du möchtest Dich noch nicht trennen, sondern auch Deine CO-Abhängigkeit noch ne Weile ausleben. Darum redest Du Dir Sachen schön.
Denn ansonsten müsstest Du ja eine Entscheidung treffen und handeln.
Theoretisch weisst Du das auch alles längst selbst... ich muss Dir das eigentlich also gar nicht alles schreiben.
Ja, ertappt. Du hast Recht. Ich helfe ein bisschen, dann habe ich ein bisschen CO-Verhalten gelebt und bevor es wieder weh tut, renne ich in mein sicheres Zuhause. Oder: Weglaufen hilft nicht, sondern nur die Auseinandersetzung mit meinem Suchtverhalten. Darum bin ich hier und unglaublich dankbar für euren ehrlichen Worte. Im Moment glaube ich dennoch, dass ich durch gelegentliche Besuche bei meinem Partner mir bewusst machen kann, wie unsere Schemata greifen, da ich mit Abstand dorthin komme.
Ich wünsche Dir den Mut zu Entscheidungen. Noch ist der nicht da.
Du bist auch nicht der erste CO, der hier noch ne Runde drehen muss oder will.
Ja, auch richtig. Dennoch: Ich sehe das Leben als bewegliche Spirale. Manches wiederholt sich in immer gleicher Form und man dreht sich im Kreis. Aber ich glaube, dass der Kreis unsere Erziehung ist und unser anerzogenes Verhalten. In unseren Genen gibt es aber die Option der Veränderung. Und wenn ich beim Kreislaufen nur einen kleinen Schritt anders mache, fängt der Kreis an zu eiern und wird zeitweise zur Elipse. Und so kann der Kreis sich verändern. Wie sagt man: Ein Flügelschlag eines Schmetterlings im Osten kann im Westen einen Orkan auslösen. Wichtig ist, dass man die Veränderung bemerkt und manifestiert, festhält. Die Punkte der Veränderung, die sich gut anfühlen, muss man üben und dann fängt Heilung an. Sowohl für den Alk als auch für die Co, deren Verhalten ja nur die zwei Seiten einer Medaille einer Suche sind ...

Liebe Mitschreiber, nun habe ich etwas philosophiert und die Gedanken sind einfach aus den Fingern in die Tasten geflossen. Ich bitte wie Sunshine um ehrliche Antworten. Nichts tut weh, sondern alle wahren Worte können nur helfen, den Kreis zur Elipse zu gestalten ! In diesem Sinne wünsche ich allen ein schönes Wochenende !

LG, FreeWell

Sunshine_33
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Re: Kann man/ ich zur CO erzogen werden?

Beitrag von Sunshine_33 » 04.05.2019, 14:57

Nur kurz dazu, liebe Freewell:
Liebe Sunshine, du sagst, du bist Alkoholikerin. Bist du zurzeit trocken ? Hast du dennoch den Drang zu trinken ? Ist er immer da ? Ich versuche, zu verstehen. Mein Partner sagt, dass er etwas verstanden hat und der Alkohol soweit weg ist, wie nur was. Sagt er sowas nur ? Oder ist das nur ein Selbstbetrug ? In unserer Selbsthilfegruppe sagen trockene Alkoholiker aus, dass jeder Alk, wenn er Glück hat, einen Punkt erreicht, wo er endgültig umkehrt und nicht mehr trinkt. Man sagt dort wohl auch, dass mein Partner diesen Punkt noch lange nicht erreicht hat. Aber vielleicht doch ? Er reagiert anders, er verhält sich anders und wenn wir Konflikte haben oder er mit den Nachbarn Konflikte hat, dann hat er früher sofort gesoffen. Heute entzieht er sich der Situation und geht in den Garten und pflegt seine Blumen. Manchmal buddelt er dafür auch Büsche aus und woanders wieder ein. Damit verausgabt er sich dann und verarbeitet Wut, Schmerz und anderes.
Ich bin in wenigen Tagen 17 Jahre trocken :wink:
Und Nein, ich habe schon seit Ewigkeiten keinen Drang mehr, zu trinken.
Was aber nicht heißt, das ich nicht ein ausgezeichnet ausgebildetes Suchtgedächtnis hatte (und evtl. auch noch habe?), denn das hatte/habe? ich ebenso wie andere langjährig abhängig Trinkende.
Glücklicherweise piesackte es mich aber nicht allzu oft, was ich allerdings auch auf die Beachtung der Grundbauststeine für trockene Alkoholiker schiebe.
Aber ganz ohne nervendes Suchtgedächnis war ich trotzdem die ersten Jahre sicher auch nicht. Es schweigt nun aber schon seit vielen Jahren.
Als ich aufhörte zu trinken, trauerte ich auch nicht dem Alk nach.
Er war ja nur noch einschränkend und eine unglaubliche Belastung für mich, und last but not least hätte er mich beinahe umgebracht,
und ich war somit unendlich erleichtert, das ich nach meiner Entgiftung keine körperlichen Entzugssymptome mehr verspürte.
Ich wollte also nie wieder trinken, und ich hätte zum damaligen Zeitpunkt auch ganz sicher keinen zweiten Entzug innerhalb kurzer Zeit überlebt.
In unserer Selbsthilfegruppe sagen trockene Alkoholiker aus, dass jeder Alk, wenn er Glück hat, einen Punkt erreicht, wo er endgültig umkehrt und nicht mehr trinkt. Man sagt dort wohl auch, dass mein Partner diesen Punkt noch lange nicht erreicht hat. Aber vielleicht doch ?
Ja, das war bei mir ganz eindeutig so. Als ich in den ersten Stundes des Entzuges war und noch wach (später fehlen mir bis heute einige Tage meines Lebens, weil ich mit Medikamenten derart abgeschossen wurde),
fasste ich ganz bewußt einen Entschluss, und der hieß ganz schlicht und ergreifend: Weiter leben zu wollen.
Was auch immer darauf folgen würde, nahm ich in Kauf. Das es nicht leicht wird, auch.

Du musst selbst entscheiden, wem Du glauben möchtest :wink:
Einem Menschen, der angeblich seit einigen Wochen nix mehr trinkt und scheinbar sein Verhalten geändert hat (du weisst selbst, wie gut Alkoholiker andere täuschen können)
oder ob Du Menschen glauben möchtest, sie sich seit Jahren mit dem Thema befassen und auch über viele eigene Erfahrungen verfügen?
Also ICH wüsste, wem ich mehr glauben möchte... auch wenn mir die Aussagen nicht besonders in den eigenen Kram passen. :?

Ich persönlich kenne übrigens keine Blitz-Trocknungen, die innerhalb weniger Wochen enfolgten.
Sich ein wirklich trockenes Leben aufzubauen zieht sich eher über Jahre hin.

Und nochwas, liebe FreeWell... was ich mehrmals miterlebt habe bei anderen Betroffenen, oder auch früheren Freunden, die ebenfalls erkrankt sind:
Die Erkenntnisse zu erlangen, das ein Leben in der Sucht sich nicht lohnt, ist ja relativ einfach zu erlangen.
Und diese Einsicht und Erkenntnisse haben einige durchaus gehabt, die ich kenne... aber irgendwie nützten die manchmal rein gar nix.
Sie tranken trotzdem wieder :?
Sie veränderten nicht grundsätzlich ihr Verhalten und fielen immer schnell in das alte Verhalten (und dann letztendlich auch in das alte Saufverhalten) zurück, trotz besseren Wissens und auch mehreren Entzügen.
Es gehört also mehr dazu, als nur Einsicht. Und das baut man sich nicht innerhalb von wenigen Wochen oder Monaten auf.
So zumindest meinen eigenen Erfahrungen, gemacht im einer realen SHG, ebenso hier im Forum im Zeitraum von vielen Jahren und auch beruhend auf Erfahrungen im eigenen Bekanntenkreis.
Was ist Sucht ? Laut Definition ist Sucht "krankhafte Abhängigkeit von einem bestimmten Genuss- oder Rauschmittel". Also eine krankhafte Flucht vor der Wirklichkeit, vor Verantwortung oder vielleicht auch eine Bewusstseinserweiterung auf der Suche nach Lösungen ?
Oh, bei mir war das gar nicht so "kompliziert" :wink:
Ich bin eher durch regelmäßigen Alkoholgenuß abhängig geworden, würde ich sagen. Und das kann im Grunde dann jedem passieren.
Bei mir war es die Clique, in der es normal war, zu trinken. Ebenso geschieht es ja ebenso in der ganz "normalen Gesellschaft" (ich finde das heute natürlich gar nicht mehr normal :wink: ).
Ich habe gedacht, mir könne das nicht passieren.
Bei mir kam noch beruflicher Stress durch einen anspruchsvollen Job dazu und auch Stress durch eine sehr frühe Mutterschaft und zu hohe Verantwortung, die ich viel zu früh tragen musste.
Nicht nur durch die frühe Mutterschaft, sondern auch durch den frühen Tod meines Vaters.
Und Alkohol wirkte erstmal so erleichternd... stressabbbauend... etc.
So geriet ICH in den Suchtstrudel.
Von "krankhaften Fluchten" kann da eher keine Rede sein und Flucht vor Verantwortung? Hm, ich habe immer Verantwortung tragen müssen, ja vielleicht trifft davon was zu, das mag sein.
Ich will damit auch nur sagen, das man nicht allen Alkoholikern das gleiche Verhalten zuordnen kann, was angeblich in die Sucht führte,
denn dem ist nicht so.
Damit würde man es sich zu einfach machen.... das ist zumindest meine Meinung.
Ich lese beispielsweise hier auch immer wieder, das eine LZT notwendig wäre, um trocken werden zu können.
Auch das stimmt so nicht, und ist vor allem schon gar kein Garant für Trockenheit.
Es gibt viele Alkoholiker, die ohne LZT seit Jahrzehnten zufrieden trocken sind, oder sogar ohne SHG. Auch das alles gibt es.
Nicht für jeden ist die gleichen "Behandlung" angezeigt, auch wenn einem das mitunter so erzählt wird.
Auch mit solchen Aussagen macht man sich einiges zu einfach, finde ich.

Ich persönlich hatte übrigens weder eine LZT noch psychologische Betreuung und bin trotzdem zufrieden trocken, ein anderer mag aber durchaus
mehr Hilfe benötigen, und auch das ist völlig okay !!

LG Sunshine

FreeWell
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Re: Kann man/ ich zur CO erzogen werden?

Beitrag von FreeWell » 05.05.2019, 11:22

Liebe Sunshine,

danke für die ausfühliche Antwort !
Ich bin in wenigen Tagen 17 Jahre trocken :wink:
Halleluja ! Herzlichen Glückwunsch ! Toll !
Glücklicherweise piesackte es mich aber nicht allzu oft, was ich allerdings auch auf die Beachtung der Grundbauststeine für trockene Alkoholiker schiebe.
Interessant. Welche Grundbausteine sind das ?
Du musst selbst entscheiden, wem Du glauben möchtest :wink:
Einem Menschen, der angeblich seit einigen Wochen nix mehr trinkt und scheinbar sein Verhalten geändert hat (du weisst selbst, wie gut Alkoholiker andere täuschen können)
oder ob Du Menschen glauben möchtest, sie sich seit Jahren mit dem Thema befassen und auch über viele eigene Erfahrungen verfügen?
Also ICH wüsste, wem ich mehr glauben möchte... auch wenn mir die Aussagen nicht besonders in den eigenen Kram passen. :?
Du hast Recht. Siehe meinen heutigen Beitrag in dem von mir gestarteten Chat.
Ich persönlich kenne übrigens keine Blitz-Trocknungen, die innerhalb weniger Wochen enfolgten.
Sich ein wirklich trockenes Leben aufzubauen zieht sich eher über Jahre hin.
Das ist richtig. Aber irgendwann fängt doch dieser jahrelange Prozess an. Ich kann ja schlecht sagen, dass ich die Beziehung jetzt nicht will und er sich in 17 Jahren, wenn er dann noch trocken ist, bei mir melden darf :-) ! Ich dachte, wir schaffen das gemeinsam. Nur im Moment sieht es so aus, dass ich gleichzeitig auch heilen will und dadurch mein Verhalten schrittweise ändere, ihn damit unglaublich wütend mache, er fühlt sich verletzt und verletzt damit mich, da er mir ALLE Worte im Munde rumdreht. Eine normale Kommunikation ist nicht möglich. So scheint es doch, dass ein gleichzeitiger Heilungsprozess von Alk und CO innerhalb einer Beziehung nicht geht, da ja bislang funktionierende Schemata aufgelöst werden und noch keine neue Möglichkeit des Umgangs trainiert werden konnte. Es geht also anscheinend nur mit deutlichem Abstand.
Ich lese beispielsweise hier auch immer wieder, das eine LZT notwendig wäre, um trocken werden zu können.
Auch das stimmt so nicht, und ist vor allem schon gar kein Garant für Trockenheit.
Es gibt viele Alkoholiker, die ohne LZT seit Jahrzehnten zufrieden trocken sind, oder sogar ohne SHG. Auch das alles gibt es.
Nicht für jeden ist die gleichen "Behandlung" angezeigt, auch wenn einem das mitunter so erzählt wird.
Auch mit solchen Aussagen macht man sich einiges zu einfach, finde ich.
Ja, da sind die Menschen unterschiedlich. Für meinen Partner war ja mit viel Mühe und Aufwand für März 2019 der Beginn einer LZT geplant. Er hat noch heute gute Gründe, warum er sie nicht antreten kann. Auch habe ich wirklich Zweifel, ob bei ihm eine LZT helfen würde. Ein Sandkastenfreund von ihm hat mal gesagt, dass der Alkohol sein kleinstes Problem sei ... er hat die Freundschaft zu ihm beendet, auch wenn es weh tut. Vielsagend.
Ich persönlich hatte übrigens weder eine LZT noch psychologische Betreuung und bin trotzdem zufrieden trocken
Das ist bewundernswert ! Du hast einen starken Willen und Charakter und hast ihn dafür eingesetzt. Einen starken Charakter hat mein Partner auch, aber ist auch der Wille da, Verantwortung für sein Leben zu übernehmen ? Im Moment signalisiert er nur die absolute Opferrolle. Und ich werde die nächste Ex-Freundin sein, die ihn betrogen, ausgenutzt und belogen hat ... so, wie er es von meinen Vorgängerinnen erzählt. Oh Mann ... Wird sich so ein Mensch je ändern ? Und was muss dafür passieren ?

LG, FreeWell

lütte69
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Re: Kann man/ ich zur CO erzogen werden?

Beitrag von lütte69 » 07.05.2019, 08:34

Hallo FreeWell,

mir war am Anfang des ganzen Prozesses Abstand ganz wichtig. Ich wollte einfach keinen Kontakt, weil ich eh fast nur in Gedanken bei ihm und seinem Problem war. Bei ständigem Kontakt wäre ich nie dazu gekommen, mich mit mir und meinem Problem zu beschäftigen. Wir wollen immer so gern glauben, aber wie sunshine ja schon schreibt, ist beim Thema "nasser Alkoholiker" ne Menge Skepsis angesagt. Als ich gegangen bin, war mir alles egal, ich hätte wohl auch ne Scheidung in Kauf genommen. Ich glaube, das hat mein Mann gespürt, nachdem die ersten Manipulationsversuche von du bist die Beste bis zur eiskalten Egoistin ins Leere gelaufen sind und für sich eine Entscheidung getroffen, so wie auch ich meine Entscheidungen treffen musste. Versuch einfach auch in Gedanken von ihm weg zu kommen und kümmere dich um dich. Er ist erwachsen, er kann auch auf die Idee kommen aufzuräumen oder Hilfe in Anspruch zu nehmen. Die Zeit wird zeigen, wie ernst er es meint und diese Zeit solltest du dir auch nehmen.

sonnige Grüße
Lütte

Dhyana
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Re: Kann man/ ich zur CO erzogen werden?

Beitrag von Dhyana » 25.05.2019, 01:15

Hallo zusammen

Bin über eurem Thema gestolpert und finde es sehr interessant.

Ich bin beides, als Tochter eines Alkoholikers, Co. in einer dysfunktionalen Familie geboren und habe später selbst zum Alkohol gegriffen, bis ich süchtig wurde. Meine Mànner In meinen Leben haben viele Co Eigenschaften, war 2 mal verheiratet. Ich bin bald seit 10 Monaten trocken.
Ich wollte so (trinkend) nicht mehr leben, in meinem Elend, der durch Alkohol verursacht wurde. In dieser Opfer Haltung mit den Gedanken die anderen sind Schuld/ meine Eltern/ die Kindheit/ mein Mann der mich nicht versteht/ nicht liebt/ liebe ich ihn/ ist das Liebe ? ... ich wusste gar nichts mehr.
Ich fühlte mich verantwortlich für alles, übernahm das Meiste im Haushalt, organisierte die Ferien, die Freizeit, sämtliche Termine, baute nebenher meine Selbstständigkeit auf, arbeitete viel und trank abends ... bis ich merkte ich klappe bald zusammen. Ich las viel im Forum und nach etlichen Versuchen aufzuhören, kontrolliert zu trinken, habe ich eingesehen, dass ich den Alkohol nicht kontrollieren kann, gestand mir süchtig zu sein. Habe viel nachgedacht, viel reflektiert über mich und mein Verhalten, und viel geändert bei mir, aus eigenem Entschluss.

Und jetzt komme ich zum Punkt, zu dem was du schreibst FreeWell:
Ich dachte, wir schaffen das gemeinsam. Nur im Moment sieht es so aus, dass ich gleichzeitig auch heilen will und dadurch mein Verhalten schrittweise ändere, ihn damit unglaublich wütend mache, er fühlt sich verletzt und verletzt damit mich, da er mir ALLE Worte im Munde rumdreht. Eine normale Kommunikation ist nicht möglich.So scheint es doch, dass ein gleichzeitiger Heilungsprozess von Alk und CO innerhalb einer Beziehung nicht geht, da ja bislang funktionierende Schemata aufgelöst werden und noch keine neue Möglichkeit des Umgangs trainiert werden konnte. Es geht also anscheinend nur mit deutlichem Abstand.
Ich glaube, da ist was dran.
Ich habe Abstand genommen zu vielem, aus meinem Bauchgefühl heraus, weil ich es jetzt zur Abstinenz brauche, um mit mir klar zu kommen und um erkennen zu können, was ich wirklich will, was ich fühle, wer ich bin ... ohne Alkohol und ohne Co. Ich lebe viel egoistischer, ein gesunden Egoismus, .. März 2018 war ich ein Monat abstinent, dann 1 Monat getrunken, dann 2 Monate abstinent und nun trocken seit Aug.18.

Ich wollte mein eigenes Zimmer, wo ich machen kann was ich will, wo ich alleine schlafe. Ich will keine Nähe, bis ich mich wiederfinde, ich gehe meine Wege, mache meine Dinge. Ich bin immer noch da, wenn gemeinsames geplant wird, wenn jemand ein Gespräch braucht, wenn dies oder jenes passiert... aber ich wäge ab ... passt es mir gerade jetzt oder lässt es sich verschieben. Ich opfere nicht mehr meine Freizeit zum putzen, ich gehe nicht mehr irgendwo mit (weil es sich so gehört) wenn ich es nicht will, wenn ich mich langweilen würde, wenn es dort Alkohol gibt, wenn ich müde bin u.s.w. Ich habe eine Beziehungspause vereinbart ... für uns beide. Wir müssen uns erst beide als eigenständige Wesen wiederfinden und lernen zu leben und die Verantwortung zu übernehmen, jeder für sich, für seine Gefühle, Gedanken und Handlungen. Das hat mir kein Therapeut gesagt, ist mein Bauchgefühl gewesen. Ich bin jetzt wichtig und meine Abstinenz steht an erster Stelle. Ich möchte lernen, unabhängig zu leben. Ebenso mein Mann. Ich erwarte auch nichts mehr von ihm, ich regele es selbst. Bin ihm nicht böse, wenn er nein sagt... er hat ja das gleiche Recht wie ich, und soll das Tun, was er möchte. Wenn es gemeinsam passt, ist gut, wenn nicht dann eben nicht.

Es ist ein gemeinsamer Weg und doch ein getrennter, einsamer. Wie es sich weiterentwickelt, wird sich zeigen in Zukunft.

Ich vermute dein Mann oder Freund hat das noch nicht erkannt, sonst würde er nicht so reagieren, wie du es oben beschreibst. Du kannst ihn nicht heilen, dass muss er selbst tun. Er muss sich verändern wollen und an sich arbeiten, so meine Meinung.

Wünsche alles Gute,
Dhyana

Morgenrot
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Registriert: 29.02.2008, 11:36

Re: Kann man/ ich zur CO erzogen werden?

Beitrag von Morgenrot » 25.05.2019, 09:39

Hallo,

da schreibst du etwas, was ich sehr gut nachempfinden kann und zwar als Angehörige
Es ist ein gemeinsamer Weg und doch ein getrennter, einsamer. Wie es sich weiterentwickelt, wird sich zeigen in Zukunft.
Ich habe auch die Erfahrung gemacht, das beide an sich arbeiten müssen und das, das trocken werden alleine, keine Probleme löst.
Zuerst scheint es ja so, als kämen da immer neue dazu. :oops:
Da ist plötzlich jemand der sich einbringt, der mitdenkt und vor allem wieder Interesse am Leben hat, der aber auf der anderen Seite unwahrscheinlich viel Zeit auch für sich braucht, um sich selbst zurecht zu finden.
Auf der anderen Seite steht der Angehörige, der auch in einem neuen Lebensabschnitt angekommt, der plötzlich nicht mehr alles entscheiden muß, der aber auch sehr skeptisch ist, was die Trockenheit angeht.
Das Vertrauen war ja komplett zerstört.
Mein xy ist im Oktober 2 Jahre trocken, aber "die Arbeit", die Dhyana beschrieben hat, und auch das ankommen im neuen Leben sind noch voll im Gange.
Da brauchen beide Seiten sehr viel Geduld.


lg Morgenrot

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