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Kann man/ ich zur CO erzogen werden?

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit

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Dhyana
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Re: Kann man/ ich zur CO erzogen werden?

Beitrag von Dhyana » 25.05.2019, 09:54

Guten Morgen,

ich bin auf das Thema aufmerksam geworden, weil ich mich gefragt habe, ob ich meinen Mann co abhängig gemacht habe oder ob er es schon vorher war. Eben so die Frage, nach dem Ursprung der Co Abhängigkeit. Wir hatten letzte Tage ein Gespräch, wo rauskam, dass wir beide, das Gefühl hatten, auf den anderen wie auf einen Kind aufpassen zu müssen und ihn deshalb nicht im Stich lassen konnten. Er hat sich für mich verantwortlich gefühlt und ich für ihn. Und beide für unsere Kinder. Und keiner lebte ein glückliches Leben.
Je mehr ich beobachte, um so mehr co abhängig. Verhalten erkenn ich bei ihn und bei mir.
Z.B. er ruft an und fragt mich : soll ich nach Hause kommen (von der Arbeit) oder noch ein paar arbeiten erledigen? Ich antworte musst du wissen. Er: Ja was machst du, bist du zuhause? Ich: Ich bin im Wald spazieren. Er: oh ja, dann ich komme dir nach.
Versteht ihr was ich meine oder bin ich übertrieben?
Oder ich arbeite an mir, lese, reflektiere, verändere. Er nicht, er hofft, es ändert sich von allein, getrennte Zimmer würden langen. Nun merkt er aber, dass er sich leer fühlt und einsam. Ich bin ja nicht mehr bedürftig, ganz im Gegenteil.
Ich habe für mich beschlossen, eine Psychotherapie zu machen, weil vieles aus meiner Vergangenheit, Kindheit, die Ehe meiner Eltern, hochkommt und ich es in Verbindung bringe mir meiner Ehe und wie wir sie gestaltet haben. Ich erzähle ihm das und frage ihn, ob er auch interessiert wäre .. obwohl ich es ja primär für mich machen möchte. Da ich aber weiss, das es ihn genauso betrifft, und glaube, dass es ihm gut tun würde, frage ich ihn auch. Ist das nun einfach nett von mir oder gehe ich schon wieder zu weit, mit meiner Einladung an ihn mitzumachen? Mich würde eure Meinung interessieren. Er hat ja gesagt, übrigens, er käme gerne mit. Ob wir dann gemeinsam oder getrennt Therapie machen oder beides, wird sich zeigen, nach dem Gespräch mit dem Therapeuten, denke ich mir. Ich schrieb ja, und weiss er muss es wollen und er will auch, aber er ist so einer der nicht den Schritt macht. Ich habe ihn, als ich noch trank, empfohlen zu den Angehörigen AAA zu gehen. Ich habe mich mit mir und mit ihm beschäftigt, süchtig, abhängig und co abhängig. Irgendwie verrückt. Zumindest erscheint es mir so, vielleicht denke ich auch zu kompliziert. Darum strebe ich die Therapie an.
liebe Grüsse, Dhyana

FreeWell
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Re: Kann man/ ich zur CO erzogen werden?

Beitrag von FreeWell » 25.05.2019, 10:01

Liebe Dhyana,

danke dir für deine Worte, die aus ganz anderer Perspektive das gleiche Phänomen schildern. Du schreibst:
Wir müssen uns erst beide als eigenständige Wesen wiederfinden und lernen zu leben und die Verantwortung zu übernehmen, jeder für sich, für seine Gefühle, Gedanken und Handlungen. Das hat mir kein Therapeut gesagt, ist mein Bauchgefühl gewesen. Ich bin jetzt wichtig und meine Abstinenz steht an erster Stelle. Ich möchte lernen, unabhängig zu leben. Ebenso mein Mann. Ich erwarte auch nichts mehr von ihm, ich regele es selbst. Bin ihm nicht böse, wenn er nein sagt... er hat ja das gleiche Recht wie ich, und soll das Tun, was er möchte. Wenn es gemeinsam passt, ist gut, wenn nicht dann eben nicht.

Es ist ein gemeinsamer Weg und doch ein getrennter, einsamer. Wie es sich weiterentwickelt, wird sich zeigen in Zukunft.
Wie Recht du hast. Es ist ein einsamer Weg und doch gemeinsam. Es kommt mir im Moment so vor wie bei einem Boxkampf. Am Anfang werden die Schläge innerhalb der Regeln ausgetauscht. Dann wird einer der beiden unfair oder setzt einen schmerzhaften Schlag. Der andere fängt an zu klammern. So kann der Boxkampf nicht weiter gehen und der Ringrichter trennt die beiden. Dann geht es von vorne los. Schlag um Schlag, Fairness, Unfairness, klammern, wegstoßen ...

Nur in unserem "Beziehungskampf" gibt es keinen Ringrichter, der neutral ist und auf die Regeln achtet. Meistens haben die Alkis einen Therapeuten/Betreuer und die CO's müssen alleine klar kommen, bis sie endlich in dieses Forum finden. Dann finden sie Hilfe und können beginnen, auch ihr Leben zu verändern.

Aber wie du schreibst, ohne Abstand klammert man an den alten/falschen Verhaltensmustern fest und die Spirale geht für beide abwärts. Schaffen die CO's, den Abstand herzustellen, dann wird das gewohnte Verhaltensmuster aufgebrochen und erzeugt Wut/Widerstand beim Alk und ENTZUG bei der CO. Ich hätte nie gedacht, dass dieser Entzug so heftig ist. Ich bin jetzt ca. 3 Wochen nicht mehr bei ihm gewesen. So eine kurze Zeit werden hier viele sagen, aber für mich so lang. Hier und da gehen die Spielchen telefonisch weiter, aber ich lasse mich nicht mehr darauf ein. Bleibe ruhig, mache keine Vorwürfe und schweige im Zweifelsfall. Aber in Gedanken bin ich bei ihm. Nun hat er bald Geburtstag und erwartet, dass ich da für ihn eine riesige Aktion mache. Warum sollte ich ... wenn ich aber dann nichts mache, will er sich dann umbringen. Ja, das ist Erpressung und ein Zeichen, wie egal ich und unsere Liebe ihm ist.

Zwischenzeitlich habe ich herausgefunden, dass er ein extremer Narzisst ist. Ein anderer Beitrag hier im Forum brachte mich darauf. Narzissmus ist nicht heilbar. Er könnte über Jahre sein Verhalten umkonditionieren, wenn er das wollte. Aber da sehe ich NULL Motivation, denn es ist wohl sein Geburtsrecht, der Mittelpunkt der Erde zu sein und gefüttert zu werden. Alles andere ist nicht akzeptabel. So glaube ich zurzeit nicht, dass wir in Zukunft eine Chance haben, selbst wenn er trockener Alkoholiker wäre. Der Narzissmus ist bei ihm so stark, so dass ich denke, dass wirklich der Alkohol sein kleineres Problem ist.
Ich vermute dein Mann oder Freund hat das noch nicht erkannt, sonst würde er nicht so reagieren, wie du es oben beschreibst. Du kannst ihn nicht heilen, dass muss er selbst tun. Er muss sich verändern wollen und an sich arbeiten, so meine Meinung.


Ja richtig. Aber was ist, wenn er nicht an sich arbeiten will ? Gerade rief er wieder an, ich könne sein Leben retten, wenn ich ihn jetzt zum Entzug ins Krankenhaus bringen würde. Ich antwortete nur, dass es einfacher wäre, den RTW zu rufen, eine Tasche zu packen und selbst zu fahren und er könne dann auch stolz darauf sein, dass er es alleine und selbst geschafft habe. Er sagte darauf nur, ich würde schon sehen, was ich von meiner Ignoranz hätte und hat wie immer aufgelegt. Er wollte damit andeuten, dass er sich jetzt umbringt. Am Anfang haben mich diese Drohungen aufgewühlt, aber irgendwann habe ich bemerkt, dass er es nicht macht.

Aber mal ganz ehrlich, welchen Sinn macht es noch, in diesem Leben zu verweilen als Extrem-Narzisst, uneinsichtiger Alkoholiker und alleine ohne finanzielle Möglichkeiten ? Er hat alle seine Freunde und seine Familie verloren mit seinem Verhalten. Nun bin ich auch weg und nur noch eine Nachbarin hilft ihm etwas mit Essen und Zigaretten. Es tut so weh, einen eigentlich charmanten, wunderbaren Mann seinem nichtabwendbaren Schicksal zu überlassen und nur noch zuzuschauen, wie alles immer schneller den Bach runter geht ohne eine Chance einer Rettung oder Änderung ...

Es gibt Tage, wo ich zu mir finde und auch wieder arbeite und das fühlt sich gut an. Gestern war so ein Tag. Meine Stimme wird wieder kräftiger und ich kann manchmal sogar strahlen, so wie früher, aber 90% meiner Gedanken hängen bei ihm und der Hilflosigkeit, irgendetwas zu tun ... ich hoffe sehr, dass diese schlimme Situation sich irgendwann ändert ...

Ich wünsche allen Kraft für ihre Entwicklung !
FreeWell

Dhyana
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Re: Kann man/ ich zur CO erzogen werden?

Beitrag von Dhyana » 25.05.2019, 10:10

Kann es sein das ich aus einer anerzogener co Abhängigkeit in die Abhängigkeit gerutscht bin ... so kommt es mir vor. Mein erster Freund und späterer Mann, habe ich mit 16 kenngelernt, in einem Schulskilager. Er war betrunken und lag im Schnee, bei eisiger Kälte. Ich habe ihn auf die Beine geholfen und ihn ins warme gebracht. Hmm, bin schwer am überlegen... Vielleicht spielt es aber auch keine Rolle mehr.
LG

Dhyana
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Re: Kann man/ ich zur CO erzogen werden?

Beitrag von Dhyana » 25.05.2019, 10:29

liebe FreeWell, hat er jetzt gerade anrufen ? Ich dachte er trinkt nicht mehr, so habe ich es verstanden. Macht er Therapie, beschäftigt er sich mit der Sucht? Das muss er tun, m.E. sonst keine Chance. Nur nicht trinken, langt bei weitem nicht. Dann bleibt es ein Verzicht, er wird es vermissen, bleibt griesgrämig und ein Kind in der Opferhaltung. So kam ich mir zumindest vor, als ich trank und anderen die Schuld und die Gründe für mein Trinken gab.

Klar, wer es besser er ruft den RTW, aber immerhin will er Hilfe. Ich würde sagen, hinfahren würde ich ihn und ihn dort übergeben, ja. Mehr aber nicht. Würde ich so machen, wenn mich jemand bittet der in Not ist und nicht die Kraft findet sich selbst zu bewegen. Aber dann lasse ich ihn los, dort im Entzug, ist er ja auch in guten Händen. Was er daraus macht, bleibt ihn überlassen.

Kennst du das innere Stop Schild? Immer wenn du anfängst, über ihn zu Sorgen, zu denken hole es hervor, sage dir Stop ... mache was anderes, lenke dich ab, mit positiven. Es ist dein Leben und es ist sein Leben.

Du kannst dir auch Hilfe holen, es gibt viele SHG für Angehörige, es hilft unheimlich sich auch mal life auszutauschen. Denke an dich, du bist der wichtigste Mensch in deinem Leben. Handle nicht gegen ihn, sondern für dich. Irgendwie geht es immer weiter.

Dhyana
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Re: Kann man/ ich zur CO erzogen werden?

Beitrag von Dhyana » 25.05.2019, 10:42

Noch was
... in Liebe loslassen ... wäre das ein Satz für dich? Klammere dich nicht mehr an ihn... so wie er sich verhält, tut es dir weh und jeder "normale" Mensch würde sagen, nicht mir mir, bei aller Liebe, so nicht .. Warum er so handelt, ob Narzisst oder was... löst nicht das Problem, und es ist auch nicht deins. Zieh dir den Rucksack nicht auch noch auf deine Schultern an. Er ist kein Kind mehr, er muss Erwachsen werden... wenn er will. Du bist auch erwachsen und hast die Freiheit zu entscheiden, in Liebe loszulassen oder weiter zu machen in dem Spielchen.
Ich denke da auch z.B. an meine Kinder ... die muss ich auch loslassen und sind mir viel näher als ein Partner.
Loslassen kann man lernen.

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Re: Kann man/ ich zur CO erzogen werden?

Beitrag von FreeWell » 25.05.2019, 10:50

Liebe Dhyana,
Kann es sein das ich aus einer anerzogener co Abhängigkeit in die Abhängigkeit gerutscht bin ... so kommt es mir vor.
Das halte ich absolut für möglich, denn irgendwann hält man es nicht mehr aus, hat nicht mehr die Kraft immer zu helfen, immer im außen zu sein und sich zu sorgen. Auch ich habe während des Zusammenlebens mit meinem XY manchmal ein Glas getrunken, um runter zu kommen. Diese gleichgültige Stimmung hat mich zur Ruhe kommen lassen. Aber dann bemerkte ich, dass ich das brauchte, um mehr auszuhalten, um mehr für ihn da sein zu können und gleichzeitig ging meine Leistungsfähigkeit dennoch den Bach runter. So habe ich von heute auf morgen damit aufgehört. Dann musste ich es so ertragen ... und als ich es nicht mehr ertrug, habe ich eine Wohnung gesucht.

Ob nun CO oder Alk, es sind beides Suchterkrankungen und das bedeutet, dass man sein Problem nicht angehen, sondern betäuben will. Weißt du, schon in meiner Ehe habe ich manchmal gedacht, dass ich ohne einen hilfebedürftigen Menschen in meiner Familie gar keinen Sinn in meinem Leben sehen würde. Ich war nur geboren, um zu helfen, dachte ich damals. Es fühlte sich an, als ob ich die Starke bin und den armen schwachen anderen Menschen zur Seite stehe. Aber wenn ich heute ehrlich bin, habe ich mit diesem Suchtverhalten nur meine eigene Sucht zu helfen vertuscht.

Ja, das Leben ist kompliziert ...

LG, FreeWell

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Re: Kann man/ ich zur CO erzogen werden?

Beitrag von FreeWell » 25.05.2019, 11:13

Liebe Dhyana,
hat er jetzt gerade anrufen ? Ich dachte er trinkt nicht mehr, so habe ich es verstanden. Macht er Therapie, beschäftigt er sich mit der Sucht? Das muss er tun, m.E. sonst keine Chance. Nur nicht trinken, langt bei weitem nicht. Dann bleibt es ein Verzicht, er wird es vermissen, bleibt griesgrämig und ein Kind in der Opferhaltung. So kam ich mir zumindest vor, als ich trank und anderen die Schuld und die Gründe für mein Trinken gab.
Ja, er war 4 Monate trocken, wobei ich im letzten Monat nicht mehr sicher war. Er hatte immer noch gehofft, dass ich zurück komme. Er macht keine Therapie, hat aber schon sehr viele Entzüge und Therapien gemacht. Er beschäftigt sich nicht mit seiner Sucht, sondern ist Opfer. Er wurde ja betrogen und verlassen aus seiner Sicht. Ich habe mich aber nur zurück gezogen.
Klar, wer es besser er ruft den RTW, aber immerhin will er Hilfe. Ich würde sagen, hinfahren würde ich ihn und ihn dort übergeben, ja. Mehr aber nicht. Würde ich so machen, wenn mich jemand bittet der in Not ist und nicht die Kraft findet sich selbst zu bewegen. Aber dann lasse ich ihn los, dort im Entzug, ist er ja auch in guten Händen. Was er daraus macht, bleibt ihn überlassen.
Im Grunde hast du Recht. Aber weißt du, ich habe ihn in den letzten Jahren unzählige Male in die Klinik gefahren und jedes Mal ist es ein Akt von 5-7 Stunden. Ich muss seine Tasche packen, weil er es nicht mehr kann. Dann will er noch Blumen gießen und und und ... er zieht die Abfahrt hinaus. Dann muss eine weitere Flasche gekauft werden, damit in der Aufnahme nicht so schnell Suchtdruck entsteht. Und Zigaretten. Bei Ankunft in der Klinik erst noch in Ruhe eine rauchen. Das kann man auch drinnen im Warteraum. Dann Aufnahme. Warten. Er ist dort bestens bekannt. Man lässt ihn warten, um die Ernsthaftigkeit des Entzugs zu testen. Manchmal ist dann nach 4-5 Stunden Aktion kein Bett auf der Lieblingsstation frei. Dann nimmt er seine Tasche und geht schnellen Schrittes raus mit den Worten: Dann nicht. Komm wir fahren nach Hause.

Der ganze Akt kostet tonnenweise Nerven, Geld, Zeit und ich bin am Ende wieder mit ihm zuhause in einem noch schlimmeren Zustand. Das gleiche Spiel treibt er auch mit Bekannten, die ihn fahren. Und noch schlimmer. Kannst du nun verstehen, warum ich ihn nicht fahren möchte ? Mir fehlt einfach die Kraft dafür. Wie oft war ich da, habe den RTW gerufen. Stundenlange Diskussionen. Er stieg schließlich ein. Papiere wurden ausgefüllt. Dann stieg er wieder aus mit den Worten, nur mal Probesitzen zu wollen.
Kennst du das innere Stop Schild? Immer wenn du anfängst, über ihn zu Sorgen, zu denken hole es hervor, sage dir Stop ... mache was anderes, lenke dich ab, mit positiven. Es ist dein Leben und es ist sein Leben.
Ja, das versuche ich ja und deswegen lasse ich mich nicht mehr auf Klinikfahrten ein. Er greift mitten in der Fahrt ins Lenkrad und öffnet die Autotür. Ich glaube, es ist sogar verboten, so einen gefährlichen Krankentransport zu machen. Deswegen rufe ich nur noch den RTW, aber steigt er dann ein ?
Du kannst dir auch Hilfe holen, es gibt viele SHG für Angehörige, es hilft unheimlich sich auch mal life auszutauschen. Denke an dich, du bist der wichtigste Mensch in deinem Leben. Handle nicht gegen ihn, sondern für dich. Irgendwie geht es immer weiter.
Ja, ich habe eine SHG. Im Grunde gut, denn mir helfen am meisten die Worte von trockenen Alkoholikern, da sie aus einer anderen Sicht reden. Nur ist sie leider an einem Termin, wo ich aus beruflichen Gründen selten kann. Außerdem habe dort nun einige Enkelchen bekommen und wir reden sehr viel darüber. Das ist sehr schön, aber ich kann mich so schlecht mit ihnen freuen ...

Ich versuche, bei mir zu bleiben und den Tag zu überleben. Ich gehe im Wald spazieren und versuche, mich zu entspannen. Das hilft ein bisschen. Nur der Himmel weiß eine Lösung ...

LG, FreeWell

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Re: Kann man/ ich zur CO erzogen werden?

Beitrag von FreeWell » 25.05.2019, 11:19

Liebe Dhyana,
... in Liebe loslassen ... wäre das ein Satz für dich? Klammere dich nicht mehr an ihn...
Ja, unbedingt. Das tue ich ja. Ich habe drei wunderbare Töchter und habe sie in Liebe losgelassen, als sie mit 18 Jahren auszogen. Wir haben ein tolles Verhältnis miteinander. Keiner klammert und wenn wir uns sprechen, dann meistens sehr entspannt. Manchmal sprechen wir uns auch 1-2 Wochen garnicht, dann wieder mehrmals täglich. Zuletzt kamen die beiden Jüngsten mich spontan mit selbstgemachter Pizza besuchen und hatten kleine Geschenke für mich. Ich habe mich so gefreut. Das ist alles entspannt.

Meinen XY könnte ich auch loslassen, wenn es einfach nicht mehr funktioniert mit uns beiden, aber dann kommt meine Co-Abhängigkeit, die Sucht zu helfen. Und die muss ich aushalten. Ich bin jetzt auf Entzug. So sehe ich das. Und ich muss es einfach durchstehen, denn nach über 50 Jahren kann man dieses Co-Verhalten nicht so einfach ablegen ...

LG, FreeWell

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