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Kann man/ ich zur CO erzogen werden?

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit

Moderator: Moderatoren

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Dhyana
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Re: Kann man/ ich zur CO erzogen werden?

Beitrag von Dhyana » 25.05.2019, 12:41

liebe FreeWell, danke für deine Erklärungen ... huh das ist hart, bin da ganz der Meinung von sunshine.
Gibt da ein Spruch von Buddha glaube ich, der mir beim lesen eingefallen ist: "Rette du dich, keiner sonst kann es für dich tun !"

Was Freiheit anbelangt, für mich ist es auch ein höchstes Gut. Mich zu befreien, mich zu lösen war, als ob eine Riesen Last von mir abgefallen ist. Endlich nur noch für mich verantwortlich zu sein ... ich ging Tag für Tag leichter und befreiter durchs Leben, mit einem lächeln. Aber auch ich musste erst ganz unten sinken, mein Leid wurde so unerträglich gross, ich befand mich in einem tiefen, dunklen Tal ... dann erst konnte ich loslassen... und sah langsam vor mir, die Lichtung, den Horizont. Es ist kein schneller Weg und auch kein leichter, aber es ist zu schaffen.
Ist ein Prozess, eine Entwicklung, um aus der Angst in die Freiheit zu kommen. Möglich ist es allemal und ich würde dir empfehlen, dir jede Hilfe zu holen, die du brauchst. Angst hatte ich auch, der andere würde es nicht schaffen ohne mich, mein Mitgefühl war gross, für ihn, aber nicht für mich, die ja auch litt... aber ich war es gewohnt zu leiden (Kindheit), mich Sorgen um andere zu machen (Kindheit), für andere da zu sein (Beruf Krankenschwester) ... ich hatte nur Augen und Trost für andere. Das es mich auch gibt und ich Bedürfnisse habe, die da sein dürfen, auch wenn sie dem anderen nicht gefallen ... das kannte ich nicht. Aber ich habe es gelernt und du kannst es auch, ganz bestimmt.
Bleib bei dir, habe dich lieb! Viel Kraft und Geduld und Durchhaltevermögen wünsche ich dir ! Denk ans Lichtvolle, wenn es dunkel um dich wird... es geht vorbei.
Sonnige Grüsse
Dhyana

Dhyana
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Re: Kann man/ ich zur CO erzogen werden?

Beitrag von Dhyana » 25.05.2019, 12:54

Wo ist der Unterschied zwischen menschlicher Hilfe und Co-Abhängigkeit ?
Meine Gedanken dazu:
Ich kann helfen, wenn ich selbst gesund bin, wenn ich mich dabei nicht selbst verletze, nicht über meine gesunden Grenzen gehe.
In der Co-Abhängigkeit versuche ich den anderen zu retten und gehe dabei selber runter. Weil ich selbst hilfsbedürftig bin. Wie zwei Menschen, die beide nicht schwimmen können und schwimmen lernen wollen. Sie springen ins Wasser, wollen sich gegenseitig helfen, aber beide werden ertrinken, wenn sie Pech haben. Sie brauchen zuerst erfahrene Schwimmer, die ihnen das Schwimmen beibringen.

FreeWell
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Re: Kann man/ ich zur CO erzogen werden?

Beitrag von FreeWell » 05.06.2019, 23:07

Liebe Dhyana,
Wo ist der Unterschied zwischen menschlicher Hilfe und Co-Abhängigkeit ?

Meine Gedanken dazu:
Ich kann helfen, wenn ich selbst gesund bin, wenn ich mich dabei nicht selbst verletze, nicht über meine gesunden Grenzen gehe.
In der Co-Abhängigkeit versuche ich den anderen zu retten und gehe dabei selber runter. Weil ich selbst hilfsbedürftig bin. Wie zwei Menschen, die beide nicht schwimmen können und schwimmen lernen wollen. Sie springen ins Wasser, wollen sich gegenseitig helfen, aber beide werden ertrinken, wenn sie Pech haben. Sie brauchen zuerst erfahrene Schwimmer, die ihnen das Schwimmen beibringen.
Das hast du sehr schön beschrieben und ich habe bis jetzt gebraucht, um es zu verstehen. Weißt du, ich bin sogar eine gute Schwimmerin und schwimme mit Leidenschaft und habe sogar einen Rettungsschein gemacht ... Sucht nach helfen oder einfach nur Ausbildung zum Lebensretter für alle Fälle ?

Schau bitte mal in meinen Thread, dort habe ich gerade meine aktuelle Entwicklung beschrieben und ich bin gerade dabei, mein Eingangsrätsel zu lösen und im Grunde mache ich es genau so, wie du es hier beschrieben hast.

Und nun zum Thema dieses Threads: Kann man zur CO erzogen werden ? Ich glaube, dass die Erziehung viel ausmachen kann, da man als kleines Kind möchte, dass die Eltern einen lieben und da tut man alles, damit man die Liebe erhält. Aber ich glaube auch, dass es eine gewisse genetische Disposition gibt, dass man "gerne" zum "Helfer" wird. Sprich, wenn man die Veranlagung dazu hat, dann hat die Erziehung ein leichtes Spiel.

Nun denke ich heute, dass es aber vielleicht auch umgekehrt geht. Ich stelle also provokativ die Frage: Kann ich mir die CO-Eigenschaften ab-erziehen sprich abgewöhnen oder ist es so, dass man einmal CO immer CO ist ? Ich kann nur für mich sprechen, aber ich bin überzeugt, dass man sich selbst erziehen kann und Verhaltensmuster üben kann, die das CO-Verhalten nach und nach abbauen. Es ist wohl wie das Laufen trainieren für einen Marathon. Willst du am Ende die 10 km laufen können, musst du einfach ständig laufen bzw. üben.

Ich wünsche allen CO's hier, dass sie in diesen Selbsterziehungsprozess mutig einsteigen und es für möglich halten. Schließlich gibt es hier auch genug Beispiele für trockene Alkoholiker. Hut ab vor dieser Leistung ! Warum sollte es nicht auch einige "trockene CO's" geben ? Ich halte es für möglich und es gibt einen schlauen Satz, der da sagt: "Nur wenn du Wunder für möglich hältst, wird das unmögliche möglich."

Ich halte Wunder für möglich !! Und eine Sucht zu überwinden, ob es nun Alkohol oder die Sucht zu helfen ist, ist doch schon fast egal, oder ? Wir CO's haben einen kleinen Vorteil: Wir haben keine körperlichen Symptome. Dafür sind aber die seelischen Suchterscheinungen weniger offensichtlich. Aber: Gefahr erkannt, Gefahr gebannt, oder ? Packen wir's an !

Ich wünsche allen den Mut zur Veränderung und Selbsterkenntnis !

LG, FreeWell

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Re: Kann man/ ich zur CO erzogen werden?

Beitrag von ideja » 06.06.2019, 00:04

Liebe FreeWell,

Natürlich bleibt eine CO immer CO, wie ein Alkoholiker, immer ein Alkoholiker bleibt.

ich glaube dass sie (wir?) auch müssen lebenslang das im Bewusstsein haben, und jede Beziehung in der wir uns befinden, von Zeit zur Zeit reflektieren damit es nicht passiert das wir in das Verhalten wieder reinrutschen.

Und das mit körperlichen Symptomen ist fraglich. Wie ich einem Alkoholiker nicht angesehen haben muss dass er getrunken hat, so auch einer CO du nicht sehen kannst zB. einige Krebszellen die wachsen...

lG ideja

Dhyana
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Re: Kann man/ ich zur CO erzogen werden?

Beitrag von Dhyana » 06.06.2019, 10:36

Liebe Freewell
Ich habe dein thread gelesen, du liest viel stabiler und entschlossener, das freut mich... bist auf guten Weg zu dir selbst.
Ich meine auch, so wie ich als trockene, nie vergessen werde (hoffentlich), dass ich süchtig bin, muss ich auch als CO genauso achtsam sein und bewusst bleiben. Änderungen sind möglich im Verhalten, wenn man sie nur will. Das gilt ebenso für den Partner. Nur er kann sich ändern.. mit therapeutischer Hilfe (Suchtherapie, Gruppen etc, mit Einsicht, Erkenntnis und den Wunsch es zu tun. Wenn er nicht will, kannst du nichts machen, ausser weiter für dich sorgen und ihn seinen Weg gehen lassen. Auch wenn es weh tut. Ist ja bei den eigenen Kinder auch so.
Liebe Grüsse und einen sonnigen Tag
Dhyana

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Re: Kann man/ ich zur CO erzogen werden?

Beitrag von Anonymia » 24.10.2019, 17:02

Das ist ein spannendes Thema.

Noch bin ich nicht 100%ig sicher, ob ich auch eine CO bin oder einfach nur ein treudoofes Schäfchen. Aber in meinem Elternhaus war es auch so, dass ich von Anfang an "funktionieren" musste. Als ich klein war, war meine Mutter aufgrund ihrer psychischen Erkrankung mehrmals wochenlang in der Psychiatrie und ich sollte am besten so unsichtbar wie möglich sein und niemandem zur Last fallen. Mein Vater hat mich so erzogen, dass alle anderen Menschen wichtiger sind als ich und ich mein Bedürfnisse immer zugunsten anderer zurückstellen muss. Meine älteste Schwester und ich haben dieses Jahr festgestellt, dass unser Vater vermutlich ein Narzisst ist.

Mein Leben lang hab ich mir Männer als Partner ausgesucht, die ich "retten" musste. Mein aktueller Ex ist nicht der erste Suchtkranke in meinem Leben. Allerdings hatte ich noch nie einen Alki. Meine anderen Exen hatten entweder mit Koks oder Haschisch zu tun oder hatten eine psychische Störung. "Normale" Männer haben mich irgendwie nie interessiert. Mein Freundeskreis besteht sowieso fast ausschließlich aus Leuten, die mehr oder weniger kaputt sind.. ich fühle mich dort einfach zu Hause. Man kann tiefgründige Gespräche führen. Oberflächlichkeit war mir schon immer verhasst.
Bin halt selber kaputt, so wie es aussieht...

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