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Ich weiß nicht mehr weiter, meine Frau trinkt

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit

Moderator: Moderatoren

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Kaleu
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 1291
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Beitrag von Kaleu » 07.02.2014, 22:52

Liebe Sunshine,

ich verstehe gut, was Du meinst, aber Eigenverantwortung reicht ein Stück weiter als nur an die eigenen Gefühle heran, sondernschliesst diese mit ein.

Ich möchte Dir also ebenfalls widersprechen - dann was hast Du getan um Angst und Scham nicht fühlen zu müssen? Nicht Scham und Angst haben weiter gesoffen! Sondern Du.

Ich weiss aus eigenem Erleben wie sich Scham, Angst und Alkohol anfangen zu einem Brei zu vermengen den man nicht mehr auseinander halten kann.

Dennoch, selbst im tiefsten und schlimmsten Suff hast Du lieber weiter gesoffen bis zum völligen Zusammenbruch weil Du die Verantwortung für Deine Gefühle nicht übernehmen wolltest.

Sein wir froh, daß Du diesen Zusammenbruch dann überstanden hast.

Und lieber saufen als zu den eigenen Gefühlen zu stehen, bedeutet nunmal - ich sauf lieber. Weil ich's so will. Weil ich vor allem Anderen noch mehr Angst habe.

Auch dies ist eine Entscheidung die Du damals dann so getroffen hast, ich saufe lieber als mich meiner Angst zu stellen.

Liebe Grüße

Kaleu

Karl65
neuer Teilnehmer
Beiträge: 42
Registriert: 09.11.2013, 11:41

Beitrag von Karl65 » 10.03.2014, 17:36

Tja ihr Lieben, nach ca. 5 Wochen bin ich wieder mal hier.

Meine Hoffnungen sind mal wieder enttäuscht worden und ich musste nun zum wiederholten Mal einräumen, dass Ihr Recht habt.

Ich weiß noch, was ich gedacht habe, als ich das erste Mal hier gelesen habe. Für mich war dieses Forum eine Sammelstelle für alle unendlich Enttäuschten, die im Leben keine Hoffnung mehr haben. Das hatte mit mir nichts zu tun. Mit etwas mehr Geduld, Liebe, Zuneigung wollte ich das alles besser in den Griff bekommen.

Die Zeit hat mich eines Besseren belehrt.

Da war diese Trinkpause, von der ich schon berichtet habe. Es lief vieles besser und zunächst ohne Alk. Die Flasche Wein, die ich sah, war dann wieder die erste von vielen. Es wurde wieder erheblich mehr. Sie verhielt sich dabei geschickter und unaufälliger. Das Timing war einfach nur besser auf unseren Alltag abgestimmt, es gibt eben Zeiten (Wochenende, Abends... etc.), da fällt der Suff nicht so auf wie tagsüber, wenn man gleich am Arbeitsplatz fehlt. Ich ging ihr mehr und mehr aus dem Weg und demonstrierte meine Abneigung. Sie suchte sich Ihre Räume...

Heute gab es ein erneutes Gespräch. Für mich war es eine weitere Markierung, für sie war es ??? Sie hat erfahren, dass meine Tochter in eine Selbsthilfegruppe gegangen ist, von mir hat sie erfahren, dass ich regelmäßig Rat in einem Forum suche. Das war für sie offenbar beides sehr schockierend. Ich habe ihr den nächsten Step angekündigt: Umzug in eine Wohnung 10 KM weiter. Die Wohnung habe ich bereits raus gesucht. Eigentlich will ich nicht. Meine Hoffnung bremst mich. Trotzdem weiß ich, der Tag an dem ich gehen muss wird kommen. Ich muss gar nichts dafür tun. Sie tut es und macht mich bereit dafür!

Vor 2 Monaten stand für mich noch unsere Beziehung und ich im Vordergrund. Mehr und mehr ist es jetzt aber der Gedanke an meine Kinder. Wenn ich selbst in dieser schlimmen Situation verharren würde, wäre das meine Sache. Für die Kinder gibt es aber keinen außer mir, der sie schützen kann.

Gott gebe mir Kraft für die richtige Entscheidung!

Ihr habt von Schuldgefühlen und Scham geschrieben. Davon hat sie auch gesprochen. Mir war es ein Bedürfnis, mal alles auf den Tisch zu bringen, weil sie auch zugehört hat. Dabei war ich der Meinung, ich würde nur die nackten Tatsachen wieder geben. Für sie waren es unerträgliche Vorwürfe und Schuldzuweisungen und sie bat irgendwann darum, endlich damit auf zu hören. Wie gehe ich mit diesen Schuldgefühlen um? Ich kann sie doch für ihr Verhalten nicht auch noch loben. Trotzdem weiß ich, dass sie eigentlich Trost und Unterstützung braucht. Kann ich ihr das überhaupt geben, ohne in ein Co Verhalten zu rutschen?

Der nächste Step steht im Raum: Auszug und das Schaffen einer Schutzzone für alle, die unter ihr nicht mehr leiden wollen.

Die Kinder lieben ihre Mutter. Deshalb möchte ich sie Ihr eigentlich nicht entreißen. Ich brauche auch kein zweites Schlachtfeld, das auf dem Rücken der Kinder ausgetragen wird. Haltet ihr die Trennung der Eltern und das Zusammenleben der Kinder mal mit ihr mal mit mir für einen praktikablen Weg?


LG
Karl

Zimttee
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Beiträge: 1297
Registriert: 19.05.2012, 22:58

Beitrag von Zimttee » 10.03.2014, 18:42

Hallo Karl,

von welchem Alter sprechen wir bei deinen Kindern noch gleich?
Vielleicht können sie ja schon selbst entscheiden, wo sie hinwollen. Auf der anderen Seite droht hier die Gefahr, dass sie aus Co-Gründen zu ihr wollen.

Du solltest also nun vorbereiten, welche Gründe nun für das Sorgerecht für dich sprechen.
Welche Ausfälle hatte sie, was erlebten die Kinder? Wie geht es ihnen?

Viele Grüße,
Zimttee

Die_Susanne
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Registriert: 02.04.2010, 16:51

Beitrag von Die_Susanne » 10.03.2014, 20:16

Hallo zusammen,

bei Trennung der Eltern behalten beide Eltern das Sorgerecht.

Gibt es bei einem Partner Probleme, kann es sein, dass ein Richter dem anderen das Aufenthaltsbestimmungsrecht zuspricht; das Sorgerecht haben dann immer noch beide.

Es muss schon viel passieren, bis jemandem das Sorgerecht entzogen wird.

Letztlich hat es deine Frau in der Hand, wie es läuft.

Kinder ab 14 Jahren dürfen bezüglich ihres Lebensmittelpunktes mitreden.

Grüße
Susanne

kaltblut
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Beitrag von kaltblut » 11.03.2014, 11:51

Hallo Karl,

Respekt vor Deiner Entwicklung und Deinen Erkenntnissen. Die Zeit wird Dich noch oft hin- und herwerfen, mit vielen Fragen ohne Schirm im Regen stehen lassen. Co-Abhängig sein bedeutet die Unfähigkeit sein eigenes, selbstbestimmtes Leben zu führen. Mit jedem cm freien Raum entfernst Du Dich von dieser Situation und bekommst Klarheit zum Denken und Ändern.

Es ist ein gewöhnlicher Vorgang, dass sich die Krankheiten auf Nebenschauplätzen verlagern, denn die Ursachen sind ja nicht behoben, die sind ja nicht weg, nicht aus dem Kopf, vor allem nicht bei allen Beteiligten, nur weil sich etwas bei einem ändert, da bieten sich Kinder, Verwandte, Freunde, Kollegen, Schlammschlachten oder neue Krankheitsbilder gerade zu an. Ziel kann es deshalb nur sein, mit den Auslösern klar zu kommen.

Du, als nächster Beteiligter kannst am Wenigsten bewirken. Mir wurde damals geraten einfach da zu sein. Ich war dazu nicht fähig und habe das Leiden einfach noch paar Jahre in die Länge gezogen.

Übrigens bekam meine Exfrau damals nach einem mehrmonatigen Kontaktverbot beaufsichtigtes Besuchsrecht, dass zudem vom Vater meist vereitelt wurde. Damals wusste ich nicht, dass das Gericht nur zum Wohle des Kindes entschieden hatte und sah nur diesen mit allen Tricks arbeitenden Kindsvater und die immer mehr absaufende Frau, die mit jedem Anwaltsbrief immer neue handfeste Argumente zum Trinken bekam. Für mich waren das akzeptable Argumente, drei weitere Jahre.

Natürlich ist das nicht einfach so an dem Kind vorbeigegangen. Auch nicht, wenn es dann später zu Besuch war, wo die Mutter heimlich trank und dachte dem Kind etwas vormachen zu können. Heute kann ich sagen: für das Kind war der vorübergehende Bruch das Beste. Soweit konnte ich damals aber nicht denken, meine Verlustängste waren viel zu groß, die Gedanken noch zu verquirlt und die Abhängigkeiten... na ja.

LG Karl

Karl65
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Beitrag von Karl65 » 12.03.2014, 01:24

Hallo Susanne,

du fragst nach dem Alter meiner Kinder. Sie sind 6, 10 und 18 Jahre alt.

Ich soll Gründe für eine Schlammschlacht sammeln? Aktiv werde ich das nicht angehen, nur wenn ich dazu gezwungen werde. Dann würde mir aber sicher so manches einfallen.

Heute bin ich wieder mal eingewickelt worden. SIE hat mal wieder alles eingesehen. Über ihr Problem darf aber eigentlich nicht geredet werden, weil Sie die ewig gleichen Vorhaltungen nicht hören kann. Sie sagt, dass sie das nur runter zieht und es eher einen negativen Effekt hat. So macht sie mich mundtot. Ich soll positiv denken. Mal sehen, wie lange das hält. So lange ich die Reißleine nicht ziehen kann, genieße ich die nüchternen Tage. Ich kenne ja nun den immer gleichen Kreislauf. Da bin ich auch nicht am Boden zerstört, wenn es anders rum läuft.

LG
Karl

girasole
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Beitrag von girasole » 12.03.2014, 07:57

Hallo Karl,

ich frage mal etwas ketzerisch: Ist ja schön, dass Du das kennst und nicht mehr am Boden zerstört bist.
Aber was ist mit den Kindern??

Und wieso kannst Du die Reißleine nicht ziehen?

Sorry, aber da kann ich nur den Kopf schütteln.

LG
Girasole

RenateO
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 2058
Registriert: 26.12.2008, 15:28

Beitrag von RenateO » 12.03.2014, 08:11

Hallo Karl
Zitat:
Sie hat erfahren, dass meine Tochter in eine Selbsthilfegruppe gegangen ist, von mir hat sie erfahren, dass ich regelmäßig Rat in einem Forum suche.

und
Für die Kinder gibt es aber keinen außer mir, der sie schützen kann.

und:
Der nächste Step steht im Raum: Auszug und das Schaffen einer Schutzzone für alle, die unter ihr nicht mehr leiden wollen.

und
Haltet ihr die Trennung der Eltern und das Zusammenleben der Kinder mal mit ihr mal mit mir für einen praktikablen Weg?
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Lieber Karl lies mal was du so schreibst,Widersprüche überall,deine Tochter scheint das klarer zu haben als du ,wenn sie schlau ist und ihre Gruppe greift wird sie die erste sein die weg ist.während du auf das Unmögliche wartest statt deine kleineren Kinder zu schützen.

schau mal auf diese Zeilen von dir.
Zitat:
So macht sie mich mundtot. Ich soll positiv denken. Mal sehen, wie lange das hält. So lange ich die Reißleine nicht ziehen kann, genieße ich die nüchternen Tage. Ich kenne ja nun den immer gleichen Kreislauf. Da bin ich auch nicht am Boden zerstört, wenn es anders rum läuft.
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Dein Frau bestimmt also wie du dich fühlen sollst,wie wäre es wenn du die Verantwortung für dich und die Kinder übernimmst und nicht eine nasse Alkoholikerin.
Deine jüngeren Kinder können ohne fremde Hilfe nicht raus aus dieser Situation,denkst du nicht das du für sie mitentscheiden solltest und nicht nur darüber nachdenkst was Du noch aushalten kannst!?
Vielleicht erledigt sich das ,,Problem,, wenn deine Tochter Hilfe von außen annimmt und umsetzt und dann für ihre kleineren Geschwister mithandelt dann sitzt du eines Tages allein mit deiner ,,manchmal,,lieben Frau,dann und erst dann ist es nur Deine Sache.
Besser wäre es du übernimmst endlich mal die Verantwortung und schiebst die nicht immer auf andere (deine Frau die das zur Zeit suchtbedingt garnicht kann)
Wo soll ein führerloses Schiff denn ankommen,es schaukelt und schlingert ,hält keinen Kurs und irgendwann geht es unter .....................
hoffentlich können alle sich darauf befindlichen Menschen dann schwimmen.

Gruß R..

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