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Ich weiß nicht mehr weiter, meine Frau trinkt

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit

Moderator: Moderatoren

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RenateO
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Beitrag von RenateO » 12.03.2014, 08:17

Ich nochmal
wie einsam und verloren muß sich deine Tochter fühlen,sie hat keine Unterstützung von dir ,sucht diese Gott sei Dank ,,draussen,,
was du ihr vorlebst....traurig ist das.
Hoffentlich setzt du oder deine Frau das Mädchen nicht unter Druck wenn sie sich verändert oder irgendwann geht.
Oder hoffst du das sie sich außen die Stärke holt die Mutter auszuhalten so wie du das versuchst?
LG R..

Honeymaker
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Beitrag von Honeymaker » 12.03.2014, 13:31

Hallo Karl,
wenn man den Partner immer noch liebt, ist es einfach verdammt schwierig sich zu lösen. Du willst ja, dass es dem anderen besser geht und dass Ihr Euch wieder als Familie und Paar finden könnte, du willst ja helfen. Das Problem ist aber - du kannst es nicht und der andere lässt dich auch gar nicht. Vor diesem Hintergrund musst du dir bitte auch kein schelchtes Gewissen einreden lassen, dass du derjenige bist, der sie mit immer den selben Vorhaltungen runterzieht. Am besten bist du auch noch der Grund warum sie den trinken muss - weil sonst kann sie ja das ständige Gelaber nicht ertragen. Ehrlich gesagt, du kannst jetzt das geduldigste Schaf der Welt sein, oder auch der größte Stänkerer - du kannst es nicht ändern. Sie will trinken, egal ob du redest, singst oder schreist. Es ist egal.

Natürlich bleibt jetzt immer noch die schwierige Frage, wie es weiter geht. Ich persönlich bin auch der Meinung, dass Ihr an einer Trennung nicht vorbeikommen werden, wenn sie nicht bereit ist, an ihrer Sucht zu arbeiten. Ich kann aber verstehen, dass das Durchziehen dieses Schritts einfach riesig schwierig ist. Da ist die Hoffnung, dass sie dann doch noch die Kurve kriegt, die Liebe die vermutlich immer noch da ist und andererseits die Familie, die ja auch immer noch irgendwie zu funktionieren scheint. Meiner Meinung nach kann man eine Entscheidung auch hier nichteinfach übers Knie brechen. Mit drei kleinen Kindern ist man auch nicht so einfach ausgezogen und ich wüsste nicht, ob ich es so ohne weiteres fertig bringe, jemanden aus der Wohnung zu werden. Andererseits wird der Punkt kommen, an dem man zum Ergebnis kommt, dass es nicht mehr anders geht. Bis dahin wird aber vermutlich noch einiges an Porzellan zerschlagen. Die Frage ist - muss es soweit kommen???

Aber löse dich bitte von der Vorstellung, dass für sie dann offensichtlich doch noch ein normaler Umgang mit Alkohol möglich ist. Wenn sie versucht es sein zu lassen und beim Griechen dann doch den Ouzo akzeptiert, dann kann das nix werden. Denn diese Phase hat sie offensichtlich schon lange hinter sich gelassen. Mir fiel diese Akzeptanz seinerzeit schwer, weil das heißt ja auch Einschränkungen für einen persönlich, aber wenn sie akzeptieren muss, dass sie erkrankt ist, musst du diese Akzeptanz auch annehmen.

So oder so, ich wünsche dir immer noch, dass sie auf einmal sieht, dass sie krank ist und dagegen kämpfen muss. Aber ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass das so bald möglich ist.

Alle guten Wünsche
HM

Karl65
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Beitrag von Karl65 » 20.03.2014, 18:26

... in der letzten Woche war es wieder extrem schlimm.

Ich habe mich erneut abgegrenzt, schlafe auf dem Sofa, bin abweisend, gebe stumme Signale "nicht mit mir" ... aber handle nicht.

Sie: Einsicht, es geht nicht mehr so weiter. Keine eigenen Ideen, wie sie es in die Praxis umsetzen soll. Dann doch die Aussage "Ich muss eine Therapie machen, komm mit."

Ich: Nachdem ich so oft probiert habe, tolle Ratschläge zu geben und nur enttäuscht wurde, habe ich keine Lust mehr darauf. Es waren bisher sowieso immer nur Sprüche. Auf diese Spielchen habe ich keine Lust mehr. Sucht sie jetzt endlich mal Hilfe und ich verwehre sie, weil ich die Nase gestrichen voll habe? Würdet ihr sie nach 1000 Enttäuschungen an der Hand nehmen und sie irgendwo in eine Therapie schleppen? Oder würdet ihr ihr klar machen, dass sie selbst aktiv werden muss, ihren Weg alleine finden und gehen muss?

LG
Karl

Die_Susanne
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Beitrag von Die_Susanne » 20.03.2014, 19:34

Hallo Karl,

ich würde mich um mich und die Kinder kümmern.

Deine Frau kann zum Arzt gehen, in die Entgiftung, etc.
Das kann sie ganz alleine.

Ihr spielt offensichtlich ein Spiel miteinander.

Wäre ja wurscht, wenn für die Kinder nicht kostbare Lebenszeit verrinnen würde.

Susanne

RenateO
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Beitrag von RenateO » 20.03.2014, 19:38

Hallo Karl
Scheinbar machst du es richtig wenn du ihr Grenzen zeigst und diese auch hälst.
Also bleib dabei,sie muß die Wege suchen und finden,wenn sie dann wirklich zur Entgiftung in eine Klinik get kannst du sie ja hinfahren ,eine schwere Tasche tragen ,so kleine unverbindliche Gesten,mehr aber bitte nicht.
Ich wünsche dir viel Glück und bleib schön bei dir.
LG R..

girasole
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Beitrag von girasole » 20.03.2014, 23:48

Hallo Karl,

bleib bei Dir. Dein Gefühl sagt: Ich will nicht mehr.
Zweifele nicht daran, sondern nimm Dich ernst!

Wenn sie wirklich Hilfe will, kann sie sich aufmachen- ganz ohne DIch.
Wieso denkst Du, ihr Wohl und Wehe hängt allein von Dir ab? Davon, wie Du Dich nun verhältst? Das ist typisch Co.

Ihr spielt ein Spiel, und es ist auch noch Teil des Spiels, wenn einer sagt "ich spiele nicht mehr mit!" (Sinngemäß aus: Wenn Frauen zu sehr lieben)
Erst wenn Du wirklich die Nase voll hast von dem, was sie macht oder nicht macht- dann hast Du wirklich losgelassen.

Als es bei mir soweit war, habe ich keinen Strich mehr getan für XY: Ich hatte alle meine HIlfsbereitschaft gefühlt "aufgebraucht". Ich hatte ihm nichts mehr zu geben. Mir war klar, dass ich ihm auch nichts geben konnte.
Was ich tat oder nicht tat, war völllig uninteressant für ihn und seine Sucht.
Und tatsächlich: Er hat immer andere gefunden, die für ihn den Co spielten. Ich war kein zwingender Part in seiner Story! Ich habe mir den Part selbst aufgezwungen.
Als ich losließ, war er gerade wiedermal in einer Entgiftung und brauchte Sachen (war notfallmäßig eingeliefert worden, klar). Ich brachte ihm keine mehr und war gespannt, wie er dies lösen wurde. - Nun, es ging. Erst spannte er schamlos andere ein, und nach einigen Wiederholungen, als wohl niemand ihm mehr was brachte....
.... nun da hat er ein paar Tage auch mal ohne Sachen in der Entgiftung überlebt...
Nur als Beispiel.
Dass ich als Co auch lange so größenwahnsinnig war zu glauben, XY brauche mich tatsächlich überlebenswichtig, will ich gar nicht abstreiten....

Ach ja, nochmals meine Frage von vor einiger Zeit: Wieso kannst Du die Reißleine nicht ziehen?

LG
Girasole

Hilla
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Registriert: 21.03.2014, 12:00

Beitrag von Hilla » 24.03.2014, 09:18

... in der letzten Woche war es wieder extrem schlimm.

Ich habe mich erneut abgegrenzt, schlafe auf dem Sofa, bin abweisend, gebe stumme Signale "nicht mit mir" ... aber handle nicht.

Sie: Einsicht, es geht nicht mehr so weiter. Keine eigenen Ideen, wie sie es in die Praxis umsetzen soll. Dann doch die Aussage "Ich muss eine Therapie machen, komm mit."
Ich: Nachdem ich so oft probiert habe, tolle Ratschläge zu geben und nur enttäuscht wurde, habe ich keine Lust mehr darauf. Es waren bisher sowieso immer nur Sprüche. Auf diese Spielchen habe ich keine Lust mehr. Sucht sie jetzt endlich mal Hilfe und ich verwehre sie, weil ich die Nase gestrichen voll habe? Würdet ihr sie nach 1000 Enttäuschungen an der Hand nehmen und sie irgendwo in eine Therapie schleppen? Oder würdet ihr ihr klar machen, dass sie selbst aktiv werden muss, ihren Weg alleine finden und gehen muss?

LG
Karl
-----Ganz ehrlich: Ich würde ihr helfen, auch wenn mich jetzt alle symbolisch ohrfeigen. Dein thread war der Erste über den ich gestolpert bin und ich finde sehr viele Parallelen zu mir. Auch ich wurde gefühlte 1000 Mal enttäuscht, auch ich hatte / habe die Nase voll von ewigen Lügen etc. aber wenn ich einen Strohhalm bekomme, dann greife ich trotzdem noch zu. Vllt habe ich meinen sogenannten Tiefpunkt noch nicht erreicht, mag wirklich sein, aber jetzt nicht zu helfen, wäre für mich persönlich ein Verrat an eine ehemals glückliche Beziehung. Deine Frau möchte vllt jetzt und schafft es nicht aus Eigenantrieb. Natürlich besteht die Gefahr wieder enttäuscht zu werden, aber wenn sie doch diesmal signalisiert " komm mit " dann würde ich es noch einmal machen. Begleite sie in eine Klinik, den Rest muss sie eh alleine machen, dann kannst du immer noch schauen. An alle anderen , bitte verurteilt mich jetzt nicht für meine Ansicht und Meinung. Zur Zeit sehe ich es noch so und empfinde so, vllt sieht es auch für mich irgendwann ganz anders aus. Ich weiß es nicht und ich muss auch diesen Weg dann gehen.

LG Hilla

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RenateO
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Beitrag von RenateO » 24.03.2014, 11:06

Hallo Hilla
Ich ohrfeige niemanden hier,sondern berichte überwiegend ,,mein Erlebtes,,
Ich war fast 8 Jahre mit meinem xy zusammen und dachte das ist er der Mann mit dem ich ,,alt ,,werden will.
Meine Erfahrung: neben (mit) dem Alkohol kann man sich nicht einrichten,es geht einfach nicht auf Dauer!

Ausnahme vielleicht:euer Partner beeinträchtigt euer Leben nicht und ihr könnt ertragen offenen Auges zuzusehen wenn er sicht totsäuft,ich konnte es nicht!
Die Bedingung wäre für euch ,eine Beziehung zu dritt(du, der Alkohol und er)bis der qualvolle Alkoholikertod euch scheidet

Da kannst du machen was du willst:
dem anderen zureden
dich selbst zurücknehmen
relativieren uvm

im Grunde kann man als Angehöriger machen was man will (oder besser,es eben lassen)solange der Trinker keine Einsicht hat ist es vertane Zeit!!

Ich schöpfe nach einer Beziehungspause(Schluss) von 9 Monaten,als mein ex dann total fertig vor meiner Tür stand und verkündete ,,jetzt geht er in die Klinik zum Entgiften ,,wieder Hoffnung und begleitete ihn in die Klinik etc.
Da ich schon eine Zeit hier im Forum war und mich auch sonst ,,eingelesen hatte, dachte ich ,ich könnte den nötigen inneren Abstand halten und kann jetzt sagen ,es gab zwar Lichtblicke ,schöne Momente ,offene Gespräche, Paarsitzungen etc
Aber schlussendlich war es nur eine Trinkpause und er belog und hinterging uns Alle ,mich ,den Therapeuten,die Gruppe und vor allem sich selbst.

Ca. 5 Monate war er abstinent und noch in der Nachsorge wurde er rückfällig und säuft seitdem wieder täglich!
Genaugenommen war ich ja auch ,,Rückfällig ,, geworden.
Ich nahm ihn zurück weil ich mal wieder hoffte!
Jeder Mensch hat das recht soviele ,,Runden,, zu laufen wie er möchte und aushält.
Einzige Ausnahme ,wenn Kinder mit reingezogen werden.
Kinder benötigen den Schutz der Eltern,sie haben einen Anspruch darauf das wenigstens ein Elternteil die Verantwortung für SICH und die Kinder übernimmt.
Bei mir ging es ,,nur,, um 2 erwachsene Menschen,ich habe nur mir selbst geschadet und Lebenszeit vergeudet!

Jeder der sich mal mit der Krankheit ,,Alkoholismus,, ernsthaft auseinandersetzt ,etwas darüber lernt,der stellt schnell fest ,wieviel Spielarten so ein Trinker drauf hat und er lebt ja quasi davon das sein Umfeld getäuscht wird,es wird gelogen ,betrogen ,verheimlicht, versprochen ,gelobt ,getobt,unter Druck gesetzt,geweint ,geschlagen ,also manipuliert vom feinsten.
das und noch mehr ist Bestandteil der Krankheit!!

Ein Beispiel um vielleicht mal die Sichtweise zu ändern:
Stell dir vor dein Partner hätte beide Beine gebrochen und er würde dir versprechen, ich mache mit dir eine Bergwanderung...............
würdest du das glauben können?
Nein dir wäre sofort klar ,aktuell ist das unmöglich!!
Wieso wird einem Alkoholiker geglaubt er könne ohne vorher trocken(mit Entgiftung undTherapie) zu sein ein normales Leben führen?
Warum?
Weil sie sich selbst und uns Angehörige Täuschen etc siehe weiter oben.
Macht euch schlau über die Krankheit das ist mein Rat und dann könnt ihr begreifen wie das abläuft.

Hier ist ,,Nichthilfe,, ganz wichtig.
Helft euch selbst das ist viel sinnvoller.
Und lest unbedingt bei den Trockenen hier,dort könnt ihr viel verstehen lernen.
LG R..

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