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Alle Hoffnungen zerplatzt...

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit

Moderator: Moderatoren

Martin

Beitrag von Martin » 21.12.2015, 13:21

Hallo Melina,

dass das kontrollierte Trinken deinem Freund entgegen kommt ist mir klar.

Dann kann er auch trinken wenn du dabei bist, er ist ja kein Säufer :roll:

Ihr führt eine Fernbeziehung, wie kannst du sicher sein dass er 2,5 Monate nicht getrunken hat ?

Als ich noch gesoffen habe hätte ich auch behauptet nix getrunken zu haben,

auch wenn ich gerade aus einer Kneipe kam.

LG Martin
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Melina71
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Beitrag von Melina71 » 21.12.2015, 15:13

Hallo Morgenrot, hallo Martin,

ihr fragt beide, wie ich sicher sein kann, dass er nix getrunken hat. Ich bilde mir ein, es zu merken, sobald er was getrunken hat. Er war in der Zeit auch sehr oft bei mir über mehrere Tage. Klar könnt ihr jetzt sagen, dass ich nicht 24 Stunden wach mit ihm verbracht habe und klar könnte er rein theoretisch irgendwelche Flachmänner mit sich rumtragen aus denen er heimlich trinkt. Aber ich bin der Meinung, dass das definitiv nicht der Fall war.

Ich kann natürlich nicht in ihn hineinsehen, aber bis jetzt bin ich mit meinem Gefühl recht gut gefahren. Hab vielleicht nicht immer drauf gehört, aber das ist ja wieder ein anderes Problem :lol: . Ich erkenne es auch, wenn unbeteiligte es überhaupt gar nicht wahrnehmen.

Ich weiß selbst, dass das mit dem kontrollierten Trinken mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keinen Erfolg haben wird. Mich ärgert es auch total, dass sowas von Therapeuten auch noch vorgeschlagen wird. Leute vom Fach sollten es doch eigentlich besser wissen. Natürlich kommt ihm das entgegen. Ist ja letztendlich genau das, wie er es haben will. Und es wäre ja auch total toll, wenn es funktionieren würde. Nur dem ist leider nicht so. Warum bringen die dann diese Sche*** überhaupt aufs Tapet??? Da geht er endlich zur Therapie und dann das... ich kann es nicht wirklich nachvollziehen... :?

Syrinx
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Beitrag von Syrinx » 21.12.2015, 16:13

Es mag wohl tatsächlich einige Therapeuten geben, die das kontrollierte Trinken unterstützen. Ich habe mich mit dem Thema damals auch auseinander gesetzt. Einige Therapeuten, wenige... Also eigentlich muss man diese Therapeuten gezielt suchen.
Ich bin natürlich voreingenommen, wie wohl jeder hier, der so etwas schon durchgemacht hat. Aber deshalb sind wir ja auch hier, um Erfahrungen auszutauschen... um sich anzuhören, was die anderen für einen Blickwinkel haben.
Also entweder hat er sich diesen Therapeuten bewusst gesucht oder er biegt sich die Wahrheit zurecht... Die Wahrscheinlichkeit zufällig an einen Therapeuten zu geraten, der das kontrollierte Trinken (bei einem jahrelangen !! Alkoholiker unterstützt) ist eigentlich gleich 0... so wie... ein 6er im Lotto.
Wie gesagt, ich will deinem Freund wirklich nichts unterstellen, wirklich nicht. Ich... möchte dir nur einfach dazu raten aufzupassen, nicht alles für bare Münze zu nehmen. Ziehe einfach in Betracht, dass nicht alles was er dir erzählt die Wahrheit ist.

Denn mal ehrlich Melina... ich könnte das auch nicht nachvollziehen. Warum sollte ein Therapeut einem alkoholkranken Menschen, der zu ihm kommt und Hilfe möchte/ benötigt, kontrolliertes Trinken anbieten?

Sucht heißt die Selbstkontrolle zu verlieren. Kontrolliertes Trinken bedeutet mit Selbstkontrolle den Konsum von Alkohol einzuschränken...

Syrinx
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Beitrag von Syrinx » 21.12.2015, 16:26

Ach noch etwas, das habe ich vergessen... Alkoholiker sind immer Opfer! Sie sind an dem, was passiert, nie schuld! Die Welt ist böse, der Therapeut ist böse, der Arbeitgeber stinkt nur so vor Dummheit. Die Verkäuferin beim Einkaufen hat überhaupt keine Ahnung, sicherlich hat sie noch nicht mal den Hauptschulabschluss. Der Autofahrer, der da plötzlich auf der Straße fuhr, hatte sie doch nicht mehr alle, der war mindestens 50 km/h zu schnell. Und letztendlich ist es doch die Kindheit, die alles verursacht hat, all sein Leid, sein Trinken.

Hinterfrage doch mal ganz objektiv, wie dein Freund sich verhält... würdest du ihn als einen positiven Menschen einschätzen? Oder ist er ein Mensch, dem sehr viel Schlimmes widerfahren ist und immer noch widerfährt, obwohl er sich so viel Mühe gibt?
Versuche einmal dich völlig außen vor zu stellen. Lasse alle Gefühle weg und sehe ihn an, sehe ihn so, wie er wirklich ist. Das konnte ich nie, leider. Ich habe mich ganz bewusst selbst belogen, das weiß ich jetzt. Ich habe mich belogen, weil er mir über eine kurze Zeit das gegeben hat, was ich so sehr brauchte: Das Gefühl wichtig zu sein, gesehen zu werden, wirklich geliebt zu werden. Ich hätte alles getan - und habe alles getan - um das zurück zu bekommen. Aber ich habe es nicht mehr gefunden....

Melina71
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Beitrag von Melina71 » 21.12.2015, 19:10

Syrinx hat geschrieben: Hinterfrage doch mal ganz objektiv, wie dein Freund sich verhält... würdest du ihn als einen positiven Menschen einschätzen? Oder ist er ein Mensch, dem sehr viel Schlimmes widerfahren ist und immer noch widerfährt, obwohl er sich so viel Mühe gibt?
Versuche einmal dich völlig außen vor zu stellen. Lasse alle Gefühle weg und sehe ihn an, sehe ihn so, wie er wirklich ist. Das konnte ich nie, leider. Ich habe mich ganz bewusst selbst belogen, das weiß ich jetzt. Ich habe mich belogen, weil er mir über eine kurze Zeit das gegeben hat, was ich so sehr brauchte: Das Gefühl wichtig zu sein, gesehen zu werden, wirklich geliebt zu werden. Ich hätte alles getan - und habe alles getan - um das zurück zu bekommen. Aber ich habe es nicht mehr gefunden....
Hallo Syrinx,

das habe ich gerade mal versucht. Aber das ist bei meinem Freund definitiv nicht so. Er ist an sich ein echt lustiger Mensch, er jammert auch nicht groß rum oder versucht, den anderen die Schuld in die Schuhe zu schieben. Er sagt auch immer, dass er ganz genau weiß, dass es nur an ihm liegt, sein Alkoholproblem in den Griff zu kriegen.

Ich bin mir auch nicht sicher, ob man das, was er momentan macht, schon Therapie nennen sollte. Er ist bei der Diakonie in der Suchtberatungsstelle. Und soweit ich das weiß, ist das alles bis jetzt mehr so Vorgeplänkel. Der nächste Termin ist dann das sogenannte Abschlussgespräch und dann wird entschieden, wie es weitergehen soll, ob Gruppen- oder Einzeltherapie oder was weiß ich noch alles.

Aber wenn die ihm jetzt schon solche Flöhe ins Ohr setzt, entlässt sie ihn am Ende noch als 'schon geheilt'. :shock:

Habe mittlerweile auch Deinen Thread komplett durchgelesen. Hört sich für mich so an, als wäre Dein X schon wesentlich weiter unten angekommen als mein Freund. Aber letzten Endes sitzen ja irgendwie alle im gleichen Boot, die einen nur weiter vorne, aber die Richtung ist die gleiche... abwärts... :?

Martin

Beitrag von Martin » 21.12.2015, 21:19

Hallo Melina,
dass das mit dem kontrollierten Trinken mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keinen Erfolg haben wird. Mich ärgert es auch total, dass sowas von Therapeuten auch noch vorgeschlagen wird. Leute vom Fach sollten es doch eigentlich besser wissen.
weisst du was/wer Leute vom Fach sind ?, Alkoholiker !

Die haben nicht unbedingt ein Diplom oder Doktor, wissen aber wie es in einem Alki ausschaut und wie er denkt.

Wenn sich einige "alte Hasen" von hier mal mit ihm unterhalten würden wäre die "Diagnose" evtl. ganz anders.

LG Martin

Melina71
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Beitrag von Melina71 » 22.12.2015, 07:01

Martin hat geschrieben:Hallo Melina,

weisst du was/wer Leute vom Fach sind ?, Alkoholiker !

Die haben nicht unbedingt ein Diplom oder Doktor, wissen aber wie es in einem Alki ausschaut und wie er denkt.

Wenn sich einige "alte Hasen" von hier mal mit ihm unterhalten würden wäre die "Diagnose" evtl. ganz anders.

LG Martin
Lieber Martin,

da hast Du ganz sicher Recht. Was heißt das dann aber im Umkehrschluss? Dass die Beratungsstellen komplett für die Füße sind? Ich war ja froh, dass er diesen Schritt gegangen ist. :(

Jetzt bin ich ratlos, wie es weitergehen soll. Soll ICH ihm sagen, dass die Experten keine Ahnung haben??? Das würde selbst in meinen Augen rechthaberisch und besserwisserisch klingen. Ich bin davon ausgegangen, dass die dort mit ihm Tacheles reden... :shock: :(

LG

Melina

JUF2015
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Beitrag von JUF2015 » 22.12.2015, 10:07

Hallo Melina,

so schlimm sich das vielleicht anhört, aber egal was du zu ihm sagst - es macht nicht unbedingt einen Unterschied.
Entweder er will etwas ändern - dann macht er es sowieso, egal was du sagst.
Oder er will weiter trinken - auch dann macht er das sowieso, egal was du sagst.

DU musst entschieden, ob du darauf warten willst, wie er sich entscheidet oder ob du mit DEINEM Leben weitermachst.
Vielleicht verträgt sich das ja miteinander, kommt auch vor.

Ich finde nur wichtig, dass man sein eigenes Leben an die erste Stelle setzt und es weiter lebt.
Wenn der Partner das akzeptiert und vielleicht sogar an sich arbeitet, dann kann es gut gehen.
Wenn er dich ausbremsen will, weil das besser in SEIN Leben passt, dann gerät das aus dem Gleichgewicht und du musst entscheiden, was DU tun willst.

Beeinflussen kannst du das was er tut nicht.
Das ist die harte Lektion, die wir COs lernen müssen.

Ich drücke dir die Daumen, dass du DEINEN Weg findest :-).

Liebe Grüße
JUF

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