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Wie soll ich mich entscheiden ?

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit

Moderator: Moderatoren

cielo72
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Beitrag von cielo72 » 01.03.2016, 12:39

Liebe Aurora,

danke für den Tipp, werde ich auf jeden Fall versuchen. Seit wann machst Du Therapie bzw. wo hast Du Dir Hilfe geholt ?

Ich bin heute irgendwie so niedergedrückt und kraftlos. Am Freitag habe ich einen Arzttermin wegen der REHA und ich hoffe, dass die Ärztin mir alles so ausstellt wie ich es benötige.

Liebe Grüße
cielo

cielo72
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Beitrag von cielo72 » 01.03.2016, 12:58

Warum ich mich so kraftlos fühle ?? Es ist weil ich mich einerseits so schlecht fühle weil ich die Beziehung beenden möchte und XY weiterhin so macht als wäre nichts gewesen und alles in Ordnung. Verstehst Du das ? Nun trinkt er schon keinen Alkohol und dann habe ich so etwas vor ?

Gedanken über Gedanken.. denke, dass ich egoistisch bin..

JUF2015
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Beitrag von JUF2015 » 01.03.2016, 23:44

Hallo Cielo,

weisst du was ich gerade beim Lesen gedacht habe?
JA. Du bist egoistisch.
UND DAS IST GUT!!!

Seit ich gelernt habe auch mal egoistisch zu sein und damit auch mal Dinge zu machen, die für mich gut sind aber vielleicht für andere unbequem geht es mir viel besser.

Hab deshalb keine Schuldgefühle.
Das ist dein Leben! Er darf über sein Leben bestimmen und du über deins.
Gleiches Recht für alle.

Du DARFST so denken. Und du darfst auch so handeln.
Er macht das doch auch, oder?

Für mich war ein entscheidender Moment der, in dem ich mir das Recht rausgenommen habe wieder an mein und sein Leben die gleichen Maßstäbe anzulegen. Und nicht mehr mein Verhalten mit völlig anderem Maß gemessen habe.

Nimm dir das selbe Recht heraus wie er.
Dein Leben so zu leben wie DU das willst.
Ohne dass er dir vorschreibt wie du zu sein, zu denken und zu fühlen hast.
Das darfst du nämlich selbst entscheiden.
Gut oder?

:D

Liebe Grüße
JUF

cielo72
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Beitrag von cielo72 » 02.03.2016, 11:34

Hallo JUF,

ja das stimmt. Vielleicht muss ich das wirklich erst mal lernen auch an mich zu denken. Wenn ich über die ganze Sache von XY nachdenke, dann komme ich nur zu einem Ergebnis, dass dies Egoismus pur ist.

Musste schon als Kind immer brav sein, da meine Schwester die etwas "ungehorsame" war. Dachte ich hätte mich schon geändert, aber ich glaube ich bin noch weit davon entfernt...

JUF2015
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Beitrag von JUF2015 » 02.03.2016, 14:20

Hallo Cielo,

solche eingebrannten Verhaltensweisen brauchen auch Zeit um "überschrieben" zu werden.
Ich erwische mich auch alle naslang bei Gedanken die ich nicht mehr denken will.
Vielleicht kriegt man das auch nicht ganz weg.

Aber das Wichtige ist doch, dass man sich dessen bewußt ist.
Und sich daher immer wieder selbst hinterfragt :-).

LG JUF

Aurora
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Beitrag von Aurora » 09.03.2016, 10:57

Hallo Cielo,

wie geht es dir denn so?

Liebe Grüße
Aurora

cielo72
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Beitrag von cielo72 » 10.03.2016, 12:13

Hallo Aurora,
gute Frage, irgendwie stecke ich immer noch in meinen Gedanken fest. Hatte letzte Woche noch ein paar Gespräche mit XY und er meinte, dass er sich ändern würde. Bislang ist immer noch kein Alkohol im Spiel, und 4 Wochen sind für XY eine lange Zeit.

Trotzdem ist in mir so ein Misstrauen wegen der "Geschichte mit der guten Freundin" und ich glaube, dass dies einfach weitergeht. Über dieses Thema bekomme ich auch keine Antworten oder ähnliches von XY. Merke an mir, dass ich nicht glücklich bin und ich wieder so schreckliche Kopfschmerzen bekomme wie zur Zeit bei meinem EX-Mann.

Positiv ist, dass die Ärztin mir alles so ausstellt und ich und die Kids in die Reha fahren können. Ist zwar noch einige Zeit bis dahin, aber es ist für mich so eine Art Lichtblick..

Verstehst Du mich irgendwie, dass ich immer noch nicht den Schritt einer Trennung gemacht habe ??

JUF2015
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Beitrag von JUF2015 » 10.03.2016, 15:45

Hallo Cielo,

ich denke, wir wissen alle wie es ist, wenn man einfach noch nicht bereit ist diesen Schritt zu machen.
Ich finde es ist vollkommen ok, sich auch die Zeit zu nehmen die man braucht.
Wichtig finde ich nur, dass wir unsere Bedürfnisse ernst nehmen und zu unseren - manchmal auch widersprüchlichen - Gefühlen stehen.
Und je mehr ich mir das damals zugestanden habe, desto mehr kleine Schritte bin ich gegangen.

Und es ist dein Leben, daher kann auch von uns niemand dir vorschreiben, was du tun sollst.
Du darfst das selbst entscheiden.
Aber wir sind da um dir den Rücken zu stärken.

Dass du darüber nachdenkst was du willst und wahrnimmst, dass du diesbezüglich verschiedene Gefühle hast und dich damit auseinandersetzt ist doch schon ein toller Schritt.
Auch dass du die Dinge für dich in die Hand nimmst und die Reha für dich und deine Kinde planst finde ich prima.

Wahrnehmen was deine Bedürfnisse sind und umsetzen was du brauchst und willst.
Das sind die wichtigen Schritte.
Alles andere ergibt sich daraus.

Einfach dran bleiben und einen Schritt nach dem anderen gehen.
Du bist ja schon dabei :) :) :)

Liebe Grüße
JUF

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