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Ein herzliches HALLO an alle!

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit

Moderator: Moderatoren

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Chuck81
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Ein herzliches HALLO an alle!

Beitrag von Chuck81 » 25.03.2016, 20:03

Hi!

Ich habe mich hier angemeldet, weil ich PArtnerin eines Alkoholikers bin und es nicht schaffe wegzukommen. Wir sind seit 8 JAhren zusammen. Anfangs merkte ich nicht, dass er alkoholkrank ist, da ich damals auch gerne PArty machte und auch was trank. Als ich aber feststellte, dass er jeden Tag trinkt und auch Flaschen versteckt, war mir schnell klar, dass was nicht stimmt. Seine Mutter, zu welcher ich ein schlechtes Verhältnis habe, erklärte mir nach bereits sehr kurzer Zeit, dass ich auf ihren Sohn aufpassen müsste, er hätte ein Alkoholproblem... Nach vier JAhren Beziehung, die schon zum Scheitern verurteilt war- wir lebten nur noch aneinander vorbei- hatte er in der NAcht einen schweren Autounfall aufgrund von zu viel Alkohol. Was folgte war das beste was jemals passieren konnte. Er wurde trocken. Im nachhinein denke ich mir, ich habe seine Trockenheit viel zu schnell als selbstverständlich angesehen. Er war so überzeugt über seine Entscheidung nichts mehr zu trinken, ich hätte die Hände für ih ins Feuer gelegt. Nach zwei Jahren beschlossen wir ein Kind zu bekommen. ICh fing zu studieren an- berufsbegleitend. Ein halbes JAhr nach der Geburt unseres Kindes, fing er wieder an zu trinken. Der Konsum und sein Verhalten wurden immer schlimmer, bis es so weit war, dass ich meinte, es ist ärger, als zu dem Zeitpunkt seines Unfalles. psychische und physische Gewalt stehen an der TAgesordnung. Betrunken Autofahren ebenso. ICh bin zu feige zu gehen, weil ich immer noch glaube, es wird wieder alles gut und zweitens sehe ich als alleinerziehende Mutter für mich keinen Weg eine Wohnung zu finanzieren. Muss dazu sagen, ich habe null Erspartes. ICh glaube ich bin ein CO, das einzige was ich nicht tue, ist ihn in Schutz zu nehmen. Meine Eltern wissen Bescheid, meine besten Freundinnen, meine Schwester und auch seine Mutter habe ich damit konfrontiert, dass er wieder begonnen hat zu trinken. Ich nehme ihn nicht in Schutz. Einmal kamen NAchbarn vorbei und bemerkten, dass ich grantig war. NAch der Frage, was denn los sei meinte ich eiskalt, dass ... wieder mal sturzbetrunken sei. Ich glaube mein größtes Problem ist, dass ich schon einmal miterlebt habe, dass er trocken wurde und es war eine sehr schöne Zeit. Er war ein anderer Mensch. ... neigt dazu größenwahnsinnig zu werden wenn er trinkt. Hunderttausend PRojekte, welche er fertigstellen möchte- peinlich, dass er in der Öffentlicvhkeit damit prallt. Was wirklich passiert ist genau nichts. Das waren jetzt mal so meine ersten Gedankengänge- entschuldigt Rechtschreibfehler, habe sehr schnell und intuitiv getippselt... Wie habt ihr es geschafft- vor allem mit Kind/Kindern?? Danke schon mal vorab für Feedback!!

Martin

Beitrag von Martin » 25.03.2016, 22:03

Hallo Chuck,

herzlich Willkommen in unserem Forum.

Ich zwar kein Co sondern trockener Alkoholiker, aber
psychische und physische Gewalt stehen an der TAgesordnung. Betrunken Autofahren ebenso. ICh bin zu feige zu gehen, weil ich immer noch glaube, es wird wieder alles gut und zweitens sehe ich als alleinerziehende Mutter für mich keinen Weg eine Wohnung zu finanzieren. Muss dazu sagen, ich habe null Erspartes.
warum lässt du diese Gewalt zu ?

Auch wenn du dir mömentan keine Wohnung leisten kannst, es gibt bestimmt andere Möglichkeit als zu bleiben.

Hast du dich mal erkundigt ob du evtl. vom Sozialamt Unterstützung zu einer Wohnung bekommst ?

Wenn du mit dieser Gewalt leben kannst, in der Hoffnung dass es besser wird, was ist mit deinem Kind ?

Auch wenn ich deinen Partner nicht kenne, es kommt mir so vor als ob der Autounfall

ihn kurz wachrüttelte und er deshalb nicht mehr trank.

Als euer Kind da war war der Schreck vergessen und die erste Flasche wurde wieder geöffnet.

Das sind meine Gedanken als Alkoholiker, du bist alt genug um selbst zu entscheiden wie es weitergeht.

Sollte dein Partner aber nichts gegen sein "Problem" unternehmen wird es nur noch schlimmer.

LG Martin

Verzweifelt15
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Beitrag von Verzweifelt15 » 25.03.2016, 23:32

Hallo Chuck 81,
Ich kann gut nachvollziehen, das du denn Mann haben möchtest der hinter der Flasche steckt! Und wenn man erstmal gemerkt hat wie es sich anfühlt wenn er nüchtern bleibt, wünscht man sich diesen Zustand natürlich zurück!
Ich kann dir nicht sagen, ob du Co. bist! Wichtig ist eigentlich auch nur, dass es dir in der Beziehung nicht gut geht! Und du an einer Lösung arbeitest! Wenn schon Gewalt eine Rolle spielt, solltest du natürlich gerade wegen deinem Kind handeln. Ich habe auch ein Kind von ihm, und habe es bis jetzt nicht geschafft mich von ihm zu trenne! Warum, weiß ich nicht... Ich glaube es liegt daran, dass man Angst hat was danach passiert... Und diese schrecklichen Schuldgefühle;-) aber ich habe einen Weg gefunden mit seinem Konsum umzugehen! Ich glaube zwar nicht, dass das auf Dauer ist, aber für den Moment ist es so ok! In einem anderen Beitrag habe ich schon einmal darüber geschrieben, dass es für mich ein ablösungsprozess ist! Ich würde dir gern einen schnelleren Weg/Tipp geben... Aber leider hab ich noch keinen gefunden! Aber dieses Forum ist gut, und ich habe keinen in meinem Freundeskreis der mir so geholfen hat und in denen ich mich so wiedergefunden habe!

Chuck81
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Beitrag von Chuck81 » 26.03.2016, 11:29

Vielen Dank für eure Reaktionen! Habe heute meine Sachen gepackt, ich hoffe, dass ich stark bleibe und wirklich gehe. Will zu meinen Eltern. Ich bin wahrscheinlich insofern ein Co, da ich mir immer einrede, er sei doch so ein toller Mensch ohne Alkohol. Ich darf das nicht trennen. Es ist jetzt so wie es ist. Seit drei Jahren schaue ich zu, höre immer wieder, dass er aufhört. Alle Versprechen sind aber am nächsten TAg Geschichte. Ich stehe schon in der Früh auf und denke nur drüber nach, ob er heute vielleicht nüchtern heimkommt. Das ist krank von mir. Und ich kenne auch das Geühl, nichts mehr unternehmen zu wollen, weil ihm das Gelegenheiten zum Trinken bieten würde. Ich kann es so und so nicht verhindern. Er trinkt ja nicht zu Hause, sondern kommt schon betrunken von der Arbeit heim. ICh weiß, wir sollen nicht zu viel über ihn schreiben, aber wie soll ich das trennen??? ICh bin trotzdem der Meinung, dass er mein Leben kaputt gemacht hat, obwohl es ja trotzdem an mir liegt glücklich zu sein. Gehört zum Glücklichsein nicht auch eine wohltuende Beziehung/PArtnerschaft? Alles so konfus momentan, aber ich merke, dass mir klar wird, dass es keinen Ausweg mehr geben kann. Er wird nicht aufhören. Liebe Grüße!!

Ko 68
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Beitrag von Ko 68 » 26.03.2016, 18:25

Hallo Chuck,

ich habe selbst lange so gelebt, immer mit der Sorge, wie er "drauf" ist, wenn ich nach Hause komme. Genützt hat das alles nichts, er trank wann immer ihm danach war :oops:

Ob er aufhört oder nicht liegt alleine in seiner Entscheidung, Du kannst da nichts dagegen bzw. dafür tun.

Ich habe sehr lange gebraucht, mich zu lösen und zu gehen. Auch weil wir 2 gemeinsame Kinder haben. Die haben unter der Situation je älter sie wurden immer mehr gelitten.

Im Oktober sind wir ausgezogen - die Kinder leben richtig auf und mir geht es auch sehr gut.
Ich hatte solche Angst vor diesem Schritt, heute frage ich mich warum?!

Ich wünsche Dir dass Du es heute geschafft hast zu deinen Eltern zu gehen. Hol dir alle Hilfe, die du bekommen kannst.
LG
KO

Chuck81
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Beitrag von Chuck81 » 26.03.2016, 20:25

Hallo! Ja habe es geschafft endlich "zu fixieren". Habe heute Mutter angerufen und gesagt, dass ich am Montag komme. Sie wusste ja über die Probleme Bescheid und hat sich gefreut. Mir zerbricht es das Herz mein zu Hause zu verlieren, aber der heutige Abend hat mich bestärkt. Erstens kam er wieder betrunken nach Hause. Zweitens meinte er, mein Auszug sei das beste, das ihm dieses Jahr passieren konnte. Drittens wollte ich OSterhase für morgen vorbereiten und bat ihn, mt dem Kleinen in den oberen Stock schlafen zu gehen. Nein! Fernsehen ist wichtiger. Pfeif auf den OSterhasen. Im Enddeffekt habe ich das Gefühl, dass nur ich leide. Der Kleine ist leider Gottes sehr auf seinen Papa fixiert. Er wendet sich sogar teilweise von mir ab. Mit Papa ist immer alles so lustig und der erlaubt alles. Ich bin der Buhmann, weil ich immer nur streng bin und mit Papa streite, wenn es doch grad so lustig ist. Ich wünschte, er würde verstehen, warum wir gehen werden, aber er tut es nicht. Er kann mit diesem Thema noch nichts anfangen. Das schmerzt. ICh werde die Böse sein, wenn wir ausziehen. Alles weg. Der große GArten, das Haus- und die Mama ist schuld.... :(

Aurora
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Beitrag von Aurora » 28.03.2016, 14:18

Hallo und herzlich willkommen Chuck,

ob nun Co oder nicht, du bist in einer Beziehung, die dir nicht gut tut, in der es Gewalt gibt und Unglück. Es gibt Versprechen, die gebrochen werden, Hoffnung, die zerplatzt. Es gibt Verantwortungsgefühle und Schuldzuweisungen.
ICh bin trotzdem der Meinung, dass er mein Leben kaputt gemacht hat, obwohl es ja trotzdem an mir liegt glücklich zu sein.
Ja, vielleicht hat er dein Leben kaputt gemacht. Aber das konnte er ja nur, weil du es zugelassen hast! Es gibt keine Schuld in dem Sinne, es gibt 2 Seiten. Du hast immer die Möglichkeit was zu ändern, was dir nicht gut tut.
Gehört zum Glücklichsein nicht auch eine wohltuende Beziehung/PArtnerschaft?
Ja, auf alle Fälle ist eine wohltuende Beziehung eine Bereicherung für das Leben. Aber du hast ja gerade keine wohltuende Beziehung. Und mit einem aktiv Suchtmittelabhängigen wirst du das auch nicht haben können. Der Abhängige ist einfach nicht in der Lage dazu, seine Prioritäten sind verschoben. An erster Stelle wird da immer die Befriedigung der Sucht stehen. Das ist einfach so.
Der Kleine ist leider Gottes sehr auf seinen Papa fixiert. Er wendet sich sogar teilweise von mir ab. Mit Papa ist immer alles so lustig und der erlaubt alles. Ich bin der Buhmann, weil ich immer nur streng bin und mit Papa streite, wenn es doch grad so lustig ist. Ich wünschte, er würde verstehen, warum wir gehen werden, aber er tut es nicht. Er kann mit diesem Thema noch nichts anfangen. Das schmerzt. ICh werde die Böse sein, wenn wir ausziehen. Alles weg. Der große GArten, das Haus- und die Mama ist schuld.... Traurig
Oh weia, nun aber ist mal gut. Hör mal auf, dich in diese Schuldrolle rein zu wühlen. Das ist überhaupt nicht notwendig! Das zieht dich runter, mehr nicht. Und das gibt dir ein Argument, warum du eigentlich nicht gehen kannst. Es macht dich zum Opfer. Das hast du nicht nötig.

Opfer - Täter - Schuld - falsche Verantwortung - Aufopferung - Macht - Starre - Unbeweglichkeit...

Wert - Wertlosigkeit - Selbstvertrauen - Selbstbewusstsein - Selbstliebe - Eigenverantwortung...

Das sind so einige Begriffe, die mir gerade durch den Kopf gehen. Glaub mir, ich will dich nicht angreifen oder so. Ich möchte dir nur etwas Denkstoff geben. Ich habe selbst lange genug in solchen Mustern gelebt.

Dein Sohn ist noch klein. Ich weiß nicht genau, wie alt er ist, 2 Jahre oder so? Er wird untergründig genug mit bekommen. Kinder haben Sensoren, Antennen, die sind so fein, dass sie Strömungen aufnehmen können, die du selbst gar nicht merkst. Sie wollen, dass ihre Eltern zusammen bleiben. Sie fühlen sich schnell schuldig daran, dass die Eltern streiten. Sie versuchen, Harmonie herzustellen. Begreifen nicht, was da schief läuft.

Sicher wird er sein Zuhause vermissen, der Kleine. Andererseits wird er aber genießen, dass seine Mama endlich wieder mehr und mehr entspannt ist. Und seinen Vater kann er doch auch treffen, es gibt da viele Möglichkeiten. Meinst du es ist ein gutes und gesundes Milieu, in dem dein Kind gut behütet, gefördert, geliebt und geschützt aufwachsen kann? Mit einem Vater, der in seiner Sucht feststeckt und einer Mutter, die sich opfert?

Es ist schwierig, alles ist schwierig. Ich habe ca. 25 Jahre in einer solchen Beziehung festgesteckt. Mit 2 Kindern. Das hat mich Energie gekostet wie verrückt und mir eine Menge Lebensfreude genommen. Mein Exmann war nicht von Anfang an abhängig, aber er wurde es im Laufe der Jahre. Das war nicht wirklich immer super für meine Kinder.

Als ich mich endlich trennen konnte waren sie erwachsen. Was habe ich ihnen da zugemutet, Jahr für Jahr. Ich hatte sehr große Schuldgefühle deshalb.

Eine Trennung ist nicht einfach, je länger du in der Beziehung bist, um so schwieriger kann das sein. Es geht Schritt für Schritt da raus, ich habe lange Zeit dafür gebraucht. Ich hatte Angst, Angst vor dem Alleinesein, Angst, einen Fehler zu machen. Angst vor der Zukunft, vor finanziellen Einbußen und so weiter. Als ich mir diese Angst eingestehen konnte, wurde es einfacher. Denn dann konnte ich Schritt für Schritt Dinge klären. Finanzielle Dinge zum Beispiel. Ich habe gemerkt, wie entspannend und ruhig es war, alleine zu leben, ohne diesen Horror von Suff und Angst und so.

Ich habe erkannt, was ich mir wert bin. Dass ich meine mir bleibende Lebenszeit glücklich leben möchte. Dass ich ein Recht dazu habe. Jeder hat das Recht darauf!

Ich wünsche dir eine gute Zeit bei deinen Eltern. Und Mut, Schritt für Schritt deine Dinge zu klären und einen Weg zu beginnen.

Viele Grüße
Aurora

Chuck81
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Beitrag von Chuck81 » 29.03.2016, 22:46

Danke Aurora! Es ist grad hart, aber ich bin gegangen. JEtzt heult er Rotz und Wasser und sagt, wir sollen zurückkommen, es tue ihm alles so leid...

MAl schauen, jetzt bring ich wieder Struktur in mein Leben. Es ist schön, nicht darüber nachdenken zu müssen, ob jmd. betrunken heimkommt oder nicht!!!

LG

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