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Ein herzliches HALLO an alle!

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit

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Aurora
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Beitrag von Aurora » 02.04.2017, 10:16

Hallo chuck,

ja, der Austausch unter den Cos hier im offenen Bereich ist leider nicht sehr rege. Das finde ich sehr schade, denn hier können Cos einen sehr, sehr guten Austausch finden. Besser als in manch realen Gruppe. So meine Erfahrung. Und im geschlossenen Bereich ist es noch besser.

Da geht es also bei euch hin und her mit den gegenseitigen Schlägen unter die Gürtellinie! Das bringt rein gar nichts. Wenn dein XY an- oder betrunken Auto fährt ist das Sache der Polizei, nicht seiner Eltern! Also es macht Sinn, dann bei der Polizei anzurufen und ihn zu melden. Alles andere ist Co!

Er schlägt natürlich zurück...

Das kann noch ewig so gehen. Einen richtigen Abstand kannst du erst haben, wenn jeder sein eigenes Leben in den eigenen 4 Wänden hat. Vor allem, wenn da ein Kind involviert ist. Für Kinder ist es äußerst verwirrend, die Eltern so zu erleben und es schädigt nachhaltig ihr Leben!

Trotzdem hast du etwas sehr wichtiges für dich gespürt. Und das ist super und du solltest dir dieses Gefühl gut merken, damit du es dir jederzeit in's Bewusstsein zurück holen kannst. Nämlich:
Später saß ich mit meinem Sohn auf der Brücke vor dem Bach unseres Hauses und auf einmal merkte ich HEY! ES GEHT MIR GUT! Ich war bei mir selbst, es war ein wunderschöner Moment, zu erkennen (nach vielen Wochen) ES GEHT MIR GERADE GUT, WEIL ICH BEI MIR BIN.
Das ist ein Gefühl, was normal sein sollte im Leben von Menschen. Nicht dieses andere, der Zorn, die Verachtung und das gegenseitige Kaputtmachen. Das Klammern an ungesunden Strukturen aus Angst vor allem möglichen.
Ich habe einfach nur festgestellt, dass es mir gut geht, wenn ich bei mir bin und die Natur genieße und wenn ich einfach mal nicht im Gedanken bei ihm bin.
Ja, so sollte es sein! Es ist kein kleiner Schritt sondern eine wichtige Erkenntnis! Und darauf kannst du aufbauen!

Ich rede das auch nicht nur so klug daher, ich habe es ja selbst so erfahren. Den Zorn, die Verachtung und das gegenseitige Kaputtmachen. Das ist Hilflosigkeit, die das hervor ruft. Hilflosigkeit, dass du XY nicht ändern kannst. Dass du machtlos bist. Dass deine Wünsche und Träume vom gemeinsamen Leben für ihn anders aussehen als für dich. Und die Angst, den Schritt zu tun, der nötig ist. Nämlich raus aus allem. Da ist vor allem auch diese starke Angst der finanziellen Dinge. Aber glaub mir, Geld alleine macht nicht glücklich...

Es gibt immer einen Weg. Ich habe mich damals so unglaublich frei gefühlt als ich es endlich geschafft hatte. Vielleicht so ähnlich wie du letztens. Ich hatte wenig Geld aber das war egal. Denn ich hatte endlich Frieden in mir.

Liebe Grüße
Aurora

Chuck81
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Beitrag von Chuck81 » 10.04.2017, 21:31

Danke liebe Aurora für dein Feedback! Ja, es war eine Erkenntnis. Natürlich werde ich ausziehen, aber ganz ohne Geld geht es halt nicht. Jetzt wird es aber nicht mehr lange dauern und ich kann mir einen Kredit nehmen. Wohnungsanzeigen lese ich jeden Tag. Ich würde ja gerne im Haus bleiben, doch er will leider nicht gehen. Mietvertrag rennt auf seinen Namen... Er glaubt noch immer, er könnte seine Spielchen spielen, aber ich spiele nicht mehr mit. GAME OVER!! Er hat sich das ganze Wochenende zusammengerissen und war sehr nett zu mir, doch er ist abgeblitzt. Zu oft hab ich dieses hin und her miterlebt. Liebe Grüße

Chuck81
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Beitrag von Chuck81 » 26.04.2017, 10:04

Habe eine Wohnung!!! Umgezogen bin ich noch nicht. Muss noch viel geputzt und Einrichtung gekauft werden. Aber ich habe eine Wohnung. Sehr klein und günstig, aber wichtig, dass ich endlich wegkomme

Morgenrot
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Beitrag von Morgenrot » 26.04.2017, 11:01

Hallo Chuck,

herzlichen Glückwunsch zur Wohnung. Das freut mich für dich.


lg Morgenrot

Chuck81
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Beitrag von Chuck81 » 29.04.2017, 21:48

DANKE MORGENROT!

Chuck81
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Beitrag von Chuck81 » 05.05.2017, 23:10

Hi! Meine neue Wohnung ist wunderschön! Es ist jetzt doch eine größere geworden. Total zum Wohlfühlen. Trotzdem habe ich die letzte Woche nur an meiner Entscheidung gezweifelt. Hatte das Gefühl, die falsche Entscheidung getroffen zu haben. Habe überlegt wie ich das vielleicht wieder rückgängig machen kann. Ich nenne es mal Torschlusspanik. Ich hatte noch nie eine eigene Wohnung. Heute ist der erste Tag an dem ich weiß, dass es die richtige Entscheidung war. Ich freue mich. Zwar hab ich auch ein bisschen Angst, doch es wird schön werden. Ich freue mich darauf Ruhe zu haben und zur Ruhe zu kommen. Hoffentlich ist der Umzug bald überstanden. XY meinete, er würde ins Ausland gehen, wenn ich die Wohnung nehme. "Dann musst du alleine für das Kind sorgen" Erpressung. So sehe ich das.

Morgenrot
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Beitrag von Morgenrot » 06.05.2017, 11:35

hallo Chuck,

ich sehe das auch als Erpressung, als dagegen stemmen, wenn der Partner ernst macht.
Die Antworten sind dann meist Drohungen. Geld muß er doch auch aus dem Ausland bezahlen, oder nicht?
Da gibts doch Rechtshilfeabkommen.


lg Morgenrot

Chuck81
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Beitrag von Chuck81 » 26.05.2017, 08:55

Hi an alle! Bin jetzt seit gut 3 Wochen in der eigenen Wohnung und habe so ziemlich alles Gefühlslagen durch. Von Euphorie und Erleichterung bis Traurigkeit und Depression. Mag jetzt komisch klingen, aber ich vermisse meinen Hund und meinen Garten. Außerdem merke ich mal wieder wie schnell man vergisst. Zweifel überkommen mich, ob es denn wirklich so weit kommen musste, obwohl ich weiß, dass diese Wohnung ein großer Wunsch von mir war. Endlich weg, keine Angst mehr haben zu müssen, sich keine Gedanken mehr darüber machen müssen, was mich erwartet, wenn ich nach Hause komme. Trotzdem. Ich gebe zu, ich vermisse mein Haus. Habe noch nie ohne Garten gelebt. Das macht mich gerade traurig. Auch, dass ich meinen Hund zurücklassen musste, doch egal welche Wohnungen ich angesehen habe, Hunde waren nirgends erlaubt. Lese nach wie vor viel hier im Forum und es hilft mir einiges zu verstehen. Letztendlich habe ich mein Kind und mich gerettet. Das ist wichtig. Wir wären sicher zugrunde gegangen. PSychisch auf jeden Fall. Momentan überwiegt halt leider meine Traurigkeit, doch dadurch, dass die neue Wohnung mit viel finanziellem Aufwand verbunden ist, bin ich wenigstens nicht Rückfall gefährdet. Wäre ich wieder zu meinen Eltern gegangen, wäre die Situation etwas anderes. Doch eine Wohnung nimmt man sich nicht einfach und zieht dann wieder aus. Auch meinem Kind gegenüber habe ich eine Verantwortung standhaft zu bleiben. Die GEdanken, dass früher einmal alles besser und schöner war, als XY nicht getrunken hat, werden mich wohl noch länger begleiten. Kein Wunder. Diese GEdanken/Hoffnungen haben mich dazu getrieben jahrelang vieles (viel zu vieles) in KAuf zu nehmen und zu ertragen. ICh bin froh, dass ich so mutig war diesen Schritt zu gehen, auch wenn es mir momentan nicht gut geht...

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