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Und täglich grüßt das Murmeltier

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit

Moderator: Moderatoren

Morgenrot
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Beitrag von Morgenrot » 08.11.2017, 11:07

Hallo Milla,


ich habe auch immer gedacht, ich rede mit meinem XY wenn er nüchtern ist.
Dann hat mich mal ein seit Jahrzehnten trockener Kollege gefragt, wann ich denn glauben würde, dass er nüchtern sei.
Da habe ich genauso gedacht wie du, er hat mir dann gesagt, ein nasser Alkoholiker der bis abends trinkt kann morgens niemals nüchtern sein.
Die haben immer noch den Restalk.
Meine Gespräche mit ihm haben auch zu keiner Zeit irgendwas verändert.
Ich bin auch nicht so die typische Co..
ich habe auch keinen Alk gekauft und nicht beim Chef angerufen um ihn zu entschuldigen.
aber
Ab einem bestimmten Pegel allerdings muss ich aufpassen was ich sage.
genau dass ist COabhängigkeit, wenn ich mein Verhalten vom Befinden des nassen Alkoholikers abhängig mache.


lg Morgenrot

Milla86
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Beiträge: 15
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Beitrag von Milla86 » 09.11.2017, 09:33

Guten Morgen 😁,

Es sind auch immer so Phasen. Einige Zeit hält sich der Konsum einigermaßen in Grenzen. Da bekomme ich kaum etwas mit. Dann gibt es wieder Zeiten, die schlimm sind. Wie gesagt sein Verhalten ändert sich eigentlich nicht. Nur meins, wenn ich merke, dass er wieder übertreibt und dann auch am Wochenende schon morgens das erste Bier geöffnet wird.

Damit komme ich einfach nicht klar....

Nur irgendwie schaffe ich es auch nicht einen klaren Schlussstrich zu ziehen. Er ist ja trotzdem ein guter Vater und er möchte ja auch, dass wir alle zusammen bleiben. Ich hab Angst es nicht alleine zu schaffen....

Ich drehe mich im Kreis....

Gotti
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Registriert: 04.02.2008, 19:01

Beitrag von Gotti » 11.11.2017, 06:31

Hmja, Milla, genau DAS war es, was mich wohl die ganzen Jahre immer wieder zuhause gehalten hat: die guten Zeiten! Was er so alles Gutes getan hat.... Mein Mann kann gut kochen. Er hat fast jeden Tag Staub gesaugt, sich um die Autos gekümmert, eingekauft... Rahmenbedingungen, die einer arbeitenden Gattin zugute kommen. Nur schade, wenn das menschliche, zwischenmenschliche und seelische Miteinander überhaupt keine Rolle mehr spielt.Weil er Gründe sucht, sich aus seinem Schlamassel herauszureden....
Nachdem die Kinder aus dem Haus waren, dachte ich, wünschte ich - ....
Es änderte sich nichts, weil er einfach eben DER Mensch ist, den er durch den Alkohol geworden ist.
Ich hatte immer wieder Hoffnung.
Leider bin ich da sehr blauäugig.
Aber - er vermisst mich nicht. Zumindest so wenig, dass er aufhören würde, zu trinken. Diese "Aufgabe" ist ihm anscheinend zu schwer, und der Alkohol seine größere Liebe.
Bei so einem Menschen kann man doch nicht existieren?
Auch wenn ich mich manchmal schon einsam fühle ( Novemberdepri :roll: ), bin ich doch HEILFROH ausgezogen zu sein!
LG Gotti

Eule89
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Beitrag von Eule89 » 16.11.2017, 08:42

Liebe Milla,

ich hatte auch lange diese Angst, das Gefühl alles aufzugeben. Aber wenn ich ehrlich zu mir selber bin: Was habe ich denn aufgegeben? Was hätte mich für eine Zukunft da erwartet?
Das Finanzielle: Sind Sachwerte mehr wert, als Lebensqualität? Was will ich denn mit einer großen Wohnung, einem tollen Auto, einem teuren Urlaub, wenn ich das nicht genießen kann?
Träume und Zukunftswünsche? Sind die wirklich umzusetzen in dieser Situation oder mache ich mir da was vor? Als ich mir diese Fragen stellte bzw. hier im Forum mit der Nase darauf gestuppst wurde, ist mir erst klar geworden, dass ich wesentlich mehr gewinne als verliere, wenn ich einen Schlussstrich ziehe und endlich "ausbreche".

Ich habe selber keine Kinder, aber bin selber nicht nur Co-Abhängige eines trinkenden Partners gewesen, sondern bin auch EKA.
Meine Mutter hat auch getrunken. Mein Vater hat das wunderbar aufgefangen. Beide waren für mich immer da. Ich habe auch immer geschworen, dass alles immer gut war bei uns. Aber jetzt, viele Jahre später, merke ich, dass ich trotzdem Blessuren davon getragen habe.
Mittlerweile ist meine Mutter trocken, seit einigen Jahren. Ich liebe sie sehr. Ich habe auch alles verziehen und wir haben soweit ein gutes Verhältnis. Und trotzdem hat mich ihre Trinkerei beeinflusst und verändert.

Liebe Grüße
Eule

Milla86
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Beiträge: 15
Registriert: 30.07.2017, 09:58

Beitrag von Milla86 » 30.12.2017, 20:55

Guten Abend,

Lange habe ich mich nicht gemeldet.
Es ist sehr viel passiert in der Zwischenzeit. Kurz nachdem ich meine Beiträge verfasst hatte, habe ich tatsächlich eine Wohnung gefunden. Diese Wohnung zu bekommen, war einfacher als ich mir das je vorgestellt hatte.
Meine gesamte Familie steht hinter mir und unterstützt mich in allem was ich tue. Der Umzug steht kurz bevor und ich fühle mich einfach nur schrecklich.
Ich leide unter Panikattacken, Appettitlosigkeit, Magenschmerzen etc.
Mein xy versucht mich nicht aufzuhalten auszuziehen.
Ich glaube ich bin enttäuscht.
Am liebsten würde ich alles wieder rückgängig machen mit der Wohnung.
Ich wäre natürlich schön blöd!!!!
Ich werde es durchziehen. Ich hätte allerdings nicht gedacht in ein noch viel größeres Loch zu fallen, welches jemals dagewesen ist.

Die Milla

lütte69
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Beiträge: 1945
Registriert: 28.05.2012, 09:44

Beitrag von lütte69 » 02.01.2018, 12:24

Hallo Milla,

wie geht es dir heute? Das mit dem ins Loch fallen nach dem Auszug ist mir auch so ergangen. Mein Lebenszweck - das Kümmern um den Alki - war weg. Da war mit eine mal viel Zeit und Raum, der gefüllt werden wollte und ne Menge an unbearbeiteten Gefühlen. Wichtig ist jetzt dran bleiben und sich mal um Milla kümmern.
dafür viel Kraft und Geduld
Lütte

Gotti
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 3519
Registriert: 04.02.2008, 19:01

Beitrag von Gotti » 02.01.2018, 12:50

Oh ja, so ein bisschen Bedauern, dass ich wirklich ausziehe, hätte ich mir schon gewünscht, nach all den langen Ehejahren. Aber da kam nichts. Es ist mir sehr deutlich geworden, WER an erster Stelle steht. Leider war es nicht ich, sondern eben der Alkohol.
Aber freu dich auf deine freie Zeit! Auf das Nchtsorgenmüssen für ihn, sondern nur nach deinen Wünschen!!! Schau auf deinen Körper und tu was ihm gut tut! Das macht dann sowas von glücklich!!!
Ich wünsche dir ein recht glückliches freies neues Jahr!!!!

Chuck81
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Beiträge: 89
Registriert: 23.03.2016, 21:00

Beitrag von Chuck81 » 26.01.2018, 20:28

Ja, man kann sich wohl vieles schön reden. Sorry, bin da sehr hart geworden. Er ist ein guter Vater bla,bla,bla... Ich habe mir 8 Jahre lang eingeredet, ich mache so nicht weiter. 8 Jahre!!!!!! Jedes Jahr meinte ich, so kann es nicht weiter gehen. Aber es ist weitergegangen. BIS ICH GEGANGEN BIN. Er trinkt immer noch. Trotz Auszug (und das seit mehr als 8 Monaten) Wir haben auch ein gemeinsames Kind (4 Jahre alt) Ich bin froh, dass mein Kind nicht mehr dieses Leben führen muss. Ich habe auch oft nicht gemerkt, wenn er getrunken hat. Betriebsblind würde ich das nennen. Das liegt aber nicht daran, dass er wenig getrunken hat, sondern daran, dass er einfach immer mehr vertragen hat...

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