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Und täglich grüßt das Murmeltier

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit
Milla86
neuer Teilnehmer
Beiträge: 15
Registriert: 30.07.2017, 09:58

Beitrag von Milla86 » 28.01.2018, 12:53

Mir geht es leider weiterhin sehr schlecht. Ich bin mitten im Umzug und habe das Gefühl einfach ausbrechen zu wollen. Ich möchte wieder zurück. Ich denke, dass ich es nicht schaffe.
Ich fühle mich einsam und verlassen, obwohl meine komplette Familie und Freunde hinter mir stehen.
Ich beschäftige mich mit falschen Themen, dass zb Alleinerziehende sehr schlecht dastehen etc. Ich bin zu negativ.
Xy trinkt mittlerweile zu seinem Feierabend Bierchen auch noch jeden Tag Wein mal eine halbe, mal eine ganze Flasche.
Ich kontrolliere ihn weiterhin, obwohl ich das nicht möchte.
Mir gehen absurde Gedanken durch den Kopf wie zB : wie soll ich denn wissen ob er noch trinkt und vor allem wieviel, wenn ich ausgezogen bin. Vielleicht trinkt er dann ja wirklich nicht mehr, wie er es immer sagt. Sobald er mich los ist, muss er auch nicht mehr so viel trinken. Dann hat er ja weniger Stress.
Ein ganz anderer Punkt ist, dass meine Tochter die Trennung wahrscheinlich nicht gut verkraften wird und ich mir mega große Vorwürfe mache.
Ich weiß nicht ob es jemals besser wird....
Ich glaube bis zum Tiefpunkt ist es definitiv nicht mehr weit!!!!!!!!

Martin

Beitrag von Martin » 28.01.2018, 14:06

Hallo Milla,

was juckt es dich denn noch ob xy noch trinkt oder nicht, glaubst du ohne dich macht es ihm kein Spaß mehr :?:

Als trockener Alkoholiker sag ich dir folgendes, ein nasser Alkoholiker trinkt weil:

- du böse bist

- zu lieb warst (glaubt er dir nicht)

- Ärger auf Arbeit

- Wetter

- wenn kein Feiertag ansteht wird Tag xy zum Feiertag ernannt :roll:

Wenn ein nasser Alkoholiker plötzlich zu seiner üblichen Zeit nicht trinkt hat er schon vorher gesoffen.

Mach dir doch mal eine Liste mit Plus und Minuspunkten.

Bei mir fanden die Familie und Freunde fast nur Pluspunkte, ganz perfekt war ich anfangs auch nicht :lol:

LG Martin

Gotti
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Beitrag von Gotti » 29.01.2018, 07:38

Hallo Milla!
Vielleicht hilft dir der Gedanke:
Meine Tochter macht mir Vorwürfe "WENN ICH NICHT GEGANGEN BIN"..
weiter?
Wenn sie erwachsen, oder zumindest soweit vernünftig ist, die Realität zu erkennen?
Kinder haben für das "Ungute" in einer Beziehung sehr feine Antennen. Sie spüren, wenn sich Mama oder Papa anders verhalten, weil etwas nicht passt. Es wird klar sein, dass sie ihren Papa vermisst, aber sie vermisst sicher nicht deine Unruhe, dein Unwohlsein...
Gib ihr die Chance, sowie auch dir, ein neues Leben auszuprobieren.
Besuchst du eine SHG in deiner Nähe? Vielleicht ist da jemand, mit dem du dich öfter austauschen kannst - vis a vis? Ich wünsche dir viele stärkende Menschen vor Ort, damit du bald aus deinem Tief herauskommst!!!
LG Gotti

Aurora
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Beitrag von Aurora » 13.02.2018, 09:56

Hallo Milla,

bist du inzwischen ein wenig in deinem neuen Zuhause angekommen?

Viele Grüße
Aurora

CoA12307
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Beitrag von CoA12307 » 16.02.2018, 20:45

hallo Milla
Erstmal Gratulation für den großen Schritt vorwärts, den du gemacht hast. War bestimmt nicht einfach, das durchzuziehen. Aber du hast dich für einen gesunden neuen Weg entschieden. Der richtige Weg für dich.

Ich selbst bin Trennungskind. Ich erlebte jeden Tag den Streit meiner Eltern. Nach der Trennung war endlich Ruhe. Mein Vater ist auch Alkoholiker, er hat viele positive Seiten. Er kann sehr unterhaltsame Geschichten erzählen und macht großzügige Geschenke. Es ist sehr lebensfroh. Wenn deine Tochter den Kontakt zu dem Vater wünscht und es ihr guttut, kann sie ihn doch bestimmt regelmäßig besuchen. Vielleicht kann er sich mal am Wochenende um sie kümmern. Dann hast du zeit, dich um dich zu kümmern. Am besten denk jetzt vorallem erstmal an dich!

Als ich mich von dem vorletzten Alkoholiker getrennt habe, bekam ich erstmal depression und lag 6 monate heulend mit magenschleimhautentzündung im Bett. Konnte nicht mehr als eine mahlzeit zu mir nehmen und nicht mehr schlafen. Aber es war weniger der Trennungsschmerz. Es war mehr der zerbrochene Traum in meinem Kopf, der Traum von einer glücklichen Beziehung. Und die Tatsache, das von mir nicht viel übrig war. Ein großes Loch, weil ich mich immer mit ihm beschäftigt hatte. Ich hatte vorallem Gefühlsachterbahn in der ersten Zeit.

Gibt es irgentwas, das dir freude macht, das nichts mit dem Alkoholiker zu tun hat?

Milla86
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Beitrag von Milla86 » 18.02.2018, 12:56

Hallo!

Mittlerweile sind wir umgezogen.

Ich bin allerdings mit ganz anderen Erwartungen umgezogen und zwar, dass dann auf einmal alles gut sein wird, weil ich mich ja nicht mehr mit dem Thema Alkohol beschäftigen muss.

Der Schuss ist definitiv nach hinten losgegangen. Ich habe mich noch viel schrecklicher gefühlt als vorher. Ich kann ganz schlecht mit diesen Gefühlen umgehen, sie überrennen mich. Ich leide unter Panikattacken. Ich esse nicht mehr. Ich bin irgendwie nur noch eine Hülle. Sehe alles negativ. Hab keine Hoffnung mehr.

Ich weiß, dass diese Zeit vorbei gehen wird. Aber es ist so schwer durchzustehen. Nicht wieder rückfällig zu werden.

Wer mir ganz vie Mut macht ist Ayki 79. Ich habe ihr Threads nun zum 2. mal gelesen.

Ich hoffe, dass es bald besser wird.

Aurora
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Beitrag von Aurora » 19.02.2018, 10:56

Hallo Milla,

es ist ja wirklich so. Nun bist du aus der Situation raus und es ist ein riesen Loch entstanden. Der ganze Thrill der Beziehung ist plötzlich weg...

Du kommst zur Ruhe und das bedeutet, dass du dich plötzlich mit dir selbst auseinander setzen musst. Der Partner ist nicht mehr da. Da fehlt regelrecht was, das du lange Zeit gewohnt bist. Denn du hattest mit ihm genug zu tun.

Du kannst nun damit beginnen das entstandene Loch zu füllen. Mit neuen Dingen die dir Spaß machen und dein Leben lebenswert. Das ist erst mal gar nicht so einfach. Denn durch das viele Kümmern um ihn, die ganzen Sorgen und Verletzungen, die da entstanden sind, hast du vielleicht einen Teil deiner Persönlichkeit vergessen...

Ich kann gut nachvollziehen, wie es dir geht, denn ich war auch in dieser Lage. Und daher weiß ich auch wie schwer es ist. Aber ich weiß auch, dass es schaffbar ist!

Ich möchte dir Mut machen. Du hast den wichtigsten und schmerzlichsten Schritt ja schon gemacht, in dem du dich getrennt hast. Das ist toll! Nun darfst du deine Wunden lecken und dann langsam deinen neuen Weg beginnen.

Liebe Grüße
Aurora

lütte69
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Beitrag von lütte69 » 19.02.2018, 12:01

Hallo Milla,

mir ging es wie Dir. Ich bin ausgezogen und dachte, dass meine Probleme damit erledigt wären. Leider war dem nicht so. Es war eine völlig neue Situation. Ich musste erst mal mit mir selber klar kommen. Die Traurigkeit, die Zweifel, die Wut waren ja durch meinen Auszug nicht verschwunden. Sie rumorten weiter in mir. Plötzlich war auch viel freie Zeit da. Was sollte ich damit anfangen? So wie Aurora schreibt, hab ich es gemacht. Hab mir ein neues Hobby gesucht, viel an mir gearbeitet (gelesen, Therapie, geredet), eingeschlafene Kontakte wieder aktiviert. Das hat funktioniert - immer langsam Schritt für Schritt, aber es wurde besser.

Hab Geduld mit Dir.

sonnige Grüße
Lütte

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