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Und täglich grüßt das Murmeltier

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit
Sunshine_33
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 3912
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Beitrag von Sunshine_33 » 19.02.2018, 19:15

Hallo Milla,
Du kannst ja auch wieder zurück gehen. Es wird Dich niemand davon abhalten können, oder?
Aber möchtest Du das wirklich? Das alles weiter geht mit dem Suff und Deinem Leid, so wie zuvor?
Möchtest Du denn wirklich Dein Leben einem nassen Alkie opfern, dem Du im Grunde völlig egal bist?
Weil nur noch die Flasche wichtig ist.
Das ist doch echt kein Leben.
Der Schuss ist definitiv nach hinten losgegangen. Ich habe mich noch viel schrecklicher gefühlt als vorher. Ich kann ganz schlecht mit diesen Gefühlen umgehen, sie überrennen mich. Ich leide unter Panikattacken. Ich esse nicht mehr. Ich bin irgendwie nur noch eine Hülle. Sehe alles negativ. Hab keine Hoffnung mehr.
Du bist auf Entzug von Deiner Droge. Darum fühlt sich das so an.
Der Bauch hatte auch noch nicht genug Zeit, um dem Verstand hinterherzukommen. Gib ihm doch bitte diese Chance (dem Bauch jetzt!)
Was kannst Du JEDEN TAG machen, damit es Dir etwas besser geht?
Was sind Deine Interessen?
Hast Du liebe Menschen in Deinem Leben, mit denen du Dich treffen kannst?
Versauer nicht zu Hause, geh raus, unternimm was, zieh Dich bitte nicht noch selbst zusätzlich runter.

Und esse bitte was. Erstmal nen kleinen Joghurt oder eine Banane, oder was anderes leichtes.
Und dann vielleicht schon mal ne kleine Stulle? Oder ne leckere Suppe?
Wenn man nix isst, fühlt man sich auch immer kraftloser und auch das schlägt dann noch zusätzlich auf die Psyche.
Es wird kein Ritter auf dem weißen Schimmel kommen und Dich retten, Du wirst selbst aktiv werden müssen.
Also nehme bitte Dein Leben in Deine eigenen Hände und mach was schönes draus. Denn Du hast nur dieses eine !

LG Sunshine

Milla86
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Beitrag von Milla86 » 20.02.2018, 19:55

Hallo,

Danke für eure Antworten 😊

@sunshine das ist ja das komische vielleicht könnte ich wieder zurück, aber soviel Stolz habe ich dann doch noch das nicht zu tun.
Vielleicht ist es wirklich mein Entzug diese Panikattacken, obwohl ich auch sehr um unser Haus trauer.. Das konnte ich nämlich nicht alleine behalten.

Ich fühle mich einfach so minderwertig.

Das nächste Problem ist, dass ich mich gar nicht um mich selbst kümmern kann, weil meine Tochter mir im Moment alles abverlangt.

Wie ihr seht ich sehe nur schwarz....

Milla86
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Beiträge: 15
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Beitrag von Milla86 » 20.02.2018, 19:55

Hallo,

Danke für eure Antworten 😊

@sunshine das ist ja das komische vielleicht könnte ich wieder zurück, aber soviel Stolz habe ich dann doch noch das nicht zu tun.
Vielleicht ist es wirklich mein Entzug diese Panikattacken, obwohl ich auch sehr um unser Haus trauer.. Das konnte ich nämlich nicht alleine behalten.

Ich fühle mich einfach so minderwertig.

Das nächste Problem ist, dass ich mich gar nicht um mich selbst kümmern kann, weil meine Tochter mir im Moment alles abverlangt.

Wie ihr seht ich sehe nur schwarz....

Gotti
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Beiträge: 3519
Registriert: 04.02.2008, 19:01

Beitrag von Gotti » 21.02.2018, 06:52

Guten Morgen Milla!
Hast du schon mal mit deinem Arzt darüber gesprochen, wie schlecht es dir im Moment geht? Wie wäre es mit einer Mutter - Kind - kur?
Ich kann dir nur wünschen, dass du bald Hilfe findest, die dir wieder aufhilft, dir Mut und Kraft gibt, und dass du dein Leben aus einer anderen Sicht sehen lernst. Was mir geholfen hat, ist die Tatsache, zu überlegen, "wie sehe ich das Problem in einer Woche, in vier Wochen, in einem halben Jahr, in einem Jahr, ...???" Was denke ich dann über mich? Was will ich dann über mich denken? Wie soll es mir dann gehen??
Ich habe viel Therapie gebraucht, um dahin zu kommen. Alleine hätte ich mich sicher weiter in meinem Selbstmitleid neben meinem Mann gesuhlt.
Nach deinem Auszug ist es freilich nicht leicht, das neue Leben. Aber bestimmt gesünder für eure beiden Seelen. Auch wenn du es jetzt vielleicht noch nicht sehen kannst.
Liebe Grüße, Gotti.

Milla86
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Re: Und täglich grüßt das Murmeltier

Beitrag von Milla86 » 25.06.2018, 11:20

Guten Morgen an alle,

ich habe mich lange nicht gemeldet.
ich lebe nun seit einiger Zeit in der neuen Wohnung. Und habe mich immer noch nicht wirklich eingelebt.
Die erste Zeit war ich von Panikattacken geplagt. Ganz langsam wird es besser mit den Attacken. Aber gut ist es noch lange nicht.
Ich bin im Überlebensmodus. Ich funktioniere. Das ist aber auch alles. Ich weiß nicht wann ich das letzte mal richtig gelacht habe. Sorglos war. Nicht gegrübelt habe, ob dies wirklich die richtige Entscheidung war.
Ich zweifel weiterhin, obwohl ich tief im Inneren weiß, dass es richtig ist. Mein xy trinkt weiter, obwohl ich nicht mehr da bin und er ja jetzt viel weniger Stress hat.
Ich weiß nicht, was ich noch für mich tun kann. Ich habe alle wirklich alle Maßnahmen ausgeschöpft.
Ich weiß auch nicht, ob ich wirklich ihn vermisse oder nur das alte Nest, die Gewohnheiten etc.
Wann fühle ich mich denn endlich wieder normal???

Aurora
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Re: Und täglich grüßt das Murmeltier

Beitrag von Aurora » 25.06.2018, 13:29

Liebe Milla,

keine Ahnung, wann du dich wieder "normal" fühlen wirst. Das dauert unterschiedlich lange bei jedem.

Ich habe damals mindestens 1 Jahr gebraucht, bis sich meine Wohnung als meine Wohnung angefühlt hat. Die ersten Monate, wenn ich meine Eltern besucht habe, musste ich ja immer an meiner alten Wohnung vorbei, die ist ja genau unter der meiner Eltern... da hat's mir jedes Mal fast die Beine weg gehauen.

Aber ich habe immer mehr gespürt, wie gut mir die Ruhe getan hat. Wie langsam ein wenig meine Seele heil wurde. Wie ich es immer mehr genießen konnte, nicht mehr von üblen Launen, stinkenden Alkoholdünsten und Beschimpfungen überhäuft zu werden. Und dann kam auch das Lachen wieder...

Was hast du denn für die nächste Zeit so geplant? Es ist Sommer! Machst du Urlaub mit deinem Kind?

Viele Grüße
Aurora

CoA12307
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Re: Und täglich grüßt das Murmeltier

Beitrag von CoA12307 » 01.07.2018, 20:01

Hallo Milla,
Gut dass du den Schritt geschafft hast. Man gewöhnt sich nur langsam daran. Aber du wirst jetzt langsam wieder gesund werden! Pass auf, dass du nicht noch einmal in die Falle der Coabhängigkeit trittst. Bei mir hat es auch so ungefähr 3 Jahre gedauert bis ich mich wieder normal fühle.

Auch nach 5 Jahren ist es für mich immer ungewohnt, zu Hause zu sein, ohne beschimpft, bedrängt oder bedroht zu werden. Aber es ist ein tolles gefühl. Als wär ein riesiger Klotz vom bein, der mich krank gemacht hat

Gotti
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Re: Und täglich grüßt das Murmeltier

Beitrag von Gotti » 06.07.2018, 07:06

Hallo Milla!
Meine Therapeutin hat mich einmal gefragt, wer oder was ist Ihnen mehr wert: Das Haus oder Sie selbst???
Ein Haus ist ein Ding. Sie sind ein Mensch.
Es hat einige Zeit gedauert, bis es in meinem Gehirn angekommen ist, und dann in meinem Herz.
LG Gotti.

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