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Und täglich grüßt das Murmeltier

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit

Moderator: Moderatoren

Milla86
neuer Teilnehmer
Beiträge: 15
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Beitrag von Milla86 » 06.11.2017, 10:41

Vielen Dank erstmal für eure Antworten :D

Ja ich habe Existenzängste, da mein Kind noch sehr klein ist und ich noch in Elternzeit bin.

Außerdem habe ich mir mein Leben anders vorgestellt und zwar mit Stabilität und Sicherheit.
Das alles habe ich verloren, bzw. auch noch nie wirklich bessesen, was mir jetzt im Nachhinein erst klar wird.

Das Problem an der ganzen Geschichte ist, dass für ihn nicht der Alkohol Schuld ist an der ganzen Misere, sondern mein Verhalten.
Das macht die ganze Situation noch viel schlimmer für mich.

Ich hätte mich in den letzten Jahren so verändert zum negativen, dass er diese Beziehung nicht weiter mit mir führen kann.
Er trinkt nur soviel, weil ich ihn vor Jahren schon emotional verlassen hätte.

Es ist die reinste Verstrickung.

Sunshine_33
sehr aktiver Teilnehmer
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Beitrag von Sunshine_33 » 06.11.2017, 12:34

Hallo Milla
und Herzlich Willkommen im Forum.
Außerdem habe ich mir mein Leben anders vorgestellt und zwar mit Stabilität und Sicherheit.
Das alles habe ich verloren, bzw. auch noch nie wirklich bessesen, was mir jetzt im Nachhinein erst klar wird.
Ein Leben in Stabilität und Sicherheit ist mit einem nassen Alkoholiker wohl kaum möglich.
Ein nasser Alkoholiker ist doch sehr schwankend, nicht nur äußerlich, sondern ebenso innerlich durch Stimmungsschwankungen.
Da wechselt oft Selbstmitleid mit Aggressivität (Beschimpfungen und Beschuldigungen des Partners sind ja ebenso aggressive Handlungen)
und überhaupt ist die ganze Welt schlecht...
Wie soll man sich mit einem nassen Alkoholiker ein stabiles Leben aufbauen können. Funzt einfach nicht bei dieser Krankheit.
Finanzielle Sicherheit mit einem Trinker?
Es haben schon viele Haus und Hof sozusagen versoffen. Darauf würde ich mich ganz sicher nicht verlassen wollen.

Ein Kind braucht ganz dringend Stabilität und Sicherheit. Das ist das wichtigste, auf das es sich verlassen müssen kann.
Bist Du denn der Meinung, Du könntest Deinem Kind allein nicht bessere Stabilität gewährleisten?
Als mit einem Trinker an Deiner Seite?
Ich denke, das ein nasser Alkoholiker unglaublich viel Kraft aus einem CO herauszieht. Und das macht letztendlich auch den CO schwankend.
So kann sich am Ende Dein Kind nicht mal mehr auf Dich verlassen, erlebt nicht mal mehr bei Dir die nötige Stabilität.
Und es kommt auch in anderen Bereichen immer zu kurz, denn ein großer Teil der Aufmerksamkeit gilt ja dem Säufer... was der gerade wieder anstellt,
in welcher Laune der wieder nach Hause kommt, ob er abends wieder saufen wird, wie man ihm helfen könnte und dieses ganze Drama.

Was die finanzielle Sicherheit angeht, da würde ich mich lieber auf mich selbst verlassen als auf nen Trinker.
Und wenn das auch ne Ecke weniger Geld bedeutet, so hätte ich doch meinen Seelenfrieden und der ist mir persönlich unbezahlbar.
Das Problem an der ganzen Geschichte ist, dass für ihn nicht der Alkohol Schuld ist an der ganzen Misere, sondern mein Verhalten.
Typisches Säufergelaber.
Ich hätte mich in den letzten Jahren so verändert zum negativen, dass er diese Beziehung nicht weiter mit mir führen kann.
Er trinkt nur soviel, weil ich ihn vor Jahren schon emotional verlassen hätte.
Ebenso typisches Säufergelaber.
Mache den CO so schlecht, das der denkt, er/sie findet nie wieder n neuen Partner :roll:
So wird er schon bleiben und sich auch weiterhin wie Dreck behandeln lassen.
Dein XY weiß sicher ganz genau, wie er Dich "kriegen" kann, das kannste mir glauben.
Dieses Runtermachen von anderen Menschen halte ich für die böseste und verletzendste Manipulation überhaupt.
Und steter Tropfen höhlt bekanntlich den Stein.
Also wird man mit der Zeit selbst anfangen zu glauben, das man für immer allein bleiben wird, wenn man den Säufer verlässt.
Davor haben ja viele CO`s auch große Angst.
Dabei ist auch das Blödsinn, man wird immer einen neuen Partner finden, wenn man es möchte.
Dazu ist man nie zu alt und auf jeden Topf passt n Deckel. Is einfach so :wink:
Vorher würde ich aber dringend dazu raten, sich mit dem eigenen Verhalten mal zu beschäftigen und mit Hilfe zu versuchen, die CO-Abhängigkeit zu stoppen.
Ansonsten ist die Gefahr groß, das Du gleich wieder n Säufer oder anderweitig Hilfsbedürftigen am Start hast.
Und dann beginnt das Spiel ganz schlicht und ergreifend von vorn.
Es ist die reinste Verstrickung.
So verstrickt ist das ganze gar nicht :wink:
Das sieht vielleicht momentan für Dich so aus... aber man kann die vermeintlichen Verstrickungen auch wieder lösen.
Bzw. ist vieles gar nicht sooo verstrickt, sondern mit Abstand ziemlich gut zu verstehen.
Dieser Abstand fehlt Dir momentan noch... denn die Dauerbeschallung von Deinem XY ermöglicht es Dir kaum, eine Metaebene zu erreichen,
von der die ganze Sache durchschaubarer wird.

LG Sunshine (trockene Alkoholikerin)

Gotti
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Registriert: 04.02.2008, 19:01

Beitrag von Gotti » 06.11.2017, 13:42

Klar, Milla, klar bist du schuld an seiner Misere, an deiner Misere! DAS redet er dir immer wieder ein, bis du es auch glaubst. :( Ich dachte sehr oft: Wer ist hier eigentlich am Kränksten??? Bin jetzt am Ende ich shizophren ?
Es hört erst auf, wenn du aus dieser "Spirale" austrittst und für dein Wohl sorgst.
Existenzängste - es geht immer weiter!!! Ich dachte, ich kann mein Elternhaus - noch belastet - nicht aufgeben. Ich muss noch zahlen, bleiben, aushalten - meine Therapeutin in der Reha belehrte mich eines Besseren!
Es ist für etliche Bekannte ein Unding, dass ich aus meinem Elternhaus ausgezogen bin, aber für mich ist es das BESTE! Denn ich habe das alte Leben wirklich abgelegt. Und glaube mir, auch in Elternzeit wirst du Hilfe für dich und dein Kind finden! Du musst nur den Mut finden, den ersten Schritt zu gehen.
Liebe Grüße, Gotti.

Milla86
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Beitrag von Milla86 » 07.11.2017, 10:03

Guten morgen allerseits :lol:

Ja genau irgendwann denkt man wirklich, dass man selber an allem Schuld ist. Vor allem wenn es einem immer wieder eingetrichert wird.

Ich habe schon oft gesat wenn ich mir das ganze mal von außen betrachten würde, dann wäre ich schon längst weg! Wenn man mittendrin steckt dann sieht es allerdings anders aus.
Diese Stimmungsschwankungen von xy machen das ganze nicht besser. Den einen Tag ist alles ganz schlimm seiner Meinung nach und den anderen ist wieder alles gut. Man streitet sich halt mal.

Fange nie mit einem betrunkenen eine Diskussion an. Diesen Satz muss ich mir einprägen, denn das kann nur in die Hose gehen.

Ich kann einfach nicht akzeptieren, dass das Projekt Familie gescheitert ist. Ich möchte nicht schuld sein, dass meine Tochter ohne Vater aufwachsen muss. Ich habe Angst, dass sie mir das irgendwann vorhält, warum ich nicht einfach durchgehalten habe. Dennn er ist ja ein ganz normaler Mensch, der sein Leben im Griff hat. Wenn interessieren denn da die paar Bier abends. Bekommt doch eh keiner mit.

Tja natürlich kenne ich die Kehrseite der Medaille. Ich weiß, dass ich mich trennen muss. Akzeptieren kann ich es immer noch nicht wirklich.
Ich tue jedoch alles dafür, dass ich es akzeptieren kann.
Genau aus diesem Grund habe ich mich hier angemeldet.

LG und einen schönen Tag euch die Milla

Elahase
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Beitrag von Elahase » 07.11.2017, 12:56

Hallo Milla,

ich kann deine Gedanken auch sehr gut nachvollziehen, ich habe bzw. hatte die gleichen Empfindungen wie du.
Ich möchte nicht schuld sein, dass meine Tochter ohne Vater aufwachsen muss. Ich habe Angst, dass sie mir das irgendwann vorhält, warum ich nicht einfach durchgehalten habe.
Ich hatte eher vor dem umgekehrten Fall Angst: das mein Kind irgendwann sagt "Mama, warum hast du nicht reagiert und uns das erspart?"

Ich habe vorher auch oft gedacht, ich müsse wegen der Kleinen durchhalten. Wenn sie nicht gewesen wäre, hätte ich mich viel früher getrennt.

Aber nach der letzten Eskalation mit körperlicher Agression habe ich dann nur gedacht, was wäre, wenn sie das jetzt mitbekommen hätte. Welchen Eindruck hätte sie dann von ihrem Vater...und auch von ihrer Mutter?
Dieses Bild hätte sie nie wieder aus ihrem Gedächtnis bekommen, da bin ich mir sicher. Der Gedanke, dass dieses kleine Seelchen das hätte mitbekommen können, macht mich heute noch wütend.

Und sowas wäre mit Sicherheit wieder passiert...und das wollte ich ihr unter allen Umständen ersparen.

LG

Biene1967
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Beitrag von Biene1967 » 07.11.2017, 18:34

Eine Frage zu den Stimmungsschwankungen:
Ist es bei Euren Partnern auch so, dass es (selbst im nüchternen Zustand) so unvorhersehbar hin- und herkippt zwischen lieb / anhänglich und schroff / abweisend?
Habt Ihr auch das Gefühl, ständig zu beobachten, was gerade wieder an der Reihe ist?
Sich brav freuen, wenn er gut drauf ist und das nicht vermiesen,
bei schlechter Stimmung bloß keinen Anlass geben für ein Herumnörgeln?
Ich fühle mich, als liefe ich auf rohen Eiern. Und wenn ich nicht total flexibel reagiere, riskiere ich Mißstimmung.

tom38
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Registriert: 02.11.2017, 09:19

Beitrag von tom38 » 08.11.2017, 08:11

Bei meiner Ex gab es diese Stimmungsschwankungen gerade im nüchternen Zustand. Im besoffenen Zustand war sie generell sehr aggressiv und beleidigend.
Mal war alles gut und die Welt in Ordnung. Das ging dann 2-3 Tage und dann war alles wieder schlecht. Bei mir war es sogar so, das sie Selbstmord Gedanken hatte. Das war wie auf einem Minenfeld, ich musste immer aufpassen das ich nichts falsches sage.
Dann gab es Tage da war sie so glücklich mit mir und hat gelacht und hat Witze gemacht. Aber das konnte am nächsten Tag wieder anders sein. Da liebte sie mich plötzlich nicht mehr so usw.
Da sitzt Du mit Freunden zusammen und bekommst eine whatsapp Nachricht nach dem Motto: Dir geht es gut, feier schön weiter. Ich bin Dir doch eh egal. Oder: Klar brauchst mir nicht mehr zu antworten ist gut!
Ich kann Dir sagen, wie oft die mir den Tag versaut hat...
Das kann einen schon sehr mürbe mache...

Milla86
neuer Teilnehmer
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Registriert: 30.07.2017, 09:58

Beitrag von Milla86 » 08.11.2017, 09:41

Guten Morgen,

also im nüchternen Zustand ist meistens alles gut. Das heisst so bis zum frühen Abend. Was heißt nüchtern. Ich glaube, dass das ganze schon so mittags los geht. Aber dann halt sehr moderat. So, dass es niemand bemerkt, selbst ich nicht.

Ab einem bestimmten Pegel allerdings muss ich aufpassen was ich sage. Es kann dann auch mal so weit gehen, dass er nach einer negativen Aussage von mit ein paar Tage nicht mehr mit mir spricht.

Ich habe oft gar keine Lust mich immer lieb zu verhalten und suche dann selber den Streit, damit wir überhaupt mal miteinander reden.

Ich bin oft angriffslustig ich denke einfach, weil ich so enttäuscht bin.

@Biene1967 ich vermiese gerne die Stimmung gerade wenn er gute Laune hat, weil es einfach nicht zu meinen Gefühlen passt denke ich.

Ja ich denke ich bin auch nicht so einfach, aber der Grund zum saufen... hmm weiß nicht.

Ich bin auch nicht so die typische Co...
ich würde nie bei seinem Chef anrufen und ihn entschuldigen. Ich kaufe unter keinen Umständen Alk. Ich beschütze ihn nicht. Und auf mich angewiesen ist er auch nicht.

Komische Konstellation....

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