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Fragen an einen Alkoholiker

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit

Moderator: Moderatoren

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Carl Friedrich
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Re: Fragen an einen Alkoholiker

Beitrag von Carl Friedrich » 13.12.2018, 16:22

Hallo Ideja!

Stimmungsschwankungen hat jeder Mensch. Niemand ist jahrein jahraus gleichbleibend gut drauf. Das gibt es nicht.

Während meiner aktiven Zeit waren sie deutlich ausgeprägter als heute.

Bist Du sicher, dass die Schwankungen deines Mannes mit der Abstinenz zu tun haben und nicht andere Gründe haben? Mangelnde Zufriedenheit mit seiner persönlichen, beruflichen und familiären Situation? Hat er evt. das Gefühl im Vergleich zu Bekannten/Freunden/Kollegen "zu kurz" zu kommen?

Will er selbst abstinent leben oder praktiziert er es nur, weil es von ihm erwartet wird?

Gruß
Carl Friedrich

ideja
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Re: Fragen an einen Alkoholiker

Beitrag von ideja » 14.12.2018, 21:01

hallo,
er sagt er pausiert für sich, er hat endlich bemerkt was er seiner Gesundheit, Ehe, Familie, antut.
ob man es drängen nennen kann, weiß ich nicht, aber ich habe ihm deutlich gesagt und gezeigt dass ich mich in Zukunft, in allen Situationen wobei er etwas alkoholisches trinkt, heraushalte.
ich zerbreche mir den Kopf wegen Stimmungsschwankungen... Alle möglichen Gründe die du nennst fallen aus, ich kann diesen Ärger oder Traurigkeit, oder was auch immer, nach so langer Zeit erkennen.
die Situation hatten wir einmal im Sommer. es war Sonntag, wir sind am Nachmittag in den Garten eines Kaffeehauses gesessen und haben Kaffe getrunken. Er fing dann an, Blödsinn zu reden (bis dann war es ein sehr harmonischer Tag), alles wirr... wie dass ich mit jemand ganz Fremden da sitzen würde. er hat sich über alles mögliche geärgert, bis ich dann wütend wurde (nur innerlich :roll: ) und gesagt habe, er soll sich doch bitte, sein Bier bestellen. was er auch tat. und siehe da, bevor das zweiter Bier geöffnet wurde, war die Welt wieder ganz in Ordnung für ihn.
jetzt vor Paar Tagen war er in ähnlicher Stimmung.

Carl Friedrich
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Re: Fragen an einen Alkoholiker

Beitrag von Carl Friedrich » 14.12.2018, 21:33

Hallo ideja!

Was Du schilderst sind klassische Entzugserscheinungen. Er brauchst seinen Stoff. Das kenne ich aus meiner aktiven Zeit. Ruhe gab ich erst, wenn ich das erste Weißbier intus hatte und das zweite im Anmarsch war.

Gruß
Carl Friedrich

ideja
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Re: Fragen an einen Alkoholiker

Beitrag von ideja » 15.12.2018, 00:26

hallo Carl Friedrich,
es ist beruhigend zu wissen dass ich meiner Wahrnehmung vertrauen kann, und dass das etwas mit Alkohol zu tun hat. falls es wieder dazu kommt, kann ich ruhig mein Leben weiter leben und abwarten bis es vorbei ist. :) nicht mein Leben, sondern sein "Ding" :D
wie lange kann man mit Entzugserscheinungen rechnen? es sind immerhin 25 Tage dass er nichts trinkt
wie lange nach dem letzten Getränk, hattest du sie noch?
Grüß, ideja

Carl Friedrich
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Re: Fragen an einen Alkoholiker

Beitrag von Carl Friedrich » 15.12.2018, 11:33

Hallo!

Da gibt es keine verbindliche Richtschnur.

Will er denn überhaupt für sich trocken werden? Ich wollte es, auch wenn die Familie Anschubhilfe geleistet hat. Als mein Karren der Abstinenz dann Fahrt aufnahm, wollte und will ich ihn am Rollen halten. Daher kam bei mir bei Besuchen von Cafes etc. nicht mehr automatisch der Wusch nach einem Bier auf.

Diesen Punkt muss dein Mann erst noch erreichen. Das geht nicht binnen Monatsfrist. Rückblickend meine ich, dass ich das Gröbste nach 1/2 Jahr hinter mir hatte. Allerdings bin ich mein Problem konzentriert und von mehreren Seiten aus angegangen: Ambulante Therapie, Fachliteratur aus Patienten- und Therapeutensicht sowie dieses Forum hier.

Gruß
Carl Friedrich

ideja
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Re: Fragen an einen Alkoholiker

Beitrag von ideja » 15.12.2018, 11:49

vielen Dank für deine Antworten
etwas näher habe ich es beschrieben in meinem Tagebuch, wie es mit ihm aussieht. leider, ist er nicht so wie du und die anderen hier auf sein Problem konzentriert.
ich versuche einfach für mich herauszufinden wie es weiter gehen kann, und denke dabei in allen Richtungen.
liebe Grüße, ideja

Netti14
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Re: Fragen an einen Alkoholiker

Beitrag von Netti14 » 18.12.2018, 02:38

Ich möchte mich erstmal bedanken für eure Offenheit. Ich lese hier schon eine Weile mit und versuche vieles zu verstehen. Ich hatte das Pech oder auch Glück nur kurz einen Alkoholiker kennen zu lernen. Wir waren in der Anfangsphase einer Beziehung. Frisch verliebt, jedenfalls ich und ich glaube auch er. Ich habe das alles in meinem Vorstellungsgespräch geschrieben, wie das ganze geendet ist. Nur nochmal kurz zusammen gefasst. Er hat schon immer gerne getrunken, nicht nur am Wochenende, das habe ich schon gemerkt und mir so meine Gedanken gemacht. Auch schon angesprochen, dass es mir an ihm aufgefallen ist. Aber da meinte er immer noch, er braucht den Alkohol nicht. Ich konnte das nicht kontrollieren. Irgend wann bei einer Feier beschimpfte er seine Kumpels so sehr,dass er die Notbremse gezogen hat. Er offenbarte mir in schriftform,dass er ein Problem mit Alkohol hat und es jetzt in Angriff nehmen will. Er will mich nicht verletzen und ich bin eine ganz tolle Frau. Dann hat er mich blockiert. Das ganze liegt jetzt so ca.drei Monate zurück. Nur mal ein kurzes Zeichen, in schriftform,dass er einen ersten Termin hat und dann wieder nichts.
Ich habe mir lange den Kopf zerbrochen, was ich noch machen kann. Ich kann nichts machen, das weiß ich jetzt auch. Es ist ein toller Mensch,den ich da kennen gelernt habe,aber auch ein verdammt guter Schauspieler.
Ich selbst bin in einer Familie groß geworden, wo Alkohol eine große Rolle spielte. Mein Vater trank sehr oft und war auch sehr oft aggressiv zu meiner Mutter. Gewalt war da oft im Spiel. Mein Vater ist schon 20. Jahre tot und ich habe bis heute so meine Probleme mit Alkoholiker. Auch in meinem Beruf habe ich täglich mit Alkoholiker zu tun und ich sehe täglich, was Alkohol aus einem Menschen macht. Das alles habe ich ihm auch alles erzählt. Ich glaube, er schämt sich sehr für seine Krankheit. Ich hoffe, er hat sie in Angriff genommen und lässt sich helfen. Ich habe ihn ja noch die Beratungstelle genannt.
Ich will nur sagen, dass ich durch eure Fragen und Antworten so einiges verstehe. Aber es macht mich immer noch traurig.

Rattenschwanz
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Re: Fragen an einen Alkoholiker

Beitrag von Rattenschwanz » 18.12.2018, 07:25

Netti14 hat geschrieben:
18.12.2018, 02:38
Dann hat er mich blockiert.
Das erinnert mich an mich. Ich habe Menschen, die mir lieb waren, bewusst verbal verletzt damit die abhauen, mich in Ruhe lassen. Danach hab ich fleißig jeden Versuch von Ihnen ignoriert, mit mir in Kontakt zu treten.

Mir fehlte die Bereitschaft mit dem Saufen aufzuhören und ich wollte nicht, dass diese Menschen sich mit mir und meinem damaligen Leben beschäftigen.

Ich wusste, dass meine Wohnung zeitweise unter aller Sau aussah und ich auch, das war mir peinlich, ich war mir peinlich und das sollten die nicht sehen und die sollten mir nicht helfen.

Die sollten aufhören, sich um mich zu kümmern und die sollten sich ihr Leben nicht mit meinem versauen, redete ich mir ein.

Dabei wollte ich wollte mich einfach nur gehen lassen können und nur saufen und das 24 Stunden lang.

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