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Fragen an einen Alkoholiker

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit
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coup
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Re: Fragen an einen Alkoholiker

Beitrag von coup » 30.12.2018, 20:26

Hallo Moony,
Moony007 hat geschrieben:
07.12.2018, 13:40
...
Mein Freund hat in unregelmäßigen Abständen Trinkphasen; ca. 2 Flaschen harter Alkohol wie Schnaps und Wodka pro Tag, Promille Level im Schnitt 4,0 pro Tag. Das ca. 1-2 Wochen, dann ab in die Entgiftung, einige Wochen trocken, dann wieder das Ganze von Vorne. Längste trockene Phase 3,5 Monate.
...
LG Moony
mein Freund hat ein ähnliches Trinkverhalten wie deiner, allerdings hatte er in seinem ganzen Leben nur 2x im Krankenhaus entgifet. Länger als 5 Tage war er noch nie im Krnakenhaus, meistens geht er am gleichen Tag wieder.

Und das mit dem Führerschein hatten wir auch schon mal. Das letzte mal hatte er seinen Führerschein nur 2 Jahre lang. Und davor konnte er ein ganzes Jahr lang abstinent bleiben, nur um den FS wieder zu bekommen, weil er ihn für die Arbeit brauchte. Am selben Tag, er dem er ihn sich abholte, ist er auf dem Heimweg Alkohol kaufen gefahren und 2 Stunden später schon war er total besoffen. Ich bin damals schier durchgedreht, weil mir klar war, dass er das alles nur wegen dem FS gemacht hat, und eben nicht um sein Leben zu ändern.

Jetzt hat er wieder keinen, und weil er ihn nicht mehr braucht, schafft er auch nur noch kürzere Trockenphasen.

Ich sehe auch nicht ein, warum immer der oder die Co gehen soll, wenn Trennung ansteht. Die saufen doch nicht. Soll doch der Säufer gehen! Weil dann zahl ich nämlich 2 Wohnungen bzw. das Haus und meine Wohnung. Der Vermieter braucht nur einen, an den er sich halten kann. Geht einem das Geld aus, ist der andere dran, das bin jetzt ich.

Carl Friedrich
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Re: Fragen an einen Alkoholiker

Beitrag von Carl Friedrich » 31.12.2018, 10:48

coup hat geschrieben:
30.12.2018, 20:26

Und das mit dem Führerschein hatten wir auch schon mal. Das letzte mal hatte er seinen Führerschein nur 2 Jahre lang. Und davor konnte er ein ganzes Jahr lang abstinent bleiben, nur um den FS wieder zu bekommen, weil er ihn für die Arbeit brauchte. Am selben Tag, er dem er ihn sich abholte, ist er auf dem Heimweg Alkohol kaufen gefahren und 2 Stunden später schon war er total besoffen. Ich bin damals schier durchgedreht, weil mir klar war, dass er das alles nur wegen dem FS gemacht hat, und eben nicht um sein Leben zu ändern.

Ich sehe auch nicht ein, warum immer der oder die Co gehen soll, wenn Trennung ansteht. Die saufen doch nicht. Soll doch der Säufer gehen! Weil dann zahl ich nämlich 2 Wohnungen bzw. das Haus und meine Wohnung. Der Vermieter braucht nur einen, an den er sich halten kann. Geht einem das Geld aus, ist der andere dran, das bin jetzt ich.

Hallo!

Die Führerscheinaspiranten in meiner ambulanten Therapie waren schon ein ganz spezieller Fall. Die meisten von ihnen gingen nur zur Therapie, um bessere Karten bei der MPU zu haben. Das ärgerte mich seinerzeit, heute nicht mehr, weil meine persönliche Erkenntnis zum Thema Sucht deutlich tiefgreifender ist, als damals. Auch die Therapeuten erklärten unverblümt, dass viele von ihnen einige Zeit später wieder auf der Matte der Suchtberatung stünden.

Zur Wohnungsfrage: Wer hat denn den Vertrag unterschrieben? Falls beide, wird's schwer, den Trinker raus zu bekommen. Daher verfährt der nicht trinkende Teil besser nach der Devise, "der Klügere gibt nach", um sich selbst zu schützen.

Gruß
Carl Friedrich

Mcfly
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Re: Fragen an einen Alkoholiker

Beitrag von Mcfly » 31.12.2018, 11:32

Hallo ich bin neu hier und habe eine Frage die mir schon länger unter den Nägeln brennt. Es wird bei Alkoholismus von einer Krankheit geredet,für die niemand was kann.....gut verstehe ich,akzeptiere ich. Aber........einem Menschen mit riskantem Alkoholkonsum wird doch meist von seiner Umwelt oder Partnern sehr eindrücklich gesagt,dass es Zuviel ist und merkt man das nicht selber???? Da wäre doch ein umdrehen bis hin zum ab und an mal trinken möglich,oder???? Ich stelle mir das wie bei Diabetes vor. Ich esse zu viele Kohlenhydrate,bin zu dick,etwas unsportlich und mein Blutzucker ist erhöht. Gut also,der Arzt sagt nehmen Sie Insulin,damit bleiben Sie ein Leben lang Zuckerkrank oder essen sie weniger süßes,machen Sie Sport und nehmen Sie ab,dann werden sie wieder ganz gesund. Wenn ich mich für Option A entscheide, bin ich doch selber Schuld an meiner Krankheit. Für mich wird es dann echt schwierig die Eigenverantwort dieses Menschen so ganz in den Hintergrund zu schieben und ihn wegen seiner schlimmen Krankheit ,in diesem Fall Diabetes zu bedauern und alles zu verstehen was diese Krankheit im weiteren für Folgen haben wird. Ist das bei Alkohol anders oder verstehe ich etwas nicht ganz richtig?... Liebe Grüße Mcfly

Elly
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Re: Fragen an einen Alkoholiker

Beitrag von Elly » 31.12.2018, 12:15

coup hat geschrieben:
30.12.2018, 16:53
Ich würde auch gerne mal wissen, ob ihr auch mal den Wunsch hattet, beim Saufen zu sterben, damit das endlich vorbei ist?
Hallo coup,

diesen Gedanken hatte ich... es war einfach eine schreckliche Zeit!

Der Alkohol bringt den Körper und die Seele eines Alkoholikers an die Grenze
des Erträglichen!

Umso mehr bin ich froh, dass ich es geschafft habe, aus dieser Spirale, die nur
nach unten führt, aus zu steigen!

Und jedem, der noch auf der Suche nach dem Ausstieg aus der Alkoholsucht ist,
möchte ich schreiben, wagt es, holt Euch Hilfe! Es ist zu schaffen und lohnt sich!!!


Grüsse

Elly

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Re: Fragen an einen Alkoholiker

Beitrag von Elly » 31.12.2018, 12:17

Hallo Mcfly,

es fällt es schwer eine Diät einzuhalten, auch wenn man weiss, dass es einem
besser gehen würde.

Daran scheitern auch schon viele...

Mit dem Alkohol ist es noch eine Stufe verschärfter... Da ist die Gier und die Sucht,
die sich kaum besiegen lässt. Sie lässt sich nur in der Abstinenz zum Stillstand bringen.

Und so weit muss der Alkoholkranke erstmal kommen, die Einsicht zu gewinnen, dass
es ohne Alkohol besser geht, und dass er unfähig ist mit Alkohol umzugehen!

LG Elly

coup
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Re: Fragen an einen Alkoholiker

Beitrag von coup » 31.12.2018, 13:25

Carl Friedrich hat geschrieben:
31.12.2018, 10:48
coup hat geschrieben:
30.12.2018, 20:26


Zur Wohnungsfrage: Wer hat denn den Vertrag unterschrieben? Falls beide, wird's schwer, den Trinker raus zu bekommen. Daher verfährt der nicht trinkende Teil besser nach der Devise, "der Klügere gibt nach", um sich selbst zu schützen.

Gruß
Carl Friedrich
Hallo,
es ist ja nicht so, dass ich das nicht wüsste.

das mit der Wohnungsfrage ist kompliziert, daher etwas genauer: wir haben ein Haus gemietet, beide haben den Mietvertrag unterschrieben. Ich habe in diesem Haus außerdem mein Nebengewerbe, das ich nicht so einfach umziehen kann, dazu müsste ich also 2 geeignete Wohnungen finden oder das Nebengewerbe aufgeben.
Rechtlich gesehen muss der Vermieter auch nicht zustimmen, nur einen aus dem Mietvertrag zu lassen, er kann darauf bestehen, dass beide kündigen oder keiner. Ich kann zwar ausziehen, aber zahlen dann trotzdem weiter, wenn mein Lebensgefährte die Miete nicht alleine stemmen kann. Ich könnte sie aber auch alleine stemmen und möchte daher bleiben.
Das nächste ist, dass ich bei der Wohnungssuche schlechteste Voraussetzungen habe: allein stehende Frau ohne festen Anstellungsvertrag (Freiberufler) mit Hund. Auf dem aktuellen Wohnungsmarkt praktisch aussichtslos, ich hatte letztes Jahr schon nach Wohnungen gesucht. Ich bringe es außerdem nicht übers Herz, den alten Hund, der nun seit 12 Jahren bei uns ist, zurückzulassen, ganz abgesehen davon, dass mein Lebensgefährte im Vollsuff der Verantwortung gar nicht nachkommen kann. Und wenn ich mein Nebengewerbe behalte, muss ich auch wenigstens 3 x pro Woche in dieses Haus.

Ich bin froh, dass ich hier schreiben kann, das hilft mir, meine Gedanken zu sortieren.

coup
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Re: Fragen an einen Alkoholiker

Beitrag von coup » 31.12.2018, 13:27

Mcfly hat geschrieben:
31.12.2018, 11:32
... Ich stelle mir das wie bei Diabetes vor. Ich esse zu viele Kohlenhydrate,bin zu dick,etwas unsportlich und mein Blutzucker ist erhöht. Gut also,der Arzt sagt nehmen Sie Insulin,damit bleiben Sie ein Leben lang Zuckerkrank oder essen sie weniger süßes,machen Sie Sport und nehmen Sie ab,dann werden sie wieder ganz gesund. Wenn ich mich für Option A entscheide, bin ich doch selber Schuld an meiner Krankheit. Für mich wird es dann echt schwierig die Eigenverantwort dieses Menschen so ganz in den Hintergrund zu schieben und ihn wegen seiner schlimmen Krankheit ,in diesem Fall Diabetes zu bedauern und alles zu verstehen was diese Krankheit im weiteren für Folgen haben wird. Ist das bei Alkohol anders oder verstehe ich etwas nicht ganz richtig?... Liebe Grüße Mcfly
Hi Mcfly,
auch solche Diabetiker kenne, leider. Da ist das genau so, die essen weiterhin ihre Süßigkeiten.

Sunshine_33
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Re: Fragen an einen Alkoholiker

Beitrag von Sunshine_33 » 31.12.2018, 15:58

Ich würde auch gerne mal wissen, ob ihr auch mal den Wunsch hattet, beim Saufen zu sterben, damit das endlich vorbei ist?
BEIM Saufen vielleicht nicht unbedingt...eher danach.
Mich hat diese Alkoholbeschaffung und Entsorgung auch sehr gequält und besonders auch die Scham vor mir selbst.
Ich wünschte mir auch manchmal, das alles einfach vorbei wäre... wie traurig ich das heute finde :(
Aber es ist vorbei... und mein Leben lebt sich fortan vorwärts und nicht rückwärts...

LG Sunshine

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