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Fragen an einen Alkoholiker

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit

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Mcfly
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Re: Fragen an einen Alkoholiker

Beitrag von Mcfly » 31.12.2018, 11:32

Hallo ich bin neu hier und habe eine Frage die mir schon länger unter den Nägeln brennt. Es wird bei Alkoholismus von einer Krankheit geredet,für die niemand was kann.....gut verstehe ich,akzeptiere ich. Aber........einem Menschen mit riskantem Alkoholkonsum wird doch meist von seiner Umwelt oder Partnern sehr eindrücklich gesagt,dass es Zuviel ist und merkt man das nicht selber???? Da wäre doch ein umdrehen bis hin zum ab und an mal trinken möglich,oder???? Ich stelle mir das wie bei Diabetes vor. Ich esse zu viele Kohlenhydrate,bin zu dick,etwas unsportlich und mein Blutzucker ist erhöht. Gut also,der Arzt sagt nehmen Sie Insulin,damit bleiben Sie ein Leben lang Zuckerkrank oder essen sie weniger süßes,machen Sie Sport und nehmen Sie ab,dann werden sie wieder ganz gesund. Wenn ich mich für Option A entscheide, bin ich doch selber Schuld an meiner Krankheit. Für mich wird es dann echt schwierig die Eigenverantwort dieses Menschen so ganz in den Hintergrund zu schieben und ihn wegen seiner schlimmen Krankheit ,in diesem Fall Diabetes zu bedauern und alles zu verstehen was diese Krankheit im weiteren für Folgen haben wird. Ist das bei Alkohol anders oder verstehe ich etwas nicht ganz richtig?... Liebe Grüße Mcfly

Elly
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Re: Fragen an einen Alkoholiker

Beitrag von Elly » 31.12.2018, 12:15

coup hat geschrieben:
30.12.2018, 16:53
Ich würde auch gerne mal wissen, ob ihr auch mal den Wunsch hattet, beim Saufen zu sterben, damit das endlich vorbei ist?
Hallo coup,

diesen Gedanken hatte ich... es war einfach eine schreckliche Zeit!

Der Alkohol bringt den Körper und die Seele eines Alkoholikers an die Grenze
des Erträglichen!

Umso mehr bin ich froh, dass ich es geschafft habe, aus dieser Spirale, die nur
nach unten führt, aus zu steigen!

Und jedem, der noch auf der Suche nach dem Ausstieg aus der Alkoholsucht ist,
möchte ich schreiben, wagt es, holt Euch Hilfe! Es ist zu schaffen und lohnt sich!!!


Grüsse

Elly

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Re: Fragen an einen Alkoholiker

Beitrag von Elly » 31.12.2018, 12:17

Hallo Mcfly,

es fällt es schwer eine Diät einzuhalten, auch wenn man weiss, dass es einem
besser gehen würde.

Daran scheitern auch schon viele...

Mit dem Alkohol ist es noch eine Stufe verschärfter... Da ist die Gier und die Sucht,
die sich kaum besiegen lässt. Sie lässt sich nur in der Abstinenz zum Stillstand bringen.

Und so weit muss der Alkoholkranke erstmal kommen, die Einsicht zu gewinnen, dass
es ohne Alkohol besser geht, und dass er unfähig ist mit Alkohol umzugehen!

LG Elly

coup
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Re: Fragen an einen Alkoholiker

Beitrag von coup » 31.12.2018, 13:25

Carl Friedrich hat geschrieben:
31.12.2018, 10:48
coup hat geschrieben:
30.12.2018, 20:26


Zur Wohnungsfrage: Wer hat denn den Vertrag unterschrieben? Falls beide, wird's schwer, den Trinker raus zu bekommen. Daher verfährt der nicht trinkende Teil besser nach der Devise, "der Klügere gibt nach", um sich selbst zu schützen.

Gruß
Carl Friedrich
Hallo,
es ist ja nicht so, dass ich das nicht wüsste.

das mit der Wohnungsfrage ist kompliziert, daher etwas genauer: wir haben ein Haus gemietet, beide haben den Mietvertrag unterschrieben. Ich habe in diesem Haus außerdem mein Nebengewerbe, das ich nicht so einfach umziehen kann, dazu müsste ich also 2 geeignete Wohnungen finden oder das Nebengewerbe aufgeben.
Rechtlich gesehen muss der Vermieter auch nicht zustimmen, nur einen aus dem Mietvertrag zu lassen, er kann darauf bestehen, dass beide kündigen oder keiner. Ich kann zwar ausziehen, aber zahlen dann trotzdem weiter, wenn mein Lebensgefährte die Miete nicht alleine stemmen kann. Ich könnte sie aber auch alleine stemmen und möchte daher bleiben.
Das nächste ist, dass ich bei der Wohnungssuche schlechteste Voraussetzungen habe: allein stehende Frau ohne festen Anstellungsvertrag (Freiberufler) mit Hund. Auf dem aktuellen Wohnungsmarkt praktisch aussichtslos, ich hatte letztes Jahr schon nach Wohnungen gesucht. Ich bringe es außerdem nicht übers Herz, den alten Hund, der nun seit 12 Jahren bei uns ist, zurückzulassen, ganz abgesehen davon, dass mein Lebensgefährte im Vollsuff der Verantwortung gar nicht nachkommen kann. Und wenn ich mein Nebengewerbe behalte, muss ich auch wenigstens 3 x pro Woche in dieses Haus.

Ich bin froh, dass ich hier schreiben kann, das hilft mir, meine Gedanken zu sortieren.

coup
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Re: Fragen an einen Alkoholiker

Beitrag von coup » 31.12.2018, 13:27

Mcfly hat geschrieben:
31.12.2018, 11:32
... Ich stelle mir das wie bei Diabetes vor. Ich esse zu viele Kohlenhydrate,bin zu dick,etwas unsportlich und mein Blutzucker ist erhöht. Gut also,der Arzt sagt nehmen Sie Insulin,damit bleiben Sie ein Leben lang Zuckerkrank oder essen sie weniger süßes,machen Sie Sport und nehmen Sie ab,dann werden sie wieder ganz gesund. Wenn ich mich für Option A entscheide, bin ich doch selber Schuld an meiner Krankheit. Für mich wird es dann echt schwierig die Eigenverantwort dieses Menschen so ganz in den Hintergrund zu schieben und ihn wegen seiner schlimmen Krankheit ,in diesem Fall Diabetes zu bedauern und alles zu verstehen was diese Krankheit im weiteren für Folgen haben wird. Ist das bei Alkohol anders oder verstehe ich etwas nicht ganz richtig?... Liebe Grüße Mcfly
Hi Mcfly,
auch solche Diabetiker kenne, leider. Da ist das genau so, die essen weiterhin ihre Süßigkeiten.

Sunshine_33
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Re: Fragen an einen Alkoholiker

Beitrag von Sunshine_33 » 31.12.2018, 15:58

Ich würde auch gerne mal wissen, ob ihr auch mal den Wunsch hattet, beim Saufen zu sterben, damit das endlich vorbei ist?
BEIM Saufen vielleicht nicht unbedingt...eher danach.
Mich hat diese Alkoholbeschaffung und Entsorgung auch sehr gequält und besonders auch die Scham vor mir selbst.
Ich wünschte mir auch manchmal, das alles einfach vorbei wäre... wie traurig ich das heute finde :(
Aber es ist vorbei... und mein Leben lebt sich fortan vorwärts und nicht rückwärts...

LG Sunshine

coup
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Re: Fragen an einen Alkoholiker

Beitrag von coup » 01.01.2019, 12:52

Hallo und erst mal ein schönes neues Jahr, danke für Eure Antworten.

Ich hätte da noch eine Frage, (falls es dazu schon Beiträge gibt, bitte ich um Nachsicht, weil ich noch nicht alles lesen konnte) an die, die sich mit dem Phasentrinken auskennen:

Gibt es so etwas ähnliches wie eine „Aura“, die schon Tage oder Wochen vorher auftritt. Ich meine nicht den Hintergedanken, irgendwann mal wieder ganz normal was trinken zu können. Der vielleicht täglich da ist oder ganz oft. Versteht Ihr, wie ich das meine?

Ich habe nämlich manchmal schon etwa 2 Wochen vorher ziemlich sicher gewusst, wann es wieder einen Komplettabsturz geben wird. Irgendwie auch an der Unruhe, der Gereiztheit, der ganzen Körperhaltung. Und ein paar mal, wenn auch nur ein oder 2 Bier getrunken wurden, habe ich die schon vor der Haustür „gerochen“, was eigentlich gar nicht möglich ist. :oops: Aber das wäre jetzt wohl eine Frage an die Angehörigen, ob die das auch kennen.

Netti14
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Re: Fragen an einen Alkoholiker

Beitrag von Netti14 » 09.01.2019, 16:48

Hallo,hier mal wieder eine Frage von mir. Kann es sein,dass ein frisch trockener Alkoholiker oft launisch ist? Für sich sein will, sich abschottet? Aber zwischen durch immer wieder Kontakt auf nimmt und so tut , als ob alles normal ist,wie er sich verhält? Ich selbe fühle mich dann immer so verarscht. Ich will Kontakt und von ihm kommt nur Desinteresse an meinem Leben.
Wie verhält man sich richtig? Ich verstehe ja, dass er mit seinem Problem zu tun hat,aber dann soll er mich doch in Ruhe lassen und nicht immer wieder irgend wann den Kontakt suchen.
Ist alles verwirrend und nervt.

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