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Fragen an einen Alkoholiker

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit

Moderator: Moderatoren

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Maskottchen
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Beitrag von Maskottchen » 01.02.2018, 22:55

Danke🤗Hartmut
Für deinen Zuspruch.
Ich gebe jetzt mal alles darum mich nicht mehr in der 'Opferrolle' bzw. dem Selbstmitleid zu sehen...
Schönen Abend noch,
Maskottchen

B.Nyborg
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Beitrag von B.Nyborg » 02.02.2018, 01:29

Hallo Maskottchen,

du hast als EKA jeden Grund, über deine Geschichte frustriert zu sein. Nur wird dir Frust wenig helfen, deine eigene Biografie zu verarbeiten. Vielleicht kannst du deinen Frust umwandeln/umdenken in Trauer über eine verlorene Kindheit und Jugend. Mit Trauerarbeit lässt sich Heilung erzielen.

Viele Grüße und einen guten Weg für dich,

B.Nyborg

cielo72
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Beitrag von cielo72 » 05.02.2018, 09:24

Guten Morgen,

nun stelle ich doch eine Frage, welche mich immer noch ziemlich beschäftigt.

XY trinkt wochenlang, kann dann aber immer wieder kurze Pausen von 1-2 Tagen oder auch 5 Tagen machen, ohne für mich ersichtliche "Entzugserscheinungen" .
Als ich die Trennung ausgesprochen hatte, trank XY sogar 6 Wochen keinen Alkohol.

Ist die Alkoholsucht dann so fortgeschritten ? XY trinkt allerdings schon sehr,sehr lange...

Liebe Grüße
Cielo

Hartmut
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Beitrag von Hartmut » 05.02.2018, 12:17

Hallo Cielo,

wie weit er fortgeschritten ist kann er auch nur für sich selbst beantworten.
Bewusste Pause machen und wieder anfangen ist jedenfalls ein Anzeichen das er damit Probleme hat. Ein Mensch der keine Probleme mit dem Alkohol hat setzt sich keine Pausen.
ohne für mich ersichtliche "Entzugserscheinungen" .
Ich konnte als funktionierender Alkoholiker gewisse Anzeichen schön übertünchen.
Als ich die Trennung ausgesprochen hatte, trank XY sogar 6 Wochen keinen Alkohol.
Kann sein aber kann auch nicht sein. Oder hatte er keine Möglichkeit heimlich zu trinken?

Gruß Hartmut

Gotti
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Beitrag von Gotti » 06.02.2018, 07:27

Nach über 20 Jahren regelmäßigem Alkoholgenuß wurde mein Mann "plötzlich trocken", weil ich ihm mit Scheidung gedroht hatte. Er hielt diesen Zustand ca. ein halbes Jahr durch ( oder ich BILDETE es mir wenigstens ein, dass er es war ) , bis ich den ersten offiziellen Rückfall nicht mehr leugnen konnte. Mir gegenüber leugnen konnte.
Es ist sehr traurig, inwieweit Alkoholiker sich selbst und vor allem den anderen gegenüber schauspielern - lügen können.
Meine Liebe und Hoffnung für ihn haben mich in den vielen langen Jahren unserer Ehe immer wieder alles überdecken lassen. Hilfe, war ich krank!!!
Ich habe ihm immer wieder vertraut, ihm geglaubt. Sehr oft habe ich mir auch die Frage gestellt, wer jetzt hier verrückt - shizophren ist, ob ich es am Ende bin ??? Man sieht, riecht, erlebt doch den Trinker mit seinem betrunkenen Verhalten.
GsD bin ich da jetzt endlich raus und am gesund werden und bleiben!
LG Gotti.

Sunshine_33
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Beitrag von Sunshine_33 » 06.02.2018, 08:38

Es ist sehr traurig, inwieweit Alkoholiker sich selbst und vor allem den anderen gegenüber schauspielern - lügen können.
Ist es nicht ebenso traurig, inwieweit CO-Abhängige sich selbst und vor allem anderen gegenüber schauspielern-lügen können ? :wink:
Da werden auch oft Jahrelang die Augen ganz fest verschlossen und anderen gegenüber vieles verharmlost und der nasse Alkie gedeckt.
Und im Endeffekt doch nur, weil man Angst vor Veränderungen hat, oder aus "Bequemlichkeitsgründen".
Tja... ich sehe da keine großen Unterschiede zu einem anderweitig Abhängigen, Gotti. :wink:

Ich freue mich übrigens sehr, das Du letztendlich doch noch den Absprung geschafft hast.
Ich verfolge Deine Geschichte seit Jahren hier. Und ich habe schon beinahe nicht mehr dran geglaubt, muss ich gestehen.
Da wurde auch immer wieder so vieles schön geredet...
Umso mehr freue ich mich, das Du es doch noch gerafft und die Konsequenzen gezogen hast !
Klasse !

LG Sunshine

Gotti
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Beitrag von Gotti » 06.02.2018, 09:25

:D Da hast du recht, Sunshine!
Ich habe es auch fast nicht mehr geglaubt, noch irgendwie aus der Sache herauszukommen. Und schöngeredet habe ich natürlich immer wieder, und immer öfter, ....
Wenn ich dran denke, was ich mir alles erspart hätte, und wie schön jetzt die "Freiheit" ist - naja, ich war eben auch sehr krank und musste erst ganz "auf dem Boden liegen" bevor ich aufwachte.
Zuvor ging es mir anscheinend noch zu gut.
Wer hört schon gerne auf die "Ach so immer beser wissenden" ? :lol: :lol:

@ Hartmut: Ich habe mich lange mit den Gedanken gequält, dass mein Mann es doch sehen muss, wie ich leide. Es musste ihn doch berühren. Er hat mich doch schließich aus Liebe geheiratet, wir haben die Kinder gemeinsam gewünscht....
Die Einsicht dazu, dass alles egal ist, brauchte eben auch Zeit.
Euch einen sonnigen Tag! LG Gottil

Hartmut
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Moderator
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Beitrag von Hartmut » 06.02.2018, 09:40

Hallo Gotti
Hartmut: Ich habe mich lange mit den Gedanken gequält, dass mein Mann es doch sehen muss, wie ich leide.
Selbst wenn, konnte er nicht anderes handeln. Aber das ist ja nicht nur beim Alkoholiker so. Gibt auch gesunde Beziehungen, da ist es ähnlich. Da wird auch verharrt bis zum bitteren Ende. Ist das auch CO ? Oder Bequemlichkeit ? Materielle Gründe? Kinder ?

Ob nun Alkoholkrank oder normal. Bei Alkohol ist es natürlich am einfachsten etwas auszumachen, was dafür verantwortlich ist. Ist aber für ein CO nur das Symptom nicht die Ursache.

Gruß Hartmut

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