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Wie werde ich die Wut los.

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit

Moderator: Moderatoren

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la vie
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Re: Wie werde ich die Wut los.

Beitrag von la vie » 24.08.2018, 11:03

Hallo Elly,

es gibt nur einen Menschen, der ihm „den Kopf“ waschen könnte. Leider ist er in einer Familie des kollektiven Wegschauens, verdrängens. Diese Person gehört dazu.
Ich habe 0 Kontakt im Moment, das tut mir gut.

Hallo Hull,
nachdem ich gut überlegt habe, werde ich mich der Angst stellen. Es macht keinen Sinn, weit weg zu sein. Die Angst werde ich auf diesem Weg nicht 100ig los. Selbst wenn kein realer Grund da wäre. Mein Kopf wäre nicht frei.

Ich danke euch beiden sehr.
Jetzt geht es wieder ein Stück weiter, mit Angst und in Hab-Acht-Stellung, aber nur so geht es. Irgendwann bin ich vorgelfrei und unbeschwert, dafür lohnt es sich, darauf freue ich mich so riesig.

LG,
la vie

Aurora
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Re: Wie werde ich die Wut los.

Beitrag von Aurora » 05.09.2018, 19:54

Hallo la vie,

wie geht es dir denn so?

Viele Grüße
Aurora

la vie
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Re: Wie werde ich die Wut los.

Beitrag von la vie » 20.09.2018, 10:48

Hallo Aurora,

Es geht mir nicht gut. Ich habe mich meiner Angst gestellt, hat gut geklappt, was natürlich die „Fronten“ verrhärtet hat. Ich bin extrem erschöpft, dadurch komme ich im Moment nicht richtig weiter.
Ich gehe grad in den geschützten Beteich. Mal sehen, ob es klappt

Liebe Grüße.

la vie
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Re: Wie werde ich die Wut los.

Beitrag von la vie » 21.09.2018, 19:20

Ich komme aber vorran, nur sind es einfach zu viele Baustellen auf einmal, die mich sehr fordern. Aber mein Weg bleibt klar.
Es fällt mir auf Grund meiner stets präsenten Angst & Hab-acht-Stellung schwer schneller zu gehen. Aber Martins Worte „Du kannst nichts für ihn tun, wenn er keine Hilfe will. Sieh zu, dass es dir gut geht.“ bringen mich noch immer voran.

Liebe Morgenrot,
hattest du und dein Mann Regeln, die ihr für euer Zusammenleben unter einem Dach aufgestellt habt? Wenn ja darf ich sie erfahren? Es wäre für mich eine große Hilfe. Ich möchte so klar wie möglich Vorstellungen formulieren, solang ich noch kein eigenes Dach habe.
Vielen Dank,
la vie

Morgenrot
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Re: Wie werde ich die Wut los.

Beitrag von Morgenrot » 22.09.2018, 09:58

Hallo la vie,
hattest du und dein Mann Regeln, die ihr für euer Zusammenleben unter einem Dach aufgestellt habt?
mit einem nassen Alkoholiker kannst du kaum Regeln aufstellen.
Es hat sich nach und nach entwickelt, als ich mich hier im Forum angemeldet hatte.
Das wichtigste am Anfang war für mich, erst einmal aus dem gemeinsamen Schlafzimmer raus, in mein eigenes Zimmer.
Ich habe ziemlich am Anfang auch die Konten getrennt.
Dann habe ich die "Vollversorgung" eingestellt. Nicht mehr für ihn eingekauft, gewaschen, gekocht usw.
Ich bin gekommen und gegangen wie ich es wollte, ohne zu sagen wo ich bin und wie lange.
Ich habe auch begonnen, alleine zu verreisen, zuerst nur mal wenige Tage, dann seit etlichen Jahren auch richtige Urlaube.
Ich glaube, es kommt nicht so sehr darauf an, was und wie du es machst, sondern das du dazu stehen kannst. Das du für dich das Gefühl entwickeln kannst, ja es ist richtig und gut, und ich tue es für mich.

lg Morgenrot

la vie
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Re: Wie werde ich die Wut los.

Beitrag von la vie » 22.09.2018, 21:11

Liebe Morgenrot,
danke für deine Antwort, ich freue mich wirklich sehr, dass ich einiges so für mich auch schon umgesetzt habe.
Es viel mir wirklich schwer nicht für ihn zu waschen oder zu bügeln. Das schlechte Gewissen war sehr präsent.
Ich merke auch, dass es so gut wie nicht geht, mit einem Alkohol trinkenden Alkoholiker Vereinbarungen zu treffen. Das erschwert natürlich. Die Hab-Acht-Haltung ist immer präsent, „sei vorsichtig, was du sagst“ steht’s mein Begleiter. Das Thema Alkohol, ist extremer Zündstoff.
Ich höre jedes Geräusch und sortiere es ein. Bin schon richtig gut darin.
Naja.
Für mich habe ich wundervolle Inseln, die mir sehr gut tun. Leider bin ich hier meist allein, aber trotzdem kann ich mir täglich schöne Zeiten schaffen. Die Angst ist aber immer mein Begleiter, sie wird weniger, weil ich mich Situationen stelle. Ich war auch leider einmal richtig grenzüberschreitend, um ganz deutlich STOP zu signalisieren. Es war ein scheußlicher Tag mit vielen aufeinanderfolgenden Situationen, die mich extrem emotional belasteten.
Heute war ein sehr schöner Tag. Mein alter Freund und ich waren wie jeden Tag spazieren. Das ist so schön, weil wir netten Menschen begegnen, flüchtig und unverbindlich. Unterhaltungen erleben oder nur ein Lächeln verteilen und empfangen. Es fühlt sich frei an. Ich muss nichts, entladen fühle ich mich. Ich entscheide was ich wann mache. Privatzeit verplane ich einfach so ungern. Sie ist so kostbar. Ich kann sie danach gestalten, wonach mir jetzt ist, das ist so wundervoll. Davon will ich mehr, viiiel mehr. Ohne Ängste.

LG
la vie

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Re: Wie werde ich die Wut los.

Beitrag von la vie » 02.12.2018, 16:59

Einen schönen Advent wünsche ich allen im offenen Bereich.
Ich bin zur Zeit sehr damit beschäftigt, meinen Auszug zu planen. Es ist nicht einfach, da ich um die Reaktion von XY bange.
Aber es ist der richtige Weg. Ich verlasse traumhafte räumliche Bedingungen und gehe in ein neues kleines Zuhause. Das wird aber schön, das gelingt mir. Die Größe ist ja egal, weil ich allein darin wohne.
Schwer ist es allein hier zu planen, wegen der Ungewissheit. Ich hoffe sehr, dass ich in Ruhe meine Sachen mitnehmen kann.

Euch allen einen guten Weg in ein unbeschwertes Leben. Ich glaube, wenn ich das geschafft ist werde ich ersteinmal 10 Tage und Nächte ununterbrochen schlafen. Ich bin wirklich sehr erschöpft und fühle mich extrem isoliert. Aber nicht mehr lange. Ich hoffe ich behalte meinen alten Freund und muss ihn nicht bei XY lassen. Das wäre sein sicherer Tod. Davor habe ich auch Angst.
LG, la vie.

Sunny1976
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Re: Wie werde ich die Wut los.

Beitrag von Sunny1976 » 02.12.2018, 17:55

Liebe La Vie,

ich wünsche Dir auch einen schönen ersten Advent.

Ich weiß noch sehr genau, wie es bei mir war, als ich meinen Auszug geplant habe. Das ist jetzt schon über zwei Jahre her. Auch ich hatte Angst, wie das wohl alles wird und ob alles gut laufen wird. Auch Existenzängste hatte ich. Ich habe mein wunderschönes Haus verlassen und bin auch wieder in eine kleine Wohnung gezogen. Das war erst mal sehr ungewohnt. Und ich muss zugeben, das das auch alles ganz und gar nicht einfach war. Man verlässt ja auch sein Zuhause. Mir fehlt mein Garten immer noch sehr.
Aber dafür habe ich im Nachhinein sehr viel dazu gewonnen. Ruhe, ein sauberes Zuhause wo keine Bierflaschen rumfliegen. Ich muss keine Angst mehr haben nach Hause zu kommen und nicht zu wissen, wie die Stimmung ist... Es ist meine kleine Festung! Da kann mich keiner rausschmeißen, weil ich gerade mal wieder nicht so funktioniere, wie es mein Ex-xy wollte.

Ich drücke Dir die Daumen, das Du Deinen alten Freund mitnehmen kannst. Mir hat meine Fellnase über diese schwere Zeit des Auszugs und Trennung sehr sehr geholfen. Ich weiß nicht was ich ohne sie getan hätte. Ich hätte sie aber unter keinen umständen dort gelassen, selbst wenn ich auf der Straße hätte schlafen müssen. Meistens gibt es immer einen Weg.

Alles Liebe und viel Kraft
Sunny

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