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Erfahrungen nach Therapie?

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit
Verzweifelt15
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Erfahrungen nach Therapie?

Beitrag von Verzweifelt15 » 16.06.2018, 14:46

Hallo meine Lieben,
Ich habe folgendes Problem! Meine Vorgeschichte könnt ihr gern in meinem anderen Thema "Verantwortung" nachlesen! Jetzt habe ich meinen xy schon seit 12 Wochen nicht mehr gesehen. Er ist jetzt seit ca. 4 Wochen in einer Therapie. Ich habe ihn abgemeldet und ihm deutlich gesagt, das ich keine Zukunft sehe. Jetzt kommt aber leider das dicke aber!!! Ich habe angst, Angst das er nach der Therapie wieder hier steht und ich nicht stark bleiben kann? Was habt ihr für Erfahrungen mit euren xy nach einer abgeschlossenen Therapie gemacht?

Gotti
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Re: Erfahrungen nach Therapie?

Beitrag von Gotti » 17.06.2018, 07:38

Hallo Verzweifelt!
In dieser direkten Situation habe ich noch nicht gesteckt, aber mir schon paarmal vorgestellt.
Du hattest ja auch diese Wochen ohne ihn. Was hast du da für dich gemacht? Wie geht es dir alleine ohne ihn?
Brauchst du seine Nähe noch irgendwie?
Oder bist dur nur einfach froh, deine Ruhe zu haben, ihn nicht mehr sehen zu müssen, mit allem drum und dran?
Wenn ich noch ein Gefühl empfinden würde, könnte ich mir ein Treffen auf "neutralem Boden" - nicht in der eigenen oder alten Wohnung!!! - vorstellen, wo andere Menschen aussen herum sind. Und wenn dann mein Herz spricht, kann ich mit meinem Verstand entscheiden, ob es ein zweites oder mehrere Treffen geben wird.
Ich wünsche dir alles Gute und eine für dich richtige Entscheidung!
Schönen Sonntag, Gotti.

Taxi
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Re: Erfahrungen nach Therapie?

Beitrag von Taxi » 17.06.2018, 12:07

Hallo Verzweifelt 15,
bisher habe ich im co- Bereich nicht geschrieben, aber es springt mich gerade an, in deinem Text mal die Vokabeln auszutauschen..

---"meinen xy und er" austauschen gegen "Alkohol"
---"Therapie" gegen "Schrank oder Geschäft"
---" er wieder hier steht" gegen " ein gefülltes Glas mit Alkohol wieder auf meinem Tisch steht"
--- welche Erfahrungen mit " .." nach dem abgeschlossenen Schrank

Was würdest du mir dazu raten?

In deinem anderen Faden hast du großartige Antworten erhalten. Hast du da nochmal durchgelesen?
Viel Erfolg
Gruß taxi

Verzweifelt15
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Re: Erfahrungen nach Therapie?

Beitrag von Verzweifelt15 » 17.06.2018, 17:15

Hallo Gotti, danke für deine Antwort. Mir geht es seit der Alkohol weg ist gut. Ich kann frei sein, nur alle paar Tage fliessen noch Tränen, die denke ich aber normal sind.
Die Beziehung war von Angst geprägt, wie wahrscheinlich viele die sollch eine Situation erlebt haben hatte ich ständig Sorgen um ihn, die sind nun weg...aber ich habe trotzdem Angst vor mir selbst...ich will nicht zurück! Es ist gut so wie es ist...aber mein Herz (oder ist es die Abhängigkeit) spricht manchmal andere Sätze. Ist es Hoffnung ein letztes Mal (aber jetzt bin ich schon so weit) oder jetzt schon verloren!

Mein Problem bin ich also selbst...

Verzweifelt15
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Re: Erfahrungen nach Therapie?

Beitrag von Verzweifelt15 » 17.06.2018, 17:18

Hallo Taxi,
Danke für deine Antwort!
Ich bin mir ehrlich gesagt nicht sicher, was ich mit deiner Antwort tun soll...
Klar ich habe die alten Themen gelesen und bin auch überzeugt dass richtige getan zu haben...eine Trennung war unumgänglich...wahrscheinlich ist es die sucht die sich meldet, noch ein letztes Mal ;-) obwohl ich ja weiss welche Konsequenzen es mit sich bringt!
Nicht nur für mich sondern auch für ihn...
Lg

Biene1967
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Re: Erfahrungen nach Therapie?

Beitrag von Biene1967 » 17.06.2018, 17:36

Hallo Verzweifelt 15,
Taxi beschreibt einen Vergleich, der durchaus legitim ist.
Der Alkoholabhängige ist süchtig nach dem Stoff,
der Co-Abhängige süchtig nach dem Partner.
Dein Schmerz ist also eine Art Entzug.
Die Therapie ist die gesunde Alternative zum Griff nach Deiner "Droge".

Biene1967
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Re: Erfahrungen nach Therapie?

Beitrag von Biene1967 » 17.06.2018, 17:59

Zur Ergänzung:
Von meinem Expartner, der mindestens Vieltrinker ist (täglich Bier bis in die Nacht, ab Bier 8 sentimental und weinerlich, nüchtern mieslaunig) nun eine ganze Weile getrennt. Er hat sich getrennt ....
Seitdem ich mir klar gemacht habe, dass ich von seiner Zuwendung abhängig war, geht es mir besser.
Ich begreife diese (Nicht-?)-Beziehung als meine Droge. Habe mich extrem angestrengt, um eben diese Zuwendung zu bekommen, die es selten gab. Also war ich die ganze Zeit auf Entzug, kleinste Zuwendungen sog ich auf wie der Alkoholiker seinen Stoff.
Wenn ich jetzt manchmal Sehnsucht habe nach den guten Momenten - die es zweifelsohne gab - führe ich mir eben vor Augen, dass er meine "Droge" ist und ich den Stoff haben will.
Es macht es wirklich leichter mit dieser Sicht, auf Kontakt zu verzichten.

Und das, liebe Verzweifelt, ist der Schlüssel.
Es ist Deine Entscheidung, Dir das nicht mehr anzutun. Dich sozusagen zu befreien.
Therapie hilft da ganz gewiss, Du bekommst Werkzeuge, um mit Deiner Verzweiflung umzugehen und sie wieder in positive Energie umzuwandeln.
Co-Abhängigkeit ist ein absoluter Energiefresser.

Sunshine_33
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Re: Erfahrungen nach Therapie?

Beitrag von Sunshine_33 » 17.06.2018, 19:08

Die Therapie ist die gesunde Alternative zum Griff nach Deiner "Droge".
Ist bei CO-Abhängigkeit denn immer eine Therapie nötig, um sie stoppen zu können?

...fällt mir so beim Vergleich Alkoholmissbrauch-CO-Abhängigkeit ein....
Es gibt auch viele trockene Alkoholiker, die nie eine Therapie hatten, sondern mit Hilfe von SHG trocken
bleiben konnten oder auch ohne.
Ich hatte beispielsweise nie eine Therapie und bin seit vielen Jahren trocken.

Darum meine Frage:
Ist Eurer Meinung nach bei CO-Abhängigkeit immer eine Therapie vonnöten?

LG Sunshine

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