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Mehr als verzweifelt - könnt ihr mir helfen

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit

Moderator: Moderatoren

Emma2010
neuer Teilnehmer
Beiträge: 245
Registriert: 06.10.2010, 08:40

Re: Mehr als verzweifelt - könnt ihr mir helfen

Beitrag von Emma2010 » 20.08.2018, 15:00

Liebe Yvonne,
ja, ja Aufwachen tut weh.
Unstrittig ist für mich, daß der Alkoholiker sich nach jahrelangem Saufexzess viel Hirn wegsäuft und damit auch Eigenschaften wie Empathie und Gewissen. Mein Mann war über 30 Jahre drauf...da bleibt nach der Entziehung offensichtlich nicht so viel übrig. Er wird immer wieder dämliche Entscheidungen treffen und ganz überheblich denken, daß er die Dinge im Griff hat. Weitsicht oder das Bewusstsein über Konsequenzen sind Fehlanzeige.


Deine Wut in Ehren, aber denke mal in einem Alkoholiker-Forum sind auch Leute, die auch sehr viel durchgemacht haben und sich grämen, dass das Leben nicht so gelaufen ist, wie gewollt. Aber sie sind hier und arbeiten an sich, so im Gegensatz zu dir. Arbeitest ja nach wie vor indirekt mehr an ihm. So gesehen ist deine Co-Abhängigkeit wie gehabt, sehr präsent.
Wo bleibt also deine Empathie, in Bezug auf die Krankheit Alkoholismus? Oder bist jetzt nur so gekränkt, weil er dir entglitten ist? Finde es hat doch jeder das recht, wenn auch verheiratet, so zu leben wie man will. Vielleicht ist ihm ja einfach alles zu viel geworden? Vielleicht ist auch dir alles zu viel geworden und hast es nie zugeben? Firma, Frau (Mann) und Kind?
Wäre es da nicht viel wichtiger, jetzt zu überlegen, wie ihr gemeinsam noch gute Eltern für euer Kind sein könnt?

Wann hast eigentlich gemerkt, dass der Kampf verloren ist?

quote] Warum ich ihn geheiratet habe? [/Quote
Wenn dein Mann seit 30 Jahren trinkt, dann hast auch schon vor der Ehe was merken müssen. Oder hast dir gedacht, du kannst ihn dir eh zurechtbiegen? Dann nur gut, dass das reale Leben da nicht mitspielt.

Yvonne, schreibe dir das nicht um dich zu kritisieren, sondern nur damit du eventuell auch noch andere Sichtweisen in Betracht ziehst, als derzeit.
Ich weiß schon, wass man als Partner eines Alkoholikers alles mitmacht, nicht desto trotz hätte man ja auch den STOPP-BUTTON drücken können, oder nicht?
Also jetzt hast eine echte Chance, nachdem er weg ist, aus deiner Opferrolle raus zu kommen und nur für dich und dein Kind da zu sein.
Es lebe die Emanzipation!

Kopf hoch und alles Gute
Emma

(Meine Antwort gehört eigentlich in deinen Thread, aber hab`s mit dem Zitieren nicht hin bekommen).

Yvonne78

Re: Mehr als verzweifelt - könnt ihr mir helfen

Beitrag von Yvonne78 » 20.08.2018, 17:49

@ Emma

Sei mir nicht böse, aber Alkoholiker bekommen genug Unterstützung und Mitleid von anderen. Deine Interpretation meinerselbst ist unsachlich...du hast schliesslich nicht alles gelesen. Ich habe meinem Mann lange genug unterstützt und versucht, ihm zu helfen. Der Dank dafür war ein A.....und ja entschuldige, das erzürnt mich nach wie vor.
Mich in die Opferrolle zu drücken finde ich schon fast ein wenig frech. Wenn du wüsstest, was man als Partner eines Alkoholikers leistet, selbst nach Beendigung der Partnerschaft, dann würdest du sowas nicht mal denken.
Und natürlich hätte ich schon eher den * Stopp-Button * drücken können....das hätte jeder Co...und was machen wir mit dieser Weisheit??? Wenn man jemanden liebt, dann geht man nicht einfach und die Hoffnung stirbt immer zuletzt.
Und zu guter Letzt: wir arbeiten daran, gute Eltern zu sein...mein Sohn ist jetzt gerade beim Papa. Allerdings passiert alles nur mit meiner Initiative....auch wieder so´n Einbahnstrassending.

Und: hau mir ab mit Emanzipation...( in Sachsen sagt man das so ) Ich bin und war nie ein unterdrücktes Hausmütterchen...aber auch nie eine Emanze. Insofern ist diese Parole fehl am Platz. Schliesslich gibt es auch mämmliche Co´s.

Deine Sichtweise sagt eigentlich nichts Anderes, als daß man hätte alles anders / besser machen können....ja hätte man...hätten alle Co´s.

Yvonne

Aurora
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Registriert: 02.05.2007, 13:47

Re: Mehr als verzweifelt - könnt ihr mir helfen

Beitrag von Aurora » 20.08.2018, 19:57

Hallo Yvonne,

bei dir ist ja immer noch eine Explosion nach der anderen. So viel Wut. Das kostet so viel Energie auch.

Nicht jeder Alkoholiker ist so drauf wie dein Mann. Mein 2. Mann jetzt ist auch Alkoholiker, Anfang August hatte er seinen 12. Trockengeburtstag. Und er ist nicht so drauf und war es auch nie. Es gibt schon bestimmte Merkmale der Sucht, die sind immer gleich. Bestimmte Phasen oder so, der Weg nach unten, das ist immer ähnlich. Aber dabei ist auch immer noch die Persönlichkeit des Menschen mit dabei. Alkohol verändert schon auch was im Kopf, aber er macht nicht den Menschen neu oder so. Ein A-loch bleibt ein A-loch, sag ich jetzt mal. Egal ob trocken oder nass. Eine Folgeerkrankung des Gehirns ist das Korsakow-Syndrom. Das ist eine Alkohol-Demenz. Und eine anerkannte Krankheit.

Sei froh, dass du diese Lebenszeit hinter dir hast mit diesem Mann. Er hat dich unglaublich verletzt. Das merke ich aus deiner Wut, zumindest ist es mein Eindruck, dass es so ist. Da ist auch so viel Enttäuschung und so viel Schmerz. Du hast jetzt die Chance, es dir wieder gut gehen zu lassen in deinem Leben. Was er macht soll dir egal sein.
wir arbeiten daran, gute Eltern zu sein...mein Sohn ist jetzt gerade beim Papa. Allerdings passiert alles nur mit meiner Initiative....auch wieder so´n Einbahnstrassending.
Na gut, aber es passiert was. Du machst das doch für deinen Sohn und nicht für deinen Mann. Oder?

Ich hoffe, du hattest ein gutes Wochenende.

Viele Grüße
Aurora

Yvonne78

Re: Mehr als verzweifelt - könnt ihr mir helfen

Beitrag von Yvonne78 » 21.08.2018, 07:06

Guten Morgen Aurora,

in ein paar Monaten...oder Jahren werde ich es genauso sehen...bloß gut, daß es so gekommen ist. Das ist immer so, was auch immer Schlimmes passiert. Aber so kurz danach...mein Herz und Verstand sind noch nicht im Genesungsmodus angekommen, da er ja jetzt immer noch so viele Probleme verursacht. Ausserdem vermisse ich natürlich meinen Ehemann...meinen Freund und Partner. Ich muss noch begreifen, daß sich dieser Mensch sozusagen in Luft aufgelöst hat...diese Endgültigkeit hat schon den Beigeschmack von Tod.
Daß mich mein Zorn hindert und lähmt merke ich selbst. Manchmal sind es auch nur die Kinder, wegen denen man manchmal morgens aufsteht. Aber bald werden es wieder andere Gründe sein.
Das Korsakow-Syndrom muss ich gleich mal googeln...davon hab ich noch nie was gehört :-)

Hier irgendwo schrieb mal jemand, daß man hier wütend sein darf...ich darfs doch sonst nicht. Wen interessiert schon die Wut einer verletzten Ehefrau und Co??? Meine Wut richtet sich auch ausschliesslich gegen ihn...und den Alkohol!

Liebe Grüße sagt Yvonne

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