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Mehr als verzweifelt - könnt ihr mir helfen

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit

Moderator: Moderatoren

Yvonne78

Re: Mehr als verzweifelt - könnt ihr mir helfen

Beitrag von Yvonne78 » 15.08.2018, 12:32

Hallo Sunshine,

danke für deinen offenen Worte.
Ich wollte mit meinen Pauschalisierungen niemanden angreifen...aber ich habe ja da meine ganz eigenen Ertfahrungen gemacht. Ich stand stets einer Alkoholikerfamilie gegenüber, die böse und feindselig sind und bis heute nicht begreifen, weshalb ich mich und die Kinder entfernt habe...also Kontakt gleich null. Da kamen so viele Lügen und Verleumdungen mir gegenüber...und bis zu diesem Moment hat sich noch nie jemand bei mir entschuldigt oder sein Fehlverhalten eingeräumt. Mein Mann ist wieder zurück in den Schoß seiner Familie geflüchtet, weil ich( alles andere als Co-Alkoholiker-Ehefrau) ihn noch zum Psychologen schicken wollte...dieses Vorhaben stand ausser Diskussion. Seine *Suff-Sippe* versteht ihn natürlich und warscheinlich stecken die ihr Köppe zusammen, um sich über meine Schuld am Dilemma meines Mannes auszutauschen.
Will damit sagen, daß ich keine Co-Alkoholikerin mehr war als er zurück kam. Ich hatte einen Mehr-als-Vollzeitjob, er hatte Zeit für sich und seine....na was auch immer...und es waren ja mal UNSERE Pläne...aber die hat er in der Klinik gelassen. Es gab nie eine Entschuldigung oder Danke...und deshalb weiß ich, daß die meisten Alkoholiker kein Unrechtsbewusstsein haben.

Eins noch: es nervt mich abgrundtief, daß, weil Alkoholismus ja als Krankheit gesehen wird, dieser als Entschuldigung und Freifahrtschein für so ziemlich alles genommen wird. Der*Kranke* wird bepudert und terapiert...wenn nötig auch 10 oder 20 mal. Die Angehörigen bleiben auf der Strecke.
Ich hoffe, daß wenigstens das Gericht ( wenn es mal soweit ist ) meinen Mann mit aller Härte zur Rechenschaft zieht .In den Selbsthilfegruppen werden die Untaten ja so gut wie nicht geahndet....da wird sich nur gegenseitig bemitleidet. Auch was der * Kranke * seiner Familie angetan hat ( und das hat JEDER Alkoholiker ) wird NIE gewertet...der alkoholkranke Mensch zerstört Leben und wird dann im Kreise der Mitleidenden gebauchpinselt. Ich habs gesehen....

Naja...es regt mich immernoch auf....mein Mann regt mich auf und die Selbstgefälligkeit, mit der er uns ( seine Familie ) in den Dreck getreten hat...mein Mitleid mit ihm und seiner Krankheit beläuft sich inzwischen auf Null.

Yvonne

Sunshine_33
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Re: Mehr als verzweifelt - könnt ihr mir helfen

Beitrag von Sunshine_33 » 15.08.2018, 13:04

Eins noch: es nervt mich abgrundtief, daß, weil Alkoholismus ja als Krankheit gesehen wird, dieser als Entschuldigung und Freifahrtschein für so ziemlich alles genommen wird.
Der*Kranke* wird bepudert und terapiert...wenn nötig auch 10 oder 20 mal. Die Angehörigen bleiben auf der Strecke.

Yvonne, das kenne ich echt nicht so.
Normalerweise übernehmen trockene Alkoholiker wieder die Verantwortung für ihr Leben, und auch für ihre Krankheit.
Ich habe nie meine Krankheit als Freifahrtsschein für nur irgendwas benutzt und ich möchte auch nicht anders behandelt werden
als andere Menschen auch.
Und ich kenne auch viele andere trockene Alkoholiker, die ihre Krankheit nicht benutzen.
Und ich wurde weder bepudert noch therapiert, im KH wurden mir ganz ehrliche, klare Worte gesagt, was passieren wird,
wenn ich wieder zur Flasche greife.
Nämlich das ich mir dann die Radieschen von unten anschauen kann.
Eine Therapie hatte ich nie.

Die Angehörigen müssen auch nicht auf der Strecke bleiben. In meiner ehemaligen SHG waren sie jederzeit willkommen, sie gehörten
ebenso zur Gruppe wie die Alkoholiker.
Außerdem gab es explizite Hilfsangebote, beispielsweise Wochenendseminare für Co-Abhängige.
Die wurden gern angenommen und von den Teilnehmern habe ich nur gutes berichtet gehört.
Desweiteren können sich ja auch CO-Abhängige psychotherapeutische Hilfe suchen, es gibt Therapeuten, die sich auch damit auskennen.
Ich denke allerdings, dann muss man schon etwas genauer suchen, das mag wohl sein.
Und es gibt psychosomatische REHA-Maßnahmen, denn psychosomatische Erkrankungen sind ja sehr oft die Folge der CO-Abhängigkeit.

Ich kann Deine Wut und Enttäuschung verstehen. Aber trotzdem mag ich es nicht, wenn so pauschal über
nasse sowie trockene Alkoholiker geschrieben wird.

Mitleid ist eigentlich auch völlig unangebracht. Denn ich leide ja überhaupt nicht, solange ich trocken bin.
Sondern es geht mir sehr gut damit.
Auch was der * Kranke * seiner Familie angetan hat ( und das hat JEDER Alkoholiker ) wird NIE gewertet...der alkoholkranke Mensch zerstört Leben und wird dann im Kreise der Mitleidenden gebauchpinselt. Ich habs gesehen....
Dann sind das Deine persönlichen Erfahrungen.
Meine sind da anders.
Ich habe viel mit meiner Tochter und meinem Mann über meine Krankheit gesprochen, auch über die nasse Zeit.
Und habe ihnen auch mitgeteilt, wo auch sie sich Hilfe suchen könnten, wenn sie meinen, das sie welche benötigen.
Beide hielten das bis heute nicht für nötig, sie meinten, so schlimm war es nu auch wieder nich für sie.
Ich habe ihr Leben also nicht zerstört. Aber meines beinahe...
Ich habe ihnen sicher mit einigem weh getan (obwohl sie auch das nicht so sehen, wie sie sagen) aber ich kann es nun auch nicht mehr ändern.
Ich kann aber JETZT ein trockenes Leben führen, indem sowas nicht mehr vorkommt.
Eines ist aber nicht passiert, ich bin nun kein neuer Mensch geworden, der alles perfekt kann, ohne Fehl und Tadel ist und pipapo.
Sowas erwarte ich allerdings auch von keinem anderen Menschen.

Ich wünsche Dir von Herzen, das Du Deine Wut irgendwann loslassen kannst.
Denn sie bindet so viel Energien, die man besser verwenden könnte. Beispielsweise um alles dafür zu tun, um selbst wieder ganz glücklich zu werden.
Lass ihn doch sein Leben leben, und Du lebst Deins.
Inwieweit das mit den Kindern gelingt, weiß ich nicht, aber ich weiß, das das auch eine schwierige Situation ist, ich kenne
das leider auch aus dem engeren Familienkreis, auch wenn da kein Alk im Spiel ist.
Tut aber nix zur Sache.
Ich weiß nicht, welche Einigungen ihr da finden konntet, aber auch damit wird man nicht allein gelassen.
Auch hier gibt es Hilfsangebote.

LG Sunshine

Sunshine_33
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Re: Mehr als verzweifelt - könnt ihr mir helfen

Beitrag von Sunshine_33 » 15.08.2018, 13:05

Der obere Absatz ist zitiert, habe leider vergessen, es auch so kenntlich zu machen.

LG

Aurora
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Re: Mehr als verzweifelt - könnt ihr mir helfen

Beitrag von Aurora » 15.08.2018, 21:56

Hallo Yvonne,

ich gebe dir schon Recht, dass es für Alkoholiker viel mehr Hilfsangebote gibt als für die Angehörigen. Professionelle Angebote. Das ist auch meine Erfahrung!

Darum finde ich unsere Online-Selbsthilfegruppe so wertvoll! Hier geht es nämlich gut zur Sache und das kann sehr hilfreich für die Angehörigen sein.
Ich hatte damals mal ein Gespräch bei einer Suchtberatung, leider hatte die Dame da keine eigenen Erfahrungen. Sie hat mir zugehört, das war schon mal ganz gut, und sie hat mir ein Buch empfohlen, aber so richtig Verständnis hatte ich da nicht. Ich war auch mal bei einer Sprechstunde bei einer kleinen Selbsthilfevereinigung hier in Berlin, da hatte ich ein kurzes Gespräch mit einer trockenen Alkoholikerin, auch das war nicht wirklich hilfreich. Dort gab es auch eine Gruppe für die Angehörigen, allerdings nur 1 Mal im Monat... zu diesem Zetpunkt hätte ich tagtäglich darüber reden wollen, über meine Gefühle und den immensen Druck, den ich in mir hatte. Und die Schuldgefühle.

Ich war bei einem Psychiater, der hatte Null Durchblick, was Co-Abhängigkeit bedeutet...

Und in der realen Gruppe, in der ich später einige Jahre war, da gab es auch eine Angehörigengruppe. Da war ich mal und war schockiert. Da saßen die Cos unter sich und bauchpinselten sich in ihrem Leid... das ist auch nicht hilfreich. Echt. Ich hatte in unserer Gruppe damals einen Co-Bereich aufgebaut, das war gar nicht selbstverständlich. Und wurde von den Alteingesessenen auch argwöhnisch beobachtet. Leider konnte ich das nicht weiter ausbauen, da kam ein schlimmer Schicksalsschlag und ich war erst mal zu nichts mehr in der Lage.

Also sag ich mal ganz frech, dass du hier echt gut gelandet bist! Für mich war es damals eine Offenbarung und ein riesen Glück! Leider wird der Bereich in meinen Augen viel zu wenig genutzt von den Cos.

Ich kann deine Wut und Aufregung gut verstehen. Als mein Exmann damals nüchtern wurde ging es mir auch so. Ich dachte, dass wir nun endlich wieder reden könnten und auch was klären könnten zwischen uns. Aber das wollte er nicht. Ich hatte auch gedacht dass es toll gewesen wäre, er hätte mal ein "Danke" oder so gesagt... es kamen aber nur die üblichen Schuldzuweisungen und so, ähnlich wie im nassen Zustand. Und das war er auch im Kopf damals, nass, nur sein Körper war alkoholfrei. Aber egal.

Damals steckte ich noch sehr in meinem alten Co-Leben. Ich sah mich als Frau, die sich lange Jahre aufgeopfert hatte, die alles am Laufen gehalten hatte, die Kinder alleine groß gezogen hatte und so weiter. Da sollte er, verdammt noch mal, endlich dankbar sein... Das wollte und konnte er aber nicht. Und im Laufe meiner Entwicklung wurde mir auch klar, dass es ja all die Jahre meine eigene Entscheidung gewesen war, das zu machen. Er hatte nie darum gebeten. Ich habe alles freiwillig gemacht, ebenso hätte ich ja auch gehen können, viel eher schon. Wir waren aber miteinander umklammert, er in seiner Sucht, ich in meinem Verhalten. Denn das Co-Leben hatte mich ja auch ausgefüllt.

Es hatte mir ein Gefühl von Wichtigkeit gegeben. Ich habe Mitleid von Außen bekommen, Aufmerksamkeit, das fand ich gut. Ich wurde als "Die Starke" angesehen. Das war gut für mein Selbstbewusstsein, von dem hatte ich nämlich nichts. Und dieses "Danke", das nie kam, das wäre für mich so die Krönung gewesen für mein Opfer, was ich ihm viele, viele Jahre gebracht hatte.

Ich denke, es ist erst mal nicht unnormal, dass du dich so fühlst, es so empfindest. Das wird sich ändern, je mehr du dich entwickelst und Dinge erkennen kannst. Und dann wird es nicht mehr wichtig sein für dich.

Er ist nun im Schoße seiner saufenden Sippe, na da kennt er sich doch bestens aus. Leider. Sei froh, dass du das hinter dir hast!

Jetzt beginnt dein Leben!

Liebe Grüße
Aurora

Yvonne78

Re: Mehr als verzweifelt - könnt ihr mir helfen

Beitrag von Yvonne78 » 15.08.2018, 23:19

Hallo Aurora,
Aurora hat geschrieben:
15.08.2018, 21:56
Und das war er auch im Kopf damals, nass, nur sein Körper war alkoholfrei. Aber egal.

Also dass war für mich eine Erleuchtung. Dieser Satz erklärt so Einiges. Er wird mir helfen, endlich damit aufzuhören meinen Mann verstehen zu wollen.
Alles...also wirklich alles, was er nach der Terapie getan hat war eigentlich nur * dämlich * und ich hab nicht kapiert wieso. Und alles was ihm heute gelingt ( Jocenter, Wohnung suchen ) gelingt auch nur deshalb, weil er einen direkten Draht zu den Tränendrüsen der anderen hat...er hat auch den Blick drauf, kein Witz.
Das mit der Beratung habe ich auch erfahren. Meine Beraterin war echt knorke und taff und hat schon so Einiges gesehen. Wir haben oft und lange geredet und ich fühlte mich danach stets etwas besser...zumindest was die Basisinformationen angeht. Letzlich aber war es doch eher Theorie, aber ich werde wohl nochmal zu ihr gehen...was Besseres hab ich hier nicht.

Was habe ich sonst noch gelernt? Man darf seine Wut dem Alkoholiker gegenüber nicht kund tun...es könnte seinen Genesungsprozess beeinträchtigen. Wie jemand hier anmerkte, mann könne diesen Menschen ein Jahr später mit seinen Missetaten konfrontieren...also ich hoffe, daß ich in einem Jahr kein Bedürfnis mehr danach habe. Und selbst wenn...das Gedächtnis von vielen ( mein Mann auch ) hat so große Filmrisse und Gedächtnislücken...was für eine Einsicht ist nach so langer Zeit zu erwarten und was hat die zerstörte Familie...das geschädigte Unfallopfer etc davon?

Bitte entschuldigt, aber ich habe einfach langsam keine Lust mehr darauf, den Alkoholiker nur als Opfer zu sehen. Opfer sind andere.

Aurora
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Re: Mehr als verzweifelt - könnt ihr mir helfen

Beitrag von Aurora » 16.08.2018, 09:52

Hallo Yvonne,

wir schreiben uns zwar in dem Fädchen von hope sun, aber egal... ich schreibe jetzt hier einfach mal weiter. Wenn du magst kann ich das gerne mal in deinen eigenen thread übertragen. Denn ich finde deine Reaktionen und das, was du schreibst, sehr wichtig!

Denn es zeigt deine Gefühle! Und ich kenne solche Gefühle auch. Von sehr vielen Cos. Von mir natürlich auch, bin ja auch "so eine" :wink: .

Du darfst deine Wut allen zeigen, auch dem Alkoholiker, was spricht dagegen? Du darfst ja auch deine Freude allen zeigen, das alles sind doch Gefühle, die du in dir hast. Diese riesige Enttäuschung, wenn er endlich nüchtern ist und trotzdem alles auseinander fällt und sich im Prinzip nichts geändert hat. Du darfst das alles zeigen!

Das andere Ding ist nur, was du erwarten kannst von ihm. Was er in der Lage ist zu geben. Alkoholiker und Cos haben sehr viel aufzuarbeiten, wenn sie nüchtern, trocken werden. Ja, auch Cos werden ja gewissermaßen dann mit trocken. Bestenfalls. Beide Seiten müssen sich in einem neuen Leben zurecht finden. Der Co muss lernen, dem Alkoholiker seine Selbstbestimmung zu überlassen, nach und nach. Er, also Alki, braucht jetzt kein Tutsitutsi mehr sondern Realität. Natürlich auch Verständnis, denn das ist schon sehr schwer alles, so ohne den Stoff Dinge wieder bewältigen und aushalten zu müssen.

Und der Co muss lernen, los zu lassen. Verantwortung wieder dahin zu geben, wo sie hingehört. Das eigene Leben wieder entdecken, Hobbies, Spaß, Freunde. Cos müssen auch lernen, wieder angstfrei auszugehen. Ihr eigenes Leben zu genießen, ihn einfach sein zu lassen.

Und das alles ist sehr schwer. Es braucht sehr viel Toleranz und Verständnis auf beiden Seiten. Viele Gespräche und Offenheit. Wenn jetzt einer der Partner dazu nicht bereit ist, warum auch immer, kann das nichts werden. So habe ich das selbst erfahren. Mein Ex war gar nicht bereit, irgend etwas zu verändern. Er wollte einfach weiter machen wie vorher, nur eben ohne zu saufen. Und das wollte ich nicht... Denn ich hing da nach wie vor in der Co-Rolle fest und es war sehr schwer, da raus zu kommen. Seine Muster waren noch immer die nassen Muster, vielleicht oder auch ganz bestimmt waren es einfach seine Lebensmuster, seine Persönlichkeit. Und solch einen Partner wollte ich einfach nicht mehr...

So wie du es beschreibst erscheint es mir mit deinem Partner ähnlich zu sein. Auch mein Ex hat sich im Schoß seiner Familie verkrochen, die allerdings jetzt nicht abhängig waren. Das hat mich sehr verletzt denn es hat mich so unglaublich wertlos fühlen lassen. Ich war doch immer da gewesen und nun war ich an allem Schuld... Oh ja, ich kann deine Gefühle sehr gut verstehen.
Bitte entschuldigt, aber ich habe einfach langsam keine Lust mehr darauf, den Alkoholiker nur als Opfer zu sehen. Opfer sind andere.
Opfer und Täter, das ist sehr schwer das auseinander zu halten. Im Grunde sind alle Opfer... Opfer der Sucht. So sehe ich das. Wenn du das so sehen könntest würde es vieles für dich leichter machen. Ich denke, du wirst das auch sehen können aber momentan ist bei dir einfach noch zu viel Wut und Enttäuschung. Und wie gesagt, das ist auch okay so. Wichtig finde ich dabei nur, dass du trotzdem weiter gehst. Nicht in diesen Gefühlen stecken bleibst. Denn dann wärst du genau so unfrei wie vorher mit deinem Partner.

Ich hoffe, du hast für das Wochenende etwas Schönes für dich geplant. Das Wetter wird ja wieder super, da kannst du was draus machen. Ich schicke dir viele Päckchen an Kraft und Mut und Sonne, Lust wieder in's Leben zu sehen, in dein Leben, und spüren zu können, dass es für dich weitergehen wird. Anders als geplant, aber gut, das Leben ist manchmal so...

Ach, und wenn diese Gedanken an ihn und all den Mist da kommen, versuche einfach sie mal zu vertagen. Wenn du lebst dann solltest du das ohne ihn im Kopf genießen. Dafür schicke ich dir ein paar von meinen "Stopp-Schildern". Immer wenn solch Gedanke kommt sag: " :arrow: da geht es lang und tschüss. Ich denke über dich später nach, jetzt habe ich keine Zeit. Ich muss nämlich mein Leben genießen!"

Liebe Grüße
Aurora

Speranza
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Alkoholiker/in oder Angehörige/EKA: Angehörige

Re: Mehr als verzweifelt - könnt ihr mir helfen

Beitrag von Speranza » 16.08.2018, 19:30

Hallo Yvonne!
Was habe ich sonst noch gelernt? Man darf seine Wut dem Alkoholiker gegenüber nicht kund tun...es könnte seinen Genesungsprozess beeinträchtigen. Wie jemand hier anmerkte, mann könne diesen Menschen ein Jahr später mit seinen Missetaten konfrontieren...also ich hoffe, daß ich in einem Jahr kein Bedürfnis mehr danach habe. Und selbst wenn...das Gedächtnis von vielen ( mein Mann auch ) hat so große Filmrisse und Gedächtnislücken...was für eine Einsicht ist nach so langer Zeit zu erwarten und was hat die zerstörte Familie...das geschädigte Unfallopfer etc davon?


Man darf schon schliesslich sind es keine Kleinigkeiten die da vorgefallen sind. Aber was würde es denn bringen, er hat Vieles von dem was er getan hat schon vergessen (Filmrisse). Wenn es bereits zur Trennung gekommen ist muss sich jeder alleine weiterentwickeln, du kannst aber nur für dein eigenes Wohlbefinden sorgen.

Ich war lange Zeit furchtbar wütend auf meinen Mann und konnte nicht verstehen dass die Sucht so mächtig ist dass letztendlich alles den Bach runtergeht. Was ich manchmal Böses gedacht habe da waren sogar Mordgelüste drunter :oops: Dann hat sich meine Einstellung aber geändert denn meine Chance war grösser als seine da ich ja nicht süchtig war.

Die letzten Jahre habe ich nur noch Mitleid mit ihm empfunden da er von seiner Sucht nicht loskam. Ich hatte ja noch Kontakt zu ihm habe mich aber vollkommen rausgehalten was seine Sucht betraf. Mit ihm ging es immer weiter bergab die Sucht hat mit seinem Tod geendet es war schrecklich das zu sehen. Verstehen kann und muss ich aber nicht es ist ja nicht meine Krankheit. Das hört sich vielleicht schrecklich egoistisch an ist aber einfach Selbstschutz.

Versuche dein Leben zu geniessen, irgendwann tut es auch nicht mehr weh da dir dein neues Leben wichtiger sein wird.

LG Speranza

Yvonne78

Re: Mehr als verzweifelt - könnt ihr mir helfen

Beitrag von Yvonne78 » 17.08.2018, 07:18

Vielen lieben Danke für eure aufmunternden Worte.

Speranza, du hast Recht...wir sind schon getrennt, was rege ich mich eigentlich noch auf. Die Wut und die Dermütigung wird mich bestimmt noch lange begleiten, aber ich richte den Blick nach vorn...wie sagt man so schön * dann fallen die Schatten hinter mich *.
Ich habe jahrelang versucht, Verständnis zu haben, aber damit ist jetzt Schluss. Klar ist das eine Krankheit, aber wieso muss ich mich damit belasten? Er hat mich so verletzt und seine Familie in den Dreck getreten....sowas macht man nicht, egal wie krank.Soll er woanders krank sein...da ist es praktisch für ihn, daß sonst niemand dies als Krankheit sieht....der Rückfall ist somit vorprogrammiert. Er hat über 30 Jahre lang getrunken...bei einem Rückfall könnte es ihm so ergehen wie deinem Mann. Das ist nicht schön, aber oft die logische Konsequenz dieser tödlichen Krankheit. Schade wäre es nur für mein Kind, aber wir haben es nicht in der Hand. Deine Mordgelüste verstehe ich...das Klappmesser ging regelmäßig in der Tasche auf und zu...auf und zu...aber jetzt bleibt es zu, ich beruhige mich gerade.

Liebe Auroa, deine Päckchen sind angekommen :-) wir haben nur Schönes geplant am WE. Gestern bin ich meinem Mann begegnet, wir mussten reden über Ämterzeug und so. Sein ( entschuldige ) Gehirnschiss macht uns sooooo extrem viele Probleme...ich war wieder kurz davor auf ihn einzuhacken, aber dann kam unser Kleiner um die Ecke...ich hatte mich im Griff. Als er weg war, war wieder Frieden in meinem tiefsten Inneren...ich bin auf einem guten Weg. Er tut mir sogar ein wenig leid...es ist nichts schön in seinem Leben....in meinem schon :-) Er hat jetzt unseren Hund...ich wollte das so... sie tut ihm gut und umgekehrt, er hat ja die Zeit. Auch sonst wünsche ihm jetzt nicht mehr Pest an den Hals.
Ich hab mir für nächste Woche ein*pikantes*Date angelacht mit einem alten Bekannten...das wird mir sicher helfen, mein Selbstbewusstsein wieder auf zu frischen und meine große Liebe endgültig ab zu haken. Das Loslassen fällt immernoch ziemlich schwer...ich muss also Maßnahmen ergreifen um diesen Prozess zu beschleunigen...ich ertrage den Schmerz nicht mehr....es muss jetzt enden.

Aber jetzt wird sich erstmal aufs Wochenende vorbereitet...es gibt viel zu tun.

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