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Getrennt von nassem Alkoholiker

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit
Sunshine_33
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 3909
Registriert: 25.07.2013, 11:35

Re: Getrennt von nassem Alkoholiker

Beitrag von Sunshine_33 » 15.08.2018, 10:22

Es steht ja auch jedem offen, was er preisgibt. Wenn Du mir nicht mehr dazu schreiben möchtest, verstehe und akzeptiere ich es.
Ich bin durchaus bereit, Dinge preiszugeben, die meine Krankheit betreffen, wenn das jemanden weiter helfen könnte.
Das ist nicht die Sache.
Aber wenn ich mit meiner Geschichte und den Geschehnissen während der Saufzeit einen anderen dazu bringe, weiterhin auf den Süchtigen wie das Karnickel auf die Schlange zu starren bzw. ihn endlos zu analysieren,
dann habe ich damit nicht geholfen, das ist zumindest meine Meinung.
Mit sowas hält man dann ja eher den anderen in der Abhängigkeit, wenn auch "nur" in Gedanken, anstatt ihm Wege aufzuzeigen, wie er da wieder rauskommen könnte.
Menschen sind unterschiedlich. Damit ich in die Verarbeitung gehen kann, muss ich verstehen und brauche auch Antworten, deshalb recherchiere ich so genau und möchte wissen, was Betroffene erlebt haben.
Ich gehe mal davon aus, das Du in diesem Fall mit "Betroffenen" die Alkoholiker hier meinst?
Dann kann ich Dir nur sagen, das Du diese Antworten eigentlich nicht brauchst, und die Antworten auf Deine speziellen Fragen auch evtl. nicht mal finden wirst.
Ich verstehe trotzdem, das Du es auf diesem Weg versuchen willst. :wink:
Persönlich würde ich allerdings eher dazu raten, sich mit den CO-"Betroffenen" intensiver auszutauschen, denn die kennen DEINE Lage, und einige kennen auch Wege daraus.
Und das wäre doch für Dich das wichtigste. Du kannst ja nur was an DIR ändern, und nicht an anderen.
Auf andere hat man ja kaum bis gar keinen Einfluss.
Für mich war es bis zum Schluss nicht wirklich klar, ob er wirklich ein Alkoholproblem hat und wenn ja, wie weit fortgeschritten es ist.
Ich möchte wissen, ob es der Alkohol ist, der ihn zu diesem Menschen macht, oder ob er tatsächlich "so ein Idiot" ist und der Alkohol das nur verstärkt.
Aber was bringt Dir denn das Wissen, wie weit seine Krankheit fortgeschritten ist?
Mich würde eher interessieren, wie weit meine eigene Abhängigkeit schon fortgeschritten ist und wie ich da wieder raus kommen könnte.

Und ob der andere Mensch ein Idiot ist, steht es einem denn zu, sowas zu beurteilen?
Ich denke nicht.
Was wäre denn, wenn es einfach so oder so nicht bei Euch passt, weil IHR nicht zusammen passt?
Wenn das Alkoholproblem nicht wäre und es trotzdem nicht hinhaut, weil man als Menschen auch nicht zueinander passt?
Könnte ja auch sein... und sowas könnte dann ja auch nicht passend gemacht werden, nur weil ich das gern so will.
Ich lenke das Problem nur vorerst auf ihn, aber ich brauche diese Phase, um dann in die eigene Verarbeitung zu gehen.
Aha, okay.
Dann kann ich Dir nur wünschen, das diese Phase bald vorbei ist und Du Dich Dir selbst zuwenden kannst.
Und dann darfst Du Dich dabei auch gern selbst analysieren, daran geht dann eh kaum ein Weg dran vorbei.
Ich meine das jetzt nicht sarkastisch, bitte nicht mißverstehen.
Ich wünsche Dir eher, das Du Dich selbst wie eine gute Freundin in den Arm nehmen kannst und Dich liebevoll fragen kannst, "wie bin
ich denn in diese Sache reingeraten, warum konnte das so passieren? :(
Und was kann ich tun, damit es mir wieder besser geht und mir sowas nicht wieder passiert?"
Es kränkt mich noch immer und ich möchte nur verstehen, warum ein Mensch sich so wie er verhält. Wenn er es mir nicht sagt, dann muss ich mir woanders Antworten holen...
Das es kränkt, abgeschossen worden zu sein, ist ja völlig normal, das würde wohl auch jeden anderen kränken.
Aber Du hast schon wegen Stalking Ärger am Hals, wenn ich das richtig verstanden habe.
Stalking ist eine Straftat, und wird auch dementsprechend bestraft, wenn eine Anzeige vorliegt und das vor Gericht geht.
Das ist also keinesfalls mehr in Ordnung, egal wie der andere sich verhalten hat oder was auch immer man mit Gewalt abklären möchte.
So gehts nun einfach mal nicht.

Und Du kannst die Krankheit Sucht auch mit mit dem Verstand erfassen, denn das ist ja die Crux, ihr ist nun mal nicht allein mit Logik und Verstand beizukommen.
Auch nicht für den nassen Alkoholiker, das nur mal am Rande...
Und wie soll ein CO es denn erst erfassen können, wenn er es nicht am eigenen Leibe erlebt hat?
Es ist ja für uns Betroffene mitunter nicht mal erklärbar oder verständlich, wie es überhaupt so weit kommen konnte.
Mit Verstand und Logik jedenfalls nicht :-|

Heidi, ich möchte Dich auch auf nochwas aufmerksam machen:
Überlege Dir bitte gut, was Du hier im offenen Internet schreibst und lasse Dich auch bitte nicht verleiten, durch übereilte Antworten zu viel über eine andere Person preiszugeben.
Bitte denke darüber nach, ob Du bestimmte Sachen im net über Dich lesen möchtest ?
Der Wiedererkennungswert wird immer höher, je detaillierter Du über ihn berichtest.
Auch das könnte strafrechtliche Folgen haben, auch das ist nicht okay so.
Ich habe Dir den Erweiterten Bereich auch darum ans Herz gelegt, nicht nur, um die Sache mit den Fischen im Mond nochmal anzubringen.
Dort kann nicht jeder mitlesen.
Trotzdem sollten hier wie auch dort Verumglimpfungen anderer Personen und ähnliches unterlassen werden.

Und ich möchte darauf hinweisen, das es sich bei Alkoholismus um eine KRANKHEIT handelt.

LG Sunshine

Sunshine_33
sehr aktiver Teilnehmer
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Re: Getrennt von nassem Alkoholiker

Beitrag von Sunshine_33 » 15.08.2018, 10:27

Und Du kannst die Krankheit Sucht auch mit mit dem Verstand erfassen
Vertipper. :oops:
Es sollte heißen: Und Du kannst die Krankheit Sucht auch NICHT mit dem Verstand erfassen...

LG

Rispinos
neuer Teilnehmer
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Re: Getrennt von nassem Alkoholiker

Beitrag von Rispinos » 15.08.2018, 10:37

Sunshine_33 hat geschrieben:
15.08.2018, 10:22
Es steht ja auch jedem offen, was er preisgibt. Wenn Du mir nicht mehr dazu schreiben möchtest, verstehe und akzeptiere ich es.
Ich bin durchaus bereit, Dinge preiszugeben, die meine Krankheit betreffen, wenn das jemanden weiter helfen könnte.
Das ist nicht die Sache.
Aber wenn ich mit meiner Geschichte und den Geschehnissen während der Saufzeit einen anderen dazu bringe, weiterhin auf den Süchtigen wie das Karnickel auf die Schlange zu starren bzw. ihn endlos zu analysieren,
dann habe ich damit nicht geholfen, das ist zumindest meine Meinung.
Mit sowas hält man dann ja eher den anderen in der Abhängigkeit, wenn auch "nur" in Gedanken, anstatt ihm Wege aufzuzeigen, wie er da wieder rauskommen könnte.
Menschen sind unterschiedlich. Damit ich in die Verarbeitung gehen kann, muss ich verstehen und brauche auch Antworten, deshalb recherchiere ich so genau und möchte wissen, was Betroffene erlebt haben.
Ich gehe mal davon aus, das Du in diesem Fall mit "Betroffenen" die Alkoholiker hier meinst?
Dann kann ich Dir nur sagen, das Du diese Antworten eigentlich nicht brauchst, und die Antworten auf Deine speziellen Fragen auch evtl. nicht mal finden wirst.
Ich verstehe trotzdem, das Du es auf diesem Weg versuchen willst. :wink:
Persönlich würde ich allerdings eher dazu raten, sich mit den CO-"Betroffenen" intensiver auszutauschen, denn die kennen DEINE Lage, und einige kennen auch Wege daraus.
Und das wäre doch für Dich das wichtigste. Du kannst ja nur was an DIR ändern, und nicht an anderen.
Auf andere hat man ja kaum bis gar keinen Einfluss.
Für mich war es bis zum Schluss nicht wirklich klar, ob er wirklich ein Alkoholproblem hat und wenn ja, wie weit fortgeschritten es ist.
Ich möchte wissen, ob es der Alkohol ist, der ihn zu diesem Menschen macht, oder ob er tatsächlich "so ein Idiot" ist und der Alkohol das nur verstärkt.
Aber was bringt Dir denn das Wissen, wie weit seine Krankheit fortgeschritten ist?
Mich würde eher interessieren, wie weit meine eigene Abhängigkeit schon fortgeschritten ist und wie ich da wieder raus kommen könnte.

Und ob der andere Mensch ein Idiot ist, steht es einem denn zu, sowas zu beurteilen?
Ich denke nicht.
Was wäre denn, wenn es einfach so oder so nicht bei Euch passt, weil IHR nicht zusammen passt?
Wenn das Alkoholproblem nicht wäre und es trotzdem nicht hinhaut, weil man als Menschen auch nicht zueinander passt?
Könnte ja auch sein... und sowas könnte dann ja auch nicht passend gemacht werden, nur weil ich das gern so will.
Ich lenke das Problem nur vorerst auf ihn, aber ich brauche diese Phase, um dann in die eigene Verarbeitung zu gehen.
Aha, okay.
Dann kann ich Dir nur wünschen, das diese Phase bald vorbei ist und Du Dich Dir selbst zuwenden kannst.
Und dann darfst Du Dich dabei auch gern selbst analysieren, daran geht dann eh kaum ein Weg dran vorbei.
Ich meine das jetzt nicht sarkastisch, bitte nicht mißverstehen.
Ich wünsche Dir eher, das Du Dich selbst wie eine gute Freundin in den Arm nehmen kannst und Dich liebevoll fragen kannst, "wie bin
ich denn in diese Sache reingeraten, warum konnte das so passieren? :(
Und was kann ich tun, damit es mir wieder besser geht und mir sowas nicht wieder passiert?"
Es kränkt mich noch immer und ich möchte nur verstehen, warum ein Mensch sich so wie er verhält. Wenn er es mir nicht sagt, dann muss ich mir woanders Antworten holen...
Das es kränkt, abgeschossen worden zu sein, ist ja völlig normal, das würde wohl auch jeden anderen kränken.
Aber Du hast schon wegen Stalking Ärger am Hals, wenn ich das richtig verstanden habe.
Stalking ist eine Straftat, und wird auch dementsprechend bestraft, wenn eine Anzeige vorliegt und das vor Gericht geht.
Das ist also keinesfalls mehr in Ordnung, egal wie der andere sich verhalten hat oder was auch immer man mit Gewalt abklären möchte.
So gehts nun einfach mal nicht.

Und Du kannst die Krankheit Sucht auch mit mit dem Verstand erfassen, denn das ist ja die Crux, ihr ist nun mal nicht allein mit Logik und Verstand beizukommen.
Auch nicht für den nassen Alkoholiker, das nur mal am Rande...
Und wie soll ein CO es denn erst erfassen können, wenn er es nicht am eigenen Leibe erlebt hat?
Es ist ja für uns Betroffene mitunter nicht mal erklärbar oder verständlich, wie es überhaupt so weit kommen konnte.
Mit Verstand und Logik jedenfalls nicht :-|

Heidi, ich möchte Dich auch auf nochwas aufmerksam machen:
Überlege Dir bitte gut, was Du hier im offenen Internet schreibst und lasse Dich auch bitte nicht verleiten, durch übereilte Antworten zu viel über eine andere Person preiszugeben.
Bitte denke darüber nach, ob Du bestimmte Sachen im net über Dich lesen möchtest ?
Der Wiedererkennungswert wird immer höher, je detaillierter Du über ihn berichtest.
Auch das könnte strafrechtliche Folgen haben, auch das ist nicht okay so.
Ich habe Dir den Erweiterten Bereich auch darum ans Herz gelegt, nicht nur, um die Sache mit den Fischen im Mond nochmal anzubringen.
Dort kann nicht jeder mitlesen.
Trotzdem sollten hier wie auch dort Verumglimpfungen anderer Personen und ähnliches unterlassen werden.

Und ich möchte darauf hinweisen, das es sich bei Alkoholismus um eine KRANKHEIT handelt.

LG Sunshine


Nein, ich wurde nicht abgeschossen - ich habe Schluss gemacht und er nimmt es einfach so hin. Mir geht es in Wirklichkeit nicht um "wer hat Schluss gemacht". Wir haben uns getrennt. Kränkend ist für mich, dass er es einfach so hinnimmt, wo - wenn er nüchtern war - diese Beziehung angeblich die große Liebe war.

Nein, ich habe kein Problem wegen Stalking am Hals. Ich wurde selber mal gestalkt, deshalb bin ich was das Thema betrifft einfach sensibler und gehe sehr bewusst mit dem Thema um. Nein, ich stalke ihn nicht.

Ich weiß, dass es sich um eine Krankheit handelt und ich schimpfe ja auch nicht über ihn. Ich bin eher verzweifelt.

Rispinos
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Re: Getrennt von nassem Alkoholiker

Beitrag von Rispinos » 15.08.2018, 11:18

Sunshine_33 hat geschrieben:
15.08.2018, 10:27
Und Du kannst die Krankheit Sucht auch mit mit dem Verstand erfassen
Vertipper. :oops:
Es sollte heißen: Und Du kannst die Krankheit Sucht auch NICHT mit dem Verstand erfassen...

LG
Liebe Sunshine,

solche Statements helfen mir sehr weiter.

Wenn ich sage "Betroffene", dann meine ich beide Seiten. Die, die mit der Krankheit leben und die, die Angehörige sind. Ich bin hier ja auch im Bereich der "Co-Abhängingen". Ich weiß nichts über diese Krankheit oder nur sehr wenig, ich lerne gerade darüber. Ich habe keine Alkoholiker in meiner nahen Familie, ich kenne das Krankheitsbild also nicht.

Hull

Re: Getrennt von nassem Alkoholiker

Beitrag von Hull » 15.08.2018, 12:16

Rispinos hat geschrieben:
15.08.2018, 10:37
Nein, ich wurde nicht abgeschossen - ich habe Schluss gemacht und er nimmt es einfach so hin. Mir geht es in Wirklichkeit nicht um "wer hat Schluss gemacht". Wir haben uns getrennt. Kränkend ist für mich, dass er es einfach so hinnimmt, wo - wenn er nüchtern war - diese Beziehung angeblich die große Liebe war.
Mit Verlaub, aber wo liegt dann genau das Problem? So, wie du es beschreibst, klingt es ganz einfach nach gekränktem Stolz - auch wenn du dies nun so formulieren wirst, dass dem nicht so ist. Letztlich gilt es, dies für sich selbst zu beantworten, mir ist es natürlich vollständig egal, ich versuche nur der Logik zu folgen.

Die "Krankheit" schafft niemals komplett neue Menschen, es steckt immer in der Person selbst, was sie aus Alkohol oder der Alkohol aus ihr macht. Ebenso wird die vermeintliche Bestie, die die Person mit Alkohol war, in der Nüchternheit nicht durch Zauberhand geheilt.

Rispinos
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Re: Getrennt von nassem Alkoholiker

Beitrag von Rispinos » 15.08.2018, 12:47

Hull hat geschrieben:
15.08.2018, 12:16
Rispinos hat geschrieben:
15.08.2018, 10:37
Nein, ich wurde nicht abgeschossen - ich habe Schluss gemacht und er nimmt es einfach so hin. Mir geht es in Wirklichkeit nicht um "wer hat Schluss gemacht". Wir haben uns getrennt. Kränkend ist für mich, dass er es einfach so hinnimmt, wo - wenn er nüchtern war - diese Beziehung angeblich die große Liebe war.
Mit Verlaub, aber wo liegt dann genau das Problem? So, wie du es beschreibst, klingt es ganz einfach nach gekränktem Stolz - auch wenn du dies nun so formulieren wirst, dass dem nicht so ist. Letztlich gilt es, dies für sich selbst zu beantworten, mir ist es natürlich vollständig egal, ich versuche nur der Logik zu folgen.
Nein, kein gekränkter Stolz, sondern wirkliche Trauer... darüber, dass es scheinbar nicht wichtig genug war und, dass es wichtiger ist, zu trinken. Und, dass er nicht versteht, warum ich gegangen bin, dass mir sein Verhalten weh tut.

Die "Krankheit" schafft niemals komplett neue Menschen, es steckt immer in der Person selbst, was sie aus Alkohol oder der Alkohol aus ihr macht. Ebenso wird die vermeintliche Bestie, die die Person mit Alkohol war, in der Nüchternheit nicht durch Zauberhand geheilt.


Mit der Aussage kann ich was anfangen. Danke!

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