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Getrennt von nassem Alkoholiker

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit

Moderator: Moderatoren

Rispinos
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Re: Getrennt von nassem Alkoholiker

Beitrag von Rispinos » 12.08.2018, 17:56

Darum geht es hier in diesem Forum doch gar nicht, oder? Ich hab eine Beratung bekommen, unter anderem was ihn betrifft und sie hat mir gesagt, ich soll die Finger von ihm lassen. Und wen es interessiert: Der Grund, warum er wohl so viel trinkt könnte unter anderem daran liegen, dass er den Mond in den Fischen hat - soll heißen, dass er eine unglaublich intensive Gefühlswelt hat, die er nicht lebt und daher ertränkt. Aber es ging ehrlich gesagt nicht nur um ihn, sondern vor allem um mich. Ich finds als Hinweis ganz interessant.

Rispinos
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Re: Getrennt von nassem Alkoholiker

Beitrag von Rispinos » 14.08.2018, 09:21

Aber was hilft das alles? Der eine geht in Therapie, der andere zum Kinesiologen, ich war halt jetzt bei einer Astrologin. Und was ändert es? Gar nichts. Gerade in den letzten Tagen geht es mir richtig schlecht, ich bin sehr antriebslos und mache mir Vorwürfe. Überlege, ob ich zu hart gehandelt habe und ihm unrecht tue (!!!???).

Ich bin müde bis zu den Knochen, obwohl ich genug geschlafen habe. Das ist so wie im Winter, da ist mir manchmal kalt bis zu den Knochen, obwohl ich warme Hände habe. Ich merke, dass ich total erschöpft bin und aus dem Strudel gerade eben nicht rauskomme....

Sunshine_33
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Re: Getrennt von nassem Alkoholiker

Beitrag von Sunshine_33 » 14.08.2018, 10:12

Der Grund, warum er wohl so viel trinkt könnte unter anderem daran liegen, dass er den Mond in den Fischen hat - soll heißen, dass er eine unglaublich intensive Gefühlswelt hat, die er nicht lebt und daher ertränkt.
Nun muss selbst ich schmunzeln... sorry. :wink:
Dann hatte ich wohl auch viel Mond in den Fischen :wink:

Liebe Heidi, ein Süchtiger trinkt, weil er trinken MUSS. Nicht weil dieses oder jenes... sondern weil die Sucht unglaublich stark ist.
Ich lese gerade bei den CO´s so viel Analysen des Partners, anstatt das sie sich mal um die eigene Abhängigkeit kümmern.

Soll ich Dir mal was erzählen:
Ich hatte weder eine schwere Kindheit noch den Mond in den Fischen :wink: , ich hatte einen guten Beruf mit relativ hohen Einkommen, eine liebe Tochter und einen guten und immer fairen Partner.
Dazu Haus mit Garten, Auto und vieles, was man sich so wünscht.
Ich bin TROTZDEM alkoholabhängig geworden.
Es gab schon auch "Gründe", warum es dazu kam. Aber die will ich jetzt hier gar nicht ausführen.

Ich will Dir nur sagen, das Liebe niemanden vom Saufen abhält. Die Sucht ist stärker als die Liebe, darum ist Liebe bei einem Säufer auch kein "Argument".
Wer nie abhängig gesoffen hat, der kann sich nicht vorstellen, wie das ist.
Der Körper ist irgendwann so süchtig nach Stoff, das ALLES andere EGAL ist, auch der Partner.
Man nimmt sogar in Kauf, das der geht, und manchmal sogar, das der ENDLICH geht, damit man in Ruhe saufen kann.
So läuft die Nummer.

Schmeiss nicht Dein verdientes Geld raus für irgendwelche obskuren Astrologinnen oder Hellseherinnen oder dergleichen.
Das is nur Abzocke, mehr nicht.
Ich bin müde bis zu den Knochen, obwohl ich genug geschlafen habe. Das ist so wie im Winter, da ist mir manchmal kalt bis zu den Knochen, obwohl ich warme Hände habe. Ich merke, dass ich total erschöpft bin und aus dem Strudel gerade eben nicht rauskomme....
Versuche bitte, um Deiner selbst Willen, aus dem Strudel der Co-Abhängigkeit wieder rauszukommen !
Denn die Erschöpfung ist ja ein ganz typisches Symptom Deiner Abhängigkeit.
Ich befürchte, es kann tatsächlich auch mal so sein, das man vor Schwäche den Strudel gar nicht mehr verlassen kann.
Lasse es nicht soweit kommen, falls es aber doch schon so ist, suche Dir bitte ganz dringend auch psychologische Unterstützung.
Mache Dir bitte nicht Dein Leben kaputt, denn es kann so wunderbar schön sein.

Kleiner Tipp noch: Ehe Du weiteres Geld für Damen, die Dir vom Mond in den Fischen erzählen (sorry, ich kann grad nicht anders :wink: ) ausgibst,
wäre es vielleicht eine Erwägung, in den Erweiterten Bereich zu wechseln, dort ist der Austausch intensiver als im Offenen Bereich hier.
Da wäre die Kohle etwas besser investiert, glaube ich :wink:

LG Sunshine

Rispinos
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Re: Getrennt von nassem Alkoholiker

Beitrag von Rispinos » 14.08.2018, 13:41

Sunshine_33 hat geschrieben:
14.08.2018, 10:12
Der Grund, warum er wohl so viel trinkt könnte unter anderem daran liegen, dass er den Mond in den Fischen hat - soll heißen, dass er eine unglaublich intensive Gefühlswelt hat, die er nicht lebt und daher ertränkt.
Nun muss selbst ich schmunzeln... sorry. :wink:
Dann hatte ich wohl auch viel Mond in den Fischen :wink:

Liebe Heidi, ein Süchtiger trinkt, weil er trinken MUSS. Nicht weil dieses oder jenes... sondern weil die Sucht unglaublich stark ist.
Ich lese gerade bei den CO´s so viel Analysen des Partners, anstatt das sie sich mal um die eigene Abhängigkeit kümmern.

Soll ich Dir mal was erzählen:
Ich hatte weder eine schwere Kindheit noch den Mond in den Fischen :wink: , ich hatte einen guten Beruf mit relativ hohen Einkommen, eine liebe Tochter und einen guten und immer fairen Partner.
Dazu Haus mit Garten, Auto und vieles, was man sich so wünscht.
Ich bin TROTZDEM alkoholabhängig geworden.
Es gab schon auch "Gründe", warum es dazu kam. Aber die will ich jetzt hier gar nicht ausführen.

Ich will Dir nur sagen, das Liebe niemanden vom Saufen abhält. Die Sucht ist stärker als die Liebe, darum ist Liebe bei einem Säufer auch kein "Argument".
Wer nie abhängig gesoffen hat, der kann sich nicht vorstellen, wie das ist.
Der Körper ist irgendwann so süchtig nach Stoff, das ALLES andere EGAL ist, auch der Partner.
Man nimmt sogar in Kauf, das der geht, und manchmal sogar, das der ENDLICH geht, damit man in Ruhe saufen kann.
So läuft die Nummer.


Schmeiss nicht Dein verdientes Geld raus für irgendwelche obskuren Astrologinnen oder Hellseherinnen oder dergleichen.
Das is nur Abzocke, mehr nicht.
Ich bin müde bis zu den Knochen, obwohl ich genug geschlafen habe. Das ist so wie im Winter, da ist mir manchmal kalt bis zu den Knochen, obwohl ich warme Hände habe. Ich merke, dass ich total erschöpft bin und aus dem Strudel gerade eben nicht rauskomme....
Versuche bitte, um Deiner selbst Willen, aus dem Strudel der Co-Abhängigkeit wieder rauszukommen !
Denn die Erschöpfung ist ja ein ganz typisches Symptom Deiner Abhängigkeit.
Ich befürchte, es kann tatsächlich auch mal so sein, das man vor Schwäche den Strudel gar nicht mehr verlassen kann.
Lasse es nicht soweit kommen, falls es aber doch schon so ist, suche Dir bitte ganz dringend auch psychologische Unterstützung.
Mache Dir bitte nicht Dein Leben kaputt, denn es kann so wunderbar schön sein.

Kleiner Tipp noch: Ehe Du weiteres Geld für Damen, die Dir vom Mond in den Fischen erzählen (sorry, ich kann grad nicht anders :wink: ) ausgibst,
wäre es vielleicht eine Erwägung, in den Erweiterten Bereich zu wechseln, dort ist der Austausch intensiver als im Offenen Bereich hier.
Da wäre die Kohle etwas besser investiert, glaube ich :wink:

LG Sunshine

War kostenlos - und sie hat mir ja nicht nur das erzählt.

Und: Ob Mond im Fisch oder nicht - Danke für die Worte. Vielleicht will ich - weil er sonst so "normal" ist - einfach nicht wahrhaben, dass er definitiv ein Problem mit dem Alkohol hat. Für mich ist Alkoholismus noch immer so schwer greifbar... Aber, "endlich gehen, damit er in Ruhe saufen kann, wann er will", das wird es auch treffen.

Wie war das bei Dir, wie war das mit dem Suchtdruck bei Dir?

Rispinos
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Re: Getrennt von nassem Alkoholiker

Beitrag von Rispinos » 14.08.2018, 13:46

Ich hätte das mit der Astrologin nicht erwähnen sollen. Jetzt hängt man sich daran auf und macht sich lustig. Ist das nicht egal? Ich erkenne es ja eh als Krankheit an. Die Astrologin ist auf dem Weg nur ein zusätzlicher Aspekt. Ich bin sehr dankbar für Erfahrungswerte, denn es geht mir tatsächlich schlecht damit. Ganz einfach. Es liegt mir was an dem Menschen und er stößt mich weg, weil ich sein Verhalten - die Krankheit - nicht akzeptieren will und kann. Ich würde ihn gern hassen können. Kann ich nicht. Und so hilft es mir, zu verstehen, was der Alkohol mit einem macht.

Sunshine_33
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Re: Getrennt von nassem Alkoholiker

Beitrag von Sunshine_33 » 14.08.2018, 17:52

Hallo Heidi,
ich habe mich nicht drüber lustig gemacht, sondern geschmunzelt, mehr nicht.
Das wird wohl noch erlaubt sein.

Du musst ihn nicht hassen, Du darfst ihn auch in Liebe oder Freundschaft loslassen.

Wie das bei mir war mit Suchtdruck?
Was meinst Du damit, als ich noch gesoffen habe oder als ich trocken wurde?

LG Sunshine

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Re: Getrennt von nassem Alkoholiker

Beitrag von Rispinos » 14.08.2018, 18:14

Ok, dann habe ich das falsch verstanden, sorry - klar ist es erlaubt, zu schmunzeln. Ich fühle mich derzeit sowieso leicht angreifbar.. zu dünne Haut derzeit.

Es wäre leichter ihn zu hassen... ihn in Liebe und Freundschaft loslassen, so weit bin ich noch nicht. Dafür wäre ich zu gerne noch an seiner Seite.

"Ich will Dir nur sagen, das Liebe niemanden vom Saufen abhält. Die Sucht ist stärker als die Liebe, darum ist Liebe bei einem Säufer auch kein "Argument".
Wer nie abhängig gesoffen hat, der kann sich nicht vorstellen, wie das ist.
Der Körper ist irgendwann so süchtig nach Stoff, das ALLES andere EGAL ist, auch der Partner.
Man nimmt sogar in Kauf, das der geht, und manchmal sogar, das der ENDLICH geht, damit man in Ruhe saufen kann.
So läuft die Nummer"


Mit Suchtdruck meine ich beides... als Du noch gesoffen hast und als Du dann trocken wurdest.

Ich möchte einfach nur ansatzweise verstehen, was in ihm vorgeht. Nach außen wirkt er gar nicht, als hätte er ein Problem. Ich habe es für mich erst festgestellt, als ich quasi täglich mit ihm zusammen war. Es sind so täglich 2-3 Bier. Manchmal auch gar keines. Anfang des Jahres hatte er die Grippe, da war es 2 Wochen vollkommene Nüchternheit. Dann irgendwann mal, wollte er was trinken - ich aber nicht. Da hat er auch nichts getrunken, ich konnte aber deutlich sehen, dass ihm das nicht ins Konzept gepasst hat. Dann hat er immer wieder gefragt, ob ich was trinken möchte und ich hab abgelehnt. Er hat dann nur gemeint, er würde alleine nichts trinken. Manchmal hat er sich dann aber doch ein Bier aufgemacht. Wenn er trinkt, dann trinkt er. Er kann nicht stop sagen oder ablehnen. Ab dem 3. Bier erhöht sich die Schluckgeschwindigkeit, das 4. Bier wird sehr schnell gelehrt. Und dann... ist es ein Fass ohne Boden. Ich hab sehr oft nicht mehr mitgezählt. In diesem Zustand passieren auch die haarsträubendsten Sachen. Nicht immer hat er mich grob beschimpft, aber manchmal. Immer aber zumindest leicht: Hat mir erklärt, ich soll verschwinden bzw. mir vielleicht sogar den Finger gezeigt. Und meistens kann er sich am nächsten Tag daran nicht mehr erinnern.

Wenn da nicht schon ein Problem besteht, dann würde ich sagen, dass er in absehbarer Zeit eines haben wird. Er war beim jährlichen Check-Up beim Arzt, organisch ist da noch nichts zu bemerken. Vor diesem Check-up hatte er merklich Angst.

Ich habe ihn vor zwei Wochen zu einem letzten Telefonat gezwungen.

Seine Worte: "Ich habe seitdem Du weg bist, überhaupt nicht mehr getrunken, immer wenn Du irgendwie auftauchst, oder eine Nachricht von Dir, will ich trinken. Ich bin jetzt schon wieder auf der Suche nach der nächsten Tankstelle. Ja klar wäre ich sehr beleidigt, wenn man mich so beschimpfen würde... Dann entschuldige ich mich halt - Entschuldigung. Geht es Dir jetzt besser, ändert das jetzt was? Lass es bleiben... lass es gut sein... das wird wieder vorkommen, dass ich Dich beschimpfe."

Wohlgemerkt hat er NIE wegen mir getrunken, ganz sicher nicht. Der Auslöser für sein Trinken war nie ein Streit zwischen uns, sondern viel eher soziales Gefüge oder die Tatsache, dass einfach Wochenende war. Das letzte Mal, als ich ihn gesehen habe, da war er vormittags beim Fischen und dann beim Public Viewing in der Stadt. Ich war den ganzen Tag in Italien und bin am Abend zurückgekommen und habe ihn komplett betrunken in der Stadt aufgelesen.

Rispinos
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Re: Getrennt von nassem Alkoholiker

Beitrag von Rispinos » 14.08.2018, 18:17

... im Gegenteil.. wir haben nie gestritten. Sondern der Auslöser für unsere Probleme war sein Alkoholkonsum und nicht umgekehrt. Und immer bin ICH zurückgekommen, denn er wäre nicht gekommen. Keine Reue, nichts. Fast könnte man meinen, ich sei ihm egal gewesen... aber das war/ist es auch nicht. Denn er hat sich mir gegenüber wenn er nüchtern war sehr lieb verhalten.

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