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Getrennt von nassem Alkoholiker

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit

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Morgenrot
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Re: Getrennt von nassem Alkoholiker

Beitrag von Morgenrot » 04.08.2018, 12:12

Hallo heidi,

.
Er ist Alkoholiker/Süchtiger Nr. 3 in meinem Leben
hier solltest du für dich ansetzen, warum ist das so?
Was treibt dich an, immer nur für andere da sein zu wollen, machst du deinen Wert davon ab hängig?
ich habe das über Jahrzehnte gemacht, immer mit dem Gedanken, ich bin nur gut, wenn ich ihn zur Trockenheit "bekehre".
Wer am Ende nicht mehr konnte war ich, er soff weiter.
Wir waren unter einem Dach, aber quasi getrennt. Ich habe mir langsam mein Leben wieder aufgebaut. Meine Kontakte wieder aktiviert, neue Freunde kamen hinzu.

Habe wiederangefangen zu reisen, jetzt ist er 10 Monate trocken, und es findet eine Art Annäherung statt, aber auch mit dem trocken werden ist nicht alles gut, du mußt für dich etwas tun.

Natürlich weiß er nicht warum seine EX ihn verlassen hat, die hat ihn erkannt und ihre Schlüsse gezogern, und seine Familie wird den Teufel tun und dazu stehen, sie könnten dich ja auch noch verlieren, wenn sie die Wahrheit sagen. Solange du dich kümmerst brauchen sie es nicht.
All das sollte aber nicht relevant für deine nächsten Schritte sein. Du willst Kinder, aber nicht von einem nassen Alkoholiker, denn dadurch raubst du ihnen die Kindheit.
Ich war erschüttert, als mir meine Kinder erzählten, wie früh sie gesüprt haben, das etwas nicht stimmt.

Du kannst ihn nicht vom trinken abhalten und es ist auch völlig piepe ob du weißt was er trinkt, ist nicht deine Baustelle, nur ein Symptom deiner Sucht, der Sucht gebraucht zu werden.

Nasse Alkoholiker sind Lügner und Betrüger, da kommt erst einmal der Alkohol, und dann lange nichts.
Lass ihn machen, es ist seine Verantwortung, tue etwas für dich, das ist deine Verantwortung, denn rin anderer tut es nicht für dich. Du hast nur ein Leben.
Ich weriß, wie schwer der erste Schritt fällt, aber es ist deine einzige Chance.

lg Morgenrot

Rispinos
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Re: Getrennt von nassem Alkoholiker

Beitrag von Rispinos » 04.08.2018, 13:39

Morgenrot hat geschrieben:
04.08.2018, 12:12
Natürlich weiß er nicht warum seine EX ihn verlassen hat, die hat ihn erkannt und ihre Schlüsse gezogern, und seine Familie wird den Teufel tun und dazu stehen, sie könnten dich ja auch noch verlieren, wenn sie die Wahrheit sagen. Solange du dich kümmerst brauchen sie es nicht.
Ja, das nehme ich auch an, dass seine Ex ihre Schlüsse gezogen hat. Ich hab ihm allerdings sehr wohl gesagt, warum ich gegangen bin - so eindringlich, dass es nicht an ihm vorbeigegangen sein kann. Er versucht es sich natürlich auch ein bisschen "schön zu reden" und meint, dass Familie und Heim mit ihm nicht gingen. Ich bin mir nicht sicher, ob seine Familie und Freunde das wirklich in der Form checken, da der Kontakt so dünn und lapidar ist, dass seine Eltern ihn nie betrunken erleben. Familienfeiern kann ich so nicht beurteilen, ich war nur bei einer - wir waren 9 Monate zusammen. Aber da kann es ja gut sein, dass "man mal einen zuviel trinkt".
Morgenrot hat geschrieben:
04.08.2018, 12:12

Du kannst ihn nicht vom trinken abhalten und es ist auch völlig piepe ob du weißt was er trinkt, ist nicht deine Baustelle, nur ein Symptom deiner Sucht, der Sucht gebraucht zu werden.
Das stimmt :(
Morgenrot hat geschrieben:
04.08.2018, 12:12
Nasse Alkoholiker sind Lügner und Betrüger, da kommt erst einmal der Alkohol, und dann lange nichts.
Lass ihn machen, es ist seine Verantwortung, tue etwas für dich, das ist deine Verantwortung, denn rin anderer tut es nicht für dich. Du hast nur ein Leben.
Ich weriß, wie schwer der erste Schritt fällt, aber es ist deine einzige Chance.
Ja, ich befürchte es auch! Vielen Dank dafür!

Dir auch alles Liebe
Heidi

Rispinos
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Re: Getrennt von nassem Alkoholiker

Beitrag von Rispinos » 04.08.2018, 13:47

Emma2010 hat geschrieben:
04.08.2018, 12:03
Kontaktabbruch zum nassen Alkoholiker hinzubekommen, bevor du von einer Selbsthilfegruppe profitieren kannst.
Der Kontakt ist völlig abgebrochen... auch von ihm aus. Er sagt, ich bin gegangen, zum 3. Mal und jetzt ist es endgültig vorbei. Ich glaube auch nicht, dass er nochmal ankommen wird, er Typ ist er nicht. Er hat auch alle Frauen vor mir komplett kampflos ziehen lassen. Natürlich soll Liebe kein Kampf sein.. Wenn ich das sage, dann meine ich damit: Er hat die Entscheidung einfach ohne zu hinterfragen akzeptiert und leidet still vor sich hin oder auch nicht, verdrängt, lenkt sich ab und säuft weiter. Ich weiß auch, dass mich das überhaupt nichts angeht! Was er genau tut, muss ich ehrlich sagen, interessiert mich ja tatsächlich nicht.
Morgenrot hat geschrieben:
04.08.2018, 12:12
Co-Abhängigkeit hat auch genauso wie das Alkoholiker-Profil eindeutige Verhaltensmuster, mit denen du dich auseinandersetzen musst um
zu begreifen, was mit dir los ist.
Abhängigkeit ist meistens auf die fehlende Bindung in der Kindheit zurückzuführen. Sofern du den fehlenden Anteil, das Defizit an Liebe damals, noch nicht aufgearbeitet hast, es gibt auf der Welt keinen Menschen, der dich so sehr liebt, wie du es brauchst. Hattest du denn damals sonst jemanden, dem du vertrauen konntest, jemand der für dich da war?
Selbstliebe lernen? Das versuche ich schon mein halbes Leben und scheinbar gelingt es mir nicht. Ich dachte, ich bin auf einem guten Weg. Hast Du einen Tipp, wie ich weitermachen kann?
Rispinos hat geschrieben:
04.08.2018, 13:39

Sicher kennst mittlerweile die typischen Katz-und Mausspiele in einer Beziehung mit Alkoholproblematik.
Ja, das kenne ich, ich habs mit dem vor ihm erlebt und es war der pure Alptraum. Er hat mich immerhin 2 1/2 Jahre gestalkt, so schlimm, dass es fast vor Gericht gegangen ist. Er wird das kaum tun - hier war eher ich diejenige, die ihn nicht in Ruhe gelassen hat und ihn quasi komplett bombardiert hat. Ich bin nicht stolz darauf, aber ich wollte Erklärungen und Antworten. Er ist derzeit also so genervt und traumatisiert von mir, dass er ganz sicher nicht ankommen wird.
Rispinos hat geschrieben:
04.08.2018, 13:39


Daher hoffe für dich, dass du diesmal stark bleibst und besser für dich einen neuen Weg ausprobierst.
Danke, ich versuche es! Mein Weg ist, dass ich mein Umfeld komplett ändere und selbst auch keinen Tropfen Alkohol mehr trinken werde. Obwohl ich mit dem aktiven Trinken selber kein Problem habe, schreckt mich das so ab, dass ich die aktive Abszinenz gerne mal ausprobieren möchte.


Vielen Dank für Deine Worte!

Dir auch ein schönes Wochenende,
Heidi

Yvonne78

Re: Getrennt von nassem Alkoholiker

Beitrag von Yvonne78 » 05.08.2018, 08:31

Hallo Heidi,

ich war über deine Geschichte ziemlich erschrocken.
Wo ist deine Selbstachtung geblieben? Wie kann man jemanden gerne haben, der einen beschimpft und schlecht behandelt?
Wie jemand weiter vorne schrieb: du bist eine gute Co-Alkoholikerin! Aber warum möchtest du das unbedingt weiterhin sein?
Ich denke, Co-Alkoholiker machen nach einer Trennung auch sowas wie einen kalten Entzug. Ich habe mich vor 3 Wochen von meinem Mann getrennt,weil er mich am Ende nur noch ausgenutzt hat. Er hat 3 Monate Terapie hinter sich und denkt nun, er sei übern Berg. Er bestreitet zwar, mich benutzt zu haben, aber erwußte schon seit 9 Monaten, daß er mich nicht mehr liebt...hat ich aber von mir versorgen lassen und mir Liebesschwüre durchs Telefon gesäuselt. Also mein Stolz hat Alarm geschlagen, dennoch mache ich jetzt auch eine Entwöhnung durch.
Will sagen...das, was du jetzt empfindest ist keine Liebe, sondern Entzugserscheinungen. Liebe in der Einbahnstraße kann nicht gut gehen.

LG Yvonne

Rispinos
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Re: Getrennt von nassem Alkoholiker

Beitrag von Rispinos » 05.08.2018, 11:07

Liebe Yvonne,

vielen Dank für Deine Nachricht und ja, ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich Dir dazu antworten soll, denn Du hast Recht.

Ich befinde mich in einem Wechselbad der Gefühle... und am Ende der ganzen Sache steht: Eine Beziehung auf Augenhöhe ist leider nicht möglich mit ihm. Zu den Beschimpfungen - mal mehr oder weniger grob - ist es immer nur dann gekommen, wenn er getrunken hatte. Beim letzten Mal war sie gar nicht so grob, nur war das Maß da schon voll... nachdem er mich nur einen Monat vorher als Nutte und H. beschimpft hat. Er weiß nicht, warum er das macht, das hat er mir gegenüber zugegeben. Auf meine Frage hin, wie er den reagieren würde, wenn ihm das passieren würde, hat er auch zugegeben, dass er das gar nicht in Ordnung finden würde, ich habe aber trotzdem nicht das Gefühl, dass er versteht, dass ich deshalb mit ihm Schluss gemacht habe. Ich habe das Gefühl, dass er mit zweierlei Maß misst. Ihm darf man nichts sagen und ihn nicht kritisieren, er hingegen ist sehr grob im Austeilen. Für ihn steht an erster Stelle, dass ich gegangen bin und die Beziehung mal wieder leichtfertig aufgegeben habe. Das heißt, ich hätte stillschweigend akzeptieren und dann in einem guten Moment ansprechen müssen, dass das nicht in Ordnung ist. Ich hab anders reagiert und jetzt... ist es vorbei. Es macht fast den Anschein, als wäre das gar nicht so schlimm für ihn. Er redet sich drauf raus, dass das wieder passieren wird (???!!! - wenn mir das jemand erzählt, dann ändere ich sofort was) und, dass er mir sowieso nicht das Leben bieten kann, das ich gerne hätte (Kinder und Eigenheim).

Er hat mich "kampflos" ziehen lassen... Kein Bemühen, mit mir zu reden, kein Hinterfragen. Man könnte sagen, dass er mich nicht wirklich gern gehabt hat... Naja nein. Die Frau vor mir hat er kampflos ziehen lassen, seine Ex-Frau hat er kampflos ziehen lassen nach 15 Jahren Ehe. Er weiß nicht, warum sie sich von ihm getrennt hat. Man könnte sagen, das hat ihm das Herz gebrochen - ich glaube JEIN.

Ich verstehe nicht, warum er mich so schlecht behandelt, wenn er betrunken ist. Ich kann es einfach nicht verstehen. Wiesehr muss er mich hassen? Und dann... kein Einsehen, keine Entschuldigung. Wenn ich das mit jemandem machen (das wird kaum vorkommen), dann entschuldige ich mich dafür. Das würde ich doch keine Sekunde so aushalten.

Warum halte ich das also so aus? Weil er so lieb sein kann und, weil er in meiner Jugend eine große Liebe von mir war und ich wohl auch von ihm. Ich habe ihn aus Angst und Schüchternheit damals abgewiesen, er ist gegangen und nie wieder gekommen (damals schon) Ich gebe es nur ungern zu, aber ich hänge einer Jugenderinnerung nach.

Aber er will keine Zukunft mit mir, mit niemandem - auch mit der vor mir wollte er es nicht. Zumindest nicht das, was man unter Zukunftsplanung in einer Beziehung versteht. Wir waren uns ja beide einig, dass wir zusammen sind und keine Affäre haben. Ist es da nicht legitim, dass man irgendwann mal über eine gemeinsame Zukunft nachdenkt? Zusammenziehen, eine Wohnung, ein Haus, Familie oder vielleicht auch nicht, wenn der andere schon Kinder hat. Aber man spricht zumindest mal darüber. Meine Versuche, darüber zu sprechen wurden immer wieder generalisiert.

Als ich ihn zum Alkoholkonsum in seiner Ehe befragt habe, hat er gemeint, er hätte da jahrelang kaum einen Tropfen getrunken. Auch wenn seine Kinder zum Besuchswochenende da sind, trinkt er nichts.

Ich frage mich, ob mir das nur einbilde und empfindlich bin, aber ich kenne es auch vorherigen Beziehungen NICHT so und schon gar nicht kenne ich, dass jemand plötzlich anfängt zu schütten, überhaupt nicht mehr aufhört und komplett die Kontrolle verliert.

Liebesschwüre? Hab ich nie bekommen. Dafür aber schon das Gefühl von ihm vermittelt, dass er mich sehr gerne hat - man darf nicht vergessen, es waren nur 9 Monate bei uns. Scheinbar war es mit meiner Vorgängerin aber ganz gleich - das gleiche Schema. Etwa 9 Monate, on/off. Dass ihn das nicht stutzig macht, das wundert mich schon... In meinem Fall werde ich was mich betrifft mittlerweile sehr wohl SEHR stutzig.

Es muss in der Ehe am Anfang anders gewesen sein, sonst hätte sie nicht 15 Jahre überstanden mit 2 Wunschkindern. Und die Frauen, die jetzt nach der Ex-Frau kommen, lassen sich das halt nicht mehr so gefallen.

Es macht mich so traurig, dass er scheinbar kein Verständnis für mich hat, sondern nur sieht, dass ich ihn verlassen und damit verletzt habe.

Abgesehen von den Beschimpfungen im Suff hatten wir eine gute Zeit, wenn er nüchtern war... aber ich glaube derzeit nicht, dass mit ihm mehr als nur eine "Teenie-Beziehung" möglich ist, eben - wegen der fehlenden Bereitschaft, ein bisschen in die Zukunft zu planen. Wohlgemerkt ist er fast 40.

Angeblich hat er seine Ex-Frau nie geliebt. Kinder und Ehe wurden im aufgezwungen, von ihr "berechnend" geplant, um ihn auszunutzen. Ich kann das alles einfach nicht glauben.

Kalter Entzug einer Co-Abhängigen? Ja, ich bin mittendrin und komplett verwirrt, weil ich in Wirklichkeit nichts weiß. Und weil ich jemand bin, der verstehen möchte und Antworten braucht, macht mich das komplett wahnsinnig.

Er lebt gerade ein Party-Leben und lenkt sich auf allen Ebenen ab und ich hänge wie ein Schluck Wasser in der Kurve und bekomme vor lauter Herzschmerz meinen Hintern nicht in die Höhe, auch wenn ich mir all das, was offensichtlich erscheint, vor Augen halte.

:-((((((((( Sehr viel geschrieben, einfach rausgeschrieben. Aber ich weiß derzeit nicht, wem ich das alles erzählen soll...

LG Heidi

Rispinos
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Re: Getrennt von nassem Alkoholiker

Beitrag von Rispinos » 05.08.2018, 11:10

Liebe in der Einbahnstraße kann nicht gut gehen.


Ja liebe Yvonne, ich bin da absolut bei Dir! Wortwörtlich genau das habe ich ihm auch gesagt.. hat er scheinbar nicht verstanden.

Eule89
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Re: Getrennt von nassem Alkoholiker

Beitrag von Eule89 » 07.08.2018, 08:33

Liebe Rispinos,
bisher hatte ich noch keine Zeit dir zu schreiben.
Also: ich finde es sehr interessant, was du über das Verhalten deines XY und deine eigenen Vermutungen schreibst. Denn genau so lief das bei uns auch. Verabredungen würden nicht eingehalten, Planungen waren nur Luftschlösser, diese Grundaggressivität, das ständige Streitsuchen, Vorwürfe etc.
Ich selber hatte auch vermutet, dass mein XY evtl. narzisstische Züge hat.

Alkoholkonsum verändert Menschen. Ich habe hier oft gelesen, dass es keine Charactereigenschaften zutage bringt, dass das Potential dazu schon dagewesen sein muss, aber die Hemmschwelle erheblich senkt.
Ich selber habe aber auch die Erfahrung gemacht, dass mein XY nüchtern ein ganz lieber, aufmerksamer, einfühlsamer Kerl ist. Aber unter Alkoholeinfluss, also auch verkatert, das allerletzte ist -um es mal ganz krass auszudrücken-

Ich kann nachvollziehen, dass du an dem Teil "der gute Mensch" hängst und diesen vermutlich auch zurück willst. Denn an dem Punkt bin ich selber auch immer noch.

Dein XY wird sich wieder melden. Spätestens dann, wenn er wieder einen Lückemfüller braucht. Das wird immer wieder so sein, wenn du es nicht unterbindest. Er wird dir das blaue vom Himmel lügen. Wie leid ihm alles tut. Wie sehr er dich will. Dass er aufhört zu trinken. Dass er sich Hilfe suchen wird. Solange er das alles "tun will" und nicht bereits "getan hat", wird daraus nichts werden.
Ich selber schaffe es noch nicht, ihn mir dauerhaft vom Hals zu halten. Zumal es vor Kurzen auch ein Ereignis gab, dass ihn wieder auf den Plan gerufen hat.

Ich wünsche dir aber, dass du den Weg zu dir findest. Dass du für dich damit abschließen kannst. Und vor allem, dass du da standhafter bleiben kannst als ich.

Liebe Grüße,
Eule

Aurora
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Re: Getrennt von nassem Alkoholiker

Beitrag von Aurora » 07.08.2018, 11:12

Liebe Heidi,

es verletzt dich sehr, dass er dich hat kampflos ziehen lassen, dass der Alkohol ihm wichtiger ist als eine Beziehung mit dir...
Du beziehst das auf dich und denkst, du bist nicht richtig oder er hätte dich nicht geliebt oder so. Das kann ich sehr gut verstehen, es ging mir ähnlich damals. Ich habe eine 26 Jahre lange Ehe und Beziehung mit meinem Ex hinter mir...

Dein Kopf weiß alles schon ziemlich gut und du erkennst viele Zusammenhänge, das ist gut so! Nur muss das jetzt auch noch im Herzen ankommen. Und das dauert. Das ist leider so. Denn du gibst ja Träume und Wünsche auf, die du in diese Beziehung reingelegt hast. Erinnerungen auch an deine Jugend. Das ist richtig Trauer, was da jetzt mit dir passiert. Und das ist richtig so. Du darfst traurig und verwirrt sein, fassungslos und verletzt. Das gehört dazu.

Aber - es ändert nichts an der Tatsache, dass er diese Beziehung hat sausen lassen. Genau wie andere Beziehungen davor schon. Die Sucht hat ihn fest im Griff. Und wohl auch seine eigene Persönlichkeit, seine eigenen Traumata und sonst was. Und dagegen kannst du nichts machen. Wenn er also sang und klanglos alles beendet ohne auch nur noch ein wenig darauf eingehen zu wollen, dann liegt das AN IHM. Er ist einfach nicht in der Lage zu etwas anderem. Es ist also nicht so, dass du die Dumme bist, dass du es nicht wert bist... er ist einfach nicht fähig, es anders zu machen.

Und da ist eben auch die Frage, ob du nicht was anderes verdient hättest?

Es ist völlig in Ordnung, dass du trauerst, dass du weinst und unsicher bist und viele Fragen hast. Du hast hier einen guten Platz dafür, alles raus zu lassen. Das hilft ungemein beim Sortieren! Und vielleicht siehst du dann am Horizont auch schon wieder einen kleinen Lichtschimmer...

Liebe Grüße
Aurora

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