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Er ist wohl doch alkoholabhängig...

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit
Emmaleah13
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Re: Er ist wohl doch alkoholabhängig...

Beitrag von Emmaleah13 » 06.10.2018, 21:26

Ich bin grad todtraurig... Zu seinen Mädels ist er sooo lieb. Die Kleine sitzt hier und spielt mit ihm ein PC Spiel und er ist so normal. Das Bier steht aber daneben. Er ist vor 20 Minuten von der Arbeit gekommen. Das zweite ist schon offen.

Er versucht oft durch Albernheiten und lustige Aktionen sein Verhalten mir gegenüber bei den Kindern wett zu machen, denke ich.

Seine Mutter ahnte wirklich nichts... Das glaube ich ihr auch. Sie war sehr traurig und entsetzt und hat gefragt, ob sie mal mit ihm reden soll. Wir sehen uns ja nur dreimal im Jahr. Sie sagt auch, dass er besser gehen sollte. Er kann ja mit so viel Platz nix anfangen.

Letztens drohte er damit, daß Schlafzimmer abzureißen, da ja nix läuft und ein Billardzimmer drauß zu machen.

Emmaleah13
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Re: Er ist wohl doch alkoholabhängig...

Beitrag von Emmaleah13 » 06.10.2018, 22:05

Jetzt gab es schon wieder Streit und Streß vor der kleinen. Ich würde Tatsachen verdrehen... Er hätte sich 12 Jahre den A... aufgerissen... Blabla...

sorra
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Re: Er ist wohl doch alkoholabhängig...

Beitrag von sorra » 06.10.2018, 22:33

Hallo Emmaleah,

es tut mir Leid, ich kann das verstehen, dass dich die Situation traurig macht.
Auch wenn er zu den Kindern selber lieb ist, zu dir ist er es nicht. Und wenn man die Mutter verletzt, verletzt man das Kind automatisch mit. So war es bei mir, wenn ein Elternteil über das andere schimpft oder es nieder macht, fühlte es sich an, als würden zu mir so sein (auch wenn ich selbst ein Problem mit den Elternteil hatte, wie bei meinem Vater, es schmerzte trotzdem).
Und trotzdem wird es den Kindern besser gehen, wenn sie keinen alkoholisierten Vater um sich haben. Dein ältester Sohn leidet ja auch sehr darunter, nicht?
Deine Kinder sind auch nicht mehr so jung, dass sie überhaupt nicht verstehen würden, warum du ihn verlassen würdest.
Du würdest ihnen nur gutes damit vorzeigen: Nämlich, wenn man beschimpft und angebrüllt wird, sollte man sich schützen und gehen und es sich nicht gefallen lässt. Als Mutter hast du auch eine Vorbildsfunktion. Wegen der Freundin der Tochter, ist es schwierig abzwägen, wie schlimm, das für sie wäre.
Was sagst du zu der Möglichkeit temporär wo unterzukommen (Familie, Freunde, Einrichtungen) bis geklärt ist, was als nächstes passiert, und wer wo hingeht?
Das Problem ist, dass dein Mann kaum bereit sein wird Haus und Familie zu verlieren und deshalb nicht freiwillig das Feld räumen wird (Oder irre ich mich?). Bei meiner Mutter damals, wurde es auch vom Richter entschieden, dass mein Vater gehen muss, da die Kinder bei ihr bleiben würden und sie den Platz mehr brauchte.
Ich würde wie Sunny erwähnt hat, juristische Hilfe diesbezüglich holen (auch da kann ein Anruf beim Frauenhaus o.ä. übrigens helfen).

Seine Mutter wirkt auch vernünftig, gut dass sie auf deiner Seite ist.

Zudem ein sehr wichtiger Punkt ist auch, dass du ihm kein Geld mehr zukommen lässt, das Erbe gut vor ihm abschottest und schaust, dass du finanziell unabhängig von ihm bist. Man sollte Alkoholikern prinzipiell kein Geld geben, ein wichtige Lehre, die ich auch erst lernen musste.

Dein Mann hat kein Recht auf S e x. Das war vor hundert Jahren vielleicht so, aber jetzt nicht mehr. Wenn er das noch nicht realisiert hat, tut es mir Leid für ihn,aber deshalb hat er kein Recht dazu durchzudrehen. Zumal er selber Schuld an dieser Situation ist. Er braucht auch nicht die Wohnung in eine Kneipe plus Billard zu verwandeln, da gibt es schon genug solche Orte, wo er frei ist hinzugehen.
Übrigens hat meine Mutter manchmal von den Ausbrüchen meines Vater heimlich Tonaufnahmen mit den Handy gemacht. Solche Aufnahmen können später wertvoll sein für dich, Angehörige, vor dem Scheidungsanwalt. Und vielleicht auch für einpaar Aha-Momente von deinem Mann (obwohl die nicht garantiert sind).

Es tut mir Leid, dass dein Mann mit dem du lange eine Beziehung führst, suchtkrank ist, aber dieses Verhalten sollte auf keinen Fall toleriert werden.

Alles Liebe,
sorra

sorra
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Re: Er ist wohl doch alkoholabhängig...

Beitrag von sorra » 06.10.2018, 22:39

Er verdreht die Tatsachen wie ein schlechter Politiker (zB Trump redet auch so), damit er keine Verantwortung übernehmen muss. Er ist ein erwachsener Mensch und schafft es nicht sich für seine Handlungen verantwortlich zu fühlen und kommt so mit seinen Beschimpfungen davon. Das ist nicht in Ordnung.
Er benimmt sich wie ein Kind. Mit so jemanden kann man nicht reden, glaub mir. Er kann gar nicht wirklich hören was du sagst, weil er so damit beschäftigt ist, jede Schuld von sich zu schieben. Es hat absolut keinen Sinn mit Betrunkenen jegliche Diskussion zu führen.
Du redest gegen eine Wand.
Wenn du nicht handelst, wird sich nichts die Lage nicht ändern.

Ich wünsche dir trotzdem eine möglichst entspannte Nacht und alles Liebe,
sorra

Emmaleah13
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Re: Er ist wohl doch alkoholabhängig...

Beitrag von Emmaleah13 » 06.10.2018, 23:15

Klar, der Große leidet auch sehr darunter. Er ist keine Heulsuse, hat aber schon geweint, weil er Angst um mich hatte. Einmal eskalierte eine Situation so sehr, dass er sich schützend vor mich stellte. Da wollte mein Mann ihn aus dem Haus werfen mitten in der Nacht.

Ich muss jetzt handeln und das werde ich auch! Dieses Forum hat mir die Augen geöffnet!

Eben wollte er wieder alles zu seinen Gunsten drehen...

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Re: Er ist wohl doch alkoholabhängig...

Beitrag von Emmaleah13 » 06.10.2018, 23:21

Ich denke, dass ich mich in der kommenden Woche juristisch beraten lassen werde. Die 125 qm hier braucht er alleine definitiv nicht.

sorra
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Re: Er ist wohl doch alkoholabhängig...

Beitrag von sorra » 06.10.2018, 23:42

Hey Emmaleah,

ja klar, ich kann deinen Sohn total verstehen, man will seine Mama beschützen. Er hatte bestimmt auch große Angst, als er sich vor dich gestellt hat, das ist total beängstigend und schwer sich gegen Eltern zu stellen, zumal auch gefärhlich, wer weiß hätte passieren können, unglaublich, dass er es trotzdem gemacht hat (und es kam zu keinerlei Handgreiflichkeiten?).
Aber es sollte nicht seine Aufgabe als Kind sein zu beschützen, sondern umgekehrt die des Erwachsenen. Da sind die Rollen ziemlich vertauscht.
Ich weiß, wie auslaugend es ist, in einem Zuhause zu leben, wo man sich nie sicher fühlen kann, weil jeden Moment wer rumbrüllen oder ausrasten könnte (und man natürlich beschützen will). Das war der Alltag meiner Kindheit und Teenagerzeit. Ich habe fast jeden Tag geweint. Ich hatte Jahre hinweg Albträume, in denen ich Familienmitglieder von meinem Vater beschützen oder retten musste und es nicht schaffte. Ich habe sie noch immer manchmal, dass mein Bruder Alkoholiker ist, ist auch nicht hilfreich.

Um ehrlich zu sein, wundert es mich, dass noch nicht schlimmeres bei euch passiert ist, so wie du die Dinge beschreibst. Aber lassen wir es lieber nicht darauf ankommen!

Es ist gut, dass du handeln willst! Du siehst gerade klar und du solltest weiter in diese Richtung schreiten. Du kannst das bestimmt schaffen, du bist auf den richtigen Dampfer. Und du bist nicht alleine und es gibt wirklich viel Hilfe, ich würde auch lokale Servicestellen übers Internet suchen und dich viel informieren, das gibt Kraft. Lass dich nicht von ihm einschüchtern.

Ist der Streit noch weitergegangen oder hat es sich beruhigt? Wie ist die Lage jetzt?

aL,
sorra

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Re: Er ist wohl doch alkoholabhängig...

Beitrag von sorra » 06.10.2018, 23:44

Emmaleah13 hat geschrieben:
06.10.2018, 23:21
Ich denke, dass ich mich in der kommenden Woche juristisch beraten lassen werde. Die 125 qm hier braucht er alleine definitiv nicht.
Das ist eine sehr gute Idee. Ich denke auch, dass du da gute Chancen haben wirst, da du den Platz für die Kinder brauchen wirst.

Das ist auch ein klares Zeichen an deinen Mann, dass es so nicht weiter geht. Bravo Emmaleah!

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