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Erste Schritte geschafft, aber ...

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit

Moderator: Moderatoren

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Hull

Re: Erste Schritte geschafft, aber ...

Beitrag von Hull » 30.10.2018, 12:46

Denn wir brauchen im Moment wirklich einen Schiedsrichter bei Gesprächen weil die Wut einfach gerade in mir sitzt und ich einfach so unfair werde dann.
Vielleicht ist das ein Grund, weshalb dein Mann "flieht"? :wink:

Von Suff auf Nüchternheit ändern sich viele Ansichten, bzw. sind die geänderten Ansichten der Grund, weshalb die Nüchternheit dem Suff vorgezogen wird. (Ein fließender Übergang.)

Grüße

Mira0512
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Re: Erste Schritte geschafft, aber ...

Beitrag von Mira0512 » 30.10.2018, 12:48

Ja das wäre drin, würde nicht wieder doch gleich eine Geschäftsreise anstehen, der Babysitter absagen und schon bin ich wieder enttäuscht. Und dann ist jede Woche jetzt ein Geburtstag oder Taufe oder oder oder.... ich fahr jetzt dann einfach ein Wochenende mit ner Freundin weg und Jammer die dann das ganze Wochenende zu. Normalerweise ist jammern gar nicht so meins: ich hin die powerfrau die immer alles schafft, die immer ne Lösung findet, die immer gute Laune hat. Aber langsam brodelt es einfach so in mir....

Mira0512
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Re: Erste Schritte geschafft, aber ...

Beitrag von Mira0512 » 30.10.2018, 12:49

@ hull: na klar hat er deswegen keine Lust und ich verstehe das sogar. Aber in mir ist auch ganz viel unverarbeitet... und er bekommt tatsächlich zuviel Frust ab. Aber um 22:00 bin ich fix und alle und hab einfach nur noch schlechte Laune

Einhorn
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Re: Erste Schritte geschafft, aber ...

Beitrag von Einhorn » 30.10.2018, 13:20

Jetzt waren wir mal weg und hatten nen babysitter und dann ist er Original danach in die Nachtschicht gefahren. Ich Fall manchmal echt vom Glauben ab. Ich war gleich wieder auf 180
Sorry, das versteh ich jetzt nicht ganz...

Hat er denn Einfluß darauf wann er zur Nachtschicht muss?
Hätte er andere Möglichkeiten gehabt?
Wie hätte es aus Deiner Sicht laufen können?

Bitte versteh mich nicht falsch, ich versteh es nur nicht

Liebe Grüße Einhorn

Mira0512
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Re: Erste Schritte geschafft, aber ...

Beitrag von Mira0512 » 30.10.2018, 13:42

Ich kann mich ja selber manchmal nicht verstehen Einhorn , also keine Sorge . Also zur Erklärung: er arbeitet normalerweise keinen schichtdienst. Das ist auch nur vorrübergehend. Aber ich wollte halt nicht eine Stunde zum Essen gehen und danach alleine nach Hause fahrend hab mir den Abend irgndwie anders vorgestellt

Einhorn
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Re: Erste Schritte geschafft, aber ...

Beitrag von Einhorn » 30.10.2018, 14:19

Mira, ich kann Dich schon sehr gut verstehen, Deine Gefühle, Deine Enttäuschung...
Ich konnte nur die Situation nicht nachvollziehen, warum man ausgeht, obwohl vorhersehbar ist, dass es quasi nur auf dem Sprung ist, weil der andere ja arbeiten muss und sich so wahrscheinlich gar nicht auf das Gemeinsame einlassen kann.

(Mir ging es jedenfalls so, wenn ich wüsste dass ich danach arbeiten muss.Von der körperlichen Belastung will ich erst gar nicht reden )
Ich weiß nicht wie es Dein Mann empfunden hat? Könnte es sein, dass er Dir zuliebe mitgegangen ist? Veilleicht um etwas gut zu machen, was sich dann leider als das Gegenteil herausgestellt hat?
Konntet ihr vorher oder nachher über die Situation sprechen?

Mira0512
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Re: Erste Schritte geschafft, aber ...

Beitrag von Mira0512 » 30.10.2018, 14:29

Nicht wirklich. Wir sehen uns leider wirklich nur novh soöt abends unter der Woche oder kommen am Wochenende wenn die Kinder im Bett sind und sonst nichts ansteht mal kurz zum Reden. Aber eigentlich ist das keine gute Gesprächszeit, weil wir da einfach beide am Ende sind. Er versucht eh immer ganz verständnisvoll zu sein. Aber ich glaube er nimmt mich nicht ernst ..

sorra
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Re: Erste Schritte geschafft, aber ...

Beitrag von sorra » 30.10.2018, 15:01

Hallo Mira,

ich kann deinen Frust gut verstehen. Du fühlst dich verletzt und links liegen gelassen. Das würde ich in deiner Situation auch so fühlen.
Mira0512 hat geschrieben:
30.10.2018, 12:48
Normalerweise ist jammern gar nicht so meins: ich hin die powerfrau die immer alles schafft, die immer ne Lösung findet, die immer gute Laune hat. Aber langsam brodelt es einfach so in mir....
Frustiert zu sein und das kommunizieren zu wollen, ist gar nichts schlechtes oder ungewöhnliches. Immer gute Laune zu haben ist sowieso unmöglich (und auch irgendwie suspekt).

Zum Zeitproblem kann ich nichts hinzufügen, außer nocheinmal zu betonen, dass es eine Prioritätenfrage ist. Was du abgeben kannst und was nicht, musst du selbst entscheiden.
Aber es scheint auf der Hand zu liegen, dass irgendein Aspekt abgegeben oder der Aufwand dafür gekürzt werden muss.
Sonst wirst du weiter frustriert sein, dein Mann sich weiter entfernen, und ihr werdet gar nicht die Zeit aufbringen um zu versuchen eine qualitative Zeit miteinander zu verbringen.

Es ist verständlich, dass du überfordert bist, aber dein Mann kann nicht als Ventil dafür herhalten, vorallem jetzt nicht, wo er selbst nicht sehr belastbar ist.
Natürlich entfernt er sich dann zusätzlich, er bekommt signalisiert, dass Zeit mit dir, Stress für ihn bedeutet.
Das heißt nicht,dass du alles runterschlucken sollst!
Du brauchst ein anderes Ventil wie schreiben oder Sport oder was dir Spaß macht.
Bzw. ist es wichtig, dass du deinen Frust und deine Gefühle mit deinem Partner kommunizieren und teilen kannst, ohne sie ihm an den Kopf zu werfen.
Auch wenn sein Verhalten verletzend für dich ist und das legitim ist so zu fühlen ist, denke ich nicht, dass es seine Intention ist dir mutwillig weh zu tun. Oder dass es ihm egal ist, wie es dir geht..
Er ist nicht dein Feind, du musst ihn nicht angreifen oder dich vor ihm verteidigen.

- Kennst du die Gewaltfreie Kommunikation Marshall B. Rosenberg? Auf Youtube gibt es einpaar Videos diesbezüglich, aber auch sonst findet man hilfreiche Seiten darüber, wo man lernen kann, Probleme und Konflikte so auszudrücken, dass es zu einer Lösung kommt und nicht zum Streit. Vielleicht hilft es dir.

- Es gibt noch eine Methode, die Nähe schaffen kann und die Bindung stärkt. Dafür braucht ihr 1 Stunde Zeit, besser wären 1 1/2 bis 2. Es ähnelt ein wenig AA Kommunikationsweisen.
Jeder darf für 25-30 min. reden.
Die Regeln:
- der/die andere darf nichts sagen. Er/sie darf nur zuhören.
- wie auch nichts anderes machen (also Bildschirme und andere starke Ablenkungen sind verboten)
- Die Person die spricht, darf nur über sich sprechen und was sie beschäftigt. Es ist wie ein Monolog oder ein Audiotagebuch.
- Keine Unterstellungen, Beschimpfungen und Vorwürfe (verständlicherweise), man soll immer bei sich bleiben.

Danach ist der/die Andere daran und wenn man danach noch Zeit hat, kann man eine halbe Stunde - Stunde dürfen beide über die Themen die angesprochen wurden sich austauschen.
Es mag anfangs etwas gekünstelt oder erzwungen oder auch lachhaft wirken, aber haben therapeutische und psychologisch durchdachte Grundlagen und wenn ihr es einfach einmal probiert, spürt ihr wahrscheinlich die positiven Effekte. Vorallem wenn ihr es schafft es regelmäßig zu machen, einmal in zwei Wochen, oder auch nur einmal im Monat.

Ich weiß, dass diese Sachen alle leichter gesagt, als getan sind. Mir fällt es auch nicht leicht, vorallem, dass man bei sich bleibt und dem Gegenüber keine Vorwürfe macht.
Vielleicht helfen dir die Tipps.

Ich wünsche dir alles Gute,
sorra

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