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Kein Licht am Ende des Tunnels

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit

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lütte69
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Re: Kein Licht am Ende des Tunnels

Beitrag von lütte69 » 13.11.2018, 12:34

Hallo Moony,

ich wollte auch nie die Böse sein und in Harmonie gehen. Da war wohl eher der Wunsch der Vater des Gedanken. Ich habe in einem Film am Wochenende einen sehr schönen Satz gehört: "Schwerer als zu bleiben ist nur zu gehen." Das war mein Dilemma vor 6 Jahren. Es ist aber möglich. Du kannst seine Gefühle nicht ändern. Die hat er so oder so. Du kannst Deine Gefühle beeinflussen und Dich wichtiger nehmen als ihn.

Viel Kraft und Geduld
Lütte

kingjuliansmum
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Re: Kein Licht am Ende des Tunnels

Beitrag von kingjuliansmum » 13.11.2018, 18:49

Moony007 hat geschrieben:
05.11.2018, 13:08
Liebe Thalia,

gut möglich, dass auch mir das irgendwas gibt. Das Gefühl gebraucht zu werden? Auch mal stark zu sein? Ich weis es nicht...Dazu kommen Unmengen von Schuldgefühlen. Die Vorwürfe die ich immer wieder bekomme. Natürlich, ich habe ihn ab und an angelogen. Allerdings waren dies keine elementaren Dinge sondern Lügen um weiteren Ärger zu vermeiden. Aber es waren nun einmal Lügen. Das nutzt er um mir zu zeigen wie wenig kkorrekt ich bin. oder die Tatsache, dass ich mit Freunden gesprochen habe. Ja, das habe ich um mir das von der Seele zu reden. Natürlich konnte ich hier nicht nur positive Dinge erzählen. In seiner Wahrnehmung ist das nun so, dass ich ihn komplett schlecht gemacht habe und alle ihn hassen. Das ist nicht mal so und doch wirft er mir dies vor. Und ich mache mir nun selbst die Vorwürfe über die Beziehung gesprochen zu haben oder Notlügen verwendet zu haben. Denn im Ansatz hat er ja irgendwie Recht - oder doch nicht? Ich traue meiner eigenen Wahrnehmung nicht mehr, das macht es noch schwerer...
aber die Streits werden immer schlimmer, und immer wieder höre ich dieselben Vorwürfe. Und immer wieder: und so unterstützt du mich dann also trocken zu bleiben? Ist doch kein Wunder dass ich dann Suchtdruck bekomme.

Diese Streits machen mir Angst, lösen Druck und Fluchtgefühle aus, machen mich nervös und fahrig. und egal was ich in diesen Gesprächen sage es ist immer das Falsche. Sage ich nichts oder nur "ok" ist das aber genau so falsch. Ich weis nicht mehr wie ich mich verhalten kann / soll.

Seit heute morgen ist er wieder milde gestimmt. Ich bin sein "Baby" und das Beste was ihm passiert ist. Und obwohl ich vermeintlich O-Ton "solche Dinger abzieh und falsch bin und ihn immer wieder verarsch" versucht er die Beziehung zu retten weil er mich so liebt.

Ich habe ihm nun des Öfteren vorgeschlagen, dass wir uns trennen. Auch unter dem Hintergrund wir verstehen uns nicht, tun uns nicht gut usw... ich würde dies gerne im Guten mit ihm lösen. Aber jedes MAl lehnt er dies ab, rastet aus und schluchzt am Ende dass er mich doch liebt.

Ich weis auch nicht...ich glaube ja mittlerweile, er "braucht" einfach nur irgendwen. Da ihm an mir ja doch sehr viel nciht passt und er trotzdem nicht von mir lassen will. Für eine Trennung im "Bösen" habe ich nicht die Kraft bzw. Angst was da alles auf mich zukommt.

Ich bin nach wie vor auf der Suche nach Therapeuten, die haben aber alle endlos Wartelisten...SHGs besuche ich regelmäßig. Tun auch gut, ich bräuchte aber auch jemanden der wirklich intensiv auf mich eingeht, glaube ich zumindest.

Diese Achterbahnfahrten zwischen beste Frau der Welt und größtes Miststück machen es nciht einfacher... Ich will das Ganze hinter mir lassen aber dann denke ich: jetzt lenkt er gerade wieder ein - da kann ich doch nicht so etwas tun?!
ganz genauso ist es gerade bei mir .. seine freunde melden sich nicht mehr weil ich nur böse über ihn spreche.... ich habe geantwortet er solle sich doch mal überlegen das sein gesaufe einfach jeden gegen den strich geht und das mass bei jedem jetzt einfach voll ist . ……..aber nein... ich solle mich doch mal selbst reflektieren …… ich weiss auch nicht warum wir überhaupt noch reden ….. ich bin da ganz genauso … ich schlage ihm dinge vor .. mache listen … wenn ich diese listen dann irgendwann finde … denke ich mir ich bin der grösste volldepp den es gibt . Dieser Absprung ist so verdammt schwer … warum ist das denn so ?

kingjuliansmum
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Re: Kein Licht am Ende des Tunnels

Beitrag von kingjuliansmum » 13.11.2018, 18:50

ps . tut mir leid wenn ich an falschen stellen antworte .. ich kenne mich noch nicht so gut aus und weiss nicht wie ich normal antworten kann .

kingjuliansmum
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Re: Kein Licht am Ende des Tunnels

Beitrag von kingjuliansmum » 13.11.2018, 18:54

Moony007 hat geschrieben:
02.11.2018, 10:45
Danke euch für eure Rückmeldungen.

Die letzten Tage waren in Ordnung und eigentlich sogar harmonisch, vorgestern ging es dann aber wieder los... eine Kleinigkeit und es gab einen großen Streit. Ich bin inzwischen auch sehr schnell emotional und es nimmt mich so sehr mit. Habe manchmal das Gefühl gar nicht mehr atmen zu können.

Gestern war absolute Eiszeit. Ich war auf dem Heimweg von der Arbeit und hatte Angst was mich daheim erwartet. Und habe dann den schlimmsten Fehler überhaupt gemacht und mich selbst betrunken. Ich trinke fast nie daher hat es mich extrem mitgenommen. Ich kann mich an absolut nichts mehr erinnern!! Er hat mir dann erzählt ich habe ihn beleidigt angeschrien und geschlagen. Ich schäme mich so wahnsinnig dafür und komme überhaupt nicht mehr klar. Ich werfe ihm Dinge vor dir ich selbst tue. Ich fühle mich einfach nur schlecht und weis gar nicht mehr wohin mit mir, bin absolut verzweifelt :(
guck nur an wohin uns diese Männer gebracht haben. Ich hatte meinen Mann an seinem Geburtstag … zwei tage vorher hab ich ihn mal wieder hinaus geworfen ,,, bei einem Freund gefunden und hab ihn wirklich und wahrhaftig mit seiner Autoantenne verdroschen … diese hatte ich vorher von seinemf heiligen Cabrio abgebrochen … und nicht nur geschlagen .. nein wirklich so verdroschen das ich mir den Daumen gebrochen habe . Dieser Mensch bin nicht ich und es macht mir eine ganz arge angst wenn ich sehe wohin bzw wozu mich diese Ehe treibt . Ich hoffe ihr verurteilt mich jetzt nicht .Ich möchte hier nur wirklich offen und ehrlich alles schreiben .

Aurora
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Re: Kein Licht am Ende des Tunnels

Beitrag von Aurora » 14.11.2018, 09:22

Hallo kingjuliansmum,

so ging es mir damals auch... ich habe aus Wut und Hilflosigkeit Dinge gemacht, für die ich mich sehr geschämt habe. Weil das Seiten an mir aufgezeigt hat, die ich nicht sehen wollte, nämlich zornige, brutale und gemeine Seiten. Die gehören ja auch zu jedem Menschen dazu, nur sind sie bei sehr vielen, auch bei mir, vergraben und werden nicht gebraucht. Damals war aber so viel Druck in mir, dass ich da nichts mehr unterdrücken konnte sondern eben auch diese gemeinen Seiten an mir raus kamen...

kingjuliansmum, du kannst auch sehr gerne ein eigenes Thema eröffnen, in dem du über dich persönlich schreiben kannst, deine Gedanken und Sorgen und so. Du muss oben auf "Neues Thema" klicken und dir einen für dich passenden Titel überlegen. Und dann geht es los!

Liebe Grüße
Aurora

Moony007
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Re: Kein Licht am Ende des Tunnels

Beitrag von Moony007 » 28.11.2018, 14:34

Hallo ihr Lieben,
nach einiger Zeit melde ich mich nun wieder.
Es sind viele Tage vergangen, und doch ist meine Situation unverändert. Ich harre der Dinge und hoffe dass es besser wird...
Leider wird es psychisch schlimmer. Es fühlt sich mittlerweile so an, als sei der Schalter einfach umgelegt. Hatte ich vor einiger Zeit noch Hoffnung und dachte es könnte nochmals werden so ist dies nun ganz anders. Ich will nicht mehr. Ich will einfach nicht mehr. Ich hab die Schnauze so voll. Ich will ihn nicht mehr sehen, nicht mehr um mich haben und nicht mehr mit ihm sprechen. Wir wohnen zusammen, daher nicht ganz einfach. ich habe ihm zwar scho öfter gesagt, dass ich an der Beziehung zweifle, aber so richtig klar, deutlich und endgültig habe ich das Ende noch nie verlauten lassen. Er denkt glaube ich immer noch, dass wir uns schon wieder zurecht ruckeln.
Aber auch das will ich gar nicht mehr. Ich will einfahc nur weg. Ich spüre, wie ich ihn nicht mehr vermisse, aufatme wenn er weg ist und ihm auch körperlich in keinster Weise mehr nahe kommen möchte.
So weit so gut. Jetzt frage ich mich nur, wie gehts weiter?! ich muss es ihm sagen, aber wie? ich habe Angst, dass er durchdreht. Will ihn auch nicht verletzen. Dann kommt wieder das Gedankenkarussell. Soll ich einen geeignertern Zeitpunkt abwarten? Soll ich warten bis er es merkt und von selbst nicht mehr will usw. Letztenendes wohl alles Quatsch. Dann stellt sich mir wieder die Frage: bin ich evtl. doch noch nicht so weit? Sonst wäre mir all das doch egal? Jetzt sitze ich hier mit meiner Frage, wie ich mich am Besten löse. Ich weis, ich sollte nur an mich denken und doch fühle ich mich schlecht bei dem Gedanken ihm das anzutun. Er weis schon nichts mit sich anzufangen wenn ich mal einen Tag weg bin. Er hängt sich komplett an mich und hat mich zum Zentrum seines LEbens gemacht ( neben dem Alk, in seinen nassen Phasen).
Bin momentan wirklich ratlos uns weis nicht wie ich es angehen soll :/
Wie lief das bei euch?
LG Moony

Twizzler
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Re: Kein Licht am Ende des Tunnels

Beitrag von Twizzler » 28.11.2018, 14:56

Hallo Moony,

ich bin leider nicht in der Position dir Tipps geben zu können.
Obwohl ich selber mal mit einem Mann zusammen war, wie du ihn im Eingangspost beschrieben hast.
Bei mir war die Situation aus zwei Gründen aber komplett anders:
1. habe ich selber auch getrunken zu der Zeit, bin aber nicht ausgerastet so wie er und
2. war es meine Wohnung in der wir uns aufgehalten haben, daher musste er gehen.

Ich weiss aber sehr genau wie es ist mit einem Mann zusammen zu sein, der bei der kleinsten Kleinigkeit ausrasten kann. Und zwar so sehr, dass man Angst um sein Leben bekommt.

Daher hoffe ich sehr, dass du von Gleichgesinnten hier viele gute Tipps bekommst.

Ich wollte einfach nur mal einen kleinen Trost hierlassen und dir wünschen, dass du den Mut findest, etwas an deiner Situation zu ändern.

Ich fände es in deinem Fall (wegen körperlicher Gewalt) auf jeden Fall auch gerechtfertigt, wenn du dich heimlich aus dem Staub machst. Aber das ist meine persönliche Meinung.

Ich wünsche dir alles Liebe.

Sunny1976
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Re: Kein Licht am Ende des Tunnels

Beitrag von Sunny1976 » 28.11.2018, 19:29

Liebe Moony,
ich versuche Dir mal ein paar Antworten zu geben:
Moony007 hat geschrieben:
28.11.2018, 14:34
Jetzt frage ich mich nur, wie gehts weiter?! ich muss es ihm sagen, aber wie? ich habe Angst, dass er durchdreht.
Wenn Du Angst hast es ihm zu sagen, weil er durchdrehen könnte, würde ich an Deiner Stelle erst mal nichts sagen, sondern zusehen das Du eher in einer Nacht und Nebel-Aktion da raus kommst. Oder Du schaust erstmal, dass Du bei Freunden / Familie unter kommst bis ihr geregelt habt, wer in der Wohnung bleibt.
Moony007 hat geschrieben:
28.11.2018, 14:34
Will ihn auch nicht verletzen. Dann kommt wieder das Gedankenkarussell. Soll ich einen geeignertern Zeitpunkt abwarten? Soll ich warten bis er es merkt und von selbst nicht mehr will usw.
Was wäre denn für Dich der geeignete Zeitpunkt? Du hast in einer Deiner vorherigen Beiträgen schon einmal geschrieben, das Du Dir die Pulsadern aufgeschnitten hast weil Du einfach nicht mehr kannst... Der Zeitpunkt ist wohl schon längst überfällig und Du musst auch keine Rücksicht auf ihn nehmen. Es geht um Dich! Das er selbst nicht mehr will, da kannst Du wohl noch sehr lange warten. Ich kann mir nicht vorstellen, das er Dir den Gefallen tun wird... Ein nasser Alkoholiker verliert sehr ungern seine Co...
Moony007 hat geschrieben:
28.11.2018, 14:34
Dann stellt sich mir wieder die Frage: bin ich evtl. doch noch nicht so weit? Sonst wäre mir all das doch egal? Jetzt sitze ich hier mit meiner Frage, wie ich mich am Besten löse. Ich weis, ich sollte nur an mich denken und doch fühle ich mich schlecht bei dem Gedanken ihm das anzutun. Er weis schon nichts mit sich anzufangen wenn ich mal einen Tag weg bin. Er hängt sich komplett an mich und hat mich zum Zentrum seines LEbens gemacht ( neben dem Alk, in seinen nassen Phasen).
Bin momentan wirklich ratlos uns weis nicht wie ich es angehen soll :/
Wie lief das bei euch?
LG Moony
Moony, als ich damals gegangen bin konnte und wollte ich einfach nicht mehr dieses Elend mitmachen. Ich habe ihn auch teilweise gehasst, ihn nicht mehr ertragen können. Trotzdem war mir das alles auch nicht egal, ich habe ihn sogar im Grunde meines Herzens noch geliebt.

Ich habe aber am Ende eingesehen, das ICH leben will. Und mit ihm hatte ich einfach kein Leben mehr.

Deine Prioritäten sollten sich wieder mehr auf Dich verschieben. Du bist auch nicht dafür verantwortlich, wenn er nichts mit sich anzufangen weiß, oder er keine Freunde oder sonst was hat. Das ist überhaupt nicht Deine Aufgabe das Zentrum seines Lebens zu sein. Oder meinst Du ernsthaft, das er sich große Gedanken macht, wie er Dich behandelt? Wenn er Dich geschlagen hat?

Moony, sei mutig und bring jetzt die Steine ins Rollen. Auch wenn das vielleicht eine harte Zeit für Dich werden könnte, ich kann Dir nur sagen, es lohnt sich. Mein Leben ist wieder lebenswert, ich komme entspannt in mein Zuhause und muss mir nicht vorher überlegen, wie die Stimmung ist, ob er streitlustig ist oder schon den ersten Rausch ausschläft. Ich bin nicht mehr die Böse, die an allem Schuld ist.

Jetzt ist mein Leben wieder lebenswert. Das hat auch nach der Trennung noch sehr lange gedauert, bis ich das alles verstanden hatte. Heute bin ich zwar wieder Single, habe mein wunderschönes Haus verloren und noch vieles mehr. Aber ich habe noch viel mehr gewonnen: Ruhe, ein entspanntes Leben und die Gewissheit, das ich mehr wert bin als mich von irgendjemanden so behandeln zu lassen!

Alles liebe
Sunny

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