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Hilfe oder Vertrauensbruch?

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit
Sunny1976
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Re: Hilfe oder Vertrauensbruch?

Beitrag von Sunny1976 » 11.01.2019, 19:07

Hallo Destiny90,

er kann Dir noch so oft versprechen, das er nichts trinken wird, einhalten kann er es doch gar nicht mehr, weil er bereits süchtig ist! Das sieht man doch daran, wie er ist wenn er mal einen Tag nicht trinkt. Zittrig, schlecht gelaunt, er kann nicht schlafen, das sind alles Anzeichen dafür.

Anhand Deiner Fragen an Caruso lese ich für mich heraus, das Du hoffst, das er auch bald seinen Tiefpunkt hat und dann trocken wird.

Ich kann Dir nur raten, versuche den Fokus wieder auf Dein Leben zu setzen. Denn - egal ob Du nun vielleicht (zu) verständnisvoll bist oder es auf die harte Art versuchst - das alles ist kein Garant, das er trocken werden wird.

Du weißt eh schon selbst, das das von ihm kommen muss. Es gibt leider genug Alkoholiker, die wirklich nie ihren Tiefpunkt erreichen, die ihr Leben weiter trinken. Ob die Partnerin/Ehefrau schon längst weg ist, die Kinder nichts mehr mit einem zu tun haben wollen, das alles ist einfach keine Garantie, das derjenige sein Leben in die Hand nimmt und einen Entzug macht.

Auf Dauer wirst Du aber an der Seite eines Alkoholikers drauf gehen. Denn Deine Gedanken und Dein Fokus liegen nur noch auf den kranken Partner. Das Gedankenkarussell, warum er immer gegensätzliche Aussagen macht, Dir einerseits sagt, Du sollst aus der Wohnung ausziehen und andererseits Dich doch aber so lieb hat... das macht Dich auf Dauer krank. Und den Kampf um ihn kannst Du nicht gewinnen.
destiny90 hat geschrieben:
11.01.2019, 07:59
Wenn er keine Einsicht zeigt und weiterhin nicht bereit ist, sich Hilfe zu holen, werde ich mir eine Wohnung suchen. Aber vorher dafür sorgen, dass die Kinder ihn in diesem Zustand nicht mehr erleben müssen.
Und es tut weh - sehr weh!
Denn eigentlich möchte ich nur, dass er aufhört zu trinken und ich mit ihm zusammen glücklich bin.
Ich weiß, dass ihr dieses Gefühl kennt. :-)
Dieses Gefühl kenne ich sehr gut. Und ich würde Dir auch wünschen, das er aufhört zu trinken und ihr glücklich werdet. Aber wenn nicht BEIDE diesen Wunsch haben, dann besteht dazu leider keine Chance.

Ich habe noch eine Frage dazu was die Kinder angeht: Wenn Du schreibst, das Du dafür sorgen wirst, das die Kinder ihn in diesem Zustand nicht mehr erleben müssen - wie willst Du das denn anstellen? Du bist ja nicht sein Vormund. Ich kann verstehen, das Du Sorgen hast, wenn die Kinder da sind und er ist betrunken. Ich weiß auch nicht wie alt die Kinder sind und ob sie bei der Mutter nicht vielleicht eh schon etwas erzählt haben?

Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende und hoffe, das Dir das Gespräch mit ihm weiter hilft.

Alles Liebe
Sunny

destiny90
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Re: Hilfe oder Vertrauensbruch?

Beitrag von destiny90 » 14.01.2019, 08:15

Hallo Sunny,

das mit den Kindern ist mein größtes Problem.
Die beiden sind 15 und 12. In der Beratung wurde mir noch einmal gesagt, dass ich verpflichtet bin, etwas zu unternehmen. Ansonsten mache ich mich zur Mittäterin, wenn ich nur zuschaue. Das Wort Kindeswohlgefährdung ist mehrfach gefallen.
Am Wochenende habe ich ihm gesagt, dass ich beim nächsten Mal die Kinder sofort zu ihrer Mutter bringen werde. Etwas anderes fällt mir nicht ein. Habe ich noch eine andere Wahl?
Ihm ist auch bewusst, dass dann der Stein ins Rollen kommt. Denn seine Ex wird Fragen stellen.
Ich habe lange mit ihm gesprochen, es war aber mehr ein Monolog. Und ich befürchte, dass es nicht wirklich bei ihm angekommen ist.
Ich habe von meinem Beratungsgespräch erzählt und von diesem Forum. Er hat zugehört und fühlte sich sichtlich unwohl in seiner Haut. Ansonsten kam von ihm kein Wort.
Ja, ich hoffe noch, dass er es schafft.... Wahrscheinlich bin ich aber auch noch nicht soweit, dass ich loslassen kann.
Alkohol ist ein A...!

Speranza
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Re: Hilfe oder Vertrauensbruch?

Beitrag von Speranza » 14.01.2019, 19:20

Hallo Destiny!

Das einzige was dich weiterbringen könnte ist Konsequenz. Wenn du nämlich Dinge die du "androhst" nicht in die Tat umsetzt wird wenig passieren und er nimmt dich nicht ernst. Halte dir dabei immer vor Augen dass du ihn mit deiner Konsequenz zum Nachdenken bringen könntest.

Ob es Früchte tragen wird steht in den Sternen, ich habe irgendwann total fertig und krank aufgegeben. Die Sucht kann so übermächtig sein dass alles den Bach runtergeht. Irgendwann bleibt dann die Frage ob man selber den Weg nach ganz unten mitgehen will oder für sich selbst laut "STOP" schreit.

Ich wünsche dir alles Gute!

LG Marie

Aurora
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Re: Hilfe oder Vertrauensbruch?

Beitrag von Aurora » 15.01.2019, 19:00

Hallo destiny,

diese Monologe habe ich zur Genüge auch geführt. Mein Exmann hat dann immer zugehört, oft hatte er aber auch den "Durchzug" Blick. Ein Ohr rein, anderes raus...

Er hat dann Dinge versprochen oder auch gesagt, dass ich ja irgendwo Recht habe. Oder er hat geschwiegen und sich unwohl gefühlt. Passiert ist aber nichts weiter als dass ich wieder neue Hoffnung geschöpft habe nach solchen "Gesprächen". Dachte, da ist nun bestimmt was angekommen bei ihm. Das war aber nur mein Wunschtraum, den er mich auch erst mal hat träumen lassen indem er dann oft Trinkpausen gemacht hat oder so. Geändert hat er aber nichts wirklich, wollte er auch nicht. Sonst hätte er's ja getan...
Ja, ich hoffe noch, dass er es schafft.... Wahrscheinlich bin ich aber auch noch nicht soweit, dass ich loslassen kann.
Alkohol ist ein A...!
Jaaaaa, Alkohol ist ein A... es ist ein Nervengift. Du meinst, du kannst noch nicht los lassen. Kannst du erkennen, was dich noch fest hält? Schau da mal hin, was es sein könnte. Vielleicht fällt dir das Loslassen dann leichter...?

Liebe Grüße
Aurora

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