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Umgang mit Unberechenbarkeit

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit

Moderator: Moderatoren

Biene1967
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Re: Umgang mit Unberechenbarkeit

Beitrag von Biene1967 » 24.01.2019, 20:32

Vielen Dank - Ihr habt sicher recht.
Das mit der Manipulation habe ich mir auch schon mal überlegt, sozusagen die Manipulation als Ablenkmanöver. Und dann werde ich eben "kompliziert" genannt, wenn ich nicht einfach funktioniere, sondern ungeschmeidig bin. Nicht zahm und fröhlich und gute Laune spendend.
Es war immer mein ganzer Stolz, wenn ich mal "schaffte", dass er sich freut.
Dafür habe ich mich angestrengt. Für´s herzliche Freuen.
Und dabei vergisst man leicht, das wenig zurückkommt.

Danke!
PS: PN´s kann ich nicht beantworten, es heißt, ich sei nicht berechtigt. Vielleicht geht das nur im Bezahlforum.

Biene1967
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Re: Umgang mit Unberechenbarkeit

Beitrag von Biene1967 » 24.01.2019, 20:37

Sunshine_33 hat geschrieben:
24.01.2019, 19:34
Oder wie hörte ich es erst gestern in einem alten "Columbo"?
"Nichts ist schlimmer als ein nüchterner Trinker".
Definitiv! Nüchtern war es besonders arg. Betrunken deutlich netter, geradezu anhänglich und lieb :mrgreen:

Sunshine_33
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Re: Umgang mit Unberechenbarkeit

Beitrag von Sunshine_33 » 24.01.2019, 21:05

Das mit der Manipulation habe ich mir auch schon mal überlegt, sozusagen die Manipulation als Ablenkmanöver. Und dann werde ich eben "kompliziert" genannt, wenn ich nicht einfach funktioniere, sondern ungeschmeidig bin.
Genau so läuft das !
Und man schlägt damit auch gleich 2 Fliegen mit einer Klappe.
Der CO hält erstmal den Mund und man hat gleich auch noch einen Schuldigen, warum man nun schon wieder saufen muss.
Ich habe es übrigens ähnlich gemacht, erst n Streit vom Zaun gebrochen und dann meine Sauferei darauf geschoben.
Es sind IMMER andere schuld, nur der Säufer nie. :roll:
Es war immer mein ganzer Stolz, wenn ich mal "schaffte", dass er sich freut.
Dafür habe ich mich angestrengt. Für´s herzliche Freuen.
Das ist echt traurig :(
Und so sollte es auch nicht laufen in einer Beziehung, oder?
Klar zieht man auch mal den anderen mit raus aus ner schlechten Stimmung wenn es geht, aber grundsätzlich ist jeder für sein Wohlbefinden
selbst verantwortlich.
Du bist nicht für die Stimmung Deines Partners zuständig !
Und dabei vergisst man leicht, das wenig zurückkommt.
Biene, da kann einfach nichts mehr zurück kommen bei einem abhängig saufenden Menschen !
Die Sucht hat einen viel zu fest im Griff, da interessieren einen anderen Menschen nicht mehr wirklich.
Eigentlich gar nicht, es sei denn, sie könnten einem von Nutzen sein.
Man hat bereits alles, was man braucht, nämlich die PULLE. Und gegen die hast Du einfach Null Chance.
Außerdem muss man seine ganze Energie für die Beschaffung, die Sauferei selbst und später der Pullenentsorgung verwenden.
Als nasser Alkie hast Du gar keine Zeit mehr für was anderes, und alle Gedanken drehen sich auch nur noch darum, wenn man ehrlich ist.
Was sollte da denn noch zurück kommen?

LG Sunshine

Mcfly
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Re: Umgang mit Unberechenbarkeit

Beitrag von Mcfly » 25.01.2019, 07:57

Liebe Biene. Ich habe da für mich so einen Vergleich. Als Hochsensibler Mensch mit einem Alkoholiker oder Narzissten oder Egozentriker etc. Zusammensein zu wollen,ist als wenn man versuchen will als Pinguin im Haifischbecken zu überleben. Das klappt nicht gut und wenn dann nur mit vielen Verletzungen und höchster Konzentration (Stress). Jetzt ist der Pinguin doch ein total tolles und liebenswertes Tier aber leider im falschen Schwimmbecken. Und der Hai ist eben ein Hai. Der kann nicht anders. (Nur bei findet Nemo 😎😀). Sei ein Pinguin,hab dich lieb und wechsel das Becken. Weil du bist toll so wie du bist. Ganz liebe Grüße Mcfly. P.s. Das Buch „Benjamins Schatten“ ist sehr empfehlenswert.

Mcfly
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Re: Umgang mit Unberechenbarkeit

Beitrag von Mcfly » 25.01.2019, 09:49

Ach und falls du dich fragst warum es denn für dich unbedingt ein Hai sein muss........bei mir war der Papa der Hai und meine Mutter ein Pinguin mit Ritterrüstung.Papa war spannender und meine späteren Männer auch und ich habe geglaubt ich kann aus denen spannende Pinguine machen. Das war mein Auftrag und hat mich auch ganz toll von mir selber abgelenkt. Aber ich habe einfach keine passende Ritterrüstung gefunden und meine Verletzungen sind zu stark geworden. Ja und wenn ich es mal so weit geschafft hatte,dass ein Hai gesagt hat“ Pinguine sind Freunde,kein Futter 😉“ dann hat leider ein kleiner Tropfen gereicht um doch wieder zum Pinguinfresser zu werden........ So kann man schon auch leben aber wie auch ein Alkoholiker halt nicht gut,erfüllend und lang. LG Mcfly

Einhorn
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Re: Umgang mit Unberechenbarkeit

Beitrag von Einhorn » 25.01.2019, 10:35

Liebe Biene,
was ich bei Dir so wahrnehme ist eine sehr reflektierte Beobachtung und ein großes Maß an Selbstkritik.
Das ist auch sehr gut so.

Mir fällt allerdings auch auf, dass Du mit Deinen Gedanken noch sehr auf die Person Deines Ex sowie den Alkohol fokussiert bist.
Aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich , es hat wenig Erfolg einen "Schuldigen" zu suchen. Dies sorgt nur dafür, weiter in diesem Gedankenkreis zu verharren. Um es bildhaft auszudrücken: Du rennst immer wieder gegen die selbe verschlossene Tür, weil Du vielleicht davon überzeugt bist, hinter dieser Tür verbirgt sich die Erkenntnis warum es nicht funktioniert hat. Vielleicht suchst Du dort auch die Antwort auf Deine Schuldgefühle

Natürlich sind wir hier in einem Alkoholiker-Forum und der Alk schafft auch einen Menge Probleme. Wie jedoch an anderer Stelle schon häufig erwähnt, ist er nicht für die Charaktereigenschaften und ethischen Wertvorstellungen eines Menschen verantwortlich, sondern kann diese lediglich verstärken.

Ich denke, es wäre für Dich hilfreich einen Schritt weiter zu gehen und den Fokus mehr auf Dich, - Dich und nur Dich - zu lenken. Auf Deine ganz persönlichen Gefühle und Gedanken, Deine eigenen Werte und Ziele. Ich bin überzeugt die Ursache für Deine Schuldgefühle liegt viel tiefer und möglicherweise auch viel weiter in der Vergangenheit.

Versuche Dich davon zu lösen, dass es einen Schuldigen geben muss. Niemand hat Schuld, es ist einfach wie es ist. Löse Dich von der Vergangenheit, Du kannst sie nicht mehr ändern. Du kannst auch nicht zurück gehen zu dem Abzweig wo Du vermeintlich falsch abgebogen bist und von dort wieder anknüpfen.

Vielleicht hat diese ganze Situation es nur die Aufgabe, Dir (leider schmerzvoll) klarzumachen, dass die Zeit für einen neuen Abschnitt Deiner ganz persönlichen Weiterentwicklung gekommen ist. Höre auf Dich, Deine Gedanken und auch Deine körperlichen Wahrnehmungen. Sie werden Dir den richtigen Weg zeigen.

Viel Erfolg wünscht Dir
Einhorn

Biene1967
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Re: Umgang mit Unberechenbarkeit

Beitrag von Biene1967 » 26.01.2019, 10:41

Liebe Scheiberinnen,

dass ich vor allem bei mir selbst schauen muss, das ist mir klar. Da gibt es so allerlei zu Üben und umzulenken. Die Beschäftigung mit dem Co-Alkoholismus ist nur einen Facette. Und dort eben die Frage für mich, ob ich da ungewöhnlich mit umgegangen bin. Diese Interaktion war ja irgendwann geradezu automatisiert, mir jedenfalls fehlte irgendwann der objektive Blick in einzelnen Situationen. Ich wollte nur, "das alles wieder gut ist".
Da fehlte mir jeglicher Mut, auf den Tisch zu hauen oder mit den verbalen Angriffen irgendwie angemessen umzugehen.

Biene1967
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Re: Umgang mit Unberechenbarkeit

Beitrag von Biene1967 » 26.01.2019, 15:36

Bei Spaziergang durch den Regen ist mir da ein Grundthema eingefallen:
"Ich habe das Gefühl, dass ich störe". Das hindert mich daran, meine Bedürfnisse anzumelden, weil ich beim kleinsten Widerstand aufgebe. Jemand, der ständig genervt oder unberechenbar ist, macht es mir noch schwerer.
Wobei ich mich gar nicht für besonders anstrengend oder anspruchsvoll halte, vom Wesen her bin ich eher ruhig und zurückhaltend.
Wenn ich dann also in den eher seltenen Fällen, in denen ich etwas möchte oder einfach angenommen sein will, das Abweisende besonders schmerzhaft finde.
Um das zu vermeiden, dann eben angepasstes Verhalten und Verzicht.

Das empfohlene Buch habe ich mir nun bestellt.
Ich habe ein bisschen Sorge, dass mich dieses Buch in meinem "Schuldgefühl" bestärkt. Die Rezensionen klingen ein wenig danach, dass man eben noch anspruchsloser sein soll.

Ich bin ein durchaus selbstständiger Mensch, regele gezwungenermaßen alles ganz gut allein. Da ist nur eine riesige Sehnsucht, dass ich auch ein wenig umsorgt werde mal ...
Das Thema ist gerade bei mir dran. Und deshalb kommt dieses Beziehungsthema eben auch auf. Da war ich auch nie "umsorgt", sondern fühlte mich irgendwann bestenfalls geduldet. Das wurde durch die Unberechenbarkeit des Gegenübers stark angetriggert, dieses Gefühl.

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