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Mein Partner trinkt

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit

Moderator: Moderatoren

Wiesenmeer
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Re: Mein Partner trinkt

Beitrag von Wiesenmeer » 28.01.2019, 22:10

Ja natürlich habt ihr beide recht...was warte ich eigentlich? Keine Ahnung ...ja vielleicht. weil ich es mir wünsche...
Was mich zu ihm zieht?
Es gab in der Vergangenheit einen Mann der nüchtern war und der war mein Held. Der ist aber mit dem Alkohol abhanden gekommen.
Ich denke immer, dass er bald wieder kommt.....ich muss nur warten.

Ich denke, dass er mich gefangen hält. Auf der einen Seite soll ich mir einen neuen Mann suchen sagt er und im nächsten Moment schreibt er mich an, dass er mich braucht und wir unsere Ziele bald schaffen könnten.
Er kämpft für uns....sagt er immer wieder..geht man dann?
Manchmal denke ich , dass in ihm zwei Menschen wohnen.
Das sagte er auch schon mal zu mir....es gäbe einen lieben XY Mann in ihm und einen bösen XY Mann. Möchte hier den Namen nicht nennen.
So redet er von sich selbst, wenn er seine Nachrichten an mich am nächsten Tag liest.
Ist das nicht auch irgendwie komisch?
Gehört das zum Krankheitsbild eines Alkoholiker mit dazu?
Zwei Personen in einem zu haben ...so beschreibt er sich und so sehe und spüre ich es auch...

Morgenrot
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Re: Mein Partner trinkt

Beitrag von Morgenrot » 28.01.2019, 23:40

Hallo Wiesenmeer,
Er kämpft für uns....sagt er immer wieder..geht man dann?
davon habe ich all deinen Beiträgen nichts gemerkt.
Das einzige wofür er kämpft ist um sich, und dafür, das ihm die gut funktionierende CO erhalten bleibt. .
Mit seinen Ankündigungen hat er dich im Griff, das ist dein Gefängnis, und die "Zelle" in der du dich bewegen kannst wird immer enger, bis du kein eigenes Leben mehr hast.
Ich habe auch einmal alles dem nassen Alkoholiker untergeordnet, irgendwann war ich so verzweifelt und habe sogar daran gedacht, mir etwas anzutun.

Nasse Alkoholiker sind die besten Schauspieler und sie wissen immer, wo unsere Knöpfe sind, wo wir reagieren. Das wird so lange ausgenutzt, wie wir es mitmachen.
Steig aus dieser Spirale aus, sie führt immer schneller auf den Abgrund zu. Mach klare Ansagen, du kannst ihn nicht retten.
Wenn er saufen will, wird er es tun.
Fang an, an dich zu denken.


lg Morgenrot

Emma2010
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Re: Mein Partner trinkt

Beitrag von Emma2010 » 29.01.2019, 09:18

Hallo, wie geht es dir?

Warum liebe Wiesenmeer fühlst dich für diesen Mann so verantwortlich?

Mein damaliger Lebensgefährte war in seinen schlimmsten Phasen so ähnlich drauf wie deiner, bevor er vollens ins
Korsakow Syndrom abgerutscht ist.
Weißt, das was all diese Säufer verbal so von sich geben, das darf man eigentlich nicht ernst nehmen. Diese bizarren Gedanken und Erwartungen und Androhungen, die ändern sich von jetzt auf gleich, oder was meinst du?

Für mich wars 2010 auch recht schwer ihn im Stich zu lassen und zu gehen, weil ich g`spürt habe, dass sich der Mann alleine nicht mehr
zurecht findet.
Allerdings wenn man es genauer betrachtet, so sind die nicht desto trotz gar nicht so hilflos, wie wir das glauben.

Überlege mal, welche Resilienzen hat dein Freund noch?
- kann sich in seiner Umgebung orientieren, kennt sich aus wo was ist
- besorgst sich selbst den Alkohol
- weiß sich zu helfen, wenn er Hunger hat
- sperrt abends die Tür ab und macht das Licht aus
- lässt die Herdplatte nicht eingeschaltet, etc.pp.

Zudem besitzt er ein Telefon und weiß wo er anrufen kann, wenn was ist und hat jedenfalls genug Kraft, zu schimpfen, zu streiten und zum
Saufen. Also muss dir keine großartigen Sorgen machen, dass ohne dich seine Welt untergeht.

Mein Mann hat damals auch als ich ausgezogen war, alle Facetten seiner psychischen Verfassung durchgemacht. Von den Wutanfällen bis zu den
Depressionen. Und natürlich hat noch mehr gesoffen, als zuvor. Allerdings kann der Körper das nicht mehr all zu lange wegstecken.
Jedenfalls kam es von Magenschmerzen, Durchfall bis zum Venenverschluss, einer lebensbedrohliche Situation, die ihn ins Krankenhaus gebracht hat.

Es folgten noch mehrere Aufenthalte im Krankenhaus und Diagnosen, die seine Einstellung zum Alkohol nur wenig geändert haben.

Jedenfalls hat es mich, wie du dir vorstellen kannst, sehr bekümmert. Ich habe es damals so gemacht, dass ich Anfangs eine Kontaktsperre
eingehalten habe. Manchmal habe mit seinem Bruder telefoniert, um zu wissen, wie es ihm geht. Nochmal später, wenn er mal wieder angerufen hat, haben wir schon wieder geredet, sofern er halt nüchtern war.

Ich weiß natürlich nicht, was für dich das Beste ist. Denke mal, so wie es gerade ist, kann es nicht bleiben. Es kann nicht sein, dass du alles
machst und tust und ihm ein bequemes Leben verschaffst, dafür niedergemacht und beschimpft wirst? Wirst du niedergemacht, weil es nicht richtig ist?
Auch er hat ein Recht auf ein eigenes Leben, hat ein Recht auf Langweile zu Nachdenken, zum Saufen und zum Weinen.

Damit gibst ihm ja auch eine Chance auf Veränderung, sofern er das will. Es ist sein Leben und es liegt in seiner Verantwortung.
Was ist wichtiger? Sein Hab und Gut zu retten und das Leben verlieren? Oder mein Hab und Gut zu verlieren um mein Leben zu retten?

Ich wünsche viel Glück für euch! Und bitte bedenke, wer sich selbst nicht zu helfen weiß, kann dem Nächsten auch nicht besser beistehen!
LG Emma

lütte69
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Re: Mein Partner trinkt

Beitrag von lütte69 » 29.01.2019, 09:20

Liebe Wiesenmeer,

es gibt da 2 Sprüche, die ich sehr mag - zum einen: "liebe Dich selbst, wie Deinen nächsten" und "wenn jeder für sich sorgt, ist für jeden gesorgt". Ich hab mich nicht mehr selbst geliebt damals. Ich hab mich fast bis zum Anschlag verbogen, damit alles um mich rum harmonisch ist. Hab mich gekümmert, dass es keinen Anlass zur Kritik gibt und bin mit Angst und Bauchschmerzen abends nach Hause gekommen. Dein XY erpresst dich auf das gemeinste. Du musst dich ja nicht grundsätzlich von Deinem Lebenstraum verabschieden, nur von dem Teil mit dem nassen Alkoholiker. Damit wird dein Traum niemals in Erfüllung gehen. Auch wenn das Herz sich dagegen sträubt, er ist für sein Leben ganz allein verantwortlich - lass Dir da nichts überstülpen. Ich kann mich meinen Vorschreibern nur anschließen, dass es genug Hilfsangebote gibt bei uns, die er in Anspruch nehmen kann - es liegt allein an ihm.
Du hast genug damit zu tun, Dich um Dich zu kümmern, denn das wurde wahrscheinlich in letzter Zeit sträflich vernachlässigt. Du solltest in Deinem Fokus stehen. Das ist nicht kalt oder egoistisch (wie mir damals gesagt wurde) das ist gesund und lebensnotwendig.

Ich wünsche Dir viel Kraft und Geduld
Lütte

Sunshine_33
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Re: Mein Partner trinkt

Beitrag von Sunshine_33 » 29.01.2019, 11:58

Hallo Wiesenmeer,

solange Du Dich so verhälst wie Du es tust, unterstützt Du die Suchterkrankung Deines XY !!

Er wird genau so weiter machen wie bisher, wenn DU nichts an DEINEM Leben änderst.
An seinem kannste eh nichs ändern!

Im übrigen sehe ich viele CO-Abhängige nicht nur als arme Opfer, sondern auch auf eine Art als Täter.
Du willst auf Teufel komm raus DEINEM Lebenstraum durchziehen und andere haben dabei gefälligst zu parieren.
Alles soll so sein, wie Du es haben willst.
Aber so läuft die Nummer nun mal nicht.
Übrigens nicht nur in Zusammenhang mit einem nassen Alkie, das funzt auch nicht mit einen selbstbewußten, gesunden Menschen,
der gar nix mit irgendwelchen Drogen am Hut hat.
CO-Abhängige haben schon sehr feste Auffassungen, wie etwas zu sein hat und sie sind oft ebenso manipulativ wie der Alkoholiker selbst.
Sorry, aber bei mir funzt die Nummer vom armen CO-Hascherl nicht.

Bei Dir merke ich beispielsweise ganz stark, das Du auf keinen Fall verpassen willst, wenn Dein XY seinen Tiefpunkt erreicht.
Damit Du dann als Retterin auftreten kannst, die ihm aus der ganzen Sache nun endlich raus hilft, wo er nun auch will ?
Und ihn dann so auf immer an Dich binden?
Mit Liebe hat sowas aber rein gar nix zu tun, denn die Liebe ist immer noch ein Kind der Freiheit.
Hier geht es um Abhängigkeiten, die keiner loslassen will.

Ich lese auch bei Dir heraus, das es Dir nicht wirklich recht wäre, wenn er in eine Therapie ginge, weil sie ihm da evtl. zu einer Trennung von Dir raten würden.
DU willst ihn am liebsten selbst therapieren, und zwar in der Art, Dich keinesfalls zu verlassen, nicht wahr?
Tatsächlich ist es wirklich wahrscheinlich, das ein trocken werdender Alkie seinen CO verlässt, weil CO-Verhalten dann nur noch nervt und bei der eigenen weiteren Entwicklung/Entfaltung hinderlich ist.
Eine Therapie beschleunigt das vielleicht, aber der Weg führt auch sonst in diese Richtung, dann eben etwas langsamer.
Der einzige Weg, der zusammen gangbar ist, ist der, das sich BEIDE ändern. Ansonsten geht die Sache eh den Bach runter.
Wenn der CO nicht sein CO-Verhalten stoppen kann, ist er nur noch eine Last und die trägt kein trockener Alkie auf Dauer mit sich rum.
Ich würde gerne unterscheiden können, ob seine Nachrichten dringlich und echt sind oder ob er mich nur hinhält...manipuliert..
Was sagen die trockenen Alkoholiker dazu....würdet ihr sagen...wenn er trocken werden will meldet er sich auch......da er alleine lebt kann er auch mal im Haus liegen...das würde keiner merken....deshalb ist für mich die Kontaktsperre grenz wertig....Er sagt, dass er nur mich hat...seine Familie wohnt direkt neben ihm und keiner schaut bei ihm rein....Versteht ihr meine Sorge?
Deine Hauptsorge ist, das Du verpassen könntest, wenn er seinen Tiefpuntk erreicht und Du dann nicht als rettender Engel dastehen kannst.
Der Rest is doch nur Makulatur...
Ich für meinen Teil werde dazu jedenfalls keine Auskünfte geben, denn ich lasse mich nicht gern als Werkzeug von einem CO benutzen.

Wiesenmeer, ich denke, Du bist ebenso krank wie Dein Säufer und Du brauchst vor allem erstmal dringend psychologische Hilfe !
Da sind viele Baustellen in Dir selbst, die zu bearbeiten wären.
Aber einfacher ist es, auf andere Baustellen zu schauen, nicht wahr?
Und dabei ja nix zu verpassen. :roll:

LG Sunshine

Moony007
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Re: Mein Partner trinkt

Beitrag von Moony007 » 29.01.2019, 12:59

Liebe Wiesenmeer,
ich bin ebenfalls eine Co und stecke wie du noch mitten in der Situation fest. Einige Dinge sind bei mir ein wenig anders und doch hat mich vieles von dem was du schreibst auch an mich selbst erinnert. Ganz besonders die "Angst" und das Gefühl, manchmal unterschiedliche Personen vor sich zu haben. Ich kann das sehr gut nachvollziehen und auch ich trage die Angst ständig in mir. Mein XY und ich leben zusammen, er ist aktuell seit 3 Monaten trocken. Und trotzdem ist sie immer da diese Angst. Angst davor, dass er vllt doch trinkt. Angst davor, dass es Streit gibt. Angst davor, es ihm nicht recht zu machen. Angst davor, dass irgenwas passiert usw... Aber wenn mich jemand fragt "und was wäre wenn das passiert?" kann ich doch nie so ganz genau festmachen was daran wirklich so schlimm für mich wäre.

dass ich nicht Schuld an seinem Trinken bin konnte ich mittlerweile endlich verstehen und einsehen. und doch dreht sich auch bei mir das Rad immer weiter... Auch mein XY sagt mir, er würde so viel für die Beziehung tun während ich nur egoistisch handeln würde. Auch ich werde nach wie vor beschimpft und beleidigt- und das obwohl er derzeit nüchtern ist.
Immer wieder gibt es Streit, er macht mir exakt die selben Vorwürfe die auch du bekommst etc.

ich bin selbst noch in einem Prozess des Verstehens und Verarbeitens aber ich glaube, dass der Alkohol nur ein Teilproblem ist. Das Trinken ist bei uns derzeit nicht aktuell und trotzdem bestehen viele Probleme weiterhin. Die Angst verfolgt mich weiterhin. Die Grübeleien und Schuldgefühle. Und hier ist der Punkt, an dem ich merke, dass auch ich viel an mir zu arbeiten habe. Eine Psychologin meinte vor einiger Zeit zu mir, ich habe selbst nie gelernt mich zu schützen und kenne meine eigenen Grenzen nicht, daher kann ich mich nicht mehr von alledem distanzieren. Jetzt hat er aufgehört zu trinken und doch bleibe ich meinem co-abhängigen Verhaltensmuster weiter treu. Es geht mir weiterhin nicht gut und ich schaffe den Absprung immer noch nicht. Ob das bei dir nun so oder anders ist kann ich natürlich nicht beurteilen. Was ich damit nur sagen möchte ist; selbst wenn das Trinken aufhört trägst du weiterhin viel mit dir herum und es wird (wahrscheinlich) nicht automatisch alles gut werden. Zu hoffen, dass seine Abstinenz der Schlüssel zur Lösung ist, wird dich voraussichtlich enttäuschen. Irgendjemand hat es schon mal in einem anderen Thread gesagt; Alkohol verschlimmert sicherlich einige Verhaltensweisen bzw. Charakterzüge, diese waren aber davor schon vorhanden.

Im Übrigen...auch mein XY hat bereits zahlreichen Entgiftungen und sogar eine Langzeittherapie hinter sich. Die hat er aber nur gemacht, weil er es körperlich nicht mehr gepackt hat und nicht weil er wirklich aufhören wollte zu trinken.

ich weis wie schwierig es ist, sich von alldem zu lösen - man kann Gefühle nicht von heute auf morgen einfach abschalten.

Aber ich denke, an Sunshines Punkt ist viel Wahres dran. Oft stelle ich mir die Frage: was ist, wenn ich dieses "Problem" gelöst habe? Wie gehe ich dann mit dieser plötzlichen Leere um die entsteht? Was ist, wenn er sich dann wirklich vollends abwendet, wie gehe ich damit um? Auch meine Welt dreht sich hauptsächlich um ihn - dies würde abrupt enden.

Fragen über Fragen und viel Unsicherheit sowie die Angst. Ich verstehe dich und drück dir fest die Daumen das alles zu sortieren und zu verarbeiten.

LG von Moony

Wiesenmeer
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Re: Mein Partner trinkt

Beitrag von Wiesenmeer » 29.01.2019, 14:26

Hallo zusammen,
ich habe eure Antworten gelesen und möchte mich erstmal dafür bedanken.

Was ich sagen kann ist, dass ich froh bin, es mal ausgesprochen bzw. aufgeschrieben zu haben. Vieles habe ich vielleicht nicht erwähnt oder auch schlichtweg vergessen ( wollte keine Romane schreiben...)
z.B., dass mein Vater auch ein Alkoholproblem hatte. Die Ehe meiner Eltern ist gescheitert. Nach der Scheidung ließ er das Trinken. In der Kindheit hatte ich immer Angst und nie das Gefühl, dass sich jemand um mich kümmert. Meine Geschwister und ich waren immer nur die Anhängsel meiner Mutter, die anschließend ihr Leben leben wollte. Mein Vater war herzlich aber auch er war egoistisch und lebte sein Leben ( Berufsmusiker und am Wochenende war er voll...viele Jahre.

Ich habe meinen Bericht mehrfach durchgelesen wie auch eure Antworten und ich hätte es besser schreiben können... bzw. ist ein pers. Gespräch sowieso besser, denn es klingt tatsächlich so, als wäre ich daran interessiert zu warten wann er abstürzt. Dem ist nicht so....ich warte auf eine Entscheidung von ihm...die so nicht kommen wird...das habe ich absolut verstanden...wenn sie überhaupt kommt.

Ich habe auch nicht erwähnt, dass ich mir selber schon Rat bei einer Suchtberatung geholt habe, um mein Leben wieder zu leben. Alles lässt sich auch nicht hier aufschreiben.

Wir wollten ihn mehrfach in eine Klinik einweisen lassen...wir das sind Familienangehörige meines Partners und ich.
Irgendwie war mir nicht klar, dass die 5 Tage bei mir ein kalter Entzug war. Im Nachhinein ja...deshalb fragte ich euch auch was das für Symptome waren die er hatte.

Mit ganz großer Sicherheit habe ich Baustellen....natürlich....wer hat das nicht.....z.B. habe ich mich in meiner ersten Ehe ( 25 Jahre ) an den Spruch " In guten und in schlechten Tagen " gehalten. Auch wenn ich mit diesem Mann nicht verheiratet bin und auch nicht zusammen wohne, so ist der Spruch 1000 mal gefallen.

Gehe regelmäßig in die Kirche um dort den Spruch " Gott geben mir die Gelassenheit ...ect. für mich zu sprechen...ihr kennt den bestimmt aus den A / AA Gruppen.

Vieles von euren Antworten werde ich nicht sofort verstehen aber mir sind viele Aha Momente in den Kopf gekommen.Deshalb hier noch einmal ein danke .

Das ich ihn überrenne und nicht sein Weg gehen lasse habe ich niemals zuvor gesehen.
Das er so entscheiden darf ..auch nicht. dachte ich schütze ihn vor dem Alk.

Im Grunde hat er ja keinen Grund aufzuhören..logisch. Und ich bleibe und füttere ihn weiter....so habe ich das nie gesehen.

Das ich einem Traum hinterher laufe und ich mir Dinge gefallen lasse ( Beleidigungen ) und einfach darüber weg schaue.......ich habe darauf auch keine Antwort ...muss ich auch nicht haben....die Antworten kommen schon von ganz alleine.

Ich merke aber wo der Knackpunkt liegt......sicherlich bei mir...
Sein Trinkproblem hatte er Jahre vor mir.
Ich hatte ein Gespräch mit seiner letzten Freundin ( Alkoholikerin). Die ist immer noch aktuell...beide telefonieren oder treffen sich ...sprechen viel...irgendwann hörte ich auch den Spruch ..ich komme da nicht mehr raus.


Er selbst hatte mir gesagt, dass er vor Jahren angefangen hatte zu trinken wegen einer Frau die ihn betrogen hatte.( bestimmt schon 20 Jahre her...) Deshalb vertaut er auch mir nicht und deshalb schreibt er mich auch so böse an...sagt er. Was natürlich nicht zu entschuldigen ist....

Auf jeden Fall habe ich jetzt erst viele Dinge erzählt bekommen. Die Familie hat mir gesagt, dass er schon immer ein Mensch war , der sich zurückgezogen hat...so die Mutter vor ihrer Erkrankung.
Die Schwester sagte mir , dass er Pillen braucht um seine Depri im Griff zu halten. Sie war sauer auf ihn...Er behandelt seine Familie genauso wie mich.

Bruchstücke wurden mir letztes Jahr erzählt....in den Beziehungen hat er nie geredet sich nur in sein Haus zurück gezogen und hatte nie oder kaum sozialen Kontakt.

Zusammen zu ziehen kam am Anfang nur von ihm, weil er sagte, dass er sich einsam fühlte. Er es nie geschafft hätte Familie zu haben und nun wäre es zu spät. Mit mir und meinen Kindern wäre es aber sein Wunsch zusammen zu leben...

Er sagte auch, dass ich mit meiner Entscheidung zu lange gewartet habe bei ihm zu wohnen.
Seine Schwester hat mir nie etwas gesagt nur eine Aussage...Seh zu, dass er ein eigenes Zimmer hat, wenn du bei ihm wohnst, damit er sich zurück ziehen kann.
Das habe ich nie verstanden...keiner sagte mir was, auch nicht auf meine Fragen...
In dieser Familie hebt man nur den Teppich hoch und darunter liegt dann alles...Probleme werden nie besprochen.
Von ihm bekomme ich nie Antworten..

Wie gesagt, wir haben uns an den Wochenenden unregelmäßig gesehen und in der Woche mal ab und zu...Mitte der Woche hat er meistens mit einem Streit begonnen und wollte so sein Wochenende alleine verbringen, weil ich ja streitsüchtig wäre.

Dann kamen an den Wochenenden seine Beleidigungen.....dass er da schon getrunken hatte, wusste ich nicht...wie auch.....
Was ich aber hier beim Schreiben merke ist, dass ich mich nicht ernsthaft damit auseinander gesetzt habe.

Auf Biegen und Brechen wollte ich mich nie entscheiden. Das hat er mir auch übel genommen.
Was ich wollte war eine Beziehung auf Augenhöhe und Zeit um zu schauen ob es klappt. Mir hätte aber schon von Anfang an klar werden müssen, dass es niemals klappen würde mit ihm bzw. eine gemeinsame Zukunft.
Er hat sich jedesmal gesträubt wenn ich ihn zu uns eingeladen hatte das We bei uns zu verbringen...er ist regelmäßig ausgebrochen und ich habe das auch akzeptiert.

Ich glaube ich habe lange in einer Traumwelt gelebt...wer will auch keine intakte Familie?
Geliebt zu werden und sich gegenseitig helfen für einander da sein....
Ich habe nun erkannt, dass er sich selber helfen muss und was man mit 51 Jahren nicht gelernt hat wird er vielleicht auch nie mehr leren...
Zu der Augenhöhe habe ich immer nur gehört...ich wünschte, du wärst nicht so stark ...du lebst dein Leben und ich möchte dass du schwach bist und meine Hilfe brauchst... ich habe das nie verstanden.....

Wenn man allein erziehend ist Job und Kinder hat muss man im Leben stehen....dominant bin ich nicht eher immer verständnisvoll und für alles offen ...meistens ohne Grenzen.

Ich habe vieles verstanden und werde eure Antworten immer wieder lesen...manches kommt halt später...wie meine Vorrednerin schon sagte....

Auf jeden Fall sehe ich nun vieles anders...es braucht seine Zeit.
ich werde mich weiterhin zurück ziehen..das mache ich seit Monaten....und werde mir Gespräche suchen.

Danke für Lesen... LG

Mcfly
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Re: Mein Partner trinkt

Beitrag von Mcfly » 29.01.2019, 16:49

Liebe Wiesenmeer. Da hast du ja jetzt doch recht schnell viel reflektiert und angenommen. Super 👍. Ein paar Dinge mag ich dir zum drüber nachdenken noch mitgeben. Kann es sein,dass du es besser machen möchtest als deine Mutter? Und spricht da in vielen Dingen das verletzte,verlassene Kind aus dir? Wenn du dich jetzt trennst,dann wird er bestimmt trocken und ist dann genau der Mann den du immer wolltest??? Wenn du an seiner Seite ausharrst ,den richtigen Knopf zum drücken findest(den deine Mutter nicht genug gesucht hat damals)und er deswegen trocken wird und er dich aus lauter Dankbarkeit,das du ihn „gerettet „ hast, niemals verlassen wird und von nun an auf Händen tragen wird??.. Das wäre schön aber so ist das nun mal leider nicht. Wie ich gelesen habe kennst du ihn nur nass. Glaubst du das ist eine Basis für eine Beziehung? Ihr kennt euch überhaupt nicht. Solche Abhängigkeitsbeziehungen fangen aus meiner Erfahrung an ,wie sie in Kleinmädchenträumen anfangen.....: Liebe auf den ersten Blick ,ein Traummann. Aufmerksam,zugewandt,sofort total verliebt. Nach zwei Tagen ein „ich liebe dich“,so ein Mensch wie du ist mir noch nie begegnet,das ist was für immer........na,kommt dir das bekannt vor?... Dann alles schnell Dingfest machen und zusammenziehen. So und dann.......durchatmen nach dieser Anstrengung und erst mal die Pulle auf. Jetzt kann sie ja so schnell nicht mehr weg. Und du wolltest ja auch so sehr. So ein Mann verlässt dich sicher nicht,schon gar nicht wenn du ihm bei seinen Problemen hilfst und ihn die schrecklichen Frauen,wegen denen er trinken muss vergessen machst! Das leider ist keine gesunde Beziehung. Das ist als spielen zwei Kinder Vater und Mutter bzw. Prinz und Prinzessin und beide haben keine Ahnung was sie da eigentlich tun. Und beide sind furchtbar bedürftig. Ich wünsche mir für dich,das du DEINE Traumata aufarbeiten kannst ( eventuell mit einer Therapeutin) und irgendwann einmal wenn alles verarbeitet ist und du auf gesunden eigenen Beinen stehen kannst, das kennenlernst was Liebe ausmacht. Ganz liebe Grüße Mcfly

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