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Wie mache ich es richtig?

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit

Moderator: Moderatoren

Veilchen
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Re: Wie mache ich es richtig?

Beitrag von Veilchen » 29.04.2019, 02:15

Hallo Nadless,

ich verstehe dich ja so gut!
Leider weiß ich dir auch keinen Rat, kann mir selbst nicht helfen.

Vor 20 Jahren hat es mein Mann geschafft, er war täglich betrunken. Hatte 2-3 Flaschen Hochprozentiges getrunken.
Hatte mehrere Entgiftungen hinter sich - es war die Hölle.

Wir waren noch nicht verheiratet, noch nicht einmal richtig zusammen.
Doch ich war wie von Sinnen. Machte selbst eine Therapie.
Mein Therapeut meinte, ich wolle meine Kindheit retten. Vielleicht hatte er recht.

Als er ganz unten war, kümmerte ich mich nicht mehr um ihn - mir blutete das Herz!
Mit dem Fahrad baute er einen Unfall und musste ins Krankenhaus, nach 2 Tagen haute er dort ab und kam zu mir.
Er sahr furchtbar aus. Überall Schnittwunden, er ist wohl in seine Flasche gefallen.
Ich brachte ihn wieder ins Krankenhaus, dort machte er eine Entgiftung und hielt durch.

Nach der Therapie ging er zu den AA. Seit der Zeit trank er nichts mehr.

Vor einem Jahr hatte er einen Rückfall und kürzlich auch wieder.
Jetzt ist er wieder trocken, aber wie lange??

Liebe Nadless, ich wünsche dir alles Gute und viel Kraft!

Liebe Grüße, Veilchen

Aiko
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Re: Wie mache ich es richtig?

Beitrag von Aiko » 01.05.2019, 10:51

Hallo Nadless,

hast Du schonmal mit Deiner Vermieterin gesprochen? Also so richtig? Manchmal hilft es, wenn man einfach die Wahrheit sagt. Aber das kommt natürlich auch auf die Person an. Ich drücke Dir in jedem Fall die Daumen! Eine ziemlich blöde Situation in der Du Dich befindest, aber ich bin mir sicher es wird sich alles lösen (lassen). Irgendwann sitzt Du in Deiner eigenen gemütlichen Wohnung und freust Dich über Deine Freiheit. Mir hat es immer geholfen an die positiven zukünftigen Dinge zu denken und mich in die Freiheit hinein zu visualisieren sozusagen.

Alles Liebe, Aiko

Nadless
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Re: Wie mache ich es richtig?

Beitrag von Nadless » 06.05.2019, 15:04

Hallo ihr Lieben, bei uns ist wieder Ruhe eingekehrt. Es plätschert so vor sich hin und im großen und ganzen macht mich sein allgemein Zustand fertig. ich schaffe es zwar mich größten teils Emotianal abzugrenzen aber manchmal sickert da eine ganz tiefe Traurigkeit darüber in mir durch.Es macht mich einfach so traurig ihn so sehen zu müssen. Wenn wir wenigstens darüber reden könnten. Oder will ich das nur damit es mir besser geht? Ich weiß es nicht.
Kurzer Rückblick. Mit meiner Knie OP ist was schief gelaufen. Ich kann immer noch nicht ohne Krücken laufen. Es scheint so als sei ein Muskel beschädigt. ich hoffe das das wieder wird. Dazu kommt noch eine Bänderübedehnung an meiner Hand wegen der ungewohnten Belastung. Bekomme jetzt Physiotherapie und ich bete das mein Muskel sich wieder aufbauen lässt. Allein das macht mich schon total fertig.
XY kümmert sich rührend um mich. Er ist sofort zur Stelle wenn ich Hilfe brauche. Er geht einkaufen, schmeisst den Haushalt und macht was er kann. So kenne ich ihn auch. Er ist für mich da und ich lass ihn im Stich :cry: Ich fühle mich schrecklich.
Sein Anblick spiegelt seine Seele. Das war schon immer so. Es muss ihm schrecklich gehen. Er trinkt auch immer noch.

Am Freitag (vor 3 Tagen) war sein erster Tag in der Tagesklinik. Es sah schrecklich aus als er wieder kam. Sah auch nicht so aus als hätte es ihm gefallen. Er macht auf mich einen ziemlich hilflosen verlorenen Eindruck. Am Nachmittag war dann auch schon das Bier auf dem Tisch. Ich sage dazu nichts mehr. Es ist seine Sache und liegt in seinem Ermessen wie er sein leben verbringen will. Damit komme ich auch gut klar. Womit ich aber nicht so klarkomme ist das ich mich zum Teil verantwortlich dafür fühle.
Er ist ein wunderbarer Mensch. So voller Gefühl und Sanftmütigkeit. Aber auch total verloren und bedürftig. Mit ihm konnte ich mir meine Zukunft vorstellen. Nur diese ganzen Probleme überfordern mich so sehr. Ich will das er das versteht. Ich will das er an sich arbeitet. Vll haben wir dann ja noch eine chance. Ich will ihn nich im Stich lassen. Ich will nicht dabei zusehen.... es bricht mir das Herz.

Ich selbst bin in Therapie. Aufgrund der Folgen meiner eigenen Vergangenheit habe ich eine Panikstörung entwickelt. Die letzten Monate mit XY und die Balastung und Überforderung habe ich sehr deutlich gespürt. Ich kann nicht mehr. Mein Körper und Geist sehnen sich so sehr nach Ruhe :(
Mein Therapeut ist wirklich gut aber was das Thema Co und Schuld anbelangt fühle ich mich nicht so richtig verstanden. Er hilft mir aber sehr am Verhalten und Einstellung zu arbeiten. Nur wünschte ich mir das ich auch mal Put put bekomme. Er ist da aber knallhart :?
Auf meine Angst hin, wenn ich hier ausziehe und ihn zurücklasse das ich meine Gefühle nicht regulieren kann und Angst vor Gefühlsüberfutung bekomme, antwortete er mit einem Beispiel Modell was mich wirklich umbringen würde. Also kein Sauerstoff, kein Essen und kein Wasser :-| das hilft mir nicht :-|

Was soll ich denn machen wenn mich die Schuld auffrisst? ich weiß einfach nicht wie stark ich sein werde.
Ich bin gerade dabei mir eine Liste zu machen. Mit allen negativen Trennungsgründen die über die Sucht hinausgeht. Wobei einer davon schon Trennungsgrund genug sein könnte, gibt es mehrere bei uns. Diesen hänge ich mir an die Wand, das ich immer sehen und daran erinnert werden kann. Wir konnten natürlich nicht an diesen Problemen arbeiten all die Jahre. Werden es auch nicht weil ich ja dann doch immer nach ner Zeit die Fresse gehalten habe und er so wie er jetzt aussieht nicht im entfernesten dazu in der lage ist an seinen eigenen Problemen zu arbeiten.
Ich will einfach kein Verständis mehr haben oder aufbringen müssen für die massige destruktivität in meinem Leben. ich will daran arbeiten, ich will mich weiter entwickeln. Das alles festigt meinen Entschluss und steht nach wie vor fest das ich so handeln muss. Aber es tut sehr weh. Er wird mir so sehr fehlen :cry:

Ich freue mich sehr das ich hier schreiben und lesen kann. Das hilft mir sehr. Das ich nicht alleine bin und das es Wege gibt. ich bin auch begeistert über die Offenheit im offenen Bereich. Den geschlossenen werde ich mir erstmal nicht leisten. ich muss erstmal umziehen und bleibe wohl vorerst auf Harz IV. Wenn ich wieder laufen und Fahrrad fahren kann will ich im Tierheim aushelfen auf Ehrenamt. Ich liebe Tiere. Die geben einem so viel. Dann will ich mich verstärkt um meine Fitness und meine eigene Bedürftigkeit und Defizite kümmern. Nur ich allein. Ich freue mich auf meine Zukunft mit einer einzigen Ausnahme, die Sorge um XY :cry: Danke das ihr mich versteht. Das gibt mir sehr viel.


Liebe Aiko, mit meiner Vermieterin kann man nicht sprechen. Haben wir schon versucht. Wir haben den Fehler gemacht vor ca 18 Monaten und haben einen Mangel gemeldet und sind hartnäckig geblieben. Seitdem schikaniert sie uns wo sie kann und will uns raus ekeln. Deshalb glaube ich auch das die Kotze im Waschkeller nur erfunden ist. Es wäre auch nicht das erste Mal das sie uns was anhängen will. Mehrmals hat sie auch schon deutlich gemacht das wir ausziehen sollen. Leider wohnt die Frau nebenan. Schrecklich sag ich Dir. Will hier nur weg.
Veilchen hat geschrieben:
29.04.2019, 02:15
Doch ich war wie von Sinnen. Machte selbst eine Therapie.
Mein Therapeut meinte, ich wolle meine Kindheit retten. Vielleicht hatte er recht.

Als er ganz unten war, kümmerte ich mich nicht mehr um ihn - mir blutete das Herz!
Mit dem Fahrad baute er einen Unfall und musste ins Krankenhaus, nach 2 Tagen haute er dort ab und kam zu mir.
Er sahr furchtbar aus. Überall Schnittwunden, er ist wohl in seine Flasche gefallen.
Liebe Veilchen, das kommt mir auch sehr bekannt vor. Unsere Kindheit ja. Sie retten. Wie wahr. Ich habe mal hier gelesen das dieser prozess der Trennung und Reflektion des eigenen ich´s sehr viel Trauerarbeit bedeutet. Es ist so wahr. So erschreckend wie es dazu kommen konnte.
Ich könnte nicht damit leben wenn meine Tochter auch mal so fühlen würde. Könnt ich nicht. Da ist sie wieder... die Schuld... :?

lütte69
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Re: Wie mache ich es richtig?

Beitrag von lütte69 » 07.05.2019, 08:43

Liebe Nadless,

diese Schuldgefühle, diese Angst, die Böse zu sein, kenne ich zu gut, aber ich kann dir sagen, dass ich das überwunden habe. Ich nehme dich mal virtuell in den Arm und geb Dir mein Mitgefühl, aber ich will dir auch Kraft geben und Dein Therapeut hat ja Recht, wenn er dir aufzeigt, was Dich umbringen würde. Gefühle entstehen ja im Kopf und äußern sich körperlich - das heißt, dass ich ja einen Einfluss habe auf das, was in meinem Kopf vor sich geht. Wenn es mit rationalen Argumenten nicht besser wird, dreh deine Lieblingsmusik laut und sing mit oder zähle irgendwelche banalen Dinge, dann kommst Du wenigstens kurzzeitig vom Grübeln weg. Und geh nur deine Dinge an. Er hat die gleichen Möglichkeiten wie Du, sich um sich zu kümmern.

sonnige Grüße
Lütte

Aiko
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Re: Wie mache ich es richtig?

Beitrag von Aiko » 07.05.2019, 08:50

Hallo Nadless,

auch ich hatte superviele Schuldgefühle. Das ist auch ein Knopf, den mein XY immer wieder gedrückt hat – bei jeder Auseinandersetzung war am Ende ich die Agressorin, die Unentspannte, die Spießige, die, die ihn einfach nicht genug liebt / nicht so liebt wie er ist, .. blablabla. Leider ist das bei mir auf fruchtbaren Boden gefallen.

Es ist so, wie Lütte sagt: Es wird besser. Manchmal muss man blöde Gefühle einfach aushalten und aussitzen. Gefühle sind sowieso immer in Bewegung: Sie vergehen wieder, wie Wolken, die am Himmel ziehen. Mein Mantra damals war: Hilfe durch Nicht-Hilfe. Das war zwar noch auf XY fixiert, aber es hat mir zur Überbrückung geholfen mir zu sagen, dass Nicht-Hilfe der einzige Weg ist, durch den er sich aus der Sucht befreien kann.

Er ist jetzt nett zu Dir, kümmert sich, das sind aber nur kurze Lichtblicke: Und all das ist in einer Beziehung eigentlich eine SELBSTVERSTÄNDLICHKEIT und nichts, wofür man einen Orden an die Brust geheftet bekommt.

Liebe Grüße, Aiko

Morgenrot
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Re: Wie mache ich es richtig?

Beitrag von Morgenrot » 07.05.2019, 10:04

Hallo Nadless,

ich habe die Erfahrung gemacht, das diese Nettigkeiten vom nassen Alkoholiker bei mir immer wieder falsche Hoffnungen weckten.
Dann habe ich mich noch mehr angestrengt alles gut und richtig zu machen, und danach ging es weiter in der Achterbahn der Gefühle. Das ist Zuckerbrot und Peitsche, so habe ich es empfunden.
Tu etwas für dich, und wenn es geht ohne schlechtes Gewissen, denn du hast keine Schuld. Ich weiß, wie schwer das ist, aber versuch es immer wieder, es ist so wichtig für dich.
Sah auch nicht so aus als hätte es ihm gefallen.
deshalb ist er auch nicht in der Tagesklinik. Im besten Fall soll er dort lernen, ein Leben ohne Alkohol zu beginnen.

lg Morgenrot

Nadless
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Re: Wie mache ich es richtig?

Beitrag von Nadless » 15.05.2019, 11:50

Hallo Morgenroth, Aiko und Lütte

mir geht es schon viel besser. Solch Trauerarbeit kann ganz schön ans Eingemachte gehen. Diese Schuldgefühle sind auch ein Zentrales Thema, mit denen ich mich immer wieder auseinander setze und feststelle das ich gar keine Schuld habe. Es ist ja auch nicht die Schuld an sich sondern eine Folge aus der Konsequenz einer Entscheidung die ich für mich getroffen habe.
Ihn so zu sehen löst natürlich auch Emotionen und Mitgefühl in mir aus. Die, wenn ich es genau betrachte nur noch aus Mitleid bestehen. Das ist keine Liebe mehr. Glaube ich jetzt mal.

Es löst in mir keine Hoffnung aus, das mit uns wieder alles gut wird wenn er mich unterstützt. Das hätte er auch so getan. Meine Hoffnung ist total weg und finde ich auch nicht schlimm. Ich möchte einfach nur das er sein Leben auf die Reihe bekommt und an sich und seinen Problemen arbeitet und das OHNE mich. Das finde ich aber schlimm. Diese Hoffnung verloren zu haben. Ich glaube nicht mehr daran das er sich selbst jemals im klaren darüber sein wird/kann was er denn eig alles erreichen und zum positiven verändern kann wenn man es nur will. Ich kann einfach nicht mehr mit so einer Einstellung oder Unfähigkeit zusammen sein. Ich lehne das total ab, es macht eine Beziehung oder den Gedanken daran einfach unmöglich.
Ich habe ihn losgelassen, in Liebe.

Gestern war ich bei einer Suchtberaterin die ihn nicht kennt. Sie gab mir noch einen guten Tip mit auf den Weg. XY trinkt ja immernoch tgl sein Bier, trotz Tagesklinik. Naja, dazu sag ich mal nix. Sie meinte, das ich ihm meine Grenzen bzg des Konsums in der Wohnung aufzeigen sollte und auch durchsetzen. Also werde ich das auch tun. Ich habe Abends mit XY über seinen Alk Konsum (in Ich Botschaften) gesprochen, was das mit mir macht und wie ich mich dabei fühle. Ich sagte, das ich ihm ab sofort den Zutritt der Whg im alkoholisierten Zustand verweigere (auch wenns nur ein Bier ist) wenn er trinken will kann er das überall, nur nicht in der Wohnung. Ich war überrascht wie er das aufgefasst hat. Er war damit einverstanden ohne zu murren. Jetzt bin ich ja mal gespannt ob er freiwillig gehen wird wenn es die Situation erfordert. Ich werde das auf jeden Fall durchziehen.
Ich weiß das es seine Konsequenz ist wenn ich ihm den Zutritt verweigere. Auch wenn er dadurch noch mehr trinkt. Es ist ja seine Entscheidung. Sein Verhalten, seine Konsequenz. Wenn ich ihn in der Wohnung weiter machen lasse hat er ja keine Konsequenz. Ist Logisch. Er wird mehr und mehr seinen Tiefpunkt ansteuern und ich selbst, bin auf einen guten Weg das auszuhalten.
Das Gespräch mit der Beraterin war ganz ok, nur diese eine Aussage von ihr, das sie es nicht versetehen kann warum wir immernoch zusammen wohnen. Also.... ähm. Verstehe ich nicht. Soll ich ihm jetzt eine Wohnung suchen? Liegen mir die Vermieter zu Füssen und reißen sich um mich? Weiß die Frau nicht das es unrealistisch ist mal so innerhalb von Tagen eine Wohnung zu bekommen? Soll ich ihn auf die Strasse setzen? Wie stellt die sich das vor.
Natürlich würde ich wenn es nach mir ginge sofort umziehen oder ihn umziehen lassen. Aber wohin? Oman. Da sie das Thema zweimal angesprochen hat in den 40 Min war das auch sicher kein Mißverständnis.
Naja, sie bot mir ein Angehörigen Seminar an, was ich zusagte. Als ich da raus war viel mir auf das ich kein Datum dazu habe. Na toll. Muss ich nochmal anrufen. Zu Selbsthilfegruppen habe ich auch keine konkrete Info bekommen. Sie wollte erst was passendes suchen. Hm.
Ich habe jetzt nochmal einen Termin in zwei Wochen bei Ihr gemacht.

XY ist soeben nach Hause gekommen. Eig sollte er jetzt in der Klinik sein. Er hatte heute morgen verschlafen. Ging aber zur Tür raus. Naja, er redet ja nicht viel. Ich könnte mir auch vorstellen das er dort längst geflogen oder freiwillig abgebrochen hat und die Zeit draussen rumlungert das ich das nicht mitbekomme.
ich spreche regelmässig das Thema Wohnungssuche an. Ich will das er gar nicht erst auf die Idee kommt das ich meine Meinung stillschweigend geändert habe. Er soll ausziehen. Am besten vor mir, das er nicht auf der Strasse sitzt wenn ich dann eine Wohnung gefunden habe. Was ich dann aber auch durchziehen werde wenn es sein muss.
Glaubt mir, ich bin sowas von bereit dazu zu meinem Schritt.

Mein ganzes Leben ging es doch immer nur um andere. An andere zu denken wenn ich für mich etwas wollte. Menschen die mir etwas bedeuten bloß nicht weh tun. Wenn andere sich durch mich schlecht fühlen, war das unerträglich für mich und ich geriet sofort in den Strudel der Emotionalen Überforderung. Ich konnte dieses Gefühl nicht ertragen. Nie. ich habe dann alles unternommen um dieses Gefühl loszuwerden. Habe mich selbst gedemütigt und die jenigen angebettelt mich wieder zu lieben. Habe alles erdenkliche getan um meinen Fehler wieder auszubügeln. ALLES total unter meinen Wert.
Heute will nur noch ich mir selbst genügen. Ich will mich nicht mehr abhängig davon machen lassen ob andere Menschen mich nicht mehr lieben könnten wenn ich einfach nur ich bin. Es hat eine ganze Weile gedauert bis ich dieses Muster erkannt und offen vor mir ausbreiten konnte. Es ist schrecklich was ich mir selbst angetan habe. Ich bin aber auf einem sehr guten Weg. Ich freue mich auf mein neues Leben und ich habe noch soviel vor. Ich freue mich auf mein Single dasein.

Nadless
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Re: Wie mache ich es richtig?

Beitrag von Nadless » 15.05.2019, 20:37

Wie sollte es auch anders sein. In seinem Zimmer ne schöne große Flasche Bier. Habe ihn an die Abmachung erinnert. Innerlich bin ich ausgerastet. Er hat mich gar nicht beachtet. ich wollte natürlich das er geht. Aber am liebsten hätt ich ihm das gesagt was ich über ihn denke.
Er hat mich einfach nicht beachtet. Habe ihn aufgefordert die Wohnung zu verlassen und was ist passiert? Er fing wie ein wahnsinniger an rumzuschreien. Schmiss mir die Tür vor der Nase zu. Er kam wieder auf mich zu und schrie mich an ich soll ihn in Ruhe lassen.
Das habe ich dann auch getan um nicht noch verprügelt zu werden.

Habe eben beim Gewalt gegen Frauen angerufen. Ich kann zum Amtsgericht gehen und beim Familiengericht einen Antrag für das Wohnungsrecht stellen. Das kann zwar ein paar Monate dauern aber anders wird es wohl nicht gehen. Denn auch wenn ich eine Wohnung finde muss ER ja trotzdem die Kündigung unterschreiben und ich vertraue jetzt mal auf gar nichts mehr ob er es auch wirklich freiwillig tut.
Wenn er wieder ausfällig wird soll ich die Polizei anrufen. Dann bekommt er aber auch nur ein paar Tage Hausverbot und darf dann wieder rein. Es wird eigentlich dann immer schlimmer wenn man aufmuckt.

Es ist einfach ätzend mit so einem Menschen unter einen Dach leben zu müssen. Sogar die Toilette roch nach Fahne. ich finde das alles so ekelig. Morgen gehe ich zum Amtsgericht!

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