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Unterschied zwischen menschlicher Hilfe und Co-Abhängigkeit ?

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit

Moderator: Moderatoren

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FreeWell
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Re: Unterschied zwischen menschlicher Hilfe und Co-Abhängigkeit ?

Beitrag von FreeWell » 25.05.2019, 12:47

Hallo Danny-Dog,
Aber ein Mann, der eifersüchtig auf die Hunde ist?
Du hast für 2 Hunde WEG gegeben? Sorry, dafür fehlt mir jedes Verständnis, leider auch für dich.
Hunde (und andere Tiere)sind Lebewesen mit viel Gefühl, die schiebt man nicht hin und her, hat was mit Verantwortungsbewusstsein zu tun.
Ich gebe dir völlig Recht. Aber dieser Mann, der selbst einen Hund hatte, der im Frühjahr eingeschläfert werden musste, hat sich kaum um diesen gekümmert. Ja, gestreichelt, mit Leckerchen gefüttert. Aber regelmäßige Mahlzeiten und Bewegung war mein Job ... ich ging ja sowieso mit meinen beiden, da konnte ich ja seinen einfach mitnehmen ... das er auch hätte mitgehen können, das war selten der Fall und diente mehr der Zurschaustellung für die Dorfbewohner.

Ich habe meine Hunde weggegeben. Ja, es hat mir das Herz geblutet und ich habe sehr lange mit mir gerungen es zu tun. Aber weißt du, ich habe es für die Hunde gemacht. Sie hatten es bei uns nicht mehr gut. Sie hatten es nachher in den neuen Familie viel besser: sauber, geliebt werden, regelmäßig spazieren und eine freundliche Atmosphäre. Ich wollte den Hunden das nicht mehr antuen und hatte auch die Nerven nicht mehr. Ihnen ging es nach der Trennung viel besser. Ich habe heute noch Kontakt und erhalte regelmäßig Bilder und Videos und sehe, wie gut es dem einen geht. Der andere war ja leider im Januar überfahren worden ... daher hat meine Tochter jetzt den Welpen, auf den XY eifersüchtig ist.
Ok, er ist Narzisst. Ist meiner auch. Aber die Hunde haben trotzdem auch bei ihm Priorität.
Und da das so ist, kann ich ihm seine Alkoholexzesse auch immer wieder verzeihen, denn er ist im Grunde ein guter Mensch mit einem großen Herz.
Ja, dann geht es. Aber was macht man, wenn dieses Priorität nicht mehr da ist, sondern der Alk die höchste Priorität hat und danach lange nichts ? Ich glaube, der Hund wäre schon viel früher elendig gestorben, wenn ich ihn nicht versorgt hätte. Er sagte immer, er liebt seinen Hund, aber er hat ihn nicht versorgt. Er hat sich einfach darauf verlassen, dass ich das nicht mit ansehen kann. Was macht man dann ?

Liebe Grüße, FreeWell

Danny-Dog
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Re: Unterschied zwischen menschlicher Hilfe und Co-Abhängigkeit ?

Beitrag von Danny-Dog » 26.05.2019, 23:50

Hallo FreeWell,

sorry für meine harten Worte, wenn es um Tiere geht, brennt bei mir schnell Mal eine Sicherung durch.
So, wie du es erklärt hast, hört sich das natürlich ganz anders an.

OK, deine Gefühle für diesen Mann in allen Ehren.....aaaaber: was du so erzählst, ist Hardcore.
Ich bin kein Mensch für schnelle Entscheidungen, ein Gewohnheitstier außerdem auch noch, aber da hätte ich alle Hunde genommen und wäre sofort weg gewesen.
Anfangs hab ich gedacht, dein "Fall" ist mit meinem zu vergleichen, ist aber absolut nicht, dagegen ist der ein Chorknabe :mrgreen:

Na ja, gerade kann ich wieder eine große Klappe haben, seit dem letzten Absturzwochenende ist hier Friede, Freude, Eierkuchen.
Wie lange das jetzt andauern wird, weiß der Teufel :roll:

Ich mach auch einiges anders jetzt, werde langsam wieder zur alten Danny.
Den Narzissten kann er sich an den Hut stecken und ich sage wieder meine Meinung, ohne Rücksicht auf Verluste.
Beleidigt, weil ich ihm nicht in jeder Beziehung zustimme? Sein Problem.
Ich hab mich zu lange zurück gehalten, Schluss damit, Schluss mit seinen emotionalen Erpressungen!
Hab ich mir jahrelang bieten lassen, a) um meine Ruhe zu haben und b) um ihm keinen Grund zum Saufen zu liefern.

Wer Narzissten kennt, weiß, dass die gar nicht gut haben können, wenn ihnen widersprochen wird und Kritik ist auch unerwünscht.
Wie gesagt, bekommt er jetzt beides. Ob er auf Dauer damit umgehen kann, wird sich zeigen.

Dass ICH ihn nicht vom Alkoholabusus abhalten kann, hab ich auch verstanden.
Das kann nur die eigene Vernunft und Willenskraft.

Halte euch auf m Laufenden.

Liebe Grüße,
Danny-Dog

Ziele
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Re: Unterschied zwischen menschlicher Hilfe und Co-Abhängigkeit ?

Beitrag von Ziele » 28.05.2019, 20:32

Hallo Dannydog, hallo Freewell!

Ich möchte gerne zu euren Posts etwas sagen, da ich nicht verstehe was es auch bringt die ganze Zeit über euren XY zu sprechen.

Das der ganze Müll mal raus muss, kann ich definitiv verstehen, man muss sich auch auskotzen können.

Aber habt ihr euch schon mal gefragt, was es euch bringt ausschließlich über IHN zu sprechen? Was habt ihr denn davon? Es geht nicht um ihn, es geht darum zu lernen euch selbst an erster Stelle zu stellen, mit euren Bedürfnissen, Wünschen, Gefühlen, Zielen usw. Es geht um EUCH. Diese ewige „Jammerei“ führt zu absolut nichts, es bringt euch keinen Schritt weiter.

Ich habe tatsächlich überlegt, ob ich das ansprechen soll oder nicht, denn ich möchte nicht anmaßend klingen aber ich möchte euch gerne einen Denkanstoß geben:
Wie viel beschäftigt ihr euch mit euch selbst, ganz wichtig bzw. das Wichtigste ist hier die Selbstliebe und der Selbstwert. Da gilt es hinzusehen und ich weiß wovon ich spreche. Das geht natürlich nicht von heute auf morgen, denn es ist notwendig da ganz genau hinzusehen, da wo es am meisten schmerzt. Bei einem selbst.

Holt euch Hilfe, sucht euch Menschen die euch inspirieren, es gibt mittlerweile so viel in diese Richtung, wenn ihr euch damit befasst, findet ihr bestimmt das richtige. Die einzige Bedingung dafür ist, dass ihr es wollt, bereit seid für euch selbst etwas zu tun.

Danny-Dog
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Re: Unterschied zwischen menschlicher Hilfe und Co-Abhängigkeit ?

Beitrag von Danny-Dog » 28.05.2019, 22:38

Moin Ziele,

diese Frage hat mir an anderer Stelle schonmal eine Userin gestellt.

Mir hilft bereits, dass ich mich hier auskotzen kann, sehen, dass ich mit dem Problem nicht allein auf der Welt bin.
Mich mit anderen Betroffenen austauschen können, verstanden werden.
(als ich vor 8 Jahren Witwe geworden bin, war ich in einem Trauerforum, da mein normales Umfeld nicht wirklich nachvollziehen konnte, wie es mir in dieser Situation ging. Da war ich unter Gleichgesinnten und es hat mir gut getan. Diese Erfahrung wollte ich hier gern wiederholen.)

Und damit mir konstruktive Antworten gegeben werden können, muss ich die Situation darlegen.

Da ER aber der Alkoholabhängige ist und NICHT ich, geht es logischerweise um ihn.

Natürlich weiß ich theoretisch , was ich tun müsste, es geht mir also nicht unbedingt darum, in Endlosschleife zu hören, dass ich ihn canceln muss.

Theorie und Praxis sind aber 2 Paar Schuhe, in der Praxis ist dann nicht so einfach durchzuführen, was in der Theorie logisch und einfach klingt.

Denke mir, dass es bei dir, FreeWell, ähnlich aussieht.

Liebe Grüße,
Danny

Sunshine_33
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Re: Unterschied zwischen menschlicher Hilfe und Co-Abhängigkeit ?

Beitrag von Sunshine_33 » 28.05.2019, 23:05

Liebe Danny,

leider läuft dieses "auskotzen" oftmals drauf hinaus, sich hier zu "erleichtern", um dann wieder wie gewohnt weitermachen zu können.
Mich erinnert so ein Verhalten immer an sog. Drehtürpatienten, die sich in der Klinik wieder fitmachen lassen, um dann draussen wieder weiter saufen zu können.
Da ER aber der Alkoholabhängige ist und NICHT ich, geht es logischerweise um ihn.
Und genau SO ist es NICHT ! :wink:
Es geht hier um Dich. Was mit ihm ist, interessiert hier im Grunde genau so viel, als ob in China n Sack Reis umfällt.
Um es mal krass zu sagen.
Du bist ja auch abhängig, oder ?
Ich sehe zumindest CO-Abhängige ebenfalls als abhängige Menschen, der eine säuft, der andere ist abhängig von Menschen, hier in diesem Forum zumeist vom Säufer.

An ihm kannst Du eh nix ändern, nur an Dir.
es geht mir also nicht unbedingt darum, in Endlosschleife zu hören, dass ich ihn canceln muss.
Du musst gar nix. Ist doch Dein Leben, das Du an der Seite eines Säufers schrottest.Die Zeit wird Dir allerdings niemand mehr zurück geben können.
Wir hier können Dir aber kaum was anderes raten. Was denn? Was Du tust, ist aber Dir selbst überlassen.

Ich halte von Ratschlägen wie Abgrenzung vom Säufer übrigens nicht viel, denn ich sehe keinen Sinn darin, mich in einer Beziehung vom anderen abgrenzen zu müssen.
In einer Beziehung möchte ich für meinen Teil ein Miteinander... und nicht das Gegenteil.
Ich verstehe zwar schon irgendwie den Sinn in der Abgrenzung, allerdings nur, wenn das Ziel ist, in ein eigenständiges Leben zurück zu kehren.
Aber sonst... hmmm... nööö
Beleidigt, weil ich ihm nicht in jeder Beziehung zustimme? Sein Problem.
Ich hab mich zu lange zurück gehalten, Schluss damit, Schluss mit seinen emotionalen Erpressungen!
Wer Narzissten kennt, weiß, dass die gar nicht gut haben können, wenn ihnen widersprochen wird und Kritik ist auch unerwünscht.
Wie gesagt, bekommt er jetzt beides. Ob er auf Dauer damit umgehen kann, wird sich zeigen.
Für mich hört sich das alles irgendwie nach "Erziehungsmaßnahmen"an, um den Säufer und Narzissen wieder auf Spur zu bekommen.
Ich glaube allerdings, das es nicht funktionieren wird.
Mit Erziehungsmaßnahmen oder auch gewissem Verhalten wird man keine Alkoholkrankheit bei einem anderen Menschen stoppen können.
Und auch keine Verhaltensstörung wie Narzissmus "ausmerzen" können.

Ob er damit umgehen kann?
Tja, wird man sehen, ne?
Normalerweise wird erstmal versucht, einen CO wieder auf Spur zu bekommen.
Dazu werden meist erstmal alle Register gezogen.
Funzt das überhaupt nicht, wird sich ein nasser Alkie wohl eher nen neuen CO suchen, als sich dauernd mit dem alten, der nicht mehr richtig funzt, rumzuärgern.
Da wirst Du dann mitunter schneller ausgetauscht, als Du gucken kannst.

Danny, Du kannst wirklich nur was an DIR ändern.
Mal hinschauen, wie Du überhaupt in so eine Situation geraten konntest... denn an einer kranken Beziehung tragen immer beide ihre Anteile.
UND ziehen auch ihre Vorteile daraus.
Du bist noch in der Phase, Deinen Säufer wieder hinbiegen zu wollen.
Dann ist das eben so.
Dann musst Du wohl erstmal noch so weiter machen, ehe wirklich angekommen ist, das es auf diese Art nicht möglich ist.

Weiter kommst Du erst, wenn Du auf Deine eigenen Baustellen schaust anstatt wie ein Karnickel auf die Schlange.
Theorie und Praxis sind aber 2 Paar Schuhe, in der Praxis ist dann nicht so einfach durchzuführen, was in der Theorie logisch und einfach klingt.
Das mag sein. Oder ist ziemlich sicher so. Aber die Richtung sollte zumindest stimmen, oder? :wink:

LG Sunshine

Ziele
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Re: Unterschied zwischen menschlicher Hilfe und Co-Abhängigkeit ?

Beitrag von Ziele » 29.05.2019, 17:06

Danny,

ja er ist der Abhängige und nicht du. Merkst du aber, dass du versuchst ihn zu heilen statt dich selbst? Merkst du das?
Natürlich musst du die Situation darlegen um konstruktive Antworten zu bekommen, aber es geht NICHT um ihn sondern um DICH. Wenn es nicht darum geht in Endlosschleife über ihn zu reden, dann frage ich mich was genau erwartest du dir? Bist du an Lösungen interessiert, oder sollen für jeden Lösungsvorschlag neue Probleme geschaffen werden?

Sunshine hat Recht. Willst du eine Partnerschaft führen wo du dich abgrenzen musst oder willst du ein Miteinander? Du hast doch sowieso nichts von ihm, denn entweder ist er betrunken und wenn nicht hat er sowieso keine Lust sich mit Dir auseinanderzusetzen.

Es gibt einen Grund warum du in dieser Beziehung gelandet bist, meist liegt der Grund in der Kindheit bei anerzogenen Glaubenssätzen, die Dir heute nicht dienlich sind. Was genau ist in der Praxis so schwer? Ist es schwer sich mit sich selbst auseinanderzusetzen? In dem du dich weiterhin mit ihm beschäftigst wirst du keinen Schritt weiterkommen, im Gegenteil.

So doof du es auch findest, ich verstehe es auch aber ich habe nicht umsonst auf die Selbstliebe und den Selbstwert hingewiesen. Du kommst da nur raus wenn du anfängst daran zu arbeiten. Je früher du damit anfängst, desto besser für dich.

Ziele
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Re: Unterschied zwischen menschlicher Hilfe und Co-Abhängigkeit ?

Beitrag von Ziele » 29.05.2019, 17:13

Kleiner Nachrag von mir: ich habe nur auf einen möglichen Weg hingewiesen, ob du diesen einschlägst ist natürlich deine Sache, es ist schließlich dein Leben :)

Danny-Dog
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Re: Unterschied zwischen menschlicher Hilfe und Co-Abhängigkeit ?

Beitrag von Danny-Dog » 30.05.2019, 16:16

Moin Sunshine und Ziele,

warum tut ihr euch so schwer damit, dass darüber reden können schon eine Hilfe sein kann?

Natürlich will ich ihn wieder auf Spur bringen, was denn sonst? Immer mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass es nicht funktioniert.
Wenn ihr jetzt damit rüberkommt, dass es auf keinen Fall klappt, sind das für mich Konjunktive. Menschen sind unterschiedlich, auch Alkoholiker.
Krebskranke zum Beispiel, die einen schaffen es, den Krebs zu besiegen, andere nicht. Kann man nicht pauschalisieren.

Aber ich habe es dann wenigstens versucht! Auch wenn der Versuch scheitert. Das brauche ich allerdings für meinen ureigenen Seelenfrieden.

Und macht euch mal keinen Kopp, ich tu durchaus was für meinen Ausgleich, mein Leben besteht ganz bestimmt nicht nur aus ihm und seiner Sucht :wink:

Liebe Grüße,
Danny

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