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Unterschied zwischen menschlicher Hilfe und Co-Abhängigkeit ?

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit

Moderator: Moderatoren

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Ziele
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Re: Unterschied zwischen menschlicher Hilfe und Co-Abhängigkeit ?

Beitrag von Ziele » 30.05.2019, 19:10

Hallo Danny,

zuerst möchte ich klarstellen, dass ich mir absolut keinen Kopf mache, es ist mir egal was du machst. Es ist dein Leben! Ob du ihn auf Spur bringen kannst, ich nenne es retten, wirst du sehen, meine Meinung dazu habe ich bereits geäußert. Einen Vergleich zwischen Krebs und Alkoholismus finde ich unangemessen und sehe absolut keine Ähnlichkeit, daher erschließt sich mich auch nicht dein Vergleich.

Danny-Dog
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Re: Unterschied zwischen menschlicher Hilfe und Co-Abhängigkeit ?

Beitrag von Danny-Dog » 30.05.2019, 20:50

Hallo Ziele,

leider bekomme ich hier den Eindruck von latenter Aggression.

Ich habe auch nicht erwartet, dass dich wirklich interessiert, was ich mache, da hast du die Redewendung "macht euch keinen Kopp" gründlich missverstanden.

Da bin ich wohl ein bisschen anders, wenn ich jemandem antworte, interessiert mich auch der Mensch und sein Schicksal.

Aber gut zu wissen, dass dir das latte ist und zwischen uns keine konstruktive Diskussion stattfinden kann.

Indem du den Vergleich zwischen Krebs und Alkoholismus als unangemessen bezeichnest, kann ich wohl davon ausgehen, dass Alkoholabhängigkeit in deinen Augen keine Krankheit ist? Oder hast du einfach nicht verstanden, was ich damit gesagt habe?
Es ging lediglich um die Pauschalisierung, ich hätte natürlich auch jede andere Krankheit benennen können.

Gruß,
Danny-Dog

Sunshine_33
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Re: Unterschied zwischen menschlicher Hilfe und Co-Abhängigkeit ?

Beitrag von Sunshine_33 » 30.05.2019, 20:57

Hallo Danny,
Du schriebst:
Menschen sind unterschiedlich, auch Alkoholiker.
Tatsächlich? :wink:
Sehe ich komplett anders.
So unterschiedlich ist das Verhalten in der nassen Phase unserer Krankheit nicht.
Wenn Du mal im Alkoholiker-Bereich reinliest, wirst Du sehr schnell erkennen, das wir Alkoholiker uns immer wieder im Verhalten
des anderen erkennen, wenn wir uns an nasse Zeiten zurück erinnern.
Du möchtest gern glauben, das Alkoholiker individuell sind, weil Dir das entgegenkäme beim weiteren "auf die Spur bringen-wollen".
Wenn Du nämlich erkennen müsstest, das wir uns nass wie ein Ei dem anderen gleichen, dann wüßtest Du ja, das auch Dein Säufer nicht soooo anders ist.
Und das wäre für Dein Vorhaben ja eher kontraproduktiv.
Krebskranke zum Beispiel, die einen schaffen es, den Krebs zu besiegen, andere nicht. Kann man nicht pauschalisieren.
Aha. Krebs ist aber nicht mal ansatzweise mit der Alkoholkrankheit vergleichbar.
Dieser Vergleich hinkt sehr.
Aber auch das wirst Du nicht wahrhaben wollen.

Wie dem auch sei, ich mache mir ganz sicher auch keinen Kopp :wink:
Wie ich schon schrieb, es ist doch Dein Leben, und Deine Sache, was Du draus machst.
Von mir aus kannst Du es auch an der Seite von einem nassen Alkoholiker schrotten. Auch dann ist es immer noch Dein Leben und
Deine Entscheidung.

Aber lasse Dir mal eines gesagt sein von einem Forenmitglied, was hier seit vielen Jahren aktiv ist und von daher wahrscheinlich schon Tausende von Geschichten gelesen hat :wink: :
Die CO-Abhängigen, die sich aus ihrer Abhängigkeit lösen konnten, soweit das möglich ist, bereuen später fast alle, das sie nicht schon vorher gegangen sind.
Ebenso wie das oftmals die trockenen Alkoholiker tun, indem sie bereuen, so viel schöne Lebenszeit versoffen zu haben.
Mir gibt leider auch keiner meine versoffene Zeit zurück, so sehr ich mir das auch wünschte. (Habe allerdings längst meinen Frieden damit gemacht)
Und einem CO wird es ähnlich gehen... so habe ich es jedenfalls schon öfters hier gelesen, wenn sich ein CO mal nach längerer Zeit wieder meldet
und schreibt, wie es weiter ging.

Mir tut es halt immer leid um verbrannte Zeit, die man viel schöner hätte nutzen können.
Und da draussen gibts noch n paar Milliarden andere Männer, habe ich mir sagen lassen.... da werden wohl auch einige darunter sein, die nicht saufen müssen oder ähnliche Probleme haben.
Aber nu ja, einem CO wird das ja leider dann schnell langweilig, wenn es gar nix zu retten gibt.
Für so eine Beziehung müsste man dann wohl eher Un-CO sein, sonst wird das ja auch wieder nüscht.
Alles nicht so einfach...

Aber es läuft immer wieder aufs gleiche raus, nämlich auf DICH.
Was Du aus Deinem Leben machst.

LG Sunshine

Danny-Dog
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Re: Unterschied zwischen menschlicher Hilfe und Co-Abhängigkeit ?

Beitrag von Danny-Dog » 30.05.2019, 22:43

Hallo Sunshine...

ich wiederhole mich, in dem zugegeberweise etwas unglücklichen Vergleich mit dem Krebs ging es um Pauschalisierung, sonst nix.

Ansonsten finde ich euer immer wieder betontes Desinteresse einfach nur nervig.
Damit meine ich speziell dich und Ziele.
Konstruktive Gespräche sind anscheinend nicht möglich.

So Long!

Stern 67
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Re: Unterschied zwischen menschlicher Hilfe und Co-Abhängigkeit ?

Beitrag von Stern 67 » 30.05.2019, 22:58

I"ndem du den Vergleich zwischen Krebs und Alkoholismus als unangemessen bezeichnest, kann ich wohl davon ausgehen, dass Alkoholabhängigkeit in deinen Augen keine Krankheit ist?"

hallo Zusammen, ich finde den Vergleich Krebs und Alkoholsucht ungerecht und ziemlich falsch.... nur meine persönliche Meinung.
Alkohol... und oder andere Droge... ist eigene Entscheidung, die zwar zu der Krankheit wird und als Krankheit anerkannt und behandelt wird.. Und die Folgen sind tragisch. Krebs ist ein Schicksal, das auch menschen trifft, die nichts dafür können, auch Kinder.

Ziele
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Re: Unterschied zwischen menschlicher Hilfe und Co-Abhängigkeit ?

Beitrag von Ziele » 31.05.2019, 10:53

Danny-Dog hat geschrieben:
30.05.2019, 20:50
Hallo Ziele,

leider bekomme ich hier den Eindruck von latenter Aggression.

Ich habe auch nicht erwartet, dass dich wirklich interessiert, was ich mache, da hast du die Redewendung "macht euch keinen Kopp" gründlich missverstanden.

Da bin ich wohl ein bisschen anders, wenn ich jemandem antworte, interessiert mich auch der Mensch und sein Schicksal.

Aber gut zu wissen, dass dir das latte ist und zwischen uns keine konstruktive Diskussion stattfinden kann.

Indem du den Vergleich zwischen Krebs und Alkoholismus als unangemessen bezeichnest, kann ich wohl davon ausgehen, dass Alkoholabhängigkeit in deinen Augen keine Krankheit ist? Oder hast du einfach nicht verstanden, was ich damit gesagt habe?
Es ging lediglich um die Pauschalisierung, ich hätte natürlich auch jede andere Krankheit benennen können.

Gruß,
Danny-Dog

Hallo!

Warum bin ich aggressiv? Weil ich direkt sage, dass es dein Leben ist? Ich habe kein Verständnis (mehr) für Leute, die ihre Probleme fünf Millionen mal im Kreis diskutieren und keinen Bock haben auch nur ansatzweise etwas zu ändern. Warum sollte ich mich dir mitjammern? Was genau sollte es bringen und das DIR und mir?

Ja es sind beides Krankheiten aber das zu vergleichen, da kann ich deinem Gedankengang nicht folgen! Vielleicht kannst du ja deine Vergleiche etwas näher erläutern?

FreeWell
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Re: Unterschied zwischen menschlicher Hilfe und Co-Abhängigkeit ?

Beitrag von FreeWell » 31.05.2019, 11:15

Hallo Zusammen,

also Leute ... es kommt mir jetzt ein bisschen vor, als wenn wir uns über unsere Alk's beschweren, dass sie nicht vernünftig sind und selber machen wir einen Zickenalarm, der keinem etwas bringt. Die CO's in diesem Forum haben bestimmt einen großen Rucksack zu tragen, sind nervlich am Ende und mit Ihrer Sucht, zu helfen relativ auf sich gestellt. Die Hilfestellungen für die Alks sind zahlreich und sie werden in Kliniken gepämpert, mit Essen versorgt und erhalten Tabletten, um den Suchtdruck zu mindern. Soweit so gut. Manche gehen als Drehtürenpatienten rein und raus bis Mr. Korsakow zuschlägt und sie im Krankenhaus auch nur noch dahindämmern.

Ich bin heilfroh, dass es hier trockene Alkoholiker gibt, die uns CO's den Kopf waschen und raten, konsequentes Verhalten an den Tag zu legen.

Aber genau das ist für eine CO unglaublich schwer und vielleicht versteht das ein Alkoholiker nicht so gut ? Auch die Sucht, zu helfen erzeugt Suchtdruck, wenn man es sein lässt. Nur die Schmerzen finden auf der seelischen Ebene statt und es gibt kaum eine Tablette, die diesen Suchtdruck mindert.

Ich kann nur für mich sprechen, aber es kommt mir so vor, als ob man mit seinem alkoholsüchtigen Partner wie eine verzwirbelte Kordel spiralförmig verbunden ist. Will man sich lösen, muss man zunächst die Fäden aus der Spirale lösen und voneinander trennen. Aber an mindestens einem Ende hängen die beiden Fäden noch zusammen (Kinder, Haus, Tiere, Existenz u.a.). Die Kordel neigt dazu, die Fäden wieder verzwirbeln zu wollen. Das zu verhindern, ist schon ein gefühlt unmenschlicher Kraftaufwand. Gleichzeitig soll man die Kordel weiter entzwirbeln und die Fäden komplett voneinander trennen. Aber jeder Faden für sich ist dünn und instabil und hat immer noch die wellige Form, die er als Kordel hatte. Man muss sich also Mühe geben, die Form seines eigenen Fadens zu glätten und ihm neue Wellen zu geben. Wie gelockte Haare springt jedoch nach der Wäsche das Haar wieder in die alte Lockenform ...

Es ist also für eine CO ein Prozess der Trennung. Den Zug aushalten, den Abstand erweitern, sich Nähe wünschen, wieder Abstand halten und eine neue Form des Lebens finden. Das ist ein Prozess, der dauert. Eine neue Lebensgewohnheit muss über Wochen und Monate eingeübt werden. Und genauso, wie ein rückfälliger Alk zu seiner Flasche greift, um Erleichterung zu fühlen, genauso will in meinen Augen eine CO immer mal wenigstens etwas helfen, um mal wieder das gewohnte Gefühl "Ich bin gut und werde geliebt, weil ich so toll helfen kann" zu empfinden. Es nimmt den Suchtdruck für eine Weile, auch wenn dadurch den Abstand wieder verringert wurde und es wieder Arbeit ist, ihn wieder zu erweitern.

Aber ist das ganze Leben nicht eine Wellenform wie das Meer ? Ebbe und Flut, das Wasser kommt und geht. Jede Welle ist anders und doch gleich. Mit der Zeit verändert der Wellengang das Ufer, formt es und höhlt es aus, schwemmt woanders Sand und Steine an und formt eine neue Küstenlandschaft.

Wichtig ist doch, dass eine CO anfängt, ihr Leben in den Mittelpunkt zu stellen. Und ich finde es legitim, wenn man immer mal wieder kleine "rückfällige Handlungen" macht. Trinken ist eine bewusste Handlung, helfen auch. So passen Alk und CO dummerweise zusammen.

Krebs ist eine andere Krankheit. Krebs ist im Grunde das Endstadium einer sterbenden Zelle, die wegen Verschlackung, Übersäuerung und vielleicht auch genetisch bedingt nicht lebensfähig ist. Sie will nicht sterben und fängt an, sich unverhältnismäßig zu vermehren. DAs nennen wir dann Tumor. Hier ist keine bewusste Handlung vorausgegangen. Dennoch ist Krebs ab einem bestimmtem Punkt nicht mehr heilbar und ich glaube, dass das gemeint war, als der Vergleich gezogen wurde. Auch Alkoholismus ist ab einem bestimmten Punkt nicht mehr heilbar. Auch nach 20 Jahren sind unsere trockenen Mitmenschen noch Alkoholiker. Aber auch Narzissmus ist eine unheilbare Krankheit. Die Verhaltensmuster sind fast nicht änderbar und das auch nur, wenn ein extrem starker Wille zur Änderung über viele Jahre aufrecht erhalten wird. Genau wie der Wille eines trockenen Alkoholikers, nicht mehr zu trinken.

Soweit zu Vergleichen. Geben wir doch jeder CO die Gelegenheit von den erfahrenen Hasen hier zu lernen, ohne dass die wirklich wichtigen Argumente persönlich und als Angriff gewertet werden. Jeder hat seinen eigenen Rythmus, sein eigenes Tempo, sein Leben zu verändern. Wir kennen uns alle nicht persönlich, so kann man doch auch hier gemachte Aussagen nicht persönlich nehmen sondern als gut gemeinten Anstoss, seine Denkrichtung und damit sein Leben in andere Bahnen zu lenken.

Von daher von mir ein herzliches Danke an alle die hier schreiben und sich öffnen, auch wenn ich mal nicht der gleichen Meinung bin. Das darf ich und das dürfen alle hier. Schreiben wir weiter nach dem Motto: "Du bist okay, ich bin okay." Die Menschen sind verschieden und das ist gut so.

LG, FreeWell

Linde66
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Re: Unterschied zwischen menschlicher Hilfe und Co-Abhängigkeit ?

Beitrag von Linde66 » 31.05.2019, 17:07

Hallo,
ich finde das Bild mit der aufzudröselnden Kordel, die den Drang hat wieder in die Ausgangslage zurückzudrehen, ganz gut beschrieben.
Liebe Grüße, Linde

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