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COabhängig und das "Leben für sich" ist das möglich?

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit

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Ziele
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Re: COabhängig und das "Leben für sich" ist das möglich?

Beitrag von Ziele » 13.06.2019, 21:16

Hallo Stern!

Ich dachte, deine Trennung ist noch frisch?! Dass es jetzt schon zwei Jahre her ist und du noch so tief da drin steckst, hat mich etwas erschrocken. Schau mal, je mehr du daran festhaltest und in der Vergangenheit lebst, desto schwerer wird es. An etwas Vergangenem festhalten und jeden Tag aufs neue darüber nachzudenken, lässt dich nicht weitermachen. Ich verstehe deine Traurigkeit, 30 Jahre sind eine sehr lange Zeit. Hilft es dir, wenn ich dir erzähle, dass ich sehr viele Menschen kenne die sich nach über 20-25 Jahren Ehe getrennt haben aus den unterschiedlichsten Gründen?
Ganz wichtig für dich ist, meiner persönlichen Meinung nach, dich auf die Suche nach dir selbst zu machen. Kein Partner kann dir das geben was du dir nicht geben kannst, verstehst du wie ich das meine? Es kann dich niemand mehr lieben als du dich selbst! Momentan wirkst du so als ob du dich kein bisschen lieb hast, du weißt nichts mit Dir anzufangen, weil du dich um dich selbst kümmern musst. und dich verurteilst, weil du „deine“ Werte nicht lebst. Du bist ein Spiegel deiner Selbst und zwar in jedem Moment deines Lebens. Das heißt, wenn du selbst über dich denkst, dass du es nicht verdient hast glücklich zu sein, wirst du Menschen und Situatuonen begegnen die Dir genau das widerspiegeln. Es wird Dir genau das bestätigt was du über dich denkst. Immer! Vielleicht finde ich nicht die richtigen Worte, aber ich kann wirklich nur betonen kümmere dich um DICH. Ich werde ein wenig ausholen, vielleicht lesen hier ja noch einige mit, deswegen werde ich versuchen es besser zu erklären.
Wenn du über dich denkst, dass du nicht gut genug bist, oder nicht gesehen wirst und in einen Spiegel schaust, wirst du genau das in deinem Spiegel sehen. Du kannst deinen Spiegel anschreien, putzen, bespucken und ihm gut zureden, er wird Dir aber trotzdem das spiegeln was du über dich denkst. Erst wenn du deine Gefuhle und Gedanken über dich änderst, wird dein Spiegel Dir auch etwas anderes zeigen, verstehst du das?
Suche Dir eventuell Hilfe, suche Menschen, die gleiche Situationen wie du durchgemacht haben und frage sie, was genau sie getan haben, was sie unternommen haben um aus dem Tief rauszukommen. Die Sichtweise von anderen Menschen kann so wertvoll und lehrreich sein, dazu muss man aber auch bereit sein anzunehmen. Ich wünsche dir von Herzen alles Liebe!

Stern 67
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Re: COabhängig und das "Leben für sich" ist das möglich?

Beitrag von Stern 67 » 13.06.2019, 22:15

Danke Dir, liebe Ziele.
Es gibt wirklich sehr viele viele gute und wunderbare Menschen um mich herum in mei em Leben.
Ich denke oft, dass das Leben in fast allen Lebensbereichen so gut zu mir war, mir wurde oft gesagt was für ein glückspilz ich bin))))
und so habe ich mich auch vethalten, erstaunlicherweise, trotz schwerigkeiten und unbeständigkeit in der Ehe.
ich hatte immer Hoffnung!
ich habe sie aber nicht mehr.
ob es an der fehlender Selbstliebe liegt, oder an fehlender Flexibilität ( nur ein lebensplan mit Familie war die option, alles , jobs, freundschaften, haus...war drum herun gebaut) .
ich habe es noch nicht rausgefunden.
werde es aber.
LG
St

Nadless
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Re: COabhängig und das "Leben für sich" ist das möglich?

Beitrag von Nadless » 13.06.2019, 23:15

Liebe Stern. Ich kann dich sehr gut verstehen was die fehlt und warum es dir fehlt.
Du liebst diesen Mann nun mal. Das kann man sich schlecht ausreden. Das muss man fühlen.Er fehlt dir.
Bist du eigentlich in therapeutische Behandlung? Du wirkst auf mich schon ziemlich depressiv. Auch wenn du alles hast und gibst und machst. Dieser Dauerschmerz macht auf Dauer krank. Dieses nicht loslassen können. Diese Trauer.

Stern 67
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Re: COabhängig und das "Leben für sich" ist das möglich?

Beitrag von Stern 67 » 14.06.2019, 00:39

Liebe Nadiess,
ja, ich mache Therapie, etwa halbes Jahr.
Ob ich ihn liebe, oder noch liebe, das weiss ich nicht mehr. ich liebte ihn sehr...
die Liebe keine Einbandstrasse.
Und nicht wirlich bedienungslos.
ich traue... ja... um den Mann, den ich liebte, er ist am Leben, sagt dass er glücklich ist, aber den kann ich in ihn nicht mehr sehen.
Da ich nicht glaube, dass die Menschen sich so extrem ändern können, denke ich dass der Mensch, der mein Partner, Vater unserer vier Kindern war, noch irgendwo in ihn lebt.

Das ist ,denke ich, mein Fehler.
Er kann nicht mehr lieben. nicht jemanden, der seine Sucht satt hat.
Ja, als wir mit 21 geheiratet haben, war er nicht abhängig....

Gute Nacht liebe ALLE

lütte69
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Re: COabhängig und das "Leben für sich" ist das möglich?

Beitrag von lütte69 » 19.06.2019, 08:37

Hallo Stern,

wie geht es Dir? Hattest Du ein schönes Wochenende?

sonnige Grüße
Lütte

Stern 67
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Re: COabhängig und das "Leben für sich" ist das möglich?

Beitrag von Stern 67 » 20.06.2019, 09:01

Liebe Lütte, hallo Alle Zusammen,
Das Wochenende... ich war bei einem Geburtstag bei Freunden, runder Geburtstag.. waren viele da, die ich schon länger nicht gesehen habe. War alles schön, gelacht, unterhalten, bis einer von dem Paar, die ich, (damalls noch WIR) gesehen habe, fragte wo ist der XY.... und ab da.. war der tag für mich gelaufen. Hab mir vorgestellt wo er jetzt mit seiner neuen wohl ist... ein Paar Tage davor habe ich noch erfahren über seine urlaubspläne nach frankreich mit ihr... und er war auch Osternferien mit ihr in Urlaub...
Ich komme nicht aus dem Kummer raus..
Habe das mit der Therapeutin besprochen,
sie meint ja.... ich muss es akzeptieren, er hat sich schon lange gelöst, weil ich haupsächluch wegen dem Alkohol zum " Feind" wurde... und jetzt hat er sich ein neues leben aufgebaut, wo alles neu und schön ist, wo noch kein Leid oder Frust im Spiel ist.
und ob das für ihn gut ausgeht oder die sucht früher oder später auch da den Einfluss nimmt, kann keiner wissen. Aber jetzt... hat er es schön, gut für ihn. Und ja, ich darf sauer sein, dass während er sich schön macht, ich mich um unsere Kinder kümmere, die Tochter hatte eine Zahn OP unter vollnarkose ... ich saß im Aufwachraum, sie wachte auf, weinte und sagte Danke Mama, dass du da bist...
Aber ich bin nicht sauer.... ich bin nur traurig.
es ist ein großartiges Leben, was ich immer wollte... mit Familie, Kinder, Haus, Hund, Job, ja viel Arbeit aber auch viel Glück. Und dass er nicht mehr ein Teil davon sein möchte, das kann ich nicht verstehen, egal wie sehr ich es versuche.

Viel gelesen... oft kommt mir so vor, dass uns COs es sogar vorgeworfen wird, dass wir so geworden sind. Selber Schuld und so weiter...
Denkt an Dich selbst!!! nicht zu erst an Kinder, Mama, Hund...
Das ist sogar schwach und feige sich nicht mit sich selbst ausseinander zu setzen, weil das zu schwer ist...
Aber wor setzen uns mit uns ausseinander, so ist es nicht... Alle Menschen sind jedoch sehr unterschiedlich... und wenn ich mich frage, warum bin ich so, finde ich keine Antwort. möchte ich mich jedoch so akzeptieren... und wenn ich mich in der großen Familie, was meine Wahl ist, glücklich fühlen möchte, muss ich nach meiner Vorstellung mich um die Familie kümmern.
Und das ist bei den Familien, die meine, (früher unsere) Freunde sind auch so... die Kümmern sich gemeinsam um Belange und Wohl ihrer Familien.
und ich muss es jetzt alleine...
alle im Freundschaftskreis planen jetzt ihre Sommerurlaube... als Familien mit ihren Kindern.
Für mich ist es vorbei...
lg
St

Morgenrot
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Re: COabhängig und das "Leben für sich" ist das möglich?

Beitrag von Morgenrot » 20.06.2019, 10:46

Hallo Stern,
gemeinsam
ich glaube das ist das "Zauberwort", denn mit einem nassen Alkoholiker kann ich nichts gemeinsam machen. Es bleibt am Ende doch an mir hängen, weil ihm wieder irgendetwas anderes wichtiger.
Gemeinsames kümmern ist Geben und Nehmen, beim nassen Alkoholiker war ich der Geber
Ich kenne die Situationen, wenn ich alleine unterwegs war auch gut. Bei meinem ersten "Alleinauftritt" wurde ich auch oft gefragt, wo denn der xy sei.
Eine Kusine hat dann allem ein Ende bereitet, in dem sie sagte: "Die moderne Frau geht alleine aus. " Kein Mensch hat danach je wieder gefragt.
alle im Freundschaftskreis planen jetzt ihre Sommerurlaube... als Familien mit ihren Kindern.
Für mich ist es vorbei...
wieso ist es für dich vorbei? Es hat zwar gedauert, aber ich bin alleine in Urlaub gefahren, erst nur ein paar Tage, dann aber 2 Wochen. Was hindert dich daran?
Natürlich ist es mit 4 Kindern nicht einfach, aber vielleicht in Jugendherbergen machbar. Es geht nicht darum, irgendwelche tollen exotische Reiseziele zu entdecken, sondern das du dich selbst wieder als eigenständigen Menschen wahrnehmen kannst.
Ich habe so schöne Urlaube verbracht, teilweise mit Tochter und Enkelkinder, die für ein paar Tage vorbei kamen.
Dieses "für mich ist es vorbei" klingt so resignierend, als seist du es nicht wert in Urlaub zu fahren.
Es klingt auch irgendwie nach Opferhaltung. Ich kenne diese Haltung von mir sehr gut, aber gerade diese Haltung hat mich gelähmt.
Als auch andere Menschen spürten, das ich offensiv mit dem Thema umgegangen bin, und auch durchaus mal meine Gefühlslage schildern konnte, ab da gabs Hilfe.
Ich will dir mit meinem Beitrag Mut machen, und dir anhand meiner Erfahrungen beschreiben, das etwas möglich ist.


lg Morgenrot

Stern 67
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Re: COabhängig und das "Leben für sich" ist das möglich?

Beitrag von Stern 67 » 20.06.2019, 12:40

Danke Morgenrot, ich göaube auch, dass es vieles möglich ist, und ich hab es ja nicht beendet... ich fahre in den Urlaub, und wat in den Ostenrverien mit der Tochter und dem Hund am Nordsee... das war sehr schön...
ich meinte vorbei... dass ich einen Parnter dabei habe.... und das macht mich traurig, das trübt auch das alles schöne mit dem Kindern
es war damals nicht alles nur schlecht... fa gabs zwei seiten von dem Mensch neben mir. Man verliert das schlechte und gleichzeirig auch das gute was verbunden hat.
und tut weh, dass das was verbunden hat, für den anderen nicht zählt.

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