Startseite - PortalHilfsangebote der SuchthilfeSelbsthilfeforumInformationen zur Suchthilfe

Enttäuschung - Hoffnung - Enttäuschung

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit

Moderator: Moderatoren

Antworten
Correns
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 2757
Registriert: 09.01.2010, 18:52
Geschlecht: Männlich

Re: Enttäuschung - Hoffnung - Enttäuschung

Beitrag von Correns » 28.11.2019, 08:50

Hallo ZZL,

23 Jahre Beziehung ist eine lange Zeit. So etwas wirft niemand gerne weg. Insoweit kann ich Deine Zerrissenheit sehr gut nachvollziehen, da ich selbst in einer sehr langen Beziehung lebe. Ich bin mit meiner Frau schon durch viele Täler gegangen, aber zwischen den Tälern gab es auch immer wieder sehr gute Zeiten. Derzeit sind wir weit weg vom nächsten Tal, was mir sehr gut tut.

Bei Deiner Beziehung scheint auch Erpressung eine Rolle zu spielen. Diese Fassette kenne ich bei uns beiden nicht. Es ist gut, dass Du therapeutische Unterstützung hast. Und natürlich ist es auch gut, dass Du schon längere Zeit trocken bist. Eine Ferndiagnose kann ich nicht machen. Aber ich kann Dir empfehlen, die Unterstützung weiter in Anspruch zu nehmen. Vielleicht ist es auch gut über eine psychosomatische Reha nachzudenken.

Ich wünsche Dir viel Kraft für Deinen Weg und gute Entscheidungen
Correns

Aurora
Moderatorin
Moderatorin
Beiträge: 13079
Registriert: 02.05.2007, 13:47

Re: Enttäuschung - Hoffnung - Enttäuschung

Beitrag von Aurora » 28.11.2019, 12:29

Hallo Zickzacklaeufer,

ja, es ist eine Zerreißprobe, eine Trennung nach 23 Jahren. Bei mir waren es 26 Jahre, als ich endlich gehen konnte.

Einfach ist anders... aaaber, ich merkte immer mehr, wie gut das Leben sein konnte. Ohne diese täglichen Dinge, die das Leben an der Seite eines Abhängigen mit sich bringt. Diese Beschimpfungen, Erniedrigungen, Lügen und so weiter. Diese Angst auch vor dem Nachhausekommen, wie er dann wieder drauf sein wird. Und auch das Gefühl der Ohnmacht und Verantwortung, die ja eigentlich gar nicht meine war.

Auch ich war psychisch und physisch am Ende damals.

Du hast nun auch noch deinen eigenen Weg der Trockenheit zu bewältigen, ich finde es toll, dass du nun diese Zeit schon trocken gelebt hast. 30 Monate! Glückwunsch!

Das ist doch was wichtig ist. Du bist wichtig und dein trockenes Leben. Auch wenn eine Trennung immer Schmerz bedeutet und Trauer, auch wenn es schwer fällt, mit einem nassen Alkoholiker gibt es einfach kein lebenswertes Miteinander. Es ist immer ein Tanz um und mit der Sucht. Und dieser Tanz führt nur abwärts. Für beide...

Es gibt ein lebenswertes Leben danach. Auch wenn es erst mal schwer fällt.

Liebe Grüße
Aurora

Linde66
Moderatorin
Moderatorin
Beiträge: 20118
Registriert: 08.10.2008, 23:13
Geschlecht: Weiblich
Alkoholiker/in oder Angehörige/EKA: EKA

Re: Enttäuschung - Hoffnung - Enttäuschung

Beitrag von Linde66 » 02.01.2020, 19:32

Hallo ZZL,
ich habe selber jahrelang AD's genommen.
Nachdem ich mich ewig gegen eine Einnahme gewehrt hatte, war ich letztlich dankbar für die Wirkung. So konnte ich kontinuierlich meine Traumatherapie machen.

Irgendwann sah ich es nicht mehr als Makel, AD's nehmen zu "müssen", sondern war dankbar für die modernen Medikamente, die mir bei der Depression geholfen haben.

Als ich mich wirklich stabil fühlte, habe ich die AD's unter ärztlicher Begleitung nicht abgesetzt, sondern über den Zeitraum von ca. 1 Jahr ausgeschlichen.


Lieber Gruß, Linde

Antworten