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Lebensfreude von Angehörigen

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit

Moderator: Moderatoren

Dante
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Re: Lebensfreude von Angehörigen

Beitrag von Dante » 29.02.2020, 13:30

An was genau denkst du da? Ich kann mir vorstellen, dass dein Mann da im Mittelpunkt deiner Gedanken steht.

lütte69
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Re: Lebensfreude von Angehörigen

Beitrag von lütte69 » 02.03.2020, 09:41

Hallo Schnitzel,

für mich war dieses Raus aus der Wohnung ein ganz wichtiger Schritt. Ich konnte auch nicht mit meinem Mann reden, da ich ständig nur geheult habe und auch Angst vor seinen Reaktionen hatte. Mein Leben drehte sich nur um ihn, aufpassen, nix falsches zu sagen, ihm Ärger vom Leib halten, Alk anschleppen .... Für mich war klar, dass ich in dieser Umgebung mein Verhalten nicht ändern kann, dass ich raus muss. Mein Auszug war auch für ihn ein gewaltiger Schuss vor den Bug. Für uns beide war es ein Neubeginn. Die erste Zeit allein war der Horror, meine Gedanken und Gefühle habe ich ja mitgeschleppt, damit musste ich ja erstmal klar kommen. Ich war zur Psychotherapie, habe ganz viel gelesen und hatte dieses Forum mit Menschen, die sich bei diesem Thema auskannten. Ich glaube, den Mut zum Auszug hab ich auch hieraus gezogen. Es hat schon eine Weile gedauert, bis ich mich wieder um mich gekümmert habe. Das ging bei mir auch nach diesem gewaltigen Schritt Auszug nur ganz langsam in kleinen Etappen. Habe mir eine Sportgruppe gesucht, wieder mit einem verschütteten Hobby begonnen, alte Kontakte reaktiviert .... wie gesagt ganz langsam Schritt für Schritt und manchmal auch einen Schritt rückwärts. Das gehört alles dazu. Du musst für dich raus finden, was dir gut tut, wie du am besten mit der Situation umgehen kannst und dein Leben für dich lebenswert gestalten.
Ich wünsche Dir viel Kraft und Geduld
Lütte

Schnitzel
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Re: Lebensfreude von Angehörigen

Beitrag von Schnitzel » 04.03.2020, 13:49

Wann hast du mit ihm reden können,war das vor dem Auszug?

lütte69
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Re: Lebensfreude von Angehörigen

Beitrag von lütte69 » 05.03.2020, 08:47

Hi, ich habe ihm einen Brief da gelassen, in dem ich versucht habe, mich zu erklären. Ich brauchte erstmal Abstand und Ruhe, was er in den ersten Wochen nicht akzeptierte. Es hat einen Monat gedauert, bis ich wirklich eine Kontaktsperre durchsetzen konnte. Danach fiel es mir leichter, mich auf mich zu konzentrieren. Wirklich reden konnten wir erst wesentlich später. Er hörte auf zu trinken und begann über alles, was passiert war nachzudenken und ich hatte auch meine Zeit für mich und dann konnten wir anfangen über uns zu reden. Wenn ich das so aufschreibe, hört sich sich sehr straight und konsequent an, war es aber nicht. Es war eine beschi**ene Zeit voller Tränen, innerer Zerrissenheit, Verzweiflung für beide, aber wir haben es geschafft.
sonnige Grüße
Lütte

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