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Gefühle,Sorgen einem Alkoholiker mitteilen

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit

Moderator: Moderatoren

lütte69
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Re: Gefühle,Sorgen einem Alkoholiker mitteilen

Beitrag von lütte69 » 15.05.2020, 11:01

Liebe Schnitzel,
Ja,ich weiss ich bin schon länger im Forum unterwegs,und komme nicht weiter.
Ich finde nichts,niemand der mir hilft.
Doch, Du findest jemanden, der Dir hilft - ist gar nicht so weit weg. Unsere Posts können eine Hilfe sein, der Therapeut kann eine Hilfe sein, aber gehen musst Du allein. Du hast alles in Dir, was es braucht um zufrieden und glücklich zu leben. Ich habe in der letzten Woche diese Zeilen gelesen:

Wenn nichts mehr sein kann, wie es war.
Nichts ist, wie du es dir wünschst und
nichts sein wird, wie du es dir erträumst.
Dann ist es an der Zeit, alles zu vergessen was war
und neue Wege zu gehen.

Ich hab auch immer gedacht, es liegt an ihm - ja, er hat getrunken, aber ich habe es jahrelang ertragen. Als mir das ganze Ausmaß bewusst wurde, war mein erster Impuls auch - er muss was ändern, er muss aufhören zu trinken. Hat er aber nicht, obwohl ich versucht habe, mit ihm zu reden. Dann wollte ich ihn verstehen, damit ich Argumente für unsere Diskussionen hatte. Meine Welt hat sich also weiter nur um ihn gedreht, ich hab mich aufgerieben, war unglücklich und er hat getrunken :roll: . Als ich es nicht mehr ausgehalten habe, hab ich das letzte Bisschen an Stolz und Mut zusammen gerafft und bin gegangen. ICH habe mich bewegt und siehe da meine Welt bewegte sich. Was ich dir sagen möchte (auch wenn dein Herz es vielleicht nicht versteht) ist, dass Du gar nichts machen kannst, wenn er saufen will/muss. Das ist die traurige Wahrheit. Es ist auch völlig irrelevant, ob du ihn verstehst. Das musst Du gar nicht. Du musst Dich um Dich kümmern. Fang mit kleinen Schritten an. Mach Dinge, an denen Du Freude hast und was er darüber denkt, ist völlig Banane. Er hat auch die Möglichkeit, sich gutes zu tun. Er ist erwachsen und für sich selbst verantwortlich, so wie Du auch.

Liebe Schnitzel, es sollte Dir um Dich gehen und nicht um ihn. Du bist mit Deinem Leben unzufrieden, also musst Du was für Dich ändern.

Ich wünsche Dir viel Kraft und Geduld für Deinen Weg
sonnige Grüße
Lütte

Schnitzel
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Re: Gefühle,Sorgen einem Alkoholiker mitteilen

Beitrag von Schnitzel » 15.05.2020, 14:17

Ich werde mich mehr um mich kümmern,vorerst nicht ausziehen,das nimmt mir ein wenig den Druck.

lütte69
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Re: Gefühle,Sorgen einem Alkoholiker mitteilen

Beitrag von lütte69 » 15.05.2020, 17:32

Das ist doch schon mal ein Plan. Und nicht um den alkoholisierten Partner kümmern.

Schönes Wochenende
Lütte

Carmen
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Re: Gefühle,Sorgen einem Alkoholiker mitteilen

Beitrag von Carmen » 15.05.2020, 19:34

Hallo Schnitzel,

mein Vater ist auch Alkoholiker und ich musste aus Selbstschutz vor einiger Zeit den Kontakt zu ihm abbrechen. Ich habe viele Jahre versucht ihm zu helfen, ihn mehrmals in die Entgiftung gebracht, den Krankenwagen gerufen, ihn betreut, aber es hat alles nichts gebracht, weil er nicht bereit ist, den Weg in die Trockenheit zu gehen. Denn es ist ja nicht damit getan, einfach nur den Alkohol wegzulassen, man muss ganz vieles in seinem Leben ändern, um trocken zu werden und auch zu bleiben. Ich bin ja selbst schon etliche Male gescheitert, obwohl ich einsichtig war und Hilfe annehmen konnte.

Ich würde an deiner Stelle einmal das Gespräch zu deinem Vater suchen und ihm sagen, dass Du Dir große Sorgen um seinen Alkoholkonsum machst und Du bereit wärst, wenn er das möchte, ihn zum Arzt und auf weiteren Schritten zu begleiten. Bereite dich darauf vor, dass das Gespräch wahrscheinlich nicht viel bringen wird, aber ein Versuch ist es wert und dann hast du Gewissheit. Falls dein Vater nicht bereit ist, etwas gegen seine Alkoholkrankheit zu unternehmen, kannst du nichts mehr für ihn tun. Du kannst dann nur schauen, dass es dir wieder besser geht, indem du dich distanzierst. Das ist nicht einfach, aber es geht.

Du schriebst, dass es Dir seit der Therapie schlechter geht und du mit dem Verdrängen besser zurecht kamst. Es ist nicht ungewöhnlich, dass es einem zu Beginn der Therapie und der Konfrontation seiner Probleme schlechter geht, denn man muss ja da hinschauen, wo es weh tut und unangenehm ist. Das geht mir genauso. Ich habe aber schon von einigen hier gehört, dass es sich lohnt, durch dieses tiefe Tal zu gehen, damit es einem letztendlich besser geht.

LG
Carmen

Schnitzel
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Re: Gefühle,Sorgen einem Alkoholiker mitteilen

Beitrag von Schnitzel » 24.05.2020, 16:40

Ich habe es geschafft,was ich schon jahrelang probiere,meinen Vater auf sein Alkohol Problem anzusprechen,auch wenn er es nicht versteht,mir war es wichtig.

Cadda
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Re: Gefühle,Sorgen einem Alkoholiker mitteilen

Beitrag von Cadda » 24.05.2020, 16:58

Das freut mich ganz doll, Schnitzel!!! Man hat gemerkt, wie sehr Du Dir gewünscht hast, dass Du Dich traust und nun hast Du es gemacht. Das ist ein wichtiger Schritt für Dich gewesen. Und Du hast Recht, es ist weniger wichtig, wie er reagiert hat, sondern wichtiger, dass Du es geschafft hast, das loszuwerden.

ideja
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Re: Gefühle,Sorgen einem Alkoholiker mitteilen

Beitrag von ideja » 24.05.2020, 18:38

ganz meine Meinung das was Cadda geschrieben hat.

Schnitzel
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Re: Gefühle,Sorgen einem Alkoholiker mitteilen

Beitrag von Schnitzel » 25.05.2020, 10:06

Er hat gesagt,er geht in keine Therapie,hatte das Gefühl er schämt sich,wenn er dort hingehen soll.
Für ihn war das nicht verständlich,wie ich es erkennen kann,ob er getrunken hat.

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